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Ruten-Schöterich

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(Weitergeleitet von Steifer Schöterich)

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Ruten-Schöterich
Datei:Erysimum virgatum sl9.jpg

Ruten-Schöterich (Erysimum hieraciifolium)

Systematik
Rosiden
Eurosiden II
Ordnung: Kreuzblütlerartige (Brassicales)
Familie: Kreuzblütler (Brassicaceae)
Gattung: Schöteriche (Erysimum)
Art: Ruten-Schöterich
Wissenschaftlicher Name
Erysimum hieraciifolium
L.

Der Ruten-Schöterich<ref name="InfoFlora" /> (Erysimum hieraciifolium, Syn.: Erysimum virgatum <templatestyles src="Person/styles.css" />Roth), auch Ruten-Schotendotter<ref name="InfoFlora" /> oder Steifer Schöterich genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Schöteriche (Erysimum) innerhalb der Familie der Kreuzblütler (Brassicaceae). Sie ist in Eurasien weitverbreitet.<ref name="FoC2008" />

Beschreibung

Datei:Erysimum hieraciifolium W.jpg
Blütenstand mit Blüten und jungen Früchten
Datei:Erysimum strictum — Flora Batava — Volume v17.jpg
Illustration aus Flora Batava, Volume 17

Vegetative Merkmale

Der Ruten-Schöterich ist eine meist zwei-<ref name="FoC2008" /> manchmal bis mehrjährige krautige Pflanze, die in der Regel Wuchshöhen von 40 bis 100<ref name="InfoFlora" /> (10 bis 125) Zentimetern erreicht.<ref name="FoC2008" /> Der aufrechte und oft im oberen Bereich verzweigte<ref name="FoC2008" /> Stängel ist scharfkantig. Das Indument besteht aus vorwiegend dreistrahligen Sternhaaren; daneben gibt es auch wenige zwei-, vier- bzw. fünfstrahlige Trichome.<ref name="FoC2008" />

Die Laubblätter sind grundständig und wechselständig am Stängel verteilt angeordnet. Die Grundblätter sind in Blattstiel sowie -spreite gegliedert und sind bei Fruchtreife schon verwelkt.<ref name="FoC2008" /> Ihr Blattstiel ist 1 bis 4 Zentimeter lang. Ihre Blattspreite ist bei einer Länge von 2 bis 6 (1 bis 8) Zentimetern sowie bei einer Breite von selten 0,3 bis meist 5 bis 10 Millimetern elliptisch-länglich oder verkehrt-lanzettlich mit keilförmiger Spreitenbasis, spitzem oberen Ende und ganzrandigem oder undeutlich gezähntem Rand.<ref name="FoC2008" /> Die länglich lanzettlichen Laubblätter sind ganzrandig bis entfernt buchtig eingekerbt, entfernt gezähnt und meist fünf- bis sechs-, selten zwölfmal so lang wie breit.<ref name="InfoFlora" /> Die unteren Laubblätter sind gezähnt. Die Stängelblätter sind fast sitzend bis sitzend. Ihre Blattspreite ist linealisch oder elliptisch-linealisch mit glattem oder deutlich gezähntem Rand.<ref name="FoC2008" />

Generative Merkmale

Die Blütezeit erstreckt sich in Mitteleuropa vorwiegend über die Monate Juni bis August, in China reicht sie von Mai bis August. In den anfangs schirmtraubigen später, durch Verlängerung der Blütenstandsachse bis zur Fruchtreife, traubigen Blütenständen stehen viele Blüten zusammen.<ref name="FoC2008" /> Es sind keine Tragblätter vorhanden.<ref name="FoC2008" />

Die zwittrigen Blüten sind vierzählig. Die vier grünen Kelchblätter sind bei einer Länge von 5 bis 9<ref name="InfoFlora" /> oder 4 bis 7<ref name="FoC2008" /> Millimetern sowie einer Breite von 1 bis 1,5 Millimetern länglich.<ref name="FoC2008" /> Die beiden inneren Kelchblätter sind an ihrer Basis sackartig.<ref name="InfoFlora" /> Die vier relativ großen, mit Sternhaaren besetzten, goldgelben Kronblätter sind bei einer Länge von meist 7 bis 9 (6 bis 10) Millimetern sowie einer Breite von 2 bis 3 Millimetern verkehrt-eiförmig mit gerundetem oberen Ende.<ref name="FoC2008" /> Der deutlich erkennbare Nagel des Kronblattes ist etwa so lang wie das Kelchblatt.<ref name="FoC2008" /> Bei den sechs fertilen Staubblättern sind die gelben Staubfäden 4 bis 6 Millimeter lang und die Staubbeutel bei einer Länge von meist 1,5 bis 2 (1,2 bis 2,5<ref name="InfoFlora" />) Millimetern länglich.<ref name="FoC2008" /> Der oberständige Fruchtknoten enthält 40 bis 60 Samenanlagen.<ref name="FoC2008" /> Der schlanke Griffel ist bei einer Länge von 0,5 bis 2 Millimetern zylindrisch und endet in einer einfachen, kopfigen Narbe.<ref name="FoC2008" />

Die Fruchtstiele stehen mehr oder weniger aufrecht oder aufsteigend angedrückt an der Fruchtstandsachse, mit der sie einen Winkel von etwa 30 Grad bilden und meist 4 bis 8 (2 bis 10) Millimeter lang sowie meist deutlich dünner als die Frucht.<ref name="FoC2008" /> Die vierkantige, gerade Schote ist bei einer Länge von meist 15 bis 25 (10 bis 70) Millimetern sowie einem Durchmesser von 1 bis 1,3 Millimetern linealisch<ref name="FoC2008" /> und ist anliegend behaart.<ref name="InfoFlora" /> Die Samen sind bei einer Länge von 1 bis 1,5 Millimeter sowie einen Durchmesser von 0,4 bis 0,6 Millimeter länglich.<ref name="FoC2008" /> Die Früchte reifen in China von Juni bis September.<ref name="FoC2008" />

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 16,<ref name="FoC2008" /> 32 oder 48<ref name="Oberdorfer2001" /><ref name="IPCN" />.<ref name="InfoFlora" />

Bilder

Vorkommen

Er ist in Eurasien weitverbreitet.<ref name="FoC2008" /> Es gibt Fundortangaben für Spanien, Andorra, Frankreich, Belgien, die Niederlande, Deutschland, Österreich, die Schweiz, Italien, die Slowakei, Kroatien, Tschechien, Dänemark, Norwegen, Schweden, Island, Estland, Lettland, Litauen, Polen, Russland, Belarus, die Ukraine, Moldawien, Rumänien, Ungarn sowie Albanien<ref name="Euro+Med" /> Tadschikistan, Usbekistan, Kasachstan, Pakistan, Kaschmir, die Mongolei, die Innere Mongolei, Tibet und in den chinesischen Provinzen Heilongjiang, Liaoning sowie Xinjiang.<ref name="FoC2008" /> Beispielsweise in Nordamerika ist er ein Neophyt.<ref name="FoC2008" />

In Deutschland findet man den Ruten-Schöterich zerstreut im Bereich größerer Flüsse, wie Rhein, Main und Sieg. In Österreich und der Schweiz kommt diese Art eher selten im collinen bis alpinen Bereich vor. Im Oberengadin steigt der Ruten-Schöterich bei Ardez in Höhenlagen bis 1900 Meter, im Schanfigg bis 1850 Meter auf.<ref name="Markgraf1958" /> In der Schweiz gibt es nur kleine isolierte Vorkommen, deshalb wird sie dort mit VU = „verletzlich“ bewertet.<ref name="InfoFlora" />

Der Ruten-Schöterich wächst in flussbegleitenden Unkrautgesellschaften, Schuttunkrautgesellschaften sowie Steppenrasen. Er gedeiht in Pflanzengesellschaften der Verbände Aegopodion und Alliarion. Er gedeiht in Mitteleuropa meist auf nährstoffreiche, meist kalkreiche Stein- und Sandböden.<ref name="Oberdorfer2001" /> In China gedeiht Erysimum hieracifolium an feuchten Standorten und auf Grasländern in Höhenlagen von 2100 bis 3800 Metern.<ref name="FoC2008" />

Verwechslungsmöglichkeiten

Der Ruten-Schöterich ist recht formenreich. Früher wurden auch Unterarten unterschieden, die auch teilweise als eigenständige Art behandelt wurden (→ Erysimum virgatum). Es besteht Verwechslungsmöglichkeit mit dem sehr ähnlich aussehenden Harten Schöterich (Erysimum marschallianum), dessen Schoten jedoch in einem Winkel von höchstens 10° vom Stiel abstehen. Sehr ähnlich ist auch der Bleiche Schöterich (Erysimum crepidifolium), dessen Laubblätter jedoch vorwiegend mit zweiteiligen Haaren (kompassnadelförmig) besetzt sind. Im Himalaja als Erysimum hieracifolium bestimmte Exemplare gehören alle zu Erysimum benthamii.<ref name="FoC2008" />

Taxonomie

Die Erstveröffentlichung von Erysimum hieraciifolium erfolgte 1755 durch Carl von Linné in Centuria I. Plantarum. Upsaliae, exc. L.M. Höjer, S. 18–19.<ref name="Euro+Med" /><ref name="GRIN" /><ref name="Tropicos" /> Homonyme sind: Erysimum hieraciifolium <templatestyles src="Person/styles.css" />L. f., Erysimum hieraciifolium <templatestyles src="Person/styles.css" />Pall.<ref name="Tropicos" /> Synonyme für Erysimum hieracifolium <templatestyles src="Person/styles.css" />L. sind: Erysimum afghanicum <templatestyles src="Person/styles.css" />Kitam., Erysimum eseptatum <templatestyles src="Person/styles.css" />Z.X.An.,<ref name="FoC2008" />Erysimum virgatum <templatestyles src="Person/styles.css" />Roth, Erysimum denticulatum <templatestyles src="Person/styles.css" />J.Presl & C.Presl, Erysimum strictum <templatestyles src="Person/styles.css" />P.Gaertn. & al., Erysimum hieracifolium subsp. denticulatum <templatestyles src="Person/styles.css" />(J.Presl & C.Presl) Čelak., Erysimum hieraciifolium subsp. delphinense <templatestyles src="Person/styles.css" />(Jord.) Rouy & Foucaud, Erysimum hieraciifolium subsp. virgatum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Roth) Schinz & R. Keller.<ref name="Euro+Med" />

Literatur

  • Zhou Taiyan, Lu Lianli, Yang Guang, Vladimir I. Dorofeyev, Ihsan A. Al-Shehbaz: Erysimum Linnaeus. In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 8: Brassicaceae through Saxifragaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 2001, ISBN 0-915279-93-2. Erysimum hieraciifolium Linnaeus. S. 167 – textgleich online wie gedrucktes Werk.
  • Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz. Ulmer, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3364-4.
  • Wolfgang Adler, Karl Oswald, Raimund Fischer: Exkursionsflora von Österreich. Hrsg.: Manfred A. Fischer. Ulmer, Stuttgart/Wien 1994, ISBN 3-8001-3461-6.
  • August Binz, Christian Heitz: Schul- und Exkursionsflora für die Schweiz. Schwabe & Co. AG, Basel 1986, ISBN 3-7965-0832-4.
  • Christian August Friedrich Garcke: Illustrierte Flora. Verlag Paul Parey, Berlin und Hamburg 1972, ISBN 3-489-68034-0.

Einzelnachweise

<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Tropicos"> Erysimum hieraciifolium bei Tropicos.org. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="IPCN"> Erysimum hieraciifolium bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="InfoFlora"> Erysimum virgatum Roth. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Euro+Med"> Karol Marhold, 2011+: Brassicaceae.: Datenblatt Erysimum hieraciifolium In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="Markgraf1958"> Friedrich Markgraf: Familie Cruciferae. S. 141–143. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage, Band IV, Teil 1, Verlag Carl Hanser, München 1958. </ref> <ref name="FoC2008"> Zhou Taiyan, Lu Lianli, Yang Guang, Vladimir I. Dorofeyev, Ihsan A. Al-Shehbaz: Erysimum Linnaeus. In: Wu Zheng-yi, Peter H. Raven (Hrsg.): Flora of China. Volume 8: Brassicaceae through Saxifragaceae, Science Press und Missouri Botanical Garden Press, Beijing und St. Louis 2001, ISBN 0-915279-93-2. Erysimum hieraciifolium Linnaeus. S. 167 – textgleich online wie gedrucktes Werk. </ref> </references>

Weblinks

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