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Björn Steiger Stiftung

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Björn Steiger Stiftung
Datei:Logo BSS 2023 2zeilig 4c.svg
Rechtsform Stiftung des bürgerlichen Rechts (ehemals eingetragener Verein)
Bestehen 7. Juli 1969<ref>Gründungsgeschichte auf steiger-stiftung.de</ref>
Stifter Ute und Siegfried Steiger †
Sitz Winnenden
Zweck Verbesserung der Notfallhilfe<ref>Satzung der Björn Steiger Stiftung, auf steiger-stiftung.de</ref>
Vorsitz Pierre-Enric Steiger (Präsident), Noemi-Victoria Steiger
Präsidialrat: Klaus-Dieter Scheurle (Vorsitz), Claudia Schmidtke (stellv. Vorsitz), Bärbel Bergerhoff-Wodopia, Kurt Bodewig, Frank Ulrich Montgomery, Günther Oettinger<ref>Präsidialrat auf steiger-stiftung.de</ref>
Geschäftsführung Marcel Schneider (Hauptgeschäftsführung), Sabrina Seitter (stellvertretende Hauptgeschäftsführerin), Siegfried Brockmann, Christof Chwojka, Joachim von Beesten, Johannes Klemeyer, Ekaterini Malliou (Ass.jur.)<ref>Vorstand & Geschäftsführung auf steiger-stiftung.de</ref>
Website www.steiger-stiftung.de
Festakt zu 50 Jahren Notruf 110/112 in Berlin: Volker Wissing, Bundesminister für Digitales und Verkehr, und Pierre-Enric Steiger, Präsident der Björn Steiger Stiftung
Festakt zu 50 Jahren Notruf 110/112 in Berlin: Volker Wissing, Bundesminister für Digitales und Verkehr, und Pierre-Enric Steiger, Präsident der Björn Steiger Stiftung
Siegfried Steiger telefoniert mit einem aufgestellten Notruftelefon in Anwesenheit eines Polizisten, 1971
Siegfried Steiger telefoniert mit einem aufgestellten Notruftelefon in Anwesenheit eines Polizisten, 1971

Die Björn Steiger Stiftung ist eine Stiftung des bürgerlichen Rechts mit dem Ziel, die Notfallhilfe und das Rettungswesen in Deutschland zu verbessern. Sie ist nach dem achtjährigen Björn Steiger benannt, der im Jahr 1969 nach einem Verkehrsunfall wegen fehlender zeitnaher und professioneller Hilfe starb. Die Björn Steiger Stiftung hat einen wesentlichen Anteil zum Aufbau eines modernen Rettungsdienstes in Deutschland beigetragen. Einheitliche Notrufnummern, Notrufsäulen am Straßenrand, Luftrettung, Baby-Notarztwagen, Handy-Ortung durch Rettungsleitstellen und Laien-Defibrillatoren gegen den Herztod gehören zu den Projekten, die die Stiftung angestoßen hat.<ref name=":0" /><ref name=":1" /><ref name=":2">Karin Truscheit, München: Fünfzig Jahre Rettungsdienst: Wegen dieses Unfalls gibt es die Notrufnummern 110 und 112. 7. Juli 2019, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 21. August 2019]).</ref>

Vorgeschichte

Datei:Björn Steiger Stiftung Initiative - Foto 2005 Wolfgang Pehlemann Wiesbaden PICT0009.jpg
Björn-Steiger-Stiftung: Initiativen bei der Unfallrettung

Björn Steiger wurde am 10. Mai 1960 in Winnenden geboren. Am 3. Mai 1969 wurde er auf dem Nachhauseweg vom Schwimmbad von einem Auto angefahren.<ref name="whoswho">Unsere Gründungsgeschichte. In: www.steiger-stiftung.de. Björn Steiger Stiftung, abgerufen am 7. Februar 2024.</ref> Obwohl wiederholt die Polizei und die Rettungskräfte alarmiert wurden, dauerte es fast eine Stunde, bis der Krankenwagen am Unfallort eintraf.<ref name="whoswho" /> Björn Steiger starb noch während des Transports ins Krankenhaus an einem Schock.<ref name="whoswho" />

Entwicklung

Siegfried Steiger 2016
Siegfried Steiger, Juli 2016 in Winnenden

Angesichts dieses einschneidenden Erlebnisses wurde den Eltern, Siegfried (* 1929, † 2022)<ref>Siegfried Steiger: Ein Leben für die Notfallhilfe. Die Geschichte der Björn-Steiger-Stiftung. Der Rückblick über 45 Jahre Björn-Steiger-Stiftung ist ein Teil aus dem Leben von Ute und Siegfried Steiger und ihrem Kampf für eine bessere Notfallhilfe. Hrsg.: Rettungsdienst Stiftung Björn Steiger. Björn-Steiger-Stiftung (Eigenverlag), Winnenden 2014, DNB 1069180564 (Inhaltsverzeichnis).</ref> und Ute Steiger (* 1933, † 2022)<ref>Björn Steiger Stiftung trauert um ihre Stiftungsgründerin Ute Steiger. In: www.steiger-stiftung.de. Björn Steiger Stiftung, 2. März 2022, abgerufen am 7. Februar 2024.</ref> bewusst, dass das Rettungswesen in Deutschland unterentwickelt und in ländlichen Regionen kaum vorhanden war. Deshalb machten es sich die beiden zur Lebensaufgabe, ein bundesweit funktionierendes Rettungssystem zu etablieren.<ref name="drk/geschichte">112 – die Nummer für den Ernstfall: Eine kurze Geschichte des Rettungsdienstes zum Europäischen Tag des Notrufs am 11. Februar. In: www.drk.de. Deutsches Rotes Kreuz, 11. Februar 2018, abgerufen am 2. Dezember 2018.</ref> Dieses Ziel verfolgt die Björn Steiger Stiftung weiterhin.<ref name="galileo" />

Ende der 1960er Jahre gab es in der ganzen Bundesrepublik weder rund um die Uhr besetzte Leitstellen noch eine Koordinierung der Hilfsorganisationen.<ref name="drk/geschichte" /><ref>Zur eisernen Hochzeit gibt’s die höchste Auszeichnung. Stuttgarter Nachrichten, 27. Juni 2018, abgerufen am 3. Dezember 2018.</ref> Engmaschig aufgestellte Notrufsäulen, eine gute Zusammenarbeit von Feuerwehr, Krankenhäusern oder Rettungsstationen und die Einführung einer einfachen einheitlichen und kostenlosen Rufnummer in ganz Deutschland waren die wichtigsten Ziele.<ref>Björn Steiger Stiftung: Die Geschichte des Notrufs. In: www.steiger-stiftung.de. Björn Steiger Stiftung, abgerufen am 7. Februar 2024.</ref><ref>Stiftung baut Notrufsäulen ab. In: www.nwzonline.de. Nordwest-Zeitung, 30. Juni 2011, abgerufen am 3. Dezember 2018.</ref> Ute und Siegfried Steiger gründeten die Björn Steiger Stiftung – erst als Verein, der später zu einer Stiftung umgewandelt wurde – und suchten Partner in der Politik, bei Banken und in der Wirtschaft. Unterstützung erhielten sie u. a. von Hilda Heinemann, der Ehefrau des damals neu gewählten Bundespräsidenten.<ref>Karin Truscheit: Wegen dieses Unfalls gibt es die Notrufnummern 110 und 112. In: www.faz.net. 7. Juli 2019, abgerufen am 9. Februar 2020.</ref> Um die Ziele der Stiftung finanziell umzusetzen, setzte das Ehepaar Steiger nicht nur auf Spenden und Sponsoren, sondern verpfändete sogar dreimal das eigene Wohnhaus, um Hubschrauber und Rettungsfahrzeuge usw. zu finanzieren.<ref>Notruf 112: Wie ein einziger Mann den deutschen Rettungsdienst erschuf. In: www.youtube.com. Galileo, 24. Oktober 2018, abgerufen am 2. Dezember 2018.</ref><ref name="brandeins">Stiftungen. In: www.brandeins.de. Abgerufen am 2. Dezember 2018.</ref> Erste Ergebnisse waren die Einführung des BOS-Funksystems im Rettungsdienst, Entwicklung des ersten modernen Rettungswagens, der erste 24-Stunden-Notarztwagen, das Aufstellen von Notruftelefonen an deutschen Straßen und der Beginn der zivilen Luftrettung. Die Einführung der bundeseinheitlichen Notrufnummer 110/112 sowie die dazugehörige Leitstellenstruktur im Jahr 1973 zählt zu den größten Errungenschaften der Stiftung.<ref name=":0">Die Pioniere der Notfallrettung. In: www.aerztezeitung.de. Abgerufen am 2. Dezember 2018.</ref> Ute und Siegfried Steiger betrachteten die Gründung der Stiftung als ihr Lebenswerk.<ref name="galileo">Wie Siegfried Steiger den Rettungsdienst revolutionierte auf Pro Sieben, 9. Oktober 2018.</ref><ref>TV-Sendung auf ZDFinfo, 17. November 2018: Geschichte der Rettungstechnik.</ref>

Familie Steiger, Björn Steiger Stiftung
Familie Steiger (von links): Siegfried, Ute, Pierre-Enric, Nicole Steiger; Vierzigjahrfeier der Björn Steiger Stiftung, 7. Juli 2009, Winnenden

Die Stiftung ist laut der Frankfurter Allgemeinen Zeitung für einen ganz wesentlichen Teil der modernen deutschen Notfallhilfe verantwortlich.<ref name=":1">Rüdiger Soldt: „Björn-Steiger-Stiftung“: Rettungswagen den Weg geebnet. 19. September 2013, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 12. Februar 2019]).</ref><ref name="faz-6035779">Sarah Obertreis: Schneller als der Krankenwagen: Wenn der Sanitäter per App gerufen wird. 11. Februar 2019, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 12. Februar 2019]).</ref>

Vorstand und Geschäftsführung der Björn Steiger Stiftung
Vorstand und Geschäftsführung der Björn Steiger Stiftung, 2024

Verbesserung der Notfallhilfe im Allgemeinen

Forderungen zur Verbesserung der Notfallhilfe und Einführung einer einheitlichen Notrufnummer

Die Stiftung forcierte die Verbesserung der Kommunikation im Rettungswesen: Zahlreiche Notrufsäulen an deutschen Bundes-, Land- und Kreisstraßen konnten aufgestellt werden; ebenso wurden der heute selbstverständliche BOS-Sprechfunk im Rettungswesen und die bundeseinheitlichen Notrufnummern 110 und 112 eingeführt.<ref>45 Jahre 110 und 112: Stiftung fordert bundesweite Standards. In: Süddeutsche Zeitung. 19. September 2018, abgerufen am 21. August 2020.</ref><ref name="aerztezeitung-556489">Die Pioniere der Notfallrettung. In: www.aerztezeitung.de. Abgerufen am 2. Dezember 2018.</ref> Es dauerte noch viele Jahre, bis das Rettungswesen den heutigen Stand erreicht hatte.<ref name="brandeins" /> Auch neue Gesetze wurden beschlossen, die beispielsweise garantieren sollen, dass maximal 15 Minuten vergehen, bis Rettungskräfte an einen Einsatzort gelangen.<ref>Landesrecht BW RDG | Landesnorm Baden-Württemberg | Gesamtausgabe | Gesetz über den Rettungsdienst (Rettungsdienstgesetz – RDG) in der Fassung vom 8. Februar 2010 | gültig ab: 19. November 2009. In: www.landesrecht-bw.de. juris GmbH, abgerufen am 3. Dezember 2018.</ref>

Im Juni 2011 teilte die Stiftung mit, dass in allen Bundesländern außer in Baden-Württemberg die Säulen an Bundes-, Land- und Kreisstraßen bis zum Jahresende abgebaut würden.<ref name="faz-notrufsaeulen">Notrufsäulen verschwinden bis zum Jahresende. In: www.faz.net.</ref> Die Notrufsäulen seien nicht mehr finanzierbar. Auch die heute selbstverständliche Handynutzung und die Möglichkeit, Mobiltelefone zu orten, tragen ihren Teil dazu bei, dass Notruftelefone am Straßenrand immer seltener gebraucht werden.<ref name="faz-notrufsaeulen" /> Zu Hochzeiten betrieb die Stiftung nach eigenen Angaben bundesweit mehr als 7600 Notruftelefone an über 35.000 Kilometern Straße.<ref>Meilensteine. In: www.steiger-stiftung.de. Abgerufen am 4. Dezember 2018.</ref> Heute sind es noch knapp 1200 Notruftelefone in Baden-Württemberg.<ref>Beispiele für Ausschreibungen in verschiedenen Bundesländern, abgerufen am 17. November 2018.</ref>

Die Initiative LifeService 112 optimierte bis zum Jahr 2009 die Notfallversorgung durch schnellere Handyortungen im Notfall. Bis 2011 nutzten alle Notrufzentralen in Deutschland das von der Stiftung entwickelte und bis 2009 betriebene System, um Notrufende zu lokalisieren. Aufgrund einer Gesetzesänderung im Telekommunikationsgesetzes ist dies seither nicht mehr mit einer zentralen Lösung möglich. Die Handyortung wurde von der „Björn Steiger Stiftung Service GmbH“ angeboten. Diese wurde zwischenzeitlich im Rahmen einer Steuernachforderung durch die Allianz SE im Jahre 2009 übernommen.<ref name="aerztezeitung-556489" /><ref name="heise">Helmut Lorscheid: Allianz will Handys orten – Das Geldhaus ist am Geschäft mit der Lebensrettung per Handyortung aufgrund der Übernahme der Björn Steiger Stiftung Service GmbH interessiert. Telepolis, 6. Mai 2009.</ref>

Datei:Björn Steiger Stiftung Initiative Deutsche Rettungsflugwacht DRF Eurocopter BK-117B-2 Luftrettung Foto 2005 Wolfgang Pehlemann Wiesbaden PICT0018.jpg
Rettungshubschrauber Eurocopter BK-117B-2 für die Luftrettung

Verbesserung der Luft- und Landrettung

Auf Initiative der Stiftung entstand im Bereich der Luftrettung die Deutsche Rettungsflugwacht e. V. (DRF).<ref name="Spiegel-1999">Hilfsorganisationen – Eine ehrenwerte Gesellschaft. In: Der Spiegel. Nr. 20, 1999 (online). Der Spiegel. Nr. 21, 1999. Rückspiegel, Pressekonferenz mit Siegfried Steiger.</ref> die daraufhin federführend in der Bundesrepublik als Initiative der Björn Steiger Stiftung die Luftrettung aufbaute. Am 1. August 1990 wurde die Luftrettung als Projekt der Björn Steiger Stiftung auch in der DDR aufgebaut.<ref>Roter Christoph macht den Abflug. In: www.freiepresse.de. Freie Presse, 20. Dezember 2018, abgerufen am 3. Januar 2019.</ref> Des Weiteren wurde das Notarzteinsatzfahrzeug (NEF)<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Notarzteinsatzfahrzeuge (Memento vom 16. August 2011 im Internet Archive)</ref> und später der Baby-Notarztwagen entwickelt,<ref>Björn Steiger Stiftung – Baby-Notarztwagen-System „Felix“. In: www.steiger-stiftung.de. Abgerufen am 7. Februar 2024.</ref> die beide inzwischen weit verbreitet sind.

Mit der zunehmenden Verkehrsdichte der 1960er Jahre entstand die Notwendigkeit, insbesondere eingeklemmte Unfallopfer trotz hohen Verkehrsaufkommens schnell aus dem Fahrzeug zu befreien, um ihnen medizinische Hilfe zukommen zu lassen. Die gängigen Geräte- und Rüstwagen der damaligen Zeit waren jedoch zu groß und schwerfällig, um in Staus noch schnell vorankommen zu können. Außerdem besaßen sie keine hydraulischen Rettungsgeräte an Bord. Im Jahr 1974 wurde seitens der Stiftung und der Stuttgarter Feuerwehr unter Verwendung der ersten aufkommenden Schneid- und Spreizgeräte der Firma Hurst das Konzept eines Schnellbergungswagens entwickelt und auf einem Range-Rover-Fahrgestell aufgebaut.<ref name="brandeins" /> Das Fahrzeug wurde am 15. Mai 1974 in Dienst gestellt. Abgeleitet von diesem Prototyp entwickelten sich die Vorauseinsatzfahrzeuge, erst die Vorausgerätewagen und später die Vorausrüstwagen mit fest eingebauten Hydraulikaggregaten.<ref>Vorausrüstwagen. In: www.feuerwehr-marbach.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 7. Januar 2019; abgerufen am 3. Dezember 2018.</ref>

Kampf dem Herztod (seit 2001) und HERZSICHER (seit 2013)

Datei:SBW-1.jpg
„Schnellbergungswagen“ SBW-1, 1984

Die Initiative HERZSICHER (ehemals Kampf dem Herztod) verfolgt das Ziel die jährlich 65.000 Opfer des Herztodes in Deutschland zu reduzieren.<ref name="gesundheitDefibrillatoren">Björn-Steiger-Stiftung fordert mehr Defibrillatoren in Deutschland. In: www.gesundheit.de. Abgerufen am 2. Dezember 2018.</ref><ref name="nh24">Bald flächendeckend lebensrettende Defibrillatoren im Kreis. In: nh24.de. 24. Juli 2018, abgerufen am 2. Dezember 2018.</ref> Durch das flächendeckende Aufstellen von sogenannten Laiendefibrillatoren, welche selbst unerfahrene Ersthelfer anweisen können, würden deutlich weniger Menschen Opfer eines Herztodes werden.<ref name="gesundheitDefibrillatoren" /><ref name="nh24" /> Darüber hinaus fordert die Stiftung auch mehr öffentliche Schulungen, um Hemmungen beim Thema Erste Hilfe abzubauen.<ref name="noz">Björn Steiger Stiftung: Städte müssen mehr gegen Herztod tun. In: www.noz.de. Neue Osnabrücker Zeitung, 3. November 2018, abgerufen am 4. Dezember 2018.</ref> 2025 wurde die Plattform www.herzsicher.de gelauncht, auf der sich Gruppen ab 8 Personen eine Wiederbelebungs-Schulung zum Zeitpunkt und am Ort ihrer Wahl kostenlos buchen können.<ref>Deutschland wird #Herzsicher – Björn Steiger Stiftung, Deutsche Herzstiftung und Deutscher Fußball-Bund (DFB) kooperieren in bundesweiter Initiative im Kampf gegen den plötzlichen Herztod. Abgerufen am 4. März 2026.</ref> Seit 2013 stattet die Björn Steiger Stiftung im Rahmen des Folgeprojekts Herzsicher Städte und Landkreise mit Laien-Defibrillatoren aus und schult die Bevölkerung in erster Hilfe.<ref name="noz" /> Herzsicher ist eine Initiative der Björn Steiger Stiftung und der deutschen Herzstiftung.

Baby-Notarztwagen (seit 1974)

Datei:Ute und Siegfried Steiger vor dem ersten Baby-Notarztwagen "Rettungswagen für Frühgeborene Stuttgart", 25.06.1974.jpg
Ute und Siegfried Steiger vor dem ersten Baby-Notarztwagen „Rettungswagen für Frühgeborene Stuttgart“, 25. Juni 1974

Im Zuge der für eine westliche Industrienation sehr hohen Säuglingssterblichkeitsrate in Deutschland Mitte der 1970er Jahre initiierte die Björn Steiger Stiftung die Entwicklung sogenannter Baby-Notarztwägen.<ref name="retter-Felix">„Felix“ – Der neue Baby-Notarztwagen für das Marienhospital in Vechta. In: www.retter.tv. 1. August 2013, abgerufen am 3. Dezember 2018.</ref> Hier können Ersthilfemaßnahmen für Frühchen und andere Säuglinge durchgeführt und ein sicherer Transport in spezielle Krankenhäuser ermöglicht werden.<ref name="nwzonline-Felix">„Felix“ rettet die kleinsten Patienten im Nordwesten. In: www.nwzonline.de. Nordwest-Zeitung, 30. Mai 2015, abgerufen am 3. Dezember 2018.</ref> Mittlerweile gibt es die Baby-Notarztwägen in der 5. Generation.<ref name="retter-Felix" /><ref name="nwzonline-Felix" />

HERZSICHER in der Schule (ehemals Retten macht Schule, seit 2007)

Da nach Notfällen die ersten Minuten entscheidend sein können,<ref>Wiederbelebungsunterricht bei Schülern: Ab der siebten Klasse sinnvoll. In: www.aerzteblatt.de. Abgerufen am 3. Dezember 2018.</ref> möchte auch hier die Björn Steiger Stiftung bereits Schüler schulen und sensibilisieren.<ref name="schuelerrettenleben">Schüler retten Leben. 100 Pro Reanimation. In: www.schuelerrettenleben.de. Abgerufen am 2. Dezember 2018.</ref> Die Stiftung bildet Schüler ab der siebten Klasse an weiterführenden Schulen in Erster Hilfe aus. Was als Initiative der Stiftung begann, soll laut dem Schulausschuss der Kultusministerkonferenz von 2014 Einzug in die Lehrpläne erhalten. In Mecklenburg-Vorpommern ist dies bereits seit 2010 der Fall.<ref name="schuelerrettenleben" /> Seine Empfehlung ist, dass an allen deutschen Schulen ab der siebten Klasse flächendeckend Wiederbelebungskurse gegeben werden.<ref>Wiederbelebung kommt in Lehrplan. In: www.wa.de. 4. Juli 2014, abgerufen am 4. Dezember 2018.</ref> Das Saarland, Hessen, Bayern und Nordrhein-Westfalen haben bereits den Wiederbelebungsunterricht an Schulen verpflichtend verankert.<ref>Wiederbelebung in Schulen – Bildungsportale der Länder. Abgerufen am 4. März 2026.</ref>

Sani Sanelli (2005 bis 2019)

Sani Sanelli war ein Projekt, welches die Björn Steiger Stiftung bundesweit gestartet hatte.<ref name="csrgermany">Björn Steiger Stiftung startet Initiative „Sani Sanelli“ in 150 Kölner. In: www.csrgermany.de. Timetoact Software & Consulting GmbH, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 7. Januar 2019; abgerufen am 2. Dezember 2018.</ref> Im Rahmen dieses Projekts sollten Grundschüler spielerisch das Verhalten im Notfall und das richtige Absetzen eines Notrufs erlernen. Zu den Lernmaterialien gehörten Handy-Attrappen, zum Beispiel spezielle Kinderbücher (Durch Abenteuer mit Sani Sanelli für den Notfall lernen), ein Lied der Gruppe Bläck Fööss (112 Hilfe eilt herbei) und der rote Plüschkobold „Sani Sanelli“.<ref name="csrgermany" /> Darüber hinaus gab es für die Lehrkräfte eine didaktische Anleitung.<ref>Björn Steiger Stiftung – Sani Sanelli. In: www.steiger-stiftung.de. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 7. Januar 2019; abgerufen am 2. Dezember 2018.</ref> 2018 ist das Projekt Sani Sanelli in das Nachfolgeprojekt Ritter Björn übergegangen.

Ritter Björn (seit 2018)

Während das Projekt Retten macht Schule sich auf Schüler ab der siebten Klasse fokussiert, richtet sich die Initiative Ritter Björn an Vorschulkinder in Kindergärten und Kitas.<ref name="schwaebische">Was tun, wenn die Oma ohnmächtig wird? In: www.schwaebische.de. Schwäbische Zeitung, 12. Oktober 2018, abgerufen am 3. Dezember 2018.</ref> Hier lernen die Kinder schon die wichtige Notfallnummer 112 sowie das richtige Beantworten von Fragen im Notfall. Ebenfalls wird die stabile Seitenlage trainiert.<ref name="schwaebische" /> Alle Kampagnen von Ritter Björn bis zu Retten macht Schule sind für die Einrichtungen sowie für die teilnehmenden Kinder kostenfrei.<ref name="schwaebische" />

Kongress „Wege zum Rettungsdienst der Zukunft“

Anfang Juli 2019 wurde zum 50-jährigen Bestehen der Björn Steiger Stiftung der Fachkongress „Wege zum Rettungsdienst der Zukunft“ in Berlin ausgerichtet. Die Stiftung schlug hier angesichts des überlasteten Rettungsdienst-Personals, nicht besetzter Notarztstellen und des ansteigenden Notruf-Volumens Alarm. Sie kritisierte auch, dass es beim Rettungsdienst keine einheitlichen bundesweiten Qualitätsstandards gibt und dass der Zivildienst als natürliches Rekrutierungsinstrument des Rettungsdienstes weggefallen ist. Die Stiftung forderte massive Veränderungen im Rettungswesen. So müssten u. a. gesetzliche Grundlagen, die Aus- und Weiterbildung, Notrufabfragen und die Versorgung von Notfallpatienten auf bundesweit einheitlichen Füßen stehen.<ref>Fachkongress sucht nach „Wegen zum Rettungsdienst der Zukunft“ – Björn Steiger Stiftung. In: www.steiger-stiftung.de. Abgerufen am 7. Februar 2024.</ref><ref>Wege zum Rettungsdienst der Zukunft – Kongress 2019. In: www.steiger-stiftung.de. Abgerufen am 2. Dezember 2018.</ref><ref name=":2" />

Der Kongress findet seitdem alle zwei Jahre statt: 2019 in Berlin, 2021 Online, 2023 in Würzburg und zuletzt 2025 in Berlin.<ref>Veranstaltungen - Rettungslandschaft. Abgerufen am 4. März 2026.</ref>

Notrufsäulen an Gewässern (2019)

In Zusammenarbeit mit der Deutschen Lebens-Rettungs-Gesellschaft (DLRG) stellt die Björn Steiger Stiftung Rettungssäulen an Badeseen und Stränden auf.<ref>Notrufsäulen an Gewässern. In: www.steiger-stiftung.de. Abgerufen am 8. Februar 2024.</ref> Die Standorte der Säulen sind bei der Leitstelle hinterlegt, sodass der Rettungsdienst sofort den Einsatzort kennt.<ref>Hilfe auf Knopfdruck: Notrufsäulen an Badestellen geplant. www.zeit.de, abgerufen am 8. Februar 2024.</ref>

Helden. Retten. Leben. (2020–2025)

2018 als weltweite interne Gesundheitsaktion der BASF gestartet, gehört die Initiative seit April 2020 zur Björn Steiger Stiftung.<ref>Aus Gästen werden Lebensretter. In: www.basf.com. Abgerufen am 7. Februar 2024.</ref><ref>Helden. Retten. Leben. In: www.steiger-stiftung.de. Björn Steiger Stiftung, abgerufen am 7. Februar 2024.</ref> Sie ermöglicht Organisationen und ihren Beschäftigten einen Einstieg in die Themen Erste Hilfe und betriebliches Gesundheitsmanagement. »Helden. Retten. Leben.« wird seit Ende 2024 nicht mehr durch die BASF SE und die Metropolregion Rhein-Neckar GmbH gefördert. 2025 ist es daher in den Stiftungseigenen Bereich »HERZSICHER« übergegangen. Über die Plattform »www.herzsicher.de« können kostenlose Schulungen für Vereine, Unternehmen und Privatpersonen gebucht werden.<ref>https://www.steiger-stiftung.de/wp-content/uploads/20251216_Stiftungsbericht-2024.pdf</ref>

RescueFly und RescueBee Hive (2022)

Datei:SteigerStiftung Baby-Notarztwagen 2023 Jena.jpg
Im Jahr 2023 wurde das neuste Modell des Baby-Notarztwagens „Felix 22“ in Jena in Betrieb genommen

Am 1. Januar 2022 wurde das Projekt RescueFly unter der Koordination der Björn Steiger Stiftung gestartet.<ref>Die Zukunft der Wasserrettung: Das Projekt „RescueFly“. Drohnen basierte Wasserrettung. In: rescuefly.org. Abgerufen am 8. Februar 2024.</ref> Ein interdisziplinäres Team von Wissenschaftlern und Unternehmen entwickelt technische und operative Lösungen für drohnenunterstützte Rettungsaktionen. Das KI-gestützte Rescue Fly-System wurde erstmals erfolgreich am 6. Oktober 2023 am Partwitzer See, Sachsen, getestet.<ref>Forschungsprojekt „RescueFly“ erfolgreich getestet. Innovatives Drohnensystem erleichtert Wasserrettung. In: www.b-tu.de. 10. Oktober 2023, abgerufen am 8. Februar 2024.</ref>

Während RescueFly als Pilotlösung den wirksamen Nutzen autonomer Drohnen in der Wasserrettung nachwies, wurde 2024 mit dem RescueBee Hive ein System geschaffen, das den Anforderungen moderner BOS-Strukturen deutlich breiter gerecht wird. Der neue, modular aufgebaute Drohnenhangar kann bis zu sechs Drohnen gleichzeitig beherbergen und ermöglicht damit eine skalierte Einsatzführung, etwa durch parallele Suchmissionen, redundante Reservekapazitäten oder den Betrieb spezialisierter Drohnentypen für unterschiedliche Aufgabenfelder.<ref>Rescue Bee Hive – Die Zukunft der Rettungsdrohne. 28. November 2024, abgerufen am 4. März 2026.</ref>

AKUT (2022 bis 2023)

In Zusammenarbeit mit dem Initiativkreis Ruhr war das Ziel des Projekts „Akut“, Kindern und Jugendlichen, die aufgrund des Krieges in der Ukraine ihre Heimat verlassen mussten, psychologische Hilfe zu leisten.<ref>Bundesligisten Hand in Hand mit Björn Steiger Stiftung, RAG-Stiftung und Initiative Ruhr. In: www.steiger-stiftung.de. Abgerufen am 8. Februar 2024.</ref> Unterstützt wurde das Projekt von den Bundesligaklubs Borussia Dortmund<ref>Bundesligisten Hand in Hand mit Björn Steiger Stiftung, RAG-Stiftung und Initiativkreis Ruhr. In: www.bvb.de. 9. Juni 2022, abgerufen am 8. Februar 2024.</ref> und FC Schalke 04<ref>FC Schalke 04 setzt sich für das Projekt AKUT ein. In: schalke04.de. 9. Juni 2022, abgerufen am 8. Februar 2024.</ref> sowie der RAG-Stiftung<ref>Björn Steiger Stiftung, RAG-Stiftung, Initiativkreis Ruhr und Bundesligisten Hand in Hand. In: www.rag-stiftung.de. Abgerufen am 8. Februar 2024.</ref>.

AIRCIS (2023)

Im Rahmen des Projekts AIRCIS (Artificial Intelligence in Rescue Chains) erforschen Experten aus Wissenschaft und Wirtschaft<ref>Projektpartner. In: aircis.de. Abgerufen am 8. Februar 2024.</ref>, wie im Bereich Gesundheit und Mobilität die Rettungskette unter extremen Wettereinflüssen gestärkt werden kann. “Dazu soll das Einsatzaufkommen auf Basis der Realdaten einer Leitstelle mittels KI prognostiziert und eine Simulation zur Abbildung der gesamten Rettungskette entwickelt werden.”<ref>Stärkung der Rettungskette unter Extremwettereinflüssen durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz am Beispiel Lausitz. In: aircis.de. Abgerufen am 8. Februar 2024.</ref> Das Projekt wird zu 75 Prozent vom Bundesministerium für Digitales und Verkehr gefördert.<ref>Artificial Intelligence in Rescue Chains: Stärkung der Rettungskette unter Extremwettereinflüssen durch den Einsatz von Künstlicher Intelligenz am Beispiel Lausitz – AIRCIS. In: bmdv.bund.de. 30. Januar 2023, abgerufen am 8. Februar 2024.</ref>

Kampagne „Rettet die Retter“ (2023)

Motiv der bundesweiten Kampagne „Rettet die Retter“.
Motiv der bundesweiten Kampagne „Rettet die Retter“.

Die bundesweite Kampagne „Rettet die Retter“ wurde im Jahr 2023 gestartet, um eine Verbesserung von Notfallversorgung und Rettungsdienst in Deutschland zu erreichen.<ref>Bundesweite Kampagne der Björn Steiger Stiftung: Verbesserung von Notfallversorgung und Rettungsdienst in Deutschland. In: www.steiger-stiftung.de. 15. Juni 2023, abgerufen am 8. Februar 2024.</ref> Eine Kernforderung ist die Schaffung eines bundeseinheitlichen Rettungsdienstrahmengesetzes.<ref>Kampagnenwebsite rettet-die-retter.de. In: www.steiger-stiftung.de. Abgerufen am 8. Februar 2024.</ref>

Unfallforschung und Unfallprävention (2024)

Für die Björn Steiger Stiftung ist aus ihrer Geschichte heraus die Verbesserung der Verkehrssicherheit ein wichtiges Anliegen. Im Jahr 2024 hat die Björn Steiger Stiftung deshalb den neuen Bereich »Unfallforschung und Unfallprävention« etabliert. Ziel dieses Bereichs ist es, durch wissenschaftlich fundierte Analysen und gezielte Öffentlichkeitsarbeit die Verkehrssicherheit in Deutschland nachhaltig zu verbessern. Besondere Aufmerksamkeit gilt dabei den schwächeren Verkehrsteilnehmern, Radfahrern und Fußgängern.<ref>Unfallprävention - Steiger Stiftung. 13. Mai 2024, abgerufen am 4. März 2026.</ref>

Medical Intervention Car – MIC (2024)

Seit Dezember 2024 ist das Medical-Intervention-Car (MIC) am Klinikum Stuttgart im Einsatz. Das hochwertig ausgestattete Sonderfahrzeug soll die präklinische notfallmedizinische Versorgung im Rettungsdienstbereich Stuttgart ergänzen. Um komplexe Maßnahmen bereits am Unfall- bzw. Notfallort durchzuführen ist das MIC mit intensivmedizinischen Geräten ausgestattet, wie beispielsweise einer Herz-Lungen-Maschine (ECMO), Blutprodukten, Equipment für schwierige Atemwege (auch bei Kindern) oder Sonographie-Geräten (Ultraschall). Je nach Einsatzart sind Fachärzte aus Anästhesiologie, Intensivmedizin, Neonatologie und Pädiatrie vertreten. Die Alarmierung erfolgt im Rahmen spezieller Einsatzstichworte zusätzlich zum regulären Rettungswagen und Notarzteinsatzfahrzeug.<ref name=":3">Medical Intervention Car (MIC) | Björn Steiger Stiftung. 26. Februar 2025, abgerufen am 4. März 2026.</ref>

Ein begleitendes Forschungsprojekt soll aufzeigen, dass eine Therapie am Unfallort die Versorgung der Patienten verbessert. Das Projekt ist zunächst auf drei Jahre ausgelegt.<ref name=":3" />

Verfassungsbeschwerde (2025)

Die Kampagne „Rettet die Retter“ von 2023 gipfelte in der 2025 eingereichten Verfassungsbeschwerde gegen die Bundesrepublik Deutschland und das Land Baden-Württemberg, stellvertretend für alle Bundesländer. Basis ist das von der Stiftung beauftragte Gutachten des ehemaligen Bundesverfassungsrichters Udo Di Fabio. Das Gutachten kommt zu dem Schluss eine Neuordnung der deutschen Notfallrettung zu fordern. Kernpunkt ist, dass Menschen sterben, weil das System nicht leistungsfähig ist. Aus dem Schutz der Menschenwürde (Art. 1 Abs. 1 GG) und dem Recht auf Leben und körperliche Unversehrtheit (Art. 2 Abs. 2 Satz 1) folgt ein verfassungsrechtlicher Anspruch der Bürgerinnen und Bürger auf ein funktionierendes Rettungsdienstsystem.<ref name=":4">Björn Steiger Stiftung erhebt Verfassungsbeschwerde - Rettungslandschaft.de. 13. März 2025, abgerufen am 4. März 2026.</ref>

Der Vorwurf: Deutschland verharrt in veralteten Strukturen und föderalen Zuständigkeiten. Es fehlen digitale Vernetzung, bundesweit einheitliche Qualitätsstandards und Abfragesysteme sowie die Einordnung des Notrufs als medizinische Gesundheitsleistung.<ref name=":4" />

Botschafter

Derzeit setzen sich die Schauspielerin Kristin Meyer, der Fußballtrainer Peter Neururer und die Leichtathletin Katharina Bauer als „Botschafter“ für die Björn Steiger Stiftung ein.<ref>Botschafter für die Lebensrettung. In: www.steiger-stiftung.de, abgerufen am 19. März 2022.</ref><ref>Neururer wird Botschafter der Björn Steiger Stiftung. In: www.ran.de. 15. April 2019, abgerufen am 18. Mai 2019.</ref>

Engagement im Ausland

Herausforderungen und Kritik

  • Die Stiftung geriet im Jahr 2010 in den öffentlichen Fokus, da sie in finanzielle Schwierigkeiten geriet und das Land Baden-Württemberg eine Bürgschaft über 1,5 Millionen Euro genehmigte.<ref name="stuttgarter-finanzhilfe">Höchst umstrittene Rettung der Retter. Stuttgarter Zeitung, 24. November 2010, abgerufen am 3. Dezember 2018.</ref> Die Öffentlichkeit und Teile des damaligen Wirtschaftsausschusses, welcher die Bürgschaft genehmigte, sahen das sehr kritisch. Ihre Kritik war, dass die Stiftung unnötige und zu hohe Kosten habe. Auch sei der Umgang mit Mitgliedsbeiträgen, Spenden und anderen Zuwendungen nicht zielführend.<ref name="stuttgarter-finanzhilfe" /> Hintergrund war, dass die Björn Steiger Stiftung AED-Geräte erwarb und verkaufte, die zunächst umsatzsteuerreduziert waren. Jedoch verlangte das Finanzamt im Nachhinein Steuern auf die verkauften Geräte, da es einen gewerbsmäßigen Handel gegeben sah.<ref name="Spiegel-1999" /> Dies führte zu einem langen und kostspieligen Rechtsstreit, bei dem am Ende die Stiftung zwar Recht behielt, jedoch aufgrund des Rechtsstreits in finanzielle Schwierigkeiten geriet.<ref name="Spiegel-1999" /> Dadurch konnte sie auch nicht, wie vom Land gewünscht, die weitere Finanzierung der Notrufsäulen leisten.<ref name="faz-2581692">Rettungswagen den Weg geebnet. FAZ.net, 19. September 2013, abgerufen am 3. Dezember 2018.</ref> Dies führte zur Beantragung einer Landesbürgschaft,<ref name="stuttgarter-finanzhilfe" /> die aber letztlich von der Stiftung nicht in Anspruch genommen wurde.<ref>Statement der Björn Steiger Stiftung zur beantragten Landesbürgschaft. Björn Steiger Stiftung, 3. Dezember 2010, abgerufen am 4. Dezember 2018.</ref>
  • Mittlerweile gibt es einige Unternehmen, die sich als Trittbrettfahrer an der Kampagne Kampf dem Herztod bereichern wollen. Diese Unternehmen verkaufen oft überteuerte AED-Geräte an ein oder sogar mehrere Unternehmen gleichzeitig.<ref>Ein zu teurer Kampf gegen den Herztod? Stuttgarter-Zeitung.de, abgerufen am 3. Dezember 2018.</ref> Diese Aktionen werden unabhängig von der Björn Steiger Stiftung durchgeführt, werfen aber ein negatives Bild auf die Kampagne im Allgemeinen. Die Stiftung hat mehrfach öffentlich vor dem Vorgehen solcher Unternehmen gewarnt und es auch entsprechend kritisiert.<ref>Defibrillatoren: Teure Masche mit Werbeverträgen. In: www.swp.de. Südwest Presse, 16. April 2018, abgerufen am 4. Dezember 2018.</ref>

Weblinks

Commons: Björn Steiger Stiftung – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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