Zum Inhalt springen

Bleicher Schöterich

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie

<templatestyles src="Vorlage:Taxobox/styles.css" />

Bleicher Schöterich
Datei:Erysimum crepidifolium W.jpg

Bleicher Schöterich (Erysimum crepidifolium)

Systematik
Rosiden
Eurosiden II
Ordnung: Kreuzblütlerartige (Brassicales)
Familie: Kreuzblütler (Brassicaceae)
Gattung: Schöteriche (Erysimum)
Art: Bleicher Schöterich
Wissenschaftlicher Name
Erysimum crepidifolium
Rchb.

Der Bleiche Schöterich<ref name="FloraWeb" /> (Erysimum crepidifolium), auch als Gänsesterbe<ref name="Pritzel1882" /> oder Pippaublättriger Schöterich bezeichnet, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Schöteriche (Erysimum) innerhalb der Familie der Kreuzblütengewächse (Brassicaceae).

Beschreibung

Vorlage:Hinweisbaustein

Vegetative Merkmale

Der Bleiche Schöterich ist eine zweijährige krautige Pflanze, die meist Wuchshöhen von 15 bis 60 Zentimetern erreicht. Der Stängel ist aufrecht.

Die Laubblätter sind wechselständig am Stängel angeordnet. Die einfache Blattspreite ist ganzrandig bis buchtig gezähnt und vorwiegend mit zweistrahligen (kompassnadelförmigen) Sternhaaren besetzt.

Generative Merkmale

Die Blütezeit des Bleichen Schöterichs erstreckt sich vorwiegend über die Monate April bis Juli, seltener können aber auch noch Pflanzenexemplare bis in den Herbst hinein blühen.

Die geruchlosen, zwittrigen und vierzähligen Blüten bei einer Länge von 9 bis 15 Millimetern ziemlich groß und vierzählig. Die vier Kronblätter sind von hell schwefelgelber Farbe. Es sind sechs Staubblätter vorhanden. Der Griffel endet in einer kopfigen Narbe.

Der Fruchtstiel ist 3 bis 5 Millimeter lang. Die grau-grünlich gefärbten Schoten sind 20 bis 70 Millimeter lang und stumpf vierkantig.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 14.<ref name="Oberdorfer2001" />

Verwechslungsmöglichkeiten

Der Bleiche Schöterich kann vor allem mit dem Steifen Schöterich (Erysimum hieraciifolium) sowie mit dem Harten Schöterich (Erysimum marschallianum) verwechselt werden. Von diesen unterscheidet er sich insbesondere durch das Indument.

Datei:Erysimum crepidifolium Herbar.jpg
Herbarbeleg Bitte nicht selbst Pflanzenmaterial aus Naturbeständen für das Anlegen eines Herbars entnehmen!

Vorkommen

Der Bleiche Schöterich kommt vom Balkan bis Süd- und Mitteldeutschland vor. Es gibt Fundangaben von Deutschland, Tschechien, der Slowakei, Ungarn und Kroatien. In Rumänien ist er ein Neophyt.<ref name="Euro+Med" />

In Deutschland ist der Bleiche Schöterich recht selten. Häufiger findet man ihn im mittleren Saale- und Nahetal. Fundorte gibt es auch noch in Nordbayern und in Südwestdeutschland. Der Bleiche Schöterich fehlt in der Schweiz<ref name="InfoFlora" /> und in Österreich.

Der Bleiche Schöterich wächst in Trockenrasengesellschaften. Sie bevorzugt warme Stein- und Felsböden (Kalk, Dolomit, Porphyr, Phonolith).<ref name="Oberdorfer2001" /> Sie ist in Mitteleuropa lokal eine Charakterart des Diantho-Festucetum aus dem Verband der Seslerio-Festucion-Verbandes. Sie kommt aber auch in lückigen Festuco-Brometea-Gesellschaften oder halbruderal in Agropyretalia-Gesellschaften vor.<ref name="Oberdorfer2001" />

Taxonomie

Die Erstbeschreibung von Erysimum crepidifolium erfolgte 1823 durch Heinrich Gustav Reichenbach Iconographia Botanica seu Plantae Criticae, 1, S. 8.<ref name="Euro+Med" /><ref name="Brassibase" /> Ein Synonym für Erysimum crepidifolium <templatestyles src="Person/styles.css" />Rchb. ist Erysimum banaticum <templatestyles src="Person/styles.css" />Nyár.<ref name="Euro+Med" />

Giftigkeit und Inhaltsstoffe

Der Bleiche Schöterich ist in allen Pflanzenteilen, besonders aber in den Samen stark giftig. Hauptwirkstoffe in den Samen sind mindestens 20 Cardenolidglykoside (3,5 %). Das Hauptglykosid ist Erysimosid (circa 2,3 %), aus dem durch Abspaltung der Glukose das Sekundärglykosid Helveticosid (0,5–1,2 %) entsteht. Der höchste Gehalt an Erysimosid und Halveticosid liegt zur Reifezeit und während der Trocknung vor.<ref name="Roth2000" />

Vergiftungserscheinungen beim Menschen traten bisher noch nicht auf, während Massensterben von Gänsen bekannt wurden. Gefährdet sind auch Kaninchen; für Hühner soll die Pflanze aber nicht giftig sein. Das Fressen der Pflanzen durch Gänse (daher der Name „Gänsesterbe“) oder Kleinsäuger führt schnell zu Muskellähmungen, woran die Tiere schließlich sterben.<ref name="Roth2000" /><ref name="GiftpflanzenCom" />

Quellen

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="FloraWeb"> Erysimum crepidifolium Rchb., Bleicher Schöterich. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="InfoFlora"> Erysimum crepidifolium Rchb. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. </ref> <ref name="Roth2000"> Lutz Roth, Max Daunderer, Kurt Kormann: Giftpflanzen – Pflanzengifte. Giftpflanzen von A–Z. Notfallhilfe. Vorkommen. Wirkung. Therapie. Allergische und phototoxische Reaktionen. 4. Auflage. Nikol, Hamburg 2000, ISBN 3-933203-31-7 (Nachdruck von 1994). </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Pritzel1882"> insbesondere für Wettin benannt von Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, S. 146.(eingescannt). </ref> <ref name="GiftpflanzenCom"> Bleicher Schöterich (Erysimum crepidifolium). In: giftpflanzen.com. </ref> <ref name="Euro+Med"> Karol Marhold (2011+): Brassicaceae: Datenblatt Erysimum crepidifolium In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="Brassibase"> Datenblatt Erysimum crepidifolium bei Brassibase der Uni Heidelberg. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Bleicher Schöterich (Erysimum crepidifolium) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien