Zum Inhalt springen

Biomasseheizkraftwerk Baden

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Biomasseheizkraftwerk Baden
Datei:Biomasseheizkraftwerk Baden Aussenansicht.jpg
Ansicht von Osten; links in gelb der LUKO; Kaminhöhe 35 Meter
Ansicht von Osten; links in gelb der LUKO; Kaminhöhe 35 Meter
Lage

Koordinaten 47° 59′ 32″ N, 16° 15′ 41″ OKoordinaten: 47° 59′ 32″ N, 16° 15′ 41″ O
 {{#coordinates:47,9922|16,2615|primary
dim=1000 globe= name= region=AT-3 type=building
  }}
Daten

Primärenergie Bioenergie
Brennstoff Waldhackgut (40.000 t/a)
Leistung MW (elektrisch)
Betreiber EVN Wärme
Betriebsaufnahme 2006
Turbine Entnahmekondensationsturbine (B+V Industrietechnik)<ref name="B+V">ihk.pl: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />MARC-Dampfturbinen (Memento vom 7. Januar 2011 im Internet Archive; PDF; 4,23 MB), Seite 12</ref>
Kessel Wasserrohrkessel (32 t/h Dampf, 70 bar, 485 °C)<ref name="Bertsch" />
Feuerung Rostfeuerung (Bertsch, A-6700 Bludenz)<ref name="Bertsch">Referenzliste der Fa. Bertsch. (PDF) In: bertsch.at. 5. Mai 2010, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 22. Mai 2010.@1@2Vorlage:Toter Link/www.bertsch.at (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref>
Abgasreinigung Zyklon, Elektrofilter (Scheuch, A-4971 Aurolzmünster)<ref>scheuch.com: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Trocken-Elektrofilter (Memento vom 21. November 2013 im Internet Archive)</ref>
Datei:Bau Biomasseheizkraftwerk.jpg
Aufnahme während der Errichtung des Werkes
Datei:Bio KWK Baden Aussenansicht von NordOsten.jpg
Ansicht von Südosten. Mittig der Luftkondensator (LUKO – gelb) mit der Vakuumabdampfleitung

Das Biomasseheizkraftwerk Baden ist ein Biomasseheizkraftwerk, das in Tribuswinkel bei Baden bei Wien steht. Es versorgt das Fernwärmenetz Baden und wird von der EVN Wärme betrieben.<ref>evn.at: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Wärme aus Biomasse (Memento vom 22. Januar 2010 im Internet Archive)</ref>

Geschichte

Ende der 1950er Jahre beschloss die Stadtgemeinde Baden ein eigenes Fernwärmenetz zur Versorgung der eigenen Gebäude der Stadt zu errichten und so stand im Jahre 1957 bereits eine Fernwärmeleistung von 8 MW zur Verfügung.<ref name="Rochester">energy.rochester.edu: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Ausbaupläne fernwärme - Einleitung (Memento vom 11. Oktober 2008 im Internet Archive)</ref> Dies war auch der Beginn des Fernheiznetzes Baden, da nachfolgend auch andere Objekte versorgt wurden.

Vom Beginn im Jahre 1956<ref name="Rochester" /> an wurde der Brennstoff Heizöl schwer eingesetzt. 1983 wurde die Energieversorgung auf Erdgas umgestellt, als die damalige NIOGAS im Zuge der Erweiterung der Gasversorgung einen Hochdruckanschluss für Erdgas errichtete. Im Jahre 1996 erwarb die EVN das Fernwärmenetz von der Stadt und ist seitdem der Betreiber. Im Jahre 2005 wurde beschlossen die Wärmeversorgung auf Biomasse umzustellen und 2006 konnte das neue Heizkraftwerk in Betrieb gehen; dieses steht auf dem Gemeindegebiet von Tribuswinkel und ist mit einer Fernwärmetransportleitung mit dem alten Fernheizwerk in Baden, am Grunddauerweg, verbunden.

Technik des Biomasseheizkraftwerkes

Die Biomasse, ausschließlich Waldhackgut, wird von Lastkraftwagen und Traktoren zur Anlage angeliefert. Erst fahren diese über eine Brückenwaage und kippen hernach das Waldhackgut in einen Bunker ab. Von dort wird das Waldhackgut über Schubböden und Förderbänder in einen Bunkerraum transportiert, der eine Lagerkapazität von rund 5.000 SRM aufweist.

Nach Lagerung wird der Brennstoff zum Kessel – konstruiert von der österreichischen Bertsch – transportiert, der eine Brennstoffwärmeleistung von rund 28 MW hat und mit einem Trommeldruck von rund 63 bar(a) betrieben wird. Der Überhitzer erwärmt den Dampf auf rund 480 °C, bevor er der Turbine zugeführt wird.<ref name="Bertsch" /> Um eine optimale Verbrennung zu gewährleisten, wird die Verbrennungsluft mit Turbinenabdampf auf rund 200 °C vorgewärmt dem Kessel zugeführt, was gleichzeitig eine Verbesserung des Kesselwirkungsgrades bedeutet.

Das Herz des Heizkraftwerkes ist eine Dampf-Turbine der Firma Blohm + Voss,<ref name="B+V"/> gekoppelt mittels Getriebe an einen Generator der Firma Elin (Weiz) mit einer elektrischen Engpassleistung von 5 MW. Die elektrische Energie wird in einem Turbogenerator mit einer Spannung von 6,3 kV generiert und über einen Maschinentransformator auf 20 kV transformiert, um in das elektrische Mittelspannungsnetz der Wienenergie einzuspeisen.

Die Dampfturbine besitzt eine druck- und mengenmäßig geregelte Entnahme, von der Dampf für die Fernwärmeversorgung des Badener Netzes entnommen wird.

Die Abgasreinigung erfolgt durch einen Multizyklon und zusätzlich einen Elektrofilter.<ref>Pressemeldung EVN AG. 12. Oktober 2006, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 21. Mai 2010.@1@2Vorlage:Toter Link/www.evn.at (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref>

Energiewirtschaft

Das Biomasseheizkraftwerk ist als hocheffiziente Kraft-Wärme-Kopplungsanlage anerkannt, da die Primärenergieeinsparung bei der kombinierten Erzeugung von Strom und Wärme größer als 10 % ist.

Energiewirtschaftliche Daten des Biomasseheizkraftwerkes Baden ...
Art Installierte Leistung in MW Mittlere Leistung in GWh/a Menge
Waldhackgut 28 174 200.000 SRM
Strom 5 36 Bedarf von 10.000 Haushalten
Wärme 18 72 Bedarf von 10.000 Haushalten

Ökologie

Die CO2-Einsparung beträgt mehr als 30.000 t pro Jahr. Die lokale Wertschöpfung ist durch den Einsatz von Waldhackgut aus dem in der Nähe liegenden Wienerwald als Primärenergieträger hoch und es ist ein Gleichgewicht zwischen nachwachsenden Rohstoffen und dem Verbrauch gegeben. Die Wärmeerzeugung des Biomasseheizkraftwerkes ist etwa so hoch wie alle Haushalte von Baden an Raumwärmeenergie verbrauchen; da aber nicht alle Haushalte angeschlossen sind, wird auch Wärme an Schulen und Gewerbe geliefert. In Baden leben etwa 1,6 % der niederösterreichischen Bevölkerung und das Biomasseheizkraftwerk benötigt etwa 1,3 % des niederösterreichischen Holzzuwachses, der nachhaltig entnommen werden kann, also unter Berücksichtigung des Biomassebedarfs für den Bodenschutz und der Wertholzgewinnung.<ref>(PDF; 753 kB) Andreas Oberhammer, Systemoptimierung eines Biomasse-Heizkraftwerkes auf den regionalen Energiebedarf einer Kommune - Praxisbeispiel, Stand 21. Mai 2010</ref>

Literatur

Strom aus fester Biomasse – Stand der Technik und künftige Entwicklungen; A. Hammerschmid;<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />STROM AUS FESTER BIOMASSE – STAND DER TECHNIK UND KÜNFTIGE ENTWICKLUNGEN (Memento vom 30. Januar 2016 im Internet Archive)</ref>

Turbinenbild mit Erläuterung

Wenn man mit dem Mauszeiger über das Bild streicht, erhält man eine Erklärung der Bauteile, mit zugehörigem Link im Wikipedia. <imagemap> Image:Dampfturbine 5 MW mit ELIN Generator.jpg|800px poly 350 1050 330 950 350 900 430 800 450 800 465 1200 510 1270 400 1270 Chief Customer Officer poly 478 891 500 890 495 873 482 873 Notausschalter rect 550 770 630 975Mehrere Druckaufnehmer rect 460 800 570 1020 Schaltschrank poly 1360 610 1620 600 1680 640 1720 700 1770 900 1770 1440 1660 1480 1670 1100 1660 820 1630 790 1600 780 1360 780 Hochspannungskabel rect 1280 1130 1370 1240 Potentialausgleich rect 2100 770 2240 1400 Schalldämpfer rect 1800 600 2170 900 Erregermaschine poly 1180 350 1250 250 1560 160 1830 280 1900 330 1900 565 1650 530 1180 580 Turbogenerator#Kühlung rect 1200 530 1900 1000 Turbogenerator rect 1000 650 1150 950 Planetengetriebe rect 500 480 545 690Federhänger poly 349 677 350 706 405 709 405 681 Schild des Rohrleitungsherstellers rect 650 400 800 600 Dampfregelantriebe Frischdampf und Entnahme poly 600 1130 600 700 700 500 1130 500 1090 1000 1090 1180 920 1200 Entnahmekondensationsturbine poly 160 1080 160 940 300 800 550 800 550 1110 250 1140 Hydraulik poly 610 1230 800 1190 1080 1280 1100 1000 1600 1050 2020 1000 2020 1200 2110 1205 2020 1275 1500 1490 1300 1490 federgelagertes Maschinenfundament poly 420 1280 610 1230 1300 1490 800 1490 Gitterrost poly 1515 1490 2120 1215 2090 1370 2140 1395 2000 1490 Gitterrost poly 0 345 670 420 670 490 0 420 Sattdampfleitung zur Fernwärme rect 650 0 750 150 Frischdampfleitung rect 400 90 720 160 Frischdampfleitung rect 370 70 440 370 Frischdampfleitung rect 220 0 320 720 Frischdampfleitung-Umgehung rect 220 650 660 730 Frischdampfleitung-Umgehung rect 900 0 1200 500 Abdampfleitung circle 1673 110 23 Halogenstrahler poly 196 1091 284 1135 366 1128 357 1051 347 1029 328 1022 312 999 313 981 325 965 326 955 339 928 336 912 330 880 316 863 245 864 222 952 194 950 Hydraulikpumpe

desc bottom-left </imagemap>Dampfturbine des Biomasseheizkraftwerkes. Baujahr 2006, Leistung: 5.000 kW, Drehzahl des Läufers: 12.000 1/min

Weblinks

Einzelnachweise

<references />