Blasssporrüblinge
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| Blasssporrüblinge | ||||||||||||
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| Datei:Fungi025.jpg
Spindeliger Rübling (Gymnopus fusipes) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Gymnopus | ||||||||||||
| (Pers.) Roussel |
Die Blasssporrüblinge (Gymnopus<ref name="Antonín1997" />) sind eine Pilzgattung aus der Familie der Omphalotaceae<ref name=":0">Jadson J. S. Oliveira, Ruby Vargas-Isla, Tiara S. Cabral, Doriane P. Rodrigues, Noemia K. Ishikawa: Progress on the phylogeny of the Omphalotaceae: Gymnopus s. str., Marasmiellus s. str., Paragymnopus gen. nov. and Pusillomyces gen. nov. In: Mycological Progress. Band 18, Nr. 5, Mai 2019, ISSN 1617-416X, S. 713–739, doi:10.1007/s11557-019-01483-5.</ref>.
Die Typusart ist der Spindelige Rübling (Gymnopus fusipes).<ref name=":0" />
Merkmale
Die Typusart besitzt rüblingsartige, büschelige Fruchtkörper mit auffallend wurzelndem Stiel, der oft aus einem dunklen Sklerotium entspringt.<ref name=":1">Vladimír Antonín, Machiel E. Noordeloos: A monograph of marasmioid and collybioid fungi in Europe. IHW-Verlag, Eching, Germany 2010, ISBN 978-3-930167-72-2, S. 1–479.</ref>
Die Arten der mittlerweile primär genetisch definierten Gattung<ref name=":0" /> der Blasssporrüblinge besitzen ein weißes oder hellcremefarbenes Sporenpulver und Fruchtkörper mit Stiel, Hut und Lamellen. Die Fruchtkörper sind zentral gestielt und rüblings- bis schwindlingsartig, das heißt, sie haben ein elastisches Fleisch und sind entweder etwas fleischig in Hut und Stiel oder haben einen sehr dünnen, dann gerne dunklen Stiel und fast kein Hutfleisch. Die Lamellen sind frei oder aufsteigend angewachsen.<ref name=":1" />
Die Sporen sind dünnwandig und weder amyloid noch dextrinoid. Auch nachreifende Sporen werden nicht sekundär dextrinoid, wie dies in der eng verwandten Gattung der Rosasporrüblinge (Rhodocollybia) sein kann. Die Hyphen der Huthaut können knorrig oder verzweigt sein.<ref name=":0" /><ref name=":1" />
Arten
Die Gattung wurde früher in einem weiten Sinn aufgefasst<ref name=":2">Juan Lois Mata, Karen W. Hughes & Ronald H. Petersen: An investigation of omphalotaceae (Fungi: Euagarics) with emphasis on the genus Gymnopus. In: Sydowia. Band 20, 2006, S. 191–289.</ref> und umfasste so weltweit etwa 300 Arten<ref name="Kirk2008" />. Es zeigte sich aber, dass die Gattung der Blasssporrüblinge polyphyletisch ist, woraufhin sie in mehrere kleinere Gattungen aufgetrennt wurde.<ref name=":0" />
Europäische Arten<ref name="Antonín1997" /> der Blasssporrüblinge im engen Sinn (Gymnopus s. str.), die genetisch als richtig eingestuft gelten, sind:
- Dunkelhütiger Gebirgs-Rübling (Gymnopus alpinus)<ref name=":2" />
- Rosshaar-Blasssporrübling (Gymnopus androsaceus)<ref name=":0" />
- Hellhütiger Waldfreund-Rübling (Gymnopus aquosus)<ref name=":2" />
- Zweisporiger Rübling (Gymnopus bisporus)<ref name=":0" />
- Stinkkohl-Rübling (Gymnopus brassicolens)<ref name=":2" />
- Katalanischer Rübling (Gymnopus catalonicus)<ref name=":0" />
- Gemeiner Waldfreund-Rübling (Gymnopus dryophilus)<ref name=":0" />
- Rotstieliger Rübling (Gymnopus erythropus)<ref name=":2" />
- Stink-Schwindling (Gymnopus foetidus)<ref name=":0" />
- Spindeliger Rübling (Gymnopus fusipes, Typusart daher per definitionem Teil der Gattung)
- Unverschämter Rübling (Gymnopus impudicus)<ref name=":0" />
- Gelbblättriger Waldfreund-Rübling (Gymnopus ocior)<ref name=":0" />
-
Rosshaar-Blasssporrübling
Gymnopus androsaceus -
Hellhütiger Waldfreund-Rübling
Gymnopus aquosus -
Stinkkohl-Rübling
Gymnopus brassicolens -
Gemeiner Waldfreund-Rübling
Gymnopus dryophilus -
Rotstieliger Rübling
Gymnopus erythropus -
Stink-Schwindling
Gymnopus foetidus -
Spindeliger Rübling
Gymnopus fusipes -
Unverschämter Rübling
Gymnopus impudicus -
Gelbblättriger Waldfreund-Rübling
Gymnopus ocior
Ökologie und Bedeutung
Die meisten Arten der Blasssporrüblinge leben als Saprobionten in der Laub- und Nadelstreu.<ref name="Antonín1997" /> Der Spindelige Rübling (Gymnopus fusipes) ist möglicherweise ein Parasit an den Wurzeln verschiedener Laubbäume, hierbei vorzugsweise an Eichen, kann aber an toten Wurzeln auch saprob leben.<ref name=":1" /> Pilze der Artengruppe rund um den Gemeinen Waldfreund-Rübling (Gymnopus dryophilus s. l.) gelten als essbar.<ref>Edmund Michael, Bruno Hennig, Hanns Kreisel: Die wichtigsten und häufigsten Pilze mit besonderer Berücksichtigung der Giftpilze. In: Handbuch für Pilzfreunde. 5., überarb. Auflage. Band 1. Fischer, Jena 1983, ISBN 3-437-30436-4.</ref>
Systematik und Einengung der Gattung
Genetische Studien haben gezeigt, dass die Blasssporrüblinge trotz der Ähnlichkeit mancher Arten mit Vertretern der Schwindlingen (Gattung Marasmius, Familie der Schwindlingsverwandten) näher mit der Gattung Omphalotus verwandt sind und daher zur Familie der Omphalotaceae gehören.
Die früher breit aufgefasste Gattung der Blasssporrüblinge stellte sich als polyphyletisch heraus.<ref name=":0" /> Aus diesem Grund wurden knapp 30 Arten aus der Gattung herausgenommen und in die Gattungen Collybiopsis, Connopus, Gymnopanella, Paragymnopus und Pusillomyces überführt und knapp 30 Arten als zu den Blasssporrüblingen im engen Sinn zugehörig bestätigt.<ref name=":0" /><ref name=":3">Ronald H. Petersen, Karen W. Hughes: Collybiopsis and its type species, Co. ramealis. In: Mycotaxon. Band 136, Nr. 2, 23. Juli 2021, ISSN 0093-4666, S. 263–349, doi:10.5248/136.263 (ingentaconnect.com [abgerufen am 3. August 2021]).</ref> Die vielen, weiteren Arten, die bislang in der Gattung der Blasssporrüblinge geführt wurden, bedürfen noch der genetischen Bestätigung ihrer Gattungszugehörigkeit.
Folgende Europäische Arten wurden aus der Gattung der Blasssporrüblinge in andere Gattungen überführt:
- Büscheliger Rübling (Connopus acervatus)<ref>Karen W. Hughes, David A. Mather, Ronald H. Petersen: A new genus to accommodate Gymnopus acervatus (Agaricales). In: Mycologia. Band 102, Nr. 6, November 2010, ISSN 0027-5514, S. 1463–1478, doi:10.3852/09-318.</ref>
- Üppiger Rübling (Collybiopsis luxurians)<ref name=":0" /><ref name=":3" />
- Brennender Rübling (Collybiopsis peronata)<ref name=":0" /><ref name=":3" />
- Braunscheibiger Schwindling (Collybiopsis quercophila)<ref name=":0" /><ref name=":3" />
- Nadel-Blasssporrübling (Paragymnopus perforans)<ref name=":0" />
Quellen
Literatur
- German Josef Krieglsteiner (Hrsg.), Andreas Gminder: Die Großpilze Baden-Württembergs. Band 3: Ständerpilze. Blätterpilze I. Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3536-1.
- Heinrich Dörfelt, Gottfried Jetschke (Hrsg.): Wörterbuch der Mycologie. 2. Auflage. Spektrum Akademischer Verlag, Heidelberg/Berlin 2001, ISBN 3-8274-0920-9.
Einzelnachweise
<references> <ref name="Antonín1997"> Vladimír Antonín, Machiel E. Noordeloos: A monograph of Marasmius, Collybia and related genera in Europe. Part 2: Collybia, Gymnopus, Rhodocollybia, Crinipellis, Chaetocalathus, and additions to Marasmiellus. (= Libri Botanici. Bd. 17). IHW-Verlag, Eching 1997, ISBN 3-930167-25-5. </ref> <ref name="Kirk2008"> Paul M. Kirk, Paul F. Cannon, David W. Minter, Joost A. Stalpers (Hrsg.): Ainsworth & Bisby's Dictionary of the Fungi. 10. Auflage. CABI Europe, Wallingford 2008, ISBN 978-0-85199-826-8. </ref> </references>