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Big Horn County (Wyoming)

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Datei:Big Horn County Courthouse in Basin Wyoming (54641763629).jpg
Das Big Horn County Courthouse in Basin
Das Big Horn County Courthouse in Basin
Hoheitszeichen
Datei:Flag of Big Horn County, Wyoming.gif
Flagge von Big Horn County
Flagge
Verwaltung
US-Bundesstaat: Wyoming
Verwaltungssitz: Basin
Adresse des
Verwaltungssitzes:
Big Horn County Courthouse

420 West C Street, Basin, WY 82410

Gründung: 4. Januar 1897
Gebildet aus: Fremont County, Johnson County und Sheridan County
Demographie
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Bevölkerungsdichte: Fehler im Ausdruck: Unerwarteter Operator < Einwohner/km²
Geographie
Fläche gesamt: 8162 km²
Wasserfläche: 57 km²
Karte
Datei:Map of Wyoming highlighting Big Horn County.svg
Karte von Big Horn County innerhalb von Wyoming
Website: www.bighorncountywy.gov

Das Big Horn County ist ein County im US-Bundesstaat Wyoming. Es hat eine Fläche von 8162 Quadratkilometern und liegt im Norden von Wyoming an der Staatsgrenze zu Montana.<ref name=":14">Big Horn County. In: Geographic Names Information System. United States Geological Survey, United States Department of the Interior, abgerufen am 22. Februar 2011 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Das U.S. Census Bureau hat bei der Volkszählung 2020 eine Einwohnerzahl von 11.521 ermittelt. Der Verwaltungssitz des Big Horn County (County Seat) befindet sich in Basin, bevölkerungsreichster Ort mit 2243 Einwohnern ist Lovell.<ref>Big Horn County, Wyoming – 2020 Decennial Census. In: data.census.gov. United States Census Bureau, abgerufen am 21. Dezember 2024.</ref> Benannt wurde das County nach den Bighorn Mountains, deren Namensgebung wiederum auf das Dickhornschaf (Ovis canadensis) zurückzuführen ist.

Das Big Horn County steigt von der Hochebene des Bighorn Basin im Westen bis zum Hauptkamm der Bighorn Mountains nach Osten hin an. Diese zwei großen Naturräume prägen das County und sorgen für starke klimatische Unterschiede. Flora und Fauna sind vielfältig und reichen von vegetationsarmer Strauchsteppe im Bighorn Basin und den dort lebenden Gabelböcken und Präriehunden bis hin zu den von Schwarzbären, Maultierhirschen und Elchen bewohnten Nadelwäldern in den Hochlagen der Bighorn Mountains. Der Bighorn River durchfließt das County von Süden nach Norden und bildet seit jeher die Lebensgrundlage für die Menschen in der Region.

Die menschliche Besiedlung der Region setzte vor rund 11.000 Jahren ein. Bis ins späte 19. Jahrhundert wurde das Gebiet vom Volksstamm der Crow bewohnt, die im Rahmen der Westexpansion der Vereinigten Staaten nach Norden verdrängt wurden. Ab den 1870er-Jahren siedelten Viehhirten und mormonische Siedler im Bighorn Basin. Zuvor wurde die Region bereits im frühen 19. Jahrhundert durch mehrere Expeditionen erkundet. Im Jahr 1897 wurde das Big Horn County aus Teilen der Countys Fremont, Johnson und Sheridan gegründet und verzeichnete bis in die 1920er-Jahre durch den Bau von Bewässerungskanälen und die Ankunft der Burlington Railroad einen starken Bevölkerungszuwachs. Der wirtschaftliche Aufschwung setzte in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts durch die Öl- und Gasgewinnung ein, die auch heute – neben Bentonitabbau, Viehzucht und Tourismus – den wichtigsten Wirtschaftszweig darstellt.

Der Bighorn Lake im Norden des Countys spielt sowohl für die Wasserversorgung der Region als auch für den Tourismus – im Rahmen der Bighorn Canyon National Recreation Area – eine wichtige Rolle. Touristisch relevant sind zudem der Bighorn National Forest und das prähistorische Medicine Wheel. Funde von Fossilien und Dinosaurierskeletten haben dem Big Horn County überregionale Bedeutung zukommen lassen.

Geographie

Geographische Lage

<mapframe text="Interaktive Karte des Big Horn County" latitude="44.564360" longitude="-107.904771" zoom="8" width="330" height="330" align="right"> { "type": "ExternalData", "service": "geoline", "ids": "Q108626", "properties": { "stroke": "#ff0000", "stroke-width": 2 } } </mapframe> Das Big Horn County liegt im Norden Wyomings, an der Grenze zum Bundesstaat Montana. Es grenzt im Uhrzeigersinn an folgende Countys: Big Horn County (Montana), Carbon County (Montana), Sheridan County, Johnson County, Washakie County und Park County. Die Nordgrenze zu den Countys Big Horn und Carbon in Montana wird durch den 45. Breitengrad gebildet, die Ostgrenze zu Sheridan County und Johnson County verläuft entlang des Hauptkamms der Bighorn Mountains und ist damit eine der wenigen Grenzen in Wyoming, die dem Verlauf einer Wasserscheide folgen.<ref name=":14" /> Die Nord-Süd-Ausdehnung des Countys beträgt maximal 92,5 km, die West-Ost-Ausdehnung schwankt zwischen 56 km im Norden und 114 km im Süden. Das Big Horn County umfasst eine Fläche von 8182 Quadratkilometern; davon sind 57 Quadratkilometer Wasserflächen.<ref name=":0">Rebecca Hein: Big Horn County, Wyoming. In: WyoHistory.org. Wyoming Historical Society, 8. November 2014, abgerufen am 26. November 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Damit liegt es der Fläche – gut dreimal so groß wie das Saarland – nach im unteren Mittelfeld der Countys in Wyoming. Der County Seat Basin ist rund 220 km von Casper und etwa 450 km von der Staatshauptstadt Cheyenne entfernt.

Carbon County Carbon County
Big Horn County
Big Horn County
Sheridan County
Park County Kompassrose, die auf Nachbargemeinden zeigt Sheridan County
Johnson County
Hot Springs County Washakie County Johnson County

Orte und Besiedelung

Datei:Main street Lovell WY.jpg
Lovell ist der bevölkerungsreichste Ort im County. WYO789/US310 verlaufen als Main Street durch den Ort. Rechts das Hyart Theater.

Das Big Horn County ist sehr dünn besiedelt und weist eine Bevölkerungsdichte von lediglich 1,42 Einwohnern pro km² auf. Die Bevölkerung verteilt sich nahezu ausschließlich in den großen Flusstälern im Bighorn Basin, die Bevölkerungszentren liegen vor allem im Nordwesten des Countys. Es gibt insgesamt acht Orte im County mit dem Status Town, die alle am Bighorn River und dessen Nebenflüssen liegen: Greybull (1651 Einwohner), der County-Seat Basin (1288 Einwohner) sowie Manderson (88 Einwohner) liegen dabei am Bighorn selbst, Lovell (2243 Einwohner) und Byron (562 Einwohner) am orographisch links hinzufließenden Shoshone River.<ref name=":14" /> Am Sage Creek, der bei Lovell in den Shoshone mündet, liegen mit Cowley (762 Einwohner), Deaver (154 Einwohner) und Frannie (145 Einwohner) drei weitere Towns unweit der Grenze zu Montana. Burlington (314 Einwohner) sowie der gemeindefreie Ort Otto (74 Einwohner) liegen weiter südlich im Tal des Greybull River, Emblem (105 Einwohner) am nördlich davon verlaufenden Dry Creek. Die Census-designated places Shell (74 Einwohner) und Hyattville (79 Einwohner) sind in den westlichen Ausläufern der Bighorn Mountains an den Ufern von Shell Creek bzw. Paint Rock Creek entstanden. All diese Siedlungen liegen zwischen 1100 m und 1400 m über dem Meeresspiegel und besitzen rechtwinklig angeordnete Straßen im Schachbrettmuster, die durchgehend in Nord-Süd-Richtung bzw. West-Ost-Richtung verlaufen. Einige Gehöfte und Ranches liegen außerhalb der zentralen Ortskerne. Eine Ausnahme bildet lediglich das gemeindefreie Gebiet Meadowlark Lake (8 Einwohner), das auf etwa 2500 m im Hochgebirge der Bighorn Mountains liegt.<ref name=":14" /> Die heutige Geisterstadt Kane wurde durch die Aufstauung des Bighorn Lake geflutet. Hyattville weist mit 10,5 km² die größte Gemeindefläche auf.<ref>Hytattville CDP. In: United States Census Bureau. Abgerufen am 1. Dezember 2025.</ref>

Geologie und Paläontologie

Datei:Folds of the Bighorn Basin.jpg
Geologische Strukturen im nördlichen Bighorn Basin nordwestlich von Greybull, aufgenommen von der ISS, Mai 2021. Deutlich sichtbar ist die in West-Ost-Richtung verlaufende Sheep Mountain-Antiklinale, die durch die Aufwölbung geschichteter Gesteine entstanden ist und am rechten Bildrand vom Bighorn River durchschnitten wird.

Die heutige Oberflächenstruktur des Big Horn County entstand durch die Laramische Gebirgsbildung, die von der späten Kreide bis zum frühen Eozän stattfand. Die erdölführenden Antiklinalen im Bighorn Basin wurden durch Faltungen und Verwerfungen gebildet, die primär in Nordost-Südwest-Richtung erfolgten.<ref name=":2">Bighorn Basin Geology. In: Wyoming State Geological Survey. Abgerufen am 26. November 2024.</ref> Die Bighorn Mountains entstanden ebenfalls während der Laramischen Gebirgsbildungsphase. Die aufgeschlossenen Gesteine sind allesamt Sedimentgesteine – vorrangig Sandstein, Kalkstein und Schiefer – und reichen vom späten Kambrium bis zur Unterkreide mit einer Diskordanz im Silur.<ref>N.H. Darton: Geology of the Bighorn Mountains. S. 13 (usgs.gov [PDF]).</ref> Damaliges Gestein wurde in der Zwischenzeit wieder erodiert, bevor die dadurch freigelegten früheren Schichten von jüngerem Gestein bedeckt wurden. Das anstehende Granitgestein unterhalb dieser Sedimentschichten ist nun entlang des Kamms der Gebirgskette freigelegt. Die bis zu 3,25 Milliarden Jahre alten präkambrischen Formationen enthalten einige der ältesten Gesteine der Erde.<ref>Carol D. Frost, Christopher Mark Fanning: Archean geochronological framework of the Bighorn Mountains, Wyoming. In: Canadian Journal of Earth Sciences. Februar 2011, doi:10.1139/e06-051 (researchgate.net).</ref> Nach der Hebung wurden große Mengen an fossilienreichen Sedimenten aus dem frühen Tertiär in den angrenzenden Becken abgelagert. Die Eiszeiten während des Pleistozäns führten zu einer großflächigen Vergletscherung. Dadurch entstand eine Reihe von Karen, Trogtälern und Gletscherseen in der Gipfelregion der Bighorn Mountains.<ref>N. H. Darton: Geology of the Bighorn Mountains. S. 11 (usgs.gov [PDF]).</ref> Der einzige verbliebene Gletscher, der Cloud Peak Glacier, befindet sich im angrenzenden Johnson County.

Datei:Big Al 2.jpg
Skelett des Allosaurus Big Al 2 im Houston Museum of Natural Science. Die Knochen entstammen der Morrison-Formation bei Shell.

Überregional bekannt ist das Big Horn County durch Funde von Dinosaurierskeletten. Ein Team unter der Leitung des Schweizer Paläontologen Hans-Jakob Siber entdeckte im Jahr 1991 das Allosaurus-Skelett Big Al (MOR 693) in der Morrison-Formation, ein zu 95 % vollständiges Exemplar mit einer Länge von etwa 8 Metern. Das Skelett wurde in der Howe Quarry nördlich von Shell von einem gemeinsamen Team des Museum of the Rockies sowie des Geologiemuseums der University of Wyoming ausgegraben.<ref name=":1">Brent H. Breithaupt: The Case of Big Al the Allosaurus: A study in paleodetective partnerships. In: Geological Museum, University of Wyoming. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 7. Januar 2010; abgerufen am 26. November 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Howe Quarry. In: Bighorn Basin Dinosaur & Geoscience Museum. Abgerufen am 26. November 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Paläontologen Daniel Chure und Mark Loewen identifizierten das Individuum im Jahr 2020 als Vertreter der Art Allosaurus jimmadseni. In der BBC-Dokumentation Die Geschichte von Big Al wurde das Leben des Dinosauriers thematisiert. 1996 entdeckte das gleiche Team einen zweiten Allosaurus, Big Al 2. Dieses Exemplar gilt als das am besten erhaltene Skelett seiner Art.<ref name=":1" />

Im Jahr 1997 wurde in der Sundance-Formation südwestlich von Shell die Red Gulch Dinosaur Tracksite entdeckt.<ref>Annette Hein: Wyoming’s Dinosaurs (and one Columbian Mammoth). In: WyoHistory.org. Wyoming Historical Society, 8. November 2014, abgerufen am 30. November 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Sie umfasst die größte Ansammlung von Dinosaurierspuren in Wyoming, die auf den Mitteljura datiert wird und rund 160–180 Millionen Jahre alt ist. Durch die Entdeckung der Spuren konnte die Annahme widerlegt werden, dass das gesamte Bighorn Basin von einem Ozean, der Sundance Sea, bedeckt war. Die gefundenen Dinosaurierspuren wurden eindeutig an der Küste hinterlassen, was auf die Existenz großer Landflächen hinweist, die neben Dinosauriern auch andere Tiere und Pflanzen beherbergten.<ref>Red Gulch Dinosaur Tracksite. In: blm.gov. Bureau of Land Management, United States Department of the Interior, abgerufen am 27. Januar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Naturräumliche Gliederung

Datei:-mypubliclandsroadtrip 2016- Take the Backroads, Red Gulch, Medicine Lodge (28095114141).jpg
Canyon des Trapper Creek in der Trapper Creek Wilderness Study Area

Das Big Horn County besteht im Wesentlichen aus zwei großen Naturräumen: Im Osten erstreckt sich die in Nordwest-Südost-Richtung verlaufende Bergkette der Bighorn Mountains, die sich bis zu 3000 Meter über das Tal des Bighorn River erhebt.<ref>Maria Plafcan, Earl W. Cassidy, Myron L. Smalley: Water Resources of Big Horn County, Wyoming. 1993, S. 4.</ref> Während die Gipfelregion aus schroffen Tälern, Bergkämmen und unzähligen Karseen besteht, sendet das Gebirge nach Norden und Osten langgestreckte Bergrücken aus, die Höhen von 3000–3500 Metern erreichen. Die abwechslungsreiche Berglandschaft prägt vor allem den Osten und Südosten des Countys. Westlich davon fällt das Gebirge im Süden sanfter, im Norden steiler in das Bighorn Basin ab, das den zweiten großen Naturraum darstellt. Dabei handelt es sich um ein semi-arides, intermontanes Hochtal, das geringe Niederschlagsmengen erhält und in Teilen landwirtschaftlich genutzt wird. Das Bighorn Basin wird durch den Bighorn River und seine Nebenflüsse nach Norden hin entwässert. Zudem reichen die Nordostausläufer der Absaroka Mountains (im Südwesten des Big Horn County) sowie die südlichen Ausläufer der Pryor Mountains (im Norden) in das Big Horn County herein.<ref name=":14" />

Ein sehr geringer Anteil des Big Horn County ist von Waldflächen bedeckt. Lediglich ein rund 5–10 km breiter Streifen in den westlichen Bighorn Mountains weist einzelne, geschlossene Wälder auf. In der oberhalb gelegenen Offenlandschaft wachsen lediglich Sträucher und Gräser, nach Westen hin verhindern zu geringe Niederschlagsmengen einen dauerhaften Baumbestand. Eine Ausnahme bilden die Flusstäler von unter anderem Paint Rock Creek und Shell Creek. Ein Großteil der Waldflächen liegt innerhalb des Bighorn National Forest, der große Teile der Bighorn Mountains umfasst und in der Gipfelregion als Cloud Peak Wilderness ausgewiesen ist.<ref name=":20">Bighorn Mountains. In: Geographic Names Information System. United States Geological Survey, United States Department of the Interior, abgerufen am 25. November 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Berge und Erhebungen

Das Big Horn County steigt vom auf rund 1200 m Höhe gelegenen Bighorn Basin nach Osten hin bis zu den höchsten Gipfeln der Bighorn Mountains an, die eine zu den Rocky Mountains gehörende, dem Gebirge allerdings östlich vorgelagerte Bergkette darstellen. Der höchste Punkt des Countys sowie der gesamten Gebirgskette ist der 4014 m hohe Cloud Peak, der die Grenze zum Johnson County markiert. Weitere Gipfel wie Black Tooth Mountain (3962 m), Mount Woolsey (3954 m) oder The Innominate (3890 m) verfehlen die 4000-Meter Marke nur knapp. Nach Norden hin erreichen einige Gipfel eine Höhe von mehr als 3000 Metern, der Medicine Mountain überschreitet diese Höhe letztmals. An der Grenze zu Montana ist der Hauptkamm der Bighorn Mountains noch rund 2800 Meter hoch. Im überwiegend ebenen und nur durch kleine Hügelketten durchzogenen Bighorn Basin erheben sich lediglich der vom Bighorn River durchschnittene Sheep Mountain nördlich von Greybull sowie der Little Sheep Mountain südöstlich von Lovell deutlich über ihr Umland.<ref name=":21">Cassius A. Fisher: Geology and water resources of the Bighorn Basin, Wyoming. 1906, S. 4.</ref> Nach Südwesten hin steigt die Absaroka Range bis auf knapp 1900 m an und erreicht an der Grenze zum Park County mit dem Tatman Mountain (1919 m) ihren höchsten Punkt innerhalb des Countys.<ref name=":14" />

Gewässer

Datei:Iss071e216801.jpg
Aufnahme des Bighorn Basin während der ISS-Expedition 71. Im Vordergrund münden Greybull River und Dry Creek von Westen kommend in den Bighorn River. Im Hintergrund fließen Nowood River und Shell Creek dem Bighorn zu.
Datei:County Line Bridge Wyoming.jpg
Die EJP County Line Bridge über den Nowood River bei Hyattville

Das gesamte County wird durch den Bighorn River entwässert, dem größten Nebenfluss des Yellowstone Rivers. Er fließt auf 150 km Länge mit Fließrichtung Norden durch das County und prägt einen Großteil der Landschaft. Der Bighorn River fließt auf einer Höhe von 1205 m in das County und verlässt es auf knapp 1110 m nach Norden, was einem Höhenunterschied von weniger als 100 Metern entspricht. An seinem Ufer liegen unter anderem die Orte Manderson, Basin und Greybull. Die Flüsse und Bäche aus den Bighorn Mountains – unter anderem Paint Rock Creek (64 km), Shell Creek (80 km), Bear Creek (50 km), Crystal Creek (33 km) oder Porcupine Creek (47 km) – entwässern durch teils tiefe Schluchten und Canyons meist direkt oder – im Süden des Countys – über den Nowood River in den Bighorn River.<ref>Cassius A. Fisher: Geology and water resources of the Bighorn Basin, Wyoming. 1906, S. 3.</ref> Der Nowood River (236 km, davon 50 km innerhalb des Countys) entwässert große Teile der zentralen und südlichen Bighorn Mountains und mündet bei Manderson nach stark mäandrierendem Verlauf von rechts in den Bighorn River. Von Westen erhält der Bighorn River große Zuflüsse aus den Absaroka Mountains, die größten und wasserreichsten sind Greybull River (insgesamt 180 km), Dry Creek (147 km) und Shoshone River (120 km).<ref name=":21" /> All diese Flüsse bilden grüne Oasen inmitten des halbwüstenartigen Gebirgsbeckens. Sie fließen in tiefen, meist breiten und von Terrassen umgebenen Flusstälern, die beidseitig in die umliegenden Hügelketten ansteigen.<ref>Cassius A. Fisher: Geology and water resources of the Bighorn Basin, Wyoming. 1906, S. 1.</ref> An Greybull River, Dry Creek und Shoshone River wurde im späten 19. Jahrhundert eine Reihe von Kanälen zur Bewässerung errichtet.<ref name=":0" />

Datei:2003-08-16 View across Meadowlark Lake.jpg
Blick über den Meadowlark Lake

Im County gibt es keine größeren natürlichen Seen. Zur Wasserversorgung im grundsätzlich wasserarmen Bighorn Basin wurden mehrere Stauseen geschaffen, die heute auch zur Naherholung genutzt werden. Der Norden des Countys wird durch den durch die Aufstauung des Bighorn River entstandenen Bighorn Lake bestimmt, der sich bis nach Montana erstreckt. Der Bighorn River hat sich im Laufe der Zeit in das Gestein gegraben und den Bighorn Canyon geschaffen, der durch den Yellowtail-Damm geflutet wurde und im Rahmen der Bighorn Canyon National Recreation Area unter Schutz steht. Im Einzugsgebiet des Shoshone River wurden weitere Stauseen errichtet, unter anderem befindet sich nordwestlich von Byron der flächenmäßig zweitgrößte See des Countys, der im Rahmen des Sidon Canal-Projekts entstanden ist. Südöstlich von Lovell liegen zudem die Lovell Lakes. An der südlichen County-Grenze wurde der East Tensleep Creek zum Tensleep Reservoir, auch als Meadowlark Lake bekannt, aufgestaut. Der Stausee liegt auf 2580 m in den südlichen Ausläufern der Bighorn Mountains und wird primär zur Erholung genutzt. Er entwässert sich über den Tensleep Creek ins benachbarte Washakie County. Am Oberlauf des Shell Creek liegen außerdem die Stauseen Shell Reservoir und Adelaide Lake. Der nur 0,39 km² große Lake Solitude am Oberlauf des Paint Rock Creek in den westlichen Bighorn Mountains ist der größte natürliche See im Big Horn County.<ref>Lake Solitude. In: Geographic Names Information System. United States Geological Survey, abgerufen am 26. November 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der Bau eines Staudamms konnte dort durch Anstrengungen des Umweltaktivisten Howard Zahniser verhindert werden.<ref>John Clayton: Howard Zahniser, Lake Solitude and the Wilderness Act of 1964. In: WyoHistory.org. Wyoming Historical Sociey, 12. Juli 2024, abgerufen am 30. November 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Dutzende weitere Bergseen verteilen sich in der Hochgebirgsregion der Bighorn Mountains.<ref name=":20" />

Klima

Datei:Cowley Alfalfa Fields.jpg
Luzernenfelder bei Cowley

Aufgrund der großen Höhenunterschiede finden sich deutliche klimatische Unterschiede innerhalb des Big Horn County.<ref name=":7">Maria Plafcan, Earl W. Cassidy, Myron L. Smalley: Water Resources of Big Horn County, Wyoming. 1993, S. 5.</ref> Niederschläge in den Bighorn Mountains resultieren hauptsächlich aus Schneefällen im Winter oder konvektiven Stürmen in den Sommermonaten. Der Großteil der Niederschläge fällt dort in den Monaten April und Mai.<ref>Ellen Wohl, David Cooper, LeRoy Poff, Frank Rahel, Dennis Staley, David Winters: Assessment of Stream Ecosystem Function and Sensitivity in the Bighorn National Forest, Wyoming. 2007, S. 286.</ref> In den Bighorn Mountains herrscht ein subarktisches Klima; es liegt normalerweise von September bis April Schnee. Im Bighorn Basin sind Schneefälle hingegen selten.<ref>Cassius A. Fisher: Geology and water resources of the Bighorn Basin, Wyoming. 1906, S. 63.</ref> Die Gebiete westlich der Bighorn Mountains, in denen sich ein Großteil der Bevölkerung des Countys verteilt, haben ein kaltes Wüstenklima und erhalten jährlich im Schnitt weniger als 250 mm Niederschlag.<ref name=":7" /> Die jährliche Temperaturamplitude ist im Bighorn Basin größer als in den Bergländern im Osten. Die mittlere Monatstemperatur im Juli liegt im Bighorn Basin mehr als 10 °C über der in den Hochlagen der Bighorn Mountains.<ref name=":7" /> In Lovell schwankt die Temperatur zwischen durchschnittlich −7,1 °C im Januar und 21,7 °C im Juli, an der Messstation am Bald Mountain auf 2859 m Höhe zwischen −8,7 °C im Januar und 13,0 °C im Juli.<ref>Suchmaschine der National Oceanic and Atmospheric Administration. In: xmacis.rcc-acis.org. Abgerufen am 10. Dezember 2024.</ref> In Gebirgsbecken wie dem Bighorn Basin sammelt sich der Kaltluftabfluss aus der Nacht. Die Bighorn Mountains verhindern ein durch den Wind verursachtes Aufwirbeln der Luft, woraufhin sich die kältere, schwerere Luft absetzt und für teils niedrige Temperaturen sorgt. Durch diese Inversionswetterlage liegen die Wintertemperaturen in den Bighorn Mountains häufig über denen im Bighorn Basin, was zu geringeren Unterschieden der Durchschnittstemperaturen in den Wintermonaten als in den Sommermonaten führt.<ref name=":13">Wyoming annual temperatures and extremes. In: coolweather.net. Abgerufen am 10. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Am 8. August 1983 wurde in Basin mit 46,7 °C die höchste Temperatur in der Geschichte des Staates Wyoming gemessen.<ref name=":13" />


Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Lovell, Wyoming (1168 m)
Jan Feb Mär Apr Mai Jun Jul Aug Sep Okt Nov Dez
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Mittl. Tagesmax. (°C) Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format 14,6
Mittl. Tagesmin. (°C) Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format Vorlage:Klimatabelle/Format −0,2
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Monatliche Durchschnittstemperaturen und -niederschläge für Bald Mountain, Wyoming (2859 m)
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Flora und Fauna

Flora und Vegetation

Datei:Wide Open Wyoming as viewed to the southwest from the Bighorn Mountains (9086047427).jpg
Typisches Landschaftsbild im Big Horn County: Im Vordergrund finden sich alpine Grasländer auf rund 2400 m. Im Hintergrund durchfließt der Crystal Creek die Plateau- und Badlandlandschaft des Bighorn Basin – mit Ausnahme des Flusstals herrscht hier eine baumlose Strauchsteppe vor. Im Hintergrund durchbricht der Bighorn River die Sheep Mountain-Antiklinale. Blick vom Westrand der Bighorn Mountains nach Südwesten.

Die klimatischen und topographischen Unterschiede vor allem zwischen den westlichen Tallagen und den östlichen Gebirgsregionen des Big Horn County spiegeln sich in ähnlichen Variationen der Vegetation wider.<ref name=":27"></ref> In höheren und felsigeren Bergländern der Bighorn Mountains sowie an stärker geneigten Hängen, Bergkämmen und in Schluchten herrscht ein gemischter Nadelwald vor, der vor allem in den unteren Höhenstufen durch meist junge Bestände von Ponderosa-Kiefern (Pinus ponderosa) dominiert wird.<ref name=":8">Kenneth A. Logan, Larry L. Irwin: Mountain Lion Habitats in the Big Horn Mountains, Wyoming. 1985, S. 258.</ref><ref name=":31">Don G. Despain: Vegetation of the Big Horn Mountains, Wyoming, in Relation to Substrate and Climate. 1973, S. 335.</ref><ref>Don G. Despain: Vegetation of the Big Horn Mountains, Wyoming, in Relation to Substrate and Climate. 1973, S. 338.</ref> Dem Höhengradient folgend weist der Nadelwald darüber Zonen mit größeren Beständen von Gewöhnlichen Douglasien (Pseudotsuga menziesii), Küsten-Kiefern (Pinus contorta), primär auf Sedimentböden vorkommenden Engelmann-Fichten (Picea engelmannii) und Felsengebirgs-Tannen (Abies lasiocarpa) auf.<ref name=":32">Don G. Despain: Vegetation of the Big Horn Mountains, Wyoming, in Relation to Substrate and Climate. 1973, S. 330.</ref><ref name=":31" /> Die zwei zuletzt genannten wachsen dabei vor allem auf Schattenhängen zwischen 2300 m und 3050 m im nördlichen Drittel der Bergkette. Das Unterholz ist spärlich bewachsen und besteht meist ausschließlich aus Jungpflanzen der darüber liegenden Baumarten.<ref name=":31" /> In einigen offenen Beständen findet sich eine Strauchschicht, die unter anderem durch Vorkommen des Gemeinen Wacholders (Juniperus communis) gebildet wird.<ref name=":8" /><ref name=":33">Don G. Despain: Vegetation of the Big Horn Mountains, Wyoming, in Relation to Substrate and Climate. 1973, S. 337.</ref> Zudem gibt es eine Krautschicht, die etwa aus Arnica cordifolia, Vaccinium scoparium oder Antennaria rosea besteht. Diese Arten werden durch wenige weit verstreute Individuen vertreten, der größte Teil des Waldbodens ist hingegen mit Streu bedeckt.<ref name=":33" />

Datei:Big Horn meadow - Flickr - brewbooks.jpg
Grasland auf rund 2900 m in den nördlichen Bighorn Mountains.

Ein dichter Bestand von Küsten-Kiefern – der häufigsten Baumart in den Bighorn Mountains<ref name=":28">George R. Hoffman, Robert R. Alexander: Forest vegetation of the Bighorn Mountains Wyoming. 1976, S. 24.</ref> – findet sich vor allem in höheren Höhenlagen<ref name=":8" />, wächst aber auch auf Granitböden unterhalb der Waldgrenze.<ref name=":32" /> Sie ist die wichtigste Nutzholzart im Big Horn County – wenn die Bäume nach rund 150–200 Jahren einen Brusthöhendurchmesser von 20–25 cm erreicht haben, werden die Bestände eingeschlagen.<ref name=":33" /> Insgesamt weisen rund zwei Drittel der Hanglagen der Bighorn Mountains eine geschlossene Walddecke auf.<ref name=":29">Richard M. Hurd: Grassland Vegetation in the Big Horn Mountains, Wyoming. 1961, S. 459.</ref> Die restliche Fläche – bedingt durch die klimatischen Bedingungen und die Zusammensetzung der Böden primär südseitig ausgerichtete Hanglagen – wird von Hochlandwiesen eingenommen, die sich während der wärmeren Jahreszeiten durch ein üppiges Wachstum an Präriegräsern auszeichnen.<ref name=":27" /><ref>Don G. Despain: Vegetation of the Big Horn Mountains, Wyoming, in Relation to Substrate and Climate. 1973, S. 331.</ref> Auch in den tieferen Höhenstufen der Bighorn Mountains finden sich ausgedehnte Grasländer; hier verhindern die klimatischen Bedingungen einen dauerhaften Baumbestand.<ref name=":29" /> Seit den 1880er-Jahren werden diese Bergwiesen im Sommer als Weidegründe für die Viehwirtschaft genutzt, vorrangig für die Nutztierhaltung von Schafen und Rindern.<ref name=":29" /> Die Vegetationsbedeckung in den Grasländern setzt sich überwiegend aus Gräsern und Seggen zusammen, die etwa 65 % der Vegetationsdecke ausmachen.<ref name=":30">Richard M. Hurd: Grassland Vegetation in the Big Horn Mountains, Wyoming. 1961, S. 467.</ref> Auf Böden, die aus Sedimentgesteinen entstanden sind, sind hingegen eher Stauden vorzufinden, die in den Grasländern zudem eine hohe Artenvielfalt aufweisen.<ref name=":30" /> Dominiert werden die von Gräsern bewachsenen Flächen durch Bestände des Idaho-Schwingels (Festuca idahoensis)<ref name=":30" />, abseits davon finden sich ausgedehnte Bestände des Wüsten-Beifuß (Artemisia tridentata), der verbreitet auf den westlichen Bergrücken und Hochebenen der Bighorn Mountains wächst.<ref name=":8" /> Während die Beweidung in den Grasländern zwar kaum Einfluss auf die prozentuale Verteilung der Arten hat, führt sie hingegen zu einer Veränderung in der Zusammensetzung der Vegetationsbedeckung.<ref name=":30" /> Insgesamt weist die Vegetation der Bighorn Mountains trotz der Isolation der Gebirgskette große Ähnlichkeiten mit der Vegetation des rund 280 km westlich gelegenen Hauptkamms der Rocky Mountains auf.<ref>George R. Hoffman, Robert R. Alexander: Forest vegetation of the Bighorn Mountains Wyoming. 1976, S. 1.</ref>

Datei:Opuntia polyacantha (7352458764).jpg
Opuntia polyacantha im nördlichen Bighorn Basin

An den Flussufern im Bighorn Basin herrschen Pappeln (Populus), Weiden (Salix) sowie der Eschen-Ahorn (Acer negundo) vor, meist in gemeinsamen Beständen mit Virginischen Traubenkirschen (Prunus virginiana) und Johannisbeeren (Ribes).<ref name=":8" /><ref name=":27" /> Die daran anschließenden Badland- und Plateaulandschaften zeichnen sich durch die für die Great Plains typischen Prärien aus – die hier vorherrschende baumlose Strauchsteppe ist als Teil der Ökoregion Wyoming Basin shrub steppe<ref>Wyoming Basin shrub steppe | Ecoregions | WWF. Abgerufen am 2. Dezember 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> typisch für das im Bighorn Basin herrschende semiaride Klima mit geringen Niederschlagsmengen.<ref name=":27" /> Hier dominieren das Büffelgras (Buchloe dactyloides), der Wüsten-Beifuß und Kakteenarten wie Opuntia polyacantha.<ref name=":27" />

Fauna

Die Fauna in der Region ist vielfältig und variiert ebenfalls zwischen den verschiedenen Naturräumen des Countys. In den Bergländern im Osten des Big Horn County ist der Maultierhirsch (Odocoileus hemionus) in großen Beständen heimisch, sehr häufig finden sich zudem der Wapiti (Cervus canadensis) und der vor allem im Bighorn Basin vorkommende Gabelbock (Antilocapra americana).<ref name=":8" /> Der Puma (Puma concolor) lebt vorrangig in den schluchtartigen Westausläufern der Bighorn Mountains.<ref>Kenneth A. Logan, Larry L. Irwin: Mountain Lion Habitats in the Big Horn Mountains, Wyoming. 1985, S. 260.</ref> Zu den auffälligsten Kleinsäugern gehören das Berg-Baumwollschwanzkaninchen (Sylvilagus nuttallii), der Präriehase (Lepus townsendii), das Gelbbauchmurmeltier (Marmota flaviventris) sowie das Gemeine Rothörnchen (Tamiasciurus hudsonicus). In den Gipfelregionen werden gelegentlich Schneeschuhhasen (Lepus americanus) gesichtet. Großsäuger wie die vom Menschen eingeführte Schneeziege (Oreamnos americanus), das Dickhornschaf (Ovis canadensis), der Elch (Alces alces), der Weißwedelhirsch (Odocoileus virginianus), der Rotfuchs (Vulpes vulpes) und der Rotluchs (Lynx rufus) finden sich nahezu im gesamten County, primär jedoch in den Übergangsregionen von den Prärien in die Bergländer im Osten.<ref name=":23">Fauna of the Bighorn Basin. In: elevationscience.org. Elevation Science Institute, abgerufen am 6. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Wie in allen intermontanen Becken des Wyomingbeckens sind auch im Bighorn Basin Präriehunde heimisch – vorrangig kommt hier der Weißschwanz-Präriehund (Cynomys leucurus) vor.<ref>Dennis H. Knight, George P. Jones, William A. Reiners, William H. Romme: Mountains and Plains: The Ecology of Wyoming Landscapes. 2014, S. 102.</ref> Der Amerikanische Bison (Bos bison) wurde bereits mit Ankunft der ersten Siedler in den 1880er-Jahren im Bighorn Basin ausgerottet.<ref name=":6">Emilene Ostlind: The Bighorn Basin: Wyoming’s Bony Back Pocket. In: WyoHistory.org. Wyoming Historical Society, 8. November 2014, abgerufen am 30. November 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Auch die Bestände des Amerikanischen Schwarzbären (Ursus americanus) sowie des Grizzlybären (Ursus arctos horribilis) gehen durch die Jagd seither zurück.<ref>Dennis H. Knight, George P. Jones, William A. Reiners, William H. Romme: Mountains and Plains: The Ecology of Wyoming Landscapes. 2014, S. 25.</ref>

Im Big Horn County sind hunderte Vogelarten dokumentiert, zu den häufigsten Arten gehören beispielsweise das Beifußhuhn (Centrocercus urophasianus) und das Felsengebirgshuhn (Dendragapus obscurus).<ref name=":8" /> Wichtige Reptilienarten sind etwa die Berg-Kurzhornkrötenechse (Phrynosoma hernandesi), die Gophernatter (Pituophis catenifer) und die Prärieklapperschlange (Crotalus viridis).<ref name=":23" /> In den Bächen der Bighorn Mountains kamen ursprünglich nur die Yellowstone-Cutthroat-Forelle (Oncorhynchus clarkii bouvieri) sowie Catostomus platyrhynchus vor.<ref>Ellen Wohl, David Cooper, LeRoy Poff, Frank Rahel, Dennis Staley, David Winters: Assessment of Stream Ecosystem Function and Sensitivity in the Bighorn National Forest, Wyoming. 2007, S. 286.</ref> Diese Arten konkurrieren heute mit anthropogen eingeführten Arten wie dem Bachsaibling (Salvelinus fontinalis), der Forelle (Salmo trutta) oder der Regenbogenforelle (Oncorhynchus mykiss).<ref>Ellen Wohl, David Cooper, LeRoy Poff, Frank Rahel, Dennis Staley, David Winters: Assessment of Stream Ecosystem Function and Sensitivity in the Bighorn National Forest, Wyoming. 2007, S. 294.</ref> Durch Überfischung wurde die Forelle in den Bächen beinahe ausgerottet, der Bestand konnte jedoch durch das Aussetzen von Jungfischen erhalten bleiben.<ref name=":27" /> Im Bighorn River wurden 30 Fischarten dokumentiert, von denen 19 als autochthone Arten vorkommen. Zu den häufigsten Arten gehören hier Notropis stramineus, Platygobio gracillis oder Moxostoma macrolepidotum.<ref>Jerry W. Wilhite, Wayne A. Hubert: Longitudinal variation and habitat associations of small fishes in the Bighorn River, Wyoming: influences of river regulation and introduced fishes. 2011, S. 164–165.</ref> Nennenswert sind ebenfalls die wiedereingeführten Bestände des im Einzugsgebiet des Mississippi River endemischen Schaufelstör (Scaphirhynchus platorynchus).<ref>J. D. Koch, M. C. Quist: Current status and trends in shovelnose sturgeon (Scaphirhynchus platorynchus) management and conservation. In: Journal of Applied Ichthyology. Band 26, Nr. 4, 2010, S. 492.</ref>

In den Pryor Mountains im nördlichen Big Horn County sowie im angrenzenden Süden Montanas wurde im Jahr 1968 mit der etwa 150 km² großen Pryor Mountains Wild Horse Range ein bedeutendes Schutzgebiet zur Erhaltung des dort lebenden Pryor Mountain-Mustangs geschaffen.<ref name=":9">Pryor Mountains Wild Horse Range. Bureau of Land Management, U.S. Department of the Interior, abgerufen am 7. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Das Reservat umfasst Teile der Bighorn Canyon National Recreation Area sowie angrenzende Flächen des Bureau of Land Management und wird von diesem verwaltet.<ref>Wild Horses: Pryor Mountain Herd - A National Treasure. In: American Wild Horse Conservation. 16. Dezember 2013, abgerufen am 7. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der nur hier vorkommende Unterstamm des Mustangs gilt als genetisch einzigartig und wurde als einer der wenigen Pferdestämme durch DNA-Analysen verifiziert. Der Pryor Mountain-Mustang stammt von spanischen Kolonialpferden ab, die von spanischen Einwanderern in die Region gebracht wurden.<ref>About the Horses – Pryor Mountain Wild Mustang Center. Abgerufen am 7. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref name=":9" /> Die Mustangs in den Pryor Mountains gelten als bedeutendste Herde von Wildpferden in den Vereinigten Staaten.<ref>Hope Ryden: America's Last Wild Horses: The Classic Study of the Mustangs—Their Pivotal Role in the History of the West, Their Return to the Wild, and the Ongoing Efforts to Preserve Them. Hrsg.: Lyons Press. Guilford, Connecticut 2005, S. 320 (archive.org).</ref>

Naturschutz

Bighorn National Forest

Datei:Twin Buttes - June 2017.jpg
Blühende Wildblumen im Bighorn National Forest, hier an den Twin Buttes im Sheridan County
Datei:Ascending Cloud Peak (47693470).jpeg
In der Cloud Peak Wilderness im Bighorn National Forest

Bereits im Jahr 1897 wurde mit dem Bighorn National Forest einer der ersten Staatsforste unter Bundesverwaltung gegründet. Rund 1420 km² des 4500 km² großen Gebietes liegen heute im Big Horn County, die übrige Fläche verteilt sich auf die Countys Sheridan, Johnson und Washakie.<ref>Welcome to the Bighorns. In: Bighorn National Forest Homepage. United States Forest Service, United States Department of Agriculture, abgerufen am 11. Februar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der Nationalforst erstreckt sich von der nördlichen bis zur südlichen County-Grenze und nimmt dabei etwa 17 % der Fläche des Big Horn County ein. Etwa 99 % der Fläche liegen über 1600 m Höhe.<ref>Ellen Wohl, David Cooper, LeRoy Poff, Frank Rahel, Dennis Staley, David Winters: Assessment of Stream Ecosystem Function and Sensitivity in the Bighorn National Forest, Wyoming. 2007, S. 285.</ref> In Burgess Junction sowie an den Shell Falls gibt es Besucherzentren. Zusätzlich steht der zentrale Teil des Nationalforsts um die Gipfelregion der Bighorn Mountains als Cloud Peak Wilderness unter strengerem Schutz. Das Wildnisgebiet wurde durch Verabschiedung des Wyoming Wilderness Act im Jahr 1984 gegründet, der, in Anlehnung an den Wilderness Act von 1964, motorisierten oder mechanisierten Transport, den Bau von Straßen sowie Bergbau und Forstwirtschaft im Schutzgebiet untersagt. Die Wilderness Area umfasst Kiefern- und Fichtenwälder, Wiesenflächen und Feuchtgebiete sowie die glazial geprägte Berglandschaft am Hauptkamm der Bighorn Mountains.<ref>Cloud Peak Wilderness. United States Forest Service, United States Department of Agriculture, abgerufen am 11. Februar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Wilderness Study Areas

Datei:Bobcat Draw Wilderness Study Area.jpg
Badlands in der Bobcat Draw Wilderness Study Area an der Grenze zum Washakie County

Insgesamt acht sogenannte Wilderness Study Areas (WSA) liegen vollständig oder teilweise im Big Horn County. Wilderness Study Areas sind unbebaute Bundesflächen, die ihren ursprünglichen natürlichen Charakter beibehalten haben und ohne dauerhafte Aufwertung oder menschliche Besiedlung als Wildnis erhalten bleiben können.

In den westlichen Ausläufern der Bighorn Mountains umfasst die Trapper Creek Wilderness Study Area einen der spektakulärsten Canyons in der Region. Die Schlucht des Trapper Creek liegt wenige Kilometer südöstlich von Shell und bildet einen Lebensraum für gefährdete Arten wie den Weißkopfseeadler (Haliaeetus leucocephalus) oder den Wanderfalken (Falco peregrinus) und dient als Überwinterungsort für Wapitis (Cervus canadensis) und andere Hirscharten. Zudem findet sich hier mit der Great Expectations Cave eine der tiefsten Karsthöhlen in den Vereinigten Staaten.<ref>Trapper Creek WSA. Bureau of Land Management, United States Department of the Interior, abgerufen am 11. Februar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Etwas weiter südlich liegt mit der rund 41 km² großen Alkali Creek Wilderness Study Area ein weiteres Schutzgebiet. Die WSA umfasst ebenfalls ein Überwinterungsgebiet für Wapitis sowie für Maultierhirsche (Odocoileus hemionus) und dient als Lebensraum für das Beifußhuhn (Centrocercus urophasianus).<ref>Alkali Creek WSA. Bureau of Land Management, United States Department of the Interior, abgerufen am 11. Februar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Unmittelbar an den Bighorn National Forest angrenzend stehen südöstlich der Alkali Creek WSA rund 31 km² als Medicine Lodge Wilderness Study Area unter Schutz. Die WSA besteht aus steilen Canyonwänden, die rund 300 m über dem Medicine Lodge Creek aufragen. Das Schutzgebiet liegt auf einer Höhenlage von 1550 m bis 2600 m. Auch hier sind im Winter Wapitis und Hirsche heimisch, im Sommer findet sich vorrangig das Dickhornschaf (Ovis canadensis). Die freigelegten geologischen Schichten in den steilen Wänden der Schlucht sind für die Paläontologie von Bedeutung. Die Madison-Formation ist reich an Fossilien und enthält Überreste von Brachiopoden, Korallen, Moostierchen und Crinoiden.<ref>Medicine Lodge WSA. Bureau of Land Management, United States Department of the Interior, abgerufen am 11. Februar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Im Südwesten des Countys befinden sich mit Sheep Mountain, Red Butte und Bobcat Draw drei weitere Wilderness Study Areas, die vor allem stark zerklüftete Badlands und kleinere Hügelketten in den nordöstlichsten Ausläufern der Absaroka Mountains zwischen den Flüssen Greybull River und Fifteenmile Creek umfassen. Im Norden des Countys stehen zudem Teile der Pryor Mountains als Pyror Mountain Wilderness Study Area sowie angrenzend als Bighorn Tack-On Wilderness Study Area unter Schutz. Beide Study Areas liegen zu großen Teilen in Montana und kennzeichnen sich durch Vorkommen von Bergsträuchern. Hier wachsen unter anderem Utah-Wacholder (Juniperus osteosperma) und Wüsten-Beifuß (Artemisia tridentata) in den mittleren Höhenlagen sowie Gewöhnliche Douglasie (Pseudotsuga menziesii) und Biegsame Kiefer (Pinus flexilis) in den höheren Lagen.<ref>Pryor Mountain WSA. Bureau of Land Management, United States Department of the Interior, abgerufen am 11. Februar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Geschichte

Bis ins 19. Jahrhundert

Datei:Bighorn medicine wheel.jpg
Das Bighorn Medicine Wheel in den Bighorn Mountains

Das Gebiet des heutigen Big Horn County wurde seit Jahrtausenden durchgängig bewohnt. Petroglyphen und archäologische Ausgrabungen am Medicine Lodge Creek in den Ausläufern der Bighorn Mountains deuten auf eine menschliche Besiedlung seit mindestens 11.000 Jahren hin. Zunächst lebten Mammutjäger in der Region.<ref name=":6" /> Der Bad Pass Trail, der von der Wind River Range über die Mündung des Shoshone River durch das heutige Big Horn County nach Norden verlief und den Bighorn Canyon an dessen Westseite passierte, gehörte zu den wichtigsten Routen der ersten Paläoindianer.<ref name=":25">Crow History and Bighorn Country. In: Bighorn Canyon National Recreation Area. National Park Service, United States Department of the Interior, abgerufen am 24. März 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Crow (Absarokee) erreichten das Gebiet des heutigen Big Horn County ebenfalls über den Bad Pass Trail und ließen sich im Bighorn Basin nieder.<ref name=":25" /> Keramiken der Crow deuten auf die Präsenz des Stammes im nördlichen Wyoming seit etwa 500 Jahren hin. Im 18. Jahrhundert teilten sich zudem die Östlichen Shoshone die Jagdgründe im Bighorn Basin mit den Flathead und den Kootenai. All diese Stämme wurden durch die Blackfeet nach Westen verdrängt. Das Bighorn Medicine Wheel auf dem Medicine Mountain ist ein klarer Beweis für die Existenz früher Kulturen. Das Medicine Wheel gilt als heiliger Ort der Prärie-Indianer und wird auf Mitte des 18. Jahrhunderts datiert.<ref name=":0" /><ref>Wyoming State Historic Preservation Office: Medicine Wheel/Medicine Mountain National Historic Landmark. Abgerufen am 27. November 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Crow hatten sich inzwischen im Bighorn Basin etabliert und waren seit Anfang des 18. Jahrhunderts ständigen Angriffen von mehreren Seiten ausgesetzt.<ref name=":25" /> Im frühen 19. Jahrhundert führten die ersten Expeditionen in die Region. Der Jäger und Kartograph George Drouillard, der wenige Jahre zuvor an der Lewis-und-Clark-Expedition teilgenommen hatte, erreichte als wohl erster Trapper das heutige Big Horn County von Norden her. 1823–24 folgte eine Expedition von Teilnehmern der Missouri Fur Company sowie 1825 eine weitere unter der Leitung von General William Henry Ashley. Ashley wurde dabei auf der Rückreise von dem von ihm organisierten, ersten Rocky Mountain Rendezvous am Henrys Fork von einer Gruppe von Blackfeet angegriffen, als er entlang des Bighorn Rivers nach Norden reiste.<ref name=":0" />

In den folgenden Jahrzehnten versuchten europäische Einwanderer oftmals vergeblich, das Bighorn Basin zu erkunden. Gewaltsame Auseinandersetzungen mit den Indigenen endeten häufig in Niederlagen, zudem gingen Vieh und Vorräte bei Flussquerungen verloren.<ref name=":6" /> In der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts wurden mehrere Verträge, die das Land im Bighorn Basin sowie im flussaufwärts gelegenen Wind River Basin betrafen, zwischen der US-Regierung und den ansässigen Stämmen geschlossen. Der Vertrag von Fort Laramie 1851 sprach den Stämmen einen Großteil des heutigen Wyomings zu.<ref name=":26">Rodney Frey: The World of the Crow Indians: As Driftwood Lodges. Hrsg.: University of Oklahoma Press. 1987, S. 29 (google.at).</ref> Den Crow wurde ein Großteil des Einzugsgebietes des Yellowstone River oberhalb der Einmündung des Powder River zugewiesen, worunter auch das Gebiet des heutigen Big Horn County fiel.<ref name=":26" /> Das gesamte Bighorn Basin wurde infolge des Vertrags den Crow überlassen, was bei den befeindeten Shoshone auf Unmut traf. Da die Shoshone jedoch aus weiter westlich gelegenen Gebieten stammten, galten sie nicht als Prärievolk und waren am Vertrag von Fort Laramie nicht beteiligt.<ref name=":6" /> Die Feindschaft zwischen den Shoshone und den Crow führte zu einigen gewalttätigen Kämpfen.<ref name=":6" /> Mit dem Vertrag von Fort Bridger im Jahr 1863 wurde den Shoshone nach Anstrengungen durch Chief Washakie rund 178.000 km² Land südlich der Wind River Range und westlich des North Platte River zugewiesen, das jedoch bereits 1868 mit Ankunft der Union Pacific Railroad auf das Gebiet im Bereich der heutigen Wind River Reservation verlegt wurde.<ref name=":6" /> Bis ins 20. Jahrhundert wurde das Reservat der Shoshone mehrfach verschoben und verkleinert. Erst mit der Verabschiedung des Indian Reorganization Act im Jahr 1934 hatten die massiven Eingriffe in das Land der indigenen Völker ein Ende.

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Ehemaliges Stammesgebiet der Crow (Absarokee) in Grün. Das Big Horn County liegt in der Bildmitte, unmittelbar südlich des heutigen Reservats der Crow (Orange).

Im Zuge des Goldrauschs in Montana etablierte sich in den 1860er-Jahren der Bozeman Trail, der das den Indigenen im ersten Vertrag von Fort Laramie zugesprochene Land durchschnitt. Die Sioux und die nördlichen Cheyenne erklärten den Planwagenzügen und schließlich dem US-Militär den Krieg, da der Bozeman Trail mitten durch ihre Jagdgründe führte. Die Crow hingegen zeigten sich freundlich und hilfsbereit gegenüber den Reisenden, obwohl auch ihr Stammesgebiet vom Bozeman Trail durchquert wurde. Zum Schutz der Goldsucher und Siedler auf dem Trail wurden im Laufe der 1860er-Jahre mehrere Forts entlang der Überlandroute errichtet. Das Fort C.F. Smith befand sich inmitten des Territoriums der Crow, wenige Kilometer von der Mündung des Bighorn Canyon entfernt. Die Crow halfen beim Bau des Forts und nutzten es später als eigenen Handelsposten. Mehrere Stammesangehörige arbeiteten als Postboten, Führer und Kundschafter und leisteten den US-Militärvermessern und Soldaten wertvolle Hilfe.<ref name=":25" /> Das Fort wurde bis in den Sommer 1868 genutzt, bevor es aufgrund anhaltender Überfälle anderer Stämme und einer Friedenspolitik der Bundesregierung geschlossen wurde. Die Kooperation und Unterstützung der Crow hinderte die Regierung nicht daran, das Reservat mit dem Vertrag von Fort Laramie 1868 auf ein rund 32.000 km² großes Gebiet in Montana südlich des Yellowstone River und östlich des 107. Längengrades zu reduzieren. Weitere Verträge im Jahr 1880 schränkten das Stammesgebiet der Crow weiter ein und verdrängten den Stamm vollständig aus dem Bighorn Basin.<ref name=":6" /> Die Crow fungierten auch in den darauffolgenden Indianerkriegen in den 1870er-Jahren weiterhin als Verbündete der Vereinigten Staaten. Sie spielten zudem eine entscheidende Rolle für den dauerhaften Friedensschluss, der nach dem Ende des Konflikts zustande kam und durch Häuptling Plenty Coups unterstützt wurde. Den Crow wurde infolgedessen ein dauerhaftes Reservat in der Region zugesichert.<ref name=":25" /> Dennoch wurde auch dieses Reservat noch zweimal verkleinert, da Siedler das Land der Crow für Viehzucht und Landwirtschaft nutzen wollten. Das heutige Crow-Indianerreservat umfasst noch rund 9000 km² und liegt fast vollständig im nördlich an das Big Horn County angrenzenden, gleichnamigen Big Horn County in Montana.<ref>Crow Reservation. In: Geographic Names Information System. United States Geological Survey, United States Department of the Interior; (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Die ersten Viehhirten siedelten sich in den 1870er-Jahren im Bighorn Basin an. Henry Clay Lovell besaß eine Herde von mehr als 25.000 Tieren, deren Weidegebiet fast das gesamte Gebirgsbecken umfasste. Der deutsche Aristokrat Otto Franc von Lichtenstein gründete im gleichen Zeitraum die Pitchfork Ranch am Greybull River.<ref name=":6" /> Er besaß rund 1200 Tiere, deren Weidegebiet vom heutigen Park County bis ins Big Horn County reichte. Der später gegründete Ort Otto wurde nach ihm benannt.<ref name=":0" /> In den darauffolgenden Jahren kamen weitere Siedler mit ihren Familien in die Region. Die meisten Siedler hielten sowohl Schafe als auch Rinder, was erste Eigentums- und Landnutzungskonflikte auslöste.<ref name=":0" /> Um 1895 kamen mormonische Siedler aus Utah im Bighorn Basin an und läuteten die Ära der Kleinbauern ein. Sie errichteten Kanäle zur Bewässerung ihrer Felder und gründeten erste Siedlungen. Hyattville wurde als eines der ersten Dörfer des heutigen Big Horn County bereits einige Jahre vor Ankunft der ersten Mormonen an den Ufern des Paint Rock Creek gegründet. Der Ort wurde zunächst nach dem Fluss als Paintrock bezeichnet, dann aber nach Samuel W. Hyatt umbenannt, einem frühen Siedler, der dort 1886 ein Geschäft eröffnete. Südwestlich von Hyattville entstand zur gleichen Zeit die Siedlung Bonanza an der Mündung des Paint Rock Creek in den Nowood River, die am Fundort einer kleinen Ölquelle gegründet wurde. Hier entstand auch die erste Zeitung des Bighorn Basin, der Big Horn Rustler, der erstmals am 1. Juni 1889 von Joseph DeBarthe herausgegeben wurde. Wie viele andere Zeitungen berichtete auch der Big Horn Rustler sensationsheischend von einem unendlichen Kohlevorrat und angeblichen Heilkräften des Bonanza-Öls.<ref name=":0" />

Gründung und frühe Jahre

Im März 1890 genehmigte die Wyoming Legislature, das Parlament des damaligen Wyoming-Territoriums, die Gründung des Big Horn County aus Teilen der Countys Fremont, Johnson und Sheridan. Das neue County wurde am 4. Januar 1897 mit der Wahl von Kommissaren und der Gründung der County-Verwaltung offiziell organisiert. Das ursprüngliche Big Horn County umfasste mit einer Fläche von rund 32.375 km² etwa ein Achtel des Staatsgebiets des Wyoming-Territoriums. Es erstreckte sich von den Bighorn Mountains nach Westen bis zur kontinentalen Wasserscheide, nach Süden bis zum Owl Creek und nach Norden bis zur Staatsgrenze zu Montana. Es umfasste somit auch den nördlichen Teil des 1872 gegründeten Yellowstone-Nationalparks. Die Stadt Basin City setzte sich in der Wahl zum County Seat des Big Horn County knapp gegen den Ort Otto durch.<ref name=":0" /> Basin City galt zu Beginn des 20. Jahrhunderts als zentraler Handelsposten für Farmer und Landwirte aus den umliegenden Flusstälern.<ref name=":3">Cassius A. Fisher: Geology and water resources of the Bighorn Basin, Wyoming. 1906, S. 64.</ref> Aufgrund der stetig wachsenden Bevölkerung wurde vorgeschlagen, das County in weitere Countys aufzugliedern. 1911 wurde das Park County im Westen gegründet, 1913 verlor das Big Horn County Teile seiner Fläche im Süden an die neu gegründeten Countys Hot Springs und Washakie. Das Big Horn County wurde nun auf rund ein Viertel seiner ursprünglichen Fläche reduziert.<ref name=":0" />

1906 wurde im Norden des Countys an der Mündung des Sage Creek in den Shoshone River der Ort Lovell offiziell gegründet, nachdem dort bereits 1888 ein Postamt eröffnet wurde. Lovell entwickelte sich im Laufe der Zeit zur größten Stadt des Countys. Südwestlich entstand im Jahr 1912 der Ort Byron am Shoshone River. Weiter nördlich im Tal des Sage Creek gründeten sich Cowley im Jahr 1907 und Deaver im Jahr 1919. Nördlich von Basin City, mittlerweile zu Basin verkürzt, entstand im Jahr 1919 Greybull am Zusammenfluss von Greybull River und Bighorn River. Etwa 30 km westlich von Greybull wurde in Germania 1899 das erste Postamt eröffnet. Der 1918 in Emblem umbenannte Ort wurde von deutschen Einwanderern gegründet. Der Ort Shell wurde im Jahr 1900 am Shell Creek in den westlichen Ausläufern der Bighorn Mountains errichtet. Die Gründung von Manderson, im Süden des Countys gelegen, erfolgte 1921.<ref name=":0" />

Datei:Spring Creek Raiders Wyoming between May and November 1909.jpg
Die fünf Angeklagten des Spring Creek Raid nach ihrer Verhaftung in Basin im Jahr 1909

Vor der Gründung des Big Horn County im Jahr 1897 gab es keine funktionierende Strafverfolgung in der Region. Auch zur Grundstücksanmeldung oder zur Erledigung rechtlicher Angelegenheiten mussten die Siedler östlich des Bighorn River über 160 Kilometer bis nach Buffalo, dem County Seat des Johnson County, zurücklegen. Die Bewohner im Fremont County westlich des Flusses mussten bis Lander eine noch größere Strecke bewältigen. Nach Gründung des Big Horn County konnten rechtliche Anliegen nun in Basin geklärt und Verbrechen verfolgt werden. Mit der Zunahme bewaffneter Konflikte zwischen Schafzüchtern und Viehhirten im Zuge der Sheep Wars im Westen der Vereinigten Staaten und den Geschehnissen des Spring Creek Raid war dies von großer Bedeutung. Der Spring Creek Raid ereignete sich am 2. April 1909 bei Ten Sleep im heutigen Washakie County, das zum Zeitpunkt des Angriffes noch zum Big Horn County gehörte. Dabei wurden drei Schafzüchter brutal ermordet, zwei weitere entführt und dutzende Schafe getötet.<ref name=":0" /> Der darauffolgende Gerichtsprozess markierte einen Wendepunkt in der Geschichte der gesamten Region.<ref name=":0" /> Zwei der sieben Täter des Spring Creek Raid sagten als Kronzeugen gegen die anderen Tatbeteiligten aus, die nach einem aufsehenerregenden Prozess im November gleichen Jahres zu Haftstrafen von drei Jahren bis zu lebenslänglicher Freiheitsstrafe verurteilt wurden. Dieses Ereignis markierte den Endpunkt des 30-jährigen Konflikts und sorgte für die Rückkehr von Recht und Ordnung in die nach wie vor abgelegene Region.<ref>Candy Moulton: Conflict on the Range. On the trail of the Colorado and Wyoming sheep and cattle wars. In: True West Magazine. 28. August 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 27. November 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Zum Zeitpunkt des Spring Creek Raid lebten Mormonen bereits seit knapp 15 Jahren im Gebiet des späteren Big Horn County. Im Frühjahr 1895 zogen etwa 100 Familien aus Utah an den Greybull River und gründeten den Ort Burlington im Westen des Countys. Zwei Jahre später lebten bereits 250 Familien in Burlington. Im Ort wurden ein Versammlungshaus und eine Schule, eine wasserbetriebene Getreidemühle und drei Sägemühlen errichtet.<ref name=":0" /> Im Februar des Jahres 1900 reiste eine Gruppe Mormonen aus Salt Lake City in das Bighorn Basin, um die Möglichkeiten der Wassergewinnung und Landwirtschaft am Shoshone River zu untersuchen.<ref name=":5">Darcee Barnes: Mormon Colonizers in Wyoming’s Bighorn Basin. In: WyoHistory.org. Wyoming Historical Society, 3. August 2015, abgerufen am 29. November 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Ein bestehendes Wasserprojekt in der Nähe von Lovell, das 1896 von der Cincinnati Canal Company begonnen worden war, wurde zwei Jahre später an den Staat Wyoming abgetreten. Charles W. Kingston, Leiter der Kirche Jesu Christi der Heiligen der letzten Tage in Wyoming, beantragte im Auftrag der Kirche eine Übertragung der Wasserrechte und Ländereien des Cincinnati-Kanals, der infolgedessen in Sidon Canal umbenannt wurde. Bis Mitte Juli 1900 waren über 400 Siedler angekommen, hatten Zelte aufgeschlagen und Gärten angelegt.<ref name=":5" /> Bald darauf begannen sie mit dem Bau des Kanals. Bereits 1899 wurde Abraham Owen Woodruff von den Kirchenbehörden in Salt Lake City zum Aufseher der Mormonenkolonien ernannt. Gegen Ende des Jahres 1900, in dem die Siedler das Sidon-Canal-Projekt vorangebracht hatten, handelte Woodruff in ihrem Namen einen Vertrag für den Bau von 27 Meilen der Strecke der Burlington Railroad von Toluca in Montana über Frannie nach Cody aus.<ref name=":0" /> Durch den Erfolg der Bewässerungsprojekte kamen bis 1905 weitere mormonische Großfamilien ins Bighorn Basin, um sich am Shoshone River anzusiedeln.<ref name=":5" /> Der rund 60 Kilometer lange Sidon-Kanal zwischen Byron und Cowley wurde schließlich im Jahr 1904 fertiggestellt und wird auch heute noch zur Bewässerung genutzt.<ref name=":5" />

Die Burlington Route

Datei:The Commercial and financial chronicle (1909) (14740442466).jpg
Streckennetz der Chicago, Burlington & Quincy Railroad im Jahr 1909. Am linken Bildrand sichtbar ist der neu errichtete Streckenabschnitt durch das Bighorn Basin bis Kirby. Veröffentlicht im Commercial & Financial Chronicle.

Nachdem Wyoming 1890 den Vereinigten Staaten beigetreten war, trieb die Chicago, Burlington & Quincy Railroad (CB&Q) den Ausbau ihres Streckennetzes im Norden des Staates voran.<ref name=":4">Gregory Nickerson: The Burlington Route: Wyoming’s Second Transcontinental Railroad. In: WyoHistory.org. Wyoming Historical Society, 8. November 2012, abgerufen am 28. November 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Das Unternehmen hatte zwei Gründe, in den Norden Wyomings zu investieren: Zum einen wollte die CB&Q Holz, Kohle und Eisen aus Wyoming auf den Märkten im Osten der Vereinigten Staaten verkaufen und eine schnelle Verbindung nach Denver und Chicago ermöglichen. Zum anderen sah die Eisenbahngesellschaft das nördliche Wyoming als Ausgangspunkt für den Bau transkontinentaler Eisenbahnstrecken in den pazifischen Nordwesten.<ref name=":4" /> Im Jahr 1894 wurde mit dem Bau der ersten Bahnstrecke nach Billings in Montana der erste Eisenbahnanschluss in der Region fertiggestellt. Die Einwohner im nördlichen Big Horn County konnten ihre Waren nun auf einer kürzeren und leichter zu befahrenden Route transportieren. Der Bau der Zweiglinie 1901 über Frannie im heutigen Big Horn County bis Cody machte die Reise nach Billings jedoch obsolet. Doch auch die Strecke Toluca–Cody war für einen Großteil der Bewohner des Bighorn Basin nur schlecht erreichbar und brachte wenige Vorteile für die Region. Erst im Oktober 1905 wurde mit dem Bau einer Strecke durch das eigentliche Bighorn Basin begonnen, die eine Verbindung zur Strecke entlang des North Platte River im Südosten Wyomings zum Ziel hatte. Die als Big Horn Railroad bekannte Eisenbahnlinie zweigte in Frannie vom bestehenden Streckennetz ab und führte entlang des Bighorn River durch das gesamte heutige Big Horn County. Der Bau der Linie endete im September 1907 in Kirby, nördlich von Thermopolis.<ref name=":4" /> Rund 13 km nördlich von Basin wurde ein Frachtterminal errichtet, an dem später die Stadt Greybull entstand.<ref name=":0" /> Nun war es den Landwirten und Viehzüchtern problemlos möglich, ihre Waren auf den Markt zu bringen. Primär der Anbau von Zuckerrüben profitierte durch den Ausbau der Bahnstrecke, da die Bauern ihre Ernte zuvor bis zur Great Western Sugar Company nach Billings transportieren mussten.<ref name=":0" />

Um den Verkehr zu stärken und die Einnahmen zu erhöhen, betrieb die Chicago, Burlington & Quincy Railroad ein Einwanderungsbüro, das Siedler in die Region bringen sollte. Zwischen 1906 und 1913 kamen etwa 8000 Familien in das Bighorn Basin, um in den bewässerten Flusstälern im Becken Land zu beziehen. Die Eisenbahngesellschaft stellte der University of Wyoming zudem Gelder zur Verfügung, um Trockenfeldbaumethoden zu fördern, die an das semi-aride Klima des Staates angepasst waren.<ref name=":4" /> Die weitere Strecke der Big Horn Railroad von Kirby bis Casper wurde aufgrund von Verzögerungen durch den Bau von Tunneln im Wind River Canyon erst im Oktober 1913 fertiggestellt.<ref name=":6" /> Mit der Zunahme des Autoverkehrs und dem Ausbau des Straßennetzes verloren die Eisenbahnstrecken nach dem Zweiten Weltkrieg an Bedeutung. Der Personenverkehr wurde 1967 eingestellt, die Strecken jedoch weiterhin zum Transport von Kohle genutzt.<ref name=":4" />

Wirtschaftlicher Aufschwung

Datei:CCC Camp BR-7, Shoshone Project, Lovell, Wyoming, Part of BR-7 Motor equipment in the CCC Parade at Lovell, Wyoming. - NARA - 293512.jpg
Autoparade des Civilian Conservation Corps Camp BR-7 in Lovell, ca. 1938. Das CCC war von 1933 bis 1942 in Wyoming tätig.<ref>Kerry Drake: Hard Times and Conservation: the CCC in Wyoming. In: Wyohistory.org. Wyoming Historical Society, 29. Mai 2016, abgerufen am 22. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Die Ölreserven in Bonanza erwiesen sich trotz des anfänglichen Aufsehens als wenig ergiebig und wurden zunächst vernachlässigt. Erst ab 1951 wurde hier in großen Mengen Öl gefördert. Bis Ende 1956 entstanden 40 Bohrlöcher, aus denen allein in diesem Jahr mehr als fünf Millionen Barrel Erdöl gewonnen wurden. Eine erste Erdgasquelle wurde 1905 bei Byron entdeckt, Unwissenheit über die kommerziellen Möglichkeiten von Erdgas führte jedoch zunächst dazu, dass das Gas angezündet und brennen gelassen wurde. Edward E. Jones, der Besitzer des Landes, auf dem die erste Gasquelle gefunden wurde, zeigte zunehmendes Interesse an der Gasgewinnung und begann 1906 mit Bohrungen an der Quelle.<ref name=":0" /> Weitere Explorationen in den Folgejahren führten zu großflächiger Förderung, bei der weitere oberflächennahe Ölquellen gefunden wurden. Dies deutete auf die Existenz eines großen Reservoirs an Öl und Gas in der Region hin und ließ das Interesse an der Rohstoffgewinnung steigen. 1907 wurden bei Greybull Ölfelder entdeckt; im Torchlight Dome Oil Field wurden Bohrlöcher gebohrt und mit der Förderung begonnen. Weitere Förderanlagen im gesamten Bighorn Basin folgten. Man baute Raffinerien und errichtete Erdölpipelines, die Cowley, Greybull, Lovell und Thermopolis miteinander verbanden. In Kombination mit den bereits existierenden Eisenbahnlinien konnte die florierende Ölindustrie zum wirtschaftlichen Aufschwung der gesamten Region beitragen.<ref name=":0" /> Mit dem Bau der ersten Straßenverbindung durch den Wind River Canyon konnte das nach wie vor isolierte Gebirgsbecken ab 1924 auch von Süden besser erreicht werden.<ref name=":0" /> Nichtsdestotrotz blieb der Agrarsektor in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts weiterhin von großer Bedeutung und erzielte höhere Bruttoeinnahmen als die Öl- und Gasindustrie; 1950 erwirtschaftete der Landwirtschaftssektor im Bighorn Basin mehr als 30 Millionen US-Dollar.<ref name=":0" /> Die Einnahmen durch Öl und Gas beliefen sich auf lediglich 13 Millionen Dollar. Neben der Förderung von Öl und Gas wurden im Big Horn County Kohle, Schwefel, Schiefer und Bentonit abgebaut. Allein von 1951 bis 1956 wurden rund 466.000 Tonnen Bentonit in der Mühle der Magnet Cove Barium Corporation bei Greybull abgebaut. Die Mühle ist auch heute noch in Betrieb.<ref name=":0" /> In Lovell, das sich zu einem wichtigen Standort für die Verarbeitung von Schiefer etablierte, hat auch Bentonit heute noch eine große wirtschaftliche Bedeutung. Außerdem ist die Zuckerrübenverarbeitungsanlage, die mittlerweile als Western Sugar Cooperative bekannt ist, noch heute in Lovell in Betrieb.<ref name=":0" />

Der Bau der Yellowtail-Talsperre im südlichen Montana im Jahr 1967 sicherte die Strom- und Wasserversorgung auch für die Bevölkerung im Big Horn County. Durch den Bau des Damms wurde der Bighorn Canyon geflutet, der ein Jahr später unter Schutz gestellt wurde.<ref name=":6" /> Die Bighorn Canyon National Recreation Area wird vom National Park Service verwaltet und zieht heute jährlich mehr als 200.000 Besucher an.<ref name=":0" />

Demographie

Bevölkerungsentwicklung<ref>Daten auf Population.us. Abgerufen am 8. Dezember 2024</ref>
Census Einwohner ± rel.
1900 4.328
1910 8.886 105,3 %
1920 12.105 36,2 %
1930 11.222 −7,3 %
1940 12.911 15,1 %
1950 13.176 2,1 %
1960 11.898 −9,7 %
1970 10.202 −14,3 %
1980 11.896 16,6 %
1990 10.525 −11,5 %
2000 11.461 8,9 %
2010 11.668 1,8 %
2020 11.521 −1,3 %

Bevölkerungsentwicklung

Die größten Bevölkerungszuwächse im Big Horn County vollzogen sich in den Jahren nach der Gründung des Countys. Bei der ersten Volkszählung im Jahr 1900 lebten 4.328 Menschen im County, innerhalb von zehn Jahren verdoppelte sich diese Zahl etwa auf 8.886 Einwohner. Die Einwohnerzahl stieg bis 1920 auf über 12.000 an und erreichte nach einem kleinen Rückgang in den 1930er-Jahren ihren Höhepunkt um 1950, als mehr als 13.000 Personen im County lebten. In den Folgejahren ging die Bevölkerung leicht zurück und hat sich im 21. Jahrhundert auf einen Wert zwischen 11.000 und 12.000 eingependelt.<ref>Population of Big Horn County. In: Population.us. 2016, abgerufen am 8. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Insgesamt hat das County im landesweiten Vergleich nur geringe Schwankungen in seiner Bevölkerungszahl erlebt. Der fehlende Bevölkerungszuwachs hat jedoch unter anderem zu einer verlangsamten wirtschaftlichen Entwicklung und begrenzter Verfügbarkeit an Wohnungen im County geführt.<ref>Big Horn County Economic Development Plan. S. 34 (bighorncountywy.gov [PDF]).</ref> Ein Großteil der Bevölkerungsveränderungen in den letzten Jahrzehnten geht auf die Summe von Ein- und Auswanderung zurück; die Zahl der Geburten und Todesfälle ist einigermaßen konstant geblieben.<ref>Big Horn County Economic Development Plan. S. 35 (bighorncountywy.gov [PDF]).</ref>

Bevölkerungsstruktur

Datei:USA Big Horn County, Wyoming age pyramid.svg
Alterspyramide des Big Horn County (Stand 2000)

Zur Volkszählung im Jahr 2020 lebten im Big Horn County 11.521 Menschen.<ref name=":11" /> Es gab 4262 Haushalte, in jedem Haushalt lebten im Schnitt 2,68 Personen. Die Bevölkerungsdichte betrug 0,71 Einwohner pro Quadratkilometer.<ref name=":12" /> Weiße stellen, wie allgemein in Wyoming, mit 94,7 % die mit Abstand stärkste Bevölkerungsgruppe dar. Weiterhin lebten im County 0,9 % Afroamerikaner, 1,9 % amerikanische Ureinwohner, 0,6 % Asiaten und 0,1 % Bewohner aus dem pazifischen Inselraum. 1,8 % der Einwohner stammten von zwei oder mehr ethnischen Gruppen ab. 9,7 % der Bevölkerung waren spanischer oder lateinamerikanischer Abstammung.<ref name=":11" /> Dieser Mangel an ethnischer Diversität – nicht-weiße Bevölkerungsgruppen sind im County deutlich unterrepräsentiert – kann zu einer geringeren Lebensqualität führen und zur Folge haben, dass sich nicht-weiße oder hispanische Personen angesichts der eher homogenen Bevölkerung gegen eine Zuwanderung ins Big Horn County entscheiden.<ref>Big Horn County Economic Development Plan. S. 39 (bighorncountywy.gov [PDF]).</ref>

Weiterhin gaben 787 Einwohner an, Veteranen zu sein. 3,4 % der Einwohner des Big Horn County wurden außerhalb der Vereinigten Staaten geboren. 7,8 % gaben an, zu Hause eine andere Sprache als Englisch zu sprechen.<ref name=":12" /> Eine signifikante Anzahl der Einwohner des Countys gibt an, westeuropäische Vorfahren zu haben, vor allem aus Deutschland (27 %), England (21 %), Irland (11 %) und Schottland (7 %).<ref>Big Horn County Economic Development Plan. S. 41 (bighorncountywy.gov [PDF]).</ref>

In 29 % der 4.262 Haushalte lebten Kinder und Jugendliche unter 18 Jahren. In 55 % der Haushalte lebten verheiratete, zusammenlebende Paare, 2,7 % waren alleinerziehende Mütter.<ref name=":10">2024 County Profiles. In: Wyoming Administration & Information. Abgerufen am 8. Dezember 2024.</ref> 29,3 % waren Singlehaushalte und in 37,7 % lebten Menschen im Alter von 65 Jahren oder darüber. Die Durchschnittshaushaltsgröße betrug 2,6 und die durchschnittliche Familiengröße lag bei 3,25 Personen.<ref name=":10" /> Auf das gesamte County bezogen setzte sich die Bevölkerung zusammen aus 23,6 % Einwohnern unter 18 Jahren, 54,3 % zwischen 18 und 65 Jahren und 22,1 % waren 65 Jahre alt oder darüber. Der Altersmedian betrug 40,9 Jahre und lag damit leicht über dem des Bundesstaates Wyoming.<ref name=":10" /> Im Norden des Big Horn County ist der Anteil der jüngeren Personen deutlich höher, hier beträgt der Altersmedian 37,7 Jahre. Im südlichen Teil des Countys liegt er hingegen bei 48,2 Jahren.<ref>Big Horn County Economic Development Plan. S. 37 (bighorncountywy.gov [PDF]).</ref> 48,5 % der Personen waren weiblich, 51,5 % männlich.<ref name=":12" /> Entsprechend der älteren Bevölkerung im Süden des Countys ist hier auch der Anteil der weiblichen Personen mit 53,4 % signifikant höher.<ref>Big Horn County Economic Development Plan. S. 36 (bighorncountywy.gov [PDF]).</ref>

Das jährliche Durchschnittseinkommen pro Haushalt lag mit 61.262 US-Dollar deutlich unter dem in Wyoming (72.419 US-Dollar), das Durchschnittseinkommen einer Familie betrug 80.742 USD (Stand: 2022).<ref name=":11">Big Horn County, Wyoming. In: data.census.gov. United States Census Bureau, abgerufen am 8. Dezember 2024.</ref> Das Pro-Kopf-Einkommen betrug 29.746 USD.<ref name=":12">QuickFacts: Big Horn County, Wyoming. In: census.gov. United States Census Bureau, abgerufen am 8. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 11,1 % der Bevölkerung lebten unterhalb der Armutsgrenze.<ref name=":11" /> 18,8 % gaben an, keine Krankenversicherung zu besitzen.<ref name=":12" />

Ergebnisse der Präsidentschaftswahlen<ref>David Leip: Atlas of US Presidential Elections. In: uselectionatlas.com. Abgerufen am 9. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Jahr Demokraten Republikaner
2024 12,94 % 742 84,86 % 4.867
2020 13,70 % 788 83,55 % 4.806
2016 11,36 % 604 76,49 % 4.067
2012 16,30 % 868 80,48 % 4.285
2008 20,87 % 1.108 76,18 % 4.045
2004 18,17 % 960 80,11 % 4.232
2000 20,41 % 1.004 75,64 % 3.720
1996 29,72 % 1.438 58,30 % 2.821
1992 25,54 % 1.216 46,54 % 2.216
1988 30,73 % 1.469 68,16 % 3.258
1984 22,37 % 1.175 76,51 % 4.019
1980 23,21 % 1.212 71,01 % 3.709
1976 34,08 % 1.618 65,66 % 3.117
1972 24,40 % 1.049 75,44 % 3.244
1968 27,77 % 1.201 64,07 % 2.771
1964 50,21 % 2.690 49,79 % 2.668
1960 37,21 % 2.044 62,79 % 3.449
1956 34,99 % 1.813 65,01 % 3.369
1952 31,23 % 1.755 68,67 % 3.859
1948 49,14 % 2.370 50,36 % 2.429
1944 46,53 % 2.314 53,47 % 2.659
1940 47,38 % 2.594 52,22 % 2.859
1936 60,28 % 3.156 38,12 % 1.996
1932 47,32 % 2.155 51,15 % 2.334
1928 25,95 % 933 73,58 % 2.646
1924 12,36 % 459 54,45 % 2.023
1920 33,01 % 1.082 65,80 % 2.157
1916 53,92 % 1.493 44,75 % 1.239
1912 30,83 % 691 35,43 % 794
1908 37,66 % 1.648 60,28 % 2.638
1904 27,11 % 751 70,83 % 1.962
1900 36,23 % 479 63,77 % 843
1896 51,57 % 591 46,95 % 538

Politik

Ebenso wie der Bundesstaat Wyoming sowie ein Großteil der bevölkerungsarmen Countys der Rocky-Mountain-Region ist das Big Horn County eine Hochburg der Republikanischen Partei. Bei den Präsidentschaftswahlen gewann – mit Ausnahme der Wahlen 1896 sowie denen in den Jahren 1916, 1936 und 1964 – stets der Kandidat der Republikaner. Bei der Wahl 1964 – dem gemessen am Popular Vote größten Wahlsieg der Demokratischen Partei aller Zeiten – konnte der demokratische Kandidat Lyndon B. Johnson im Big Horn County nur knapp gegen den republikanischen Herausforderer Barry Goldwater gewinnen. Seitdem siegten immer die Republikaner, seit der Wahl 2000 mit stets mehr als 75 % der Stimmen. Bei der Wahl 2024 stimmten rund 85 % der Wähler für Donald Trump, während Kamala Harris nur rund 13 % der Stimmen bekam.<ref>David Leip: 2024 Presidential General Election Results - Wyoming: Big Horn County. In: uselectionatlas.com. Abgerufen am 9. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Bei den Gouverneurswahlen stimmte das Big Horn County zuletzt 2006 für einen Kandidaten der Demokraten. Dave Freudenthal konnte bei dieser Wahl jedes County in Wyoming gewinnen. Seither wählte das County bei den Gouverneurswahlen stets republikanisch, zuletzt 2022 für Mark Gordon.<ref>Wyoming gubernatorial election, 2022. In: ballotpedia.org. Abgerufen am 9. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Im Repräsentantenhaus von Wyoming wird das Big Horn County aktuell (Stand 2025) durch die Republikaner Dalton Banks (26. Wahldistrikt), Martha Lawley (27. Wahldistrikt) und John R. Winter (28. Wahldistrikt) vertreten.<ref>Current House Statistics. Wyoming Legislature, abgerufen am 26. März 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Senat von Wyoming vertreten Ed Cooper und Dan Laursen, beide ebenfalls von der Republikanischen Partei, den 19. sowie den 20. Senatsdistrikt Wyomings, die Teile des Big Horn County umfassen.<ref>Current Senate Statistics. Wyoming Legislature, abgerufen am 26. März 2025.</ref> Die Wahldistrikte für das Repräsentantenhaus und den Senat von Wyoming umfassen Gebiete mit mindestens 9.000 bzw. 17.000 Einwohnern und richten sich seit 1992 nicht mehr nach den County-Grenzen.<ref>Legislative Service Office. In: wyoleg.gov. Wyoming Legislature, abgerufen am 9. Dezember 2024.</ref>

Verwaltung und Finanzen

Als zentrales Verwaltungs- und Entscheidungsgremium und damit wichtigste Steuerungsinstanz des Countys fungiert das Big Horn County Board of Commissioners. Das Board bestimmt den Haushalt des Countys, zudem genehmigt es Ausgaben und Zahlungen und kontrolliert die Einnahmen und Ausgaben des Countys. Das Gremium besteht aus drei Mitgliedern, die im Rahmen der General Election auf eine Amtszeit gewählt werden. Aktuell (Stand 2025) sind dies Deb Craft (Commission Chairman) sowie Bruce H. Jolley und Dave Neves.<ref>Commissioners. In: bighorncountywy.gov. Abgerufen am 6. Dezember 2025.</ref> Das Gremium trifft sich an jedem ersten und dritten Dienstag des Monats zu einer öffentlichen Sitzung in Basin; die Tagesordnungen und Protokolle sind auf der Website des Countys abrufbar.<ref>Minutes. In: bighorncountywy.gov. Abgerufen am 6. Dezember 2025.</ref> Neben dem Gremium gibt es diverse Abteilungen und Ämter, die verschiedene Verwaltungsaufgaben übernehmen. Dazu gehören etwa Wählerregistrierung, Fahrzeug- und Steuerverwaltung, Land- und Raumplanung sowie die öffentliche Gesundheit.<ref>Departments. In: bighorncountywy.gov. Abgerufen am 6. Dezember 2025.</ref>

Der aktuelle Finanzplan des Haushaltsjahres 2025/26 weist ein Gesamtbudget von rund 32,3 Millionen US-Dollar aus.<ref>2025-2026 Approved Budget. In: bighorncountywy.gov. 10. Juli 2025, abgerufen am 6. Dezember 2025.</ref> Damit stehen dem County 17,7 Millionen US-Dollar weniger zur Verfügung als im Vorjahr und bis zu 44,4 Millionen weniger als in früheren Jahren. Die verschiedenen Abteilungen des County Board of Commissioners wurden gebeten, das Budget im Vergleich zum Vorjahr um 10 % zu kürzen. Zur Abmilderung des Haushaltsdefizits wurden 402.000 US-Dollar aus den general fund reserves des Countys entnommen.<ref>Decrease in valuation leads to smaller 2025-26 budget. In: Basin Republican Rustler. 17. Juli 2025, abgerufen am 6. Dezember 2025.</ref> Im Vergleich zu anderen Countys in Wyoming bezieht das Big Horn County einen relativ hohen Anteil (35 %) seiner Einnahmen aus staatlichen Zuschüssen und föderalen Zahlungen. Der Anteil der lokalen Steuern liegt mit ebenfalls 35 % deutlich unter dem County-Durchschnitt in Wyoming (52 %).<ref name=":22">A Big Horn County Profile: Socioeconomics. (PDF) In: wyo-wcca.org. Big Horn County Board of County Commissioners, August 2017, S. 9, abgerufen am 6. Dezember 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 21 % der Einnahmen kommen von Subventionen des Bundes – deutlich mehr als im landesweiten Durchschnitt (6 %).<ref name=":22" />

Wirtschaft und Infrastruktur

Wirtschaft

Das Big Horn County selbst gibt die Förderung von Öl und Gas, den Bentonitabbau, Landwirtschaft, Viehzucht sowie den Tourismus als bedeutendste Wirtschaftszweige an.<ref>Welcome to Big Horn County. In: bighorncountywy.gov. Abgerufen am 14. Dezember 2024.</ref> Insgesamt sind im County 4.095 Personen beschäftigt. 65,8 % arbeiten im Privatsektor, 34,2 % sind Regierungsangestellte – deutlich mehr, als im landesweiten Durchschnitt. 1.346 Personen oder 32,9 % der Berufstätigen arbeiten dabei in der Kommunalverwaltung, in Schulen oder Krankenhäusern. 454 Personen (11,1 %) der Menschen sind im Bergbau oder Rohstoffabbau tätig. 315 Personen (7,7 %) haben Bauberufe inne, 320 Menschen (7,8 %) arbeiten im verarbeitenden Gewerbe. Im Einzelhandel arbeiten 254 Personen (6,2 %), im Freizeit- und Gastgewerbe sind 284 Menschen (6,9 %) tätig. 311 Personen (7,6 %) arbeiten in professionellen oder geschäftlichen Dienstleistungen. In der Land- und Forstwirtschaft sind lediglich 143 Personen (3,5 %) beschäftigt.<ref name=":10" />

Datei:Livestock BL 01 (38844625152).jpg
Viehweidewirtschaft im östlichen Bighorn Basin

1.545 Menschen mit Wohnsitz im Big Horn County pendeln zum Arbeiten in ein benachbartes County, davon 488 (31,6 %) ins westlich gelegene Park County, das mit Cody und Powell die Bevölkerungszentren des Bighorn Basin aufweist. 141 Menschen (9,1 %) pendeln ins Washakie County, 104 (6,7 %) ins Natrona County und 96 (6,2 %) ins Laramie County. 1.315 Menschen aus benachbarten Countys arbeiten im Big Horn County, mit 526 Personen (40,0 %) kommen die meisten Pendler ebenfalls aus dem Park County. 131 Personen (10,0 %) pendeln aus dem Washakie County ins Big Horn County. Die Anzahl der Auspendler liegt somit über der der Einpendler.<ref name=":10" />

Im Big Horn County werden seit Jahrzehnten große Mengen an Erdöl und Erdgas gefördert. In den 1880er-Jahren wurde erstmals Öl innerhalb des Bighorn Basin entdeckt, das aus einer Quelle an der Bonanza-Antiklinale sickerte. Seitdem wurde Öl aus mehr als 125 Ölfeldern im Becken und aus mehr als 30 Lagerstätten gefördert, deren Alter vom Kambrium bis zum Paläozän reicht. Sieben dieser Felder gehören zu den zehn meistproduzierenden Ölfeldern in Wyoming.<ref name=":2" /> Das geförderte Öl und Gas wird über Pipelines vorrangig nach Süden transportiert.<ref name=":24">Interaktive Karte der Pipelines in Wyoming. In: Wyoming Pipeline Corridor Initiative. Enhanced Oil Recovery Institute, abgerufen am 5. Februar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Bereits 1927 errichtete die Big Horn Gas Company die erste größere Gaspipeline, die von den Gasfeldern im Park County nach Greybull und Basin führte.<ref>Tom Mast: Oil to Market: A History of Pipelines in Wyoming. In: WyoHistory.org. Wyoming Historical Society, 19. Dezember 2014, abgerufen am 5. Februar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Die Haupterdölleitung verläuft heute von den Ölfeldern im nördlichen Teil des Countys über Lovell und Basin nach Süden und weiter durch das Wind River sowie das Green River Basin bis zum Pipelineknotenpunkt in Green River im Sweetwater County. Einige Seitenleitungen verbinden die Hauptleitung mit den Ölfeldern bei Byron sowie denen westlich des Bighorn River. Eine weitere Hauptleitung verläuft parallel durch das Park County und trifft im Hot Springs County auf die Pipeline nach Green River.<ref name=":24" /> Trotz noch vorhandener Lagerbestände geht die Erdölförderung in den letzten Jahrzehnten zurück. Die zukünftige Ölproduktion wird von dem Erfolg sekundärer und tertiärer Förderungsmethoden abhängen.<ref name=":2" />

Tourismus

Datei:-mypubliclandsroadtrip 2016- Take the Backroads, Red Gulch, Alkali National Back Country Byway (28069207912).jpg
Der Red Gulch/Alkali Scenic Backway führt auf unbefestigten Straßen durch die westlichen Ausläufer der Bighorn Mountains.

Der Tourismus im Big Horn County gewinnt an Bedeutung, nimmt allerdings im regionalen Vergleich dennoch eine eher untergeordnete Rolle ein. Die Ausgaben im Tourismussektor im Jahr 2023 beliefen sich auf 40,1 Millionen US-Dollar.<ref name=":15">2024 Great American West Annual Report – The Economic Impact of Travel in Wyoming. In: Wyoming Office of Tourism Industry. April 2024, S. 33–36, abgerufen am 14. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Damit liegt das Big Horn County deutlich unter dem Durchschnitt der Countys in Wyoming. Im Vergleich zu anderen Countys sind die Ausgaben nur leicht gestiegen, von 28,4 Millionen US-Dollar im Jahr 2014 auf 40,1 im Jahr 2023. Das Einkommen durch den Tourismus betrug 2023 7,9 Millionen US-Dollar.<ref name=":15" /> Im Big Horn County gibt es 353 Jobs in der Tourismusbranche, damit liegt das County auf dem siebtletzten Platz in Wyoming. Waren es 2019 noch 400 Jobs, geht die Anzahl seither stetig zurück.<ref name=":15" /> 2023 gab es im Big Horn County 257.400 Übernachtungen bei 101.000 Übernachtungsgästen, was jeweils leichten Zunahmen im Vergleich zum Vorjahr entspricht.<ref name=":16">2024 Great American West Annual Report – The Economic Impact of Travel in Wyoming. In: Wyoming Office of Tourism Industry. April 2024, S. 45–49, abgerufen am 14. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Schnitt gab eine Person 114 US-Dollar pro Tag und 291 US-Dollar pro Aufenthalt aus.<ref name=":17">2024 Great American West Annual Report – The Economic Impact of Travel in Wyoming. In: Wyoming Office of Tourism Industry. April 2024, S. 114, abgerufen am 14. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Diese Werte liegen weit unter dem County-Durchschnitt des Staates Wyoming. Im benachbarten Park County – das bedingt durch den Yellowstone-Nationalpark eines der touristischen Zentren Wyomings darstellt – gab es 2023 beispielsweise 2.617.700 Übernachtungen bei 984.900 Übernachtungsgästen, von denen jeder im Schnitt 480 US-Dollar pro Aufenthalt ausgab.<ref name=":17" /> Die durchschnittliche Reisegruppengröße im Big Horn County betrug 2,4 Personen, ein Besucher blieb im Schnitt 2,5 Tage.<ref name=":16" />

Datei:Cross Country Ski Trail - Setting corduroy and classic tracks.jpg
Präparierte Loipe im Bighorn National Forest

Im Big Horn County gibt es mehrere Scenic Byways, die allesamt im Osten des Countys verlaufen. Der U.S. Highway 14 zwischen Greybull und Burgess Junction im Sheridan County verläuft als Bighorn Scenic Byway auf 93 Kilometer Länge durch die Bighorn Mountains. Von Burgess Junction führt der U.S. Highway 14Alt als Medicine Wheel Passage Scenic Byway durch die nördlichen Gebirgsausläufer nach Westen. Der rund 55 Kilometer lange Red Guch/Alkali Scenic Backway führt vom Wyoming Highway 31 bei Hyattville auf den unbefestigten County Roads 1111 und 1109 durch das Hinterland des Bighorn Basin bis zum U.S. Highway 14 bei Shell und erschließt unter anderem die Medicine Lodge State Archaeological Site sowie die Red Gulch Dinosaur Tracksite.<ref name=":18"></ref> Durch die zentralen Bighorn Mountains führt der als Cloud Peak Skyway Scenic Byway ausgeschriebene U.S. Highway 16 im Verlauf von Buffalo über den Powder River Pass bis Ten Sleep. Am Meadowlark Lake verläuft er für wenige Kilometer durch das Big Horn County.<ref name=":18" /><ref>Big Horn Mountains and Bighorn National Forest Wyoming. In: Bighornmountains.com. Abgerufen am 14. Dezember 2024.</ref>

Zu den wichtigsten Tourismusdestinationen gehört die Bighorn Canyon National Recreation Area, die jährlich von mehr als 200.000 Menschen besucht wird.<ref>Annual Park Recreation Visits – Bighorn Canyon NRA. In: NPS Stats. National Park Service, U.S. Department of the Interior, abgerufen am 14. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Weitere Ziele sind der Bighorn National Forest, die Cloud Peak Wilderness oder das Medicine Wheel. Zudem liegt das County auf dem Weg beliebter Reiserouten zum Yellowstone-Nationalpark.<ref>Harry Wade: Bighorn Mountains: The Best Road Trip Route to Yellowstone. In: visitusaparks.com. 24. März 2018, abgerufen am 14. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Die Bighorn Mountains gelten als beliebte Urlaubsdestination in den Wintermonaten, der Winter- und Skitourismus spielt im Big Horn County selbst allerdings eine eher untergeordnete Rolle. Mit der Meadowlark Ski Lodge an der Grenze zum Washakie County sowie dem Antelope Butte Ski Resort am U.S. Highway 14 nordöstlich von Shell gibt es zwei kleinere Skigebiete, die mit jeweils drei Skiliften und insgesamt 30 Pistenkilometern aufwarten.<ref>Ski Resort Meadowlark Ski Lodge. In: skiresort.info. Abgerufen am 6. Februar 2025.</ref><ref>Ski Resort Antelope Butte. In: skiresort.info. Abgerufen am 6. Februar 2025.</ref> Mit fast 500 Kilometern an präparierten Loipen stellen die Bighorn Mountains ein bekanntes Ziel für Touren mit Schneemobilen dar. Von verschiedenen Unterkünften und buchbaren Lodges werden Schneemobilfahrten im Bighorn National Forest angeboten.<ref>Sled Wyoming - Snowmobile Tours & Rentals in the Bighorn Mountains. Abgerufen am 6. Februar 2025 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Zudem sind die Bighorn Mountains bei Skitourengängern und Snowboardern beliebt.<ref>Winter Recreation: Skiing & Snowboarding. In: bighornmountains.com. Abgerufen am 6. Februar 2025.</ref>

Verkehr

Datei:WYO-789, US-310 NW of Greybull, Wyoming.jpg
WYO-789/US-310 nordwestlich von Greybull

Wie ein Großteil der Countys in Wyoming hat auch das Big Horn County keinen Interstate-Anschluss. Die Interstate 90 führt östlich der Bighorn Mountains in den Countys Johnson und Sheridan in nördliche Richtung. Die überwiegend in Süd-Nord sowie in West-Ost-Richtung verlaufenden U.S. und State Highways bilden die wichtigsten Verkehrsachsen. Das Straßennetz des Big Horn County umfasst etwa 2130 Kilometer.<ref name=":10" /> Davon sind 650 Kilometer Bundesstraßen (U.S. Highways), 468 Kilometer Staatsstraßen (State Highways) und 895 Kilometer County Roads.<ref name=":10" /> Längste Straße im County ist der Wyoming Highway 789, der auf 128 Kilometern von der Süd- bis zur Nordgrenze des Countys verläuft. Er führt gebündelt mit dem U.S. Highway 16 und dem U.S. Highway 20 über Manderson und Basin bis Greybull, folgt dann wenige Kilometer dem U.S. Highway 14 und verläuft mit dem U.S. Highway 310 über Lovell, Cowley, Deaver und Frannie bis zur Staatsgrenze zu Montana. Wichtigste Ost-West-Verkehrsachsen sind der über den Granite Pass in den Bighorn Mountains nach Westen verlaufende U.S. Highway 14 sowie dessen Alternativroute US-14Alt, die weiter nördlich, ebenfalls aus den Bighorn Mountains kommend, durch das Bighorn Basin nach Westen führt, bei Lovell auf gemeinsamer Trasse mit WYO-789 und US-310 verläuft und über Byron in Richtung Powell im Park County führt. Der Wyoming Highway 32 verbindet US-14 und US-14Alt im äußersten Westen des Countys, der Wyoming Highway 30 bietet Anschluss nach Burlington und Otto.<ref name=":14" /> Der Wyoming Highway 31 verläuft als Stichstraße nach Hyattville. 2018 waren im County 20.364 Fahrzeuge zugelassen.<ref name=":10" />

Datei:Fairchild C-119F Flying Boxcar (8313488022).jpg
Eine Fairchild C-119 auf dem South Big Horn County Airport bei Greybull

Regional- und Fernstraßen im Big Horn County:

Einen öffentlichen Personennahverkehr gibt es im Big Horn County nicht. Im Fernbusverkehr werden Basin und Greybull vom Unternehmen Express Arrow bedient, das einmal pro Woche in beide Richtungen auf der Strecke CheyenneShoshoniBillings fährt.<ref>Express Arrow Route Schedules - Plan Your Trip. In: Express Arrow. Abgerufen am 13. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Der Personenverkehr auf der Schiene wurde bereits 1967 eingestellt (siehe Burlington Route im Abschnitt Geschichte).

Mit dem South Big Horn County Airport nordwestlich von Greybull und dem North Big Horn County Airport nordöstlich von Cowley verfügt das County über zwei Flugplätze für die allgemeine Luftfahrt.<ref>Big Horn County Airports. In: Big Horn County. Abgerufen am 10. Dezember 2024.</ref> Der South Big Horn County Airport dient zudem als Stützpunkt für Löschflugzeuge bei der Bekämpfung von Waldbränden im Norden Wyomings. Nächstgelegener Verkehrsflughafen ist der Yellowstone Regional Airport bei Cody im Park County.<ref>Yellowstone Regional Airport, Cody, Wyoming. Abgerufen am 22. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Bildung und Gesundheit

Schulen im Big Horn County (Stand Schuljahr 2023/24)<ref>List of school districts in Wyoming. In: ballotpedia.org. Abgerufen am 15. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Schulart Anzahl Schüler
Elementary School 5 1.077
Middle School 4 593
High School 4 840
Middle/High School 1 126
Schuldistrikt
School District 1 6 1.247
School District 2 3 696
School District 3 3 461
School District 4 2 232
Gesamt 14 2.669

Das Schulangebot wird durch vier unabhängige Schuldistrikte abgedeckt.<ref name=":19" /> Der die Gemeinden Burlington, Byron, Cowley, Deaver, Frannie und Otto umfassende School District Number 1 beherbergt insgesamt sechs Schulen, die von rund 1.200 Schülern besucht werden. Während Lovell einen eigenen Schuldistrikt (Number 2) bildet, zählen Greybull, Emblem und Shell zum School District Number 3. Der vierte Distrikt umfasst die Gemeinden Basin, Hyattville, Manderson und Meadow Lark Lake. Insgesamt gibt es im Big Horn County jeweils fünf Grund-, Mittel- und weiterführende Schulen.<ref name=":19">State of Wyoming – School Districts. Wyoming Department of Revenue, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 15. Dezember 2024.</ref> Zum Schuljahr 2023/24 besuchten insgesamt 2.636 Schüler eine der Schulen im County. Die Rocky Mountain High School in Cowley ist mit 404 Schülern im Schuljahr 2023/24 die größte Schule im County.<ref name=":19" /> Höhere Bildungseinrichtungen finden sich mit dem Northwest College in Powell und dem Sheridan College in Sheridan lediglich außerhalb des Countys; die nächstgelegene Universität ist die Montana State University Billings im südlichen Montana. Das Big Horn County Library System unterhält insgesamt fünf öffentliche Bibliotheken in den Orten Basin, Greybull, Lovell, Deaver und Frannie.<ref>Big Horn County Wyoming Library System. Abgerufen am 16. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Am U.S. Highway 20 zwischen Basin und Greybull liegt mit Three Rivers Health, ehemals bekannt als South Big Horn County Hospital, das einzige Krankenhaus des Countys.<ref>Three Rivers Health | Big Horn County, Wyoming. Abgerufen am 18. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> In Basin befindet sich mit dem Wyoming Retirement Center zudem ein vom Wyoming Department of Health unterhaltenes Pflegeheim.<ref>Wyoming Retirement Center. Abgerufen am 16. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Medien

Wichtigste regionale Wochenzeitung im County mit einer Auflage von rund 2000 Exemplaren ist der Lovell Chronicle.<ref>Lovell Chronicle. Abgerufen am 16. Dezember 2024.</ref><ref>Top 30 newspapers in Wyoming. In: muckrack.com. Abgerufen am 16. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Wöchentlich erscheinen zudem der Greybull Standard<ref>Greybull Standard. Abgerufen am 16. Dezember 2024.</ref> sowie der Basin Republican Rustler, der aus dem früheren Big Horn Rustler hervorgegangen ist. Der Basin City Herald und der Otto Courier, die im späten 19. Jahrhundert gegründet wurden, haben heute nicht mehr Bestand.<ref name=":0" /> Ebenso gibt es im County sieben lokale Radiosender, die gesendete Musik reicht von Country über Oldies bis hin zu klassischem Rock.<ref>Big Horn Basin Media. Abgerufen am 16. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Mehrere lokale TV-Stationen sind ebenfalls vorhanden.<ref>Big Horn WY TV Stations and Channel Guide. In: americantowns.com. Abgerufen am 16. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Kultur und Sehenswürdigkeiten

Bauwerke und Architektur

Siehe auch: Liste der Einträge im National Register of Historic Places im Big Horn County (Wyoming)

23 Bauwerke und historische Stätten im Big Horn County wurden in das National Register of Historic Places aufgenommen. Überregionale Bedeutung hat das Medicine Wheel/Medicine Mountain National Historic Landmark. Die prähistorische archäologische Landschaft umfasst mit dem Bighorn Medicine Wheel das wohl bedeutendste Exemplar eines Medizinrads. An der spirituellen Stätte der amerikanischen Ureinwohner finden noch heute zeremonielle Stammesaktivitäten statt.<ref>Fred Chapman: Medicine Wheel/Medicine Mountain: Celebrated and Controversial Landmark. In: WyoHistory.org. Wyoming Historical Society, 10. April 2019, abgerufen am 29. November 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Bedeutende architektonische Bauwerke sind das 1916 im romanischen Stil erbaute Big Horn Academy Building in Cowley, das 1950 errichtete Hyart Theater in Lovell, der im Early Commercial-Stil erbaute Carey Block in Greybull sowie die im Stil des Neoklassizismus erbaute United States Post Office in Basin. Noch heute finden sich im County mehrere historische Fachwerkbrücken: Mit der EJE Bridge over Shell Creek sowie der EJZ Bridge over Shoshone River existieren zwei historische Warren truss-Fachwerkbrücken, die beide in den 1920er-Jahren erbaut wurden. Über den Nowood River führt zudem die EJP County Line Bridge, eine 1917 erbaute Camelback truss-Brücke; bei Manderson wird der Bighorn River von der Rairden Bridge überquert, einer Pennsylvania truss-Fachwerkbrücke.<ref>National Register of Historic Places - Wyoming (WY), Big Horn County. In: National Register of Historic Places. Abgerufen am 18. Dezember 2024.</ref>

Am östlichen Ortsausgang von Lovell wurde 1976 mit dem Besucherzentrum der Bighorn Canyon National Recreation Area eines der ersten Bauwerke in den Vereinigten Staaten in Solararchitektur erbaut. Das Cal S. Taggart Visitor Center galt als die erste Einrichtung im System des National Park Service, die hauptsächlich mit Sonnenenergie betrieben wurde. Das Besucherzentrum beinhaltet heute mehrere Ausstellungen zu den Themen Geologie, Natur- und Kulturgeschichte.<ref>Anthony Denzer: Bighorn Canyon Visitor Center. In: Society of Architectural Historians. 1. August 2018, abgerufen am 18. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Kultur

Das größte Volksfest im County ist das jährlich in der letzten Juliwoche stattfindende Big Horn County Fair auf dem eigens dafür vorgesehenen Fairground in Basin. Auf dem Jahrmarkt gibt es unter anderem Haustier- und Viehshows, kulinarische Angebote, Kunsthandwerk, Musikkonzerte, eine Parade sowie ein Rodeo.<ref>Big Horn County Fair - Basin, Wyoming. Abgerufen am 20. Dezember 2024.</ref> Im gesamten Bighorn Basin findet seit 2015 jährlich der Big Horn Rodeo Circuit mit dem Ziel statt, die Rodeos der verschiedenen Gemeinden miteinander zu verknüpfen. In neun verschiedenen Orten gibt es dabei Rodeo-Wettkämpfe, 2024 machte die Tour unter anderem in Cowley, Greybull, Lovell und Basin Halt.<ref>Big Horn Rodeo Circuit: Big Horn Rodeo Circuit. Abgerufen am 20. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> An einer Skihütte am Meadowlark Lake findet zudem das Sweet 16 Snowfest statt, bei dem unter anderem ein Skirennen ausgetragen wird.<ref>Sweet 16 Snowfest. In: Bighorn Mountain Country. 15. April 2019, abgerufen am 20. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Da der Meadowlark Lake nur über den U.S. Highway 16 von Ten Sleep aus zu erreichen ist, wird das Fest sowie das dortige Skigebiet primär von Einwohnern aus dem Washakie County besucht.

Museen

Datei:Museum of Flight and Aerial Firefighting interior in Greybull, Wyoming.jpg
Das Museum of Flight and Aerial Firefighting in Greybull

Es gibt insgesamt sechs Museen im Big Horn County, die den Fokus auf Natur- und Kulturgeschichte sowie die regionale Geologie legen. Das Museum of Flight and Aerial Firefighting am South Big Horn County Airport in Greybull beschäftigt sich mit der lokalen Luftfahrtgeschichte sowie der Geschichte der Brandbekämpfung mit Löschflugzeugen. Zu den hier ausgestellten Exponaten gehören unter anderem eine Consolidated PB4Y Privateer, eine Fairchild C-119 sowie eine Lockheed P2V Neptune. Seit 2022 ist zudem eine Aero Commander 500 ausgestellt.<ref>Aircraft | Museum of Flight & Aerial Firefighting. Abgerufen am 19. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Ebenfalls in Greybull befindet sich mit dem Bighorn Basin Dinosaur & Geoscience Museum ein Museum, das über die Geologie und Paläontologie des Bighorn Basin informiert. Bis zum Jahr 2026 ist der Bau eines rund 280 m² großen Ausstellungsgebäudes geplant, das nach eigenen Angaben eine der weltweit vollständigsten Sammlungen von Dinosauriern aus dem Jura enthalten soll.<ref>Location and Hours. In: Big Horn Basin Dinosaur & Geoscience Museum. Abgerufen am 19. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> In unmittelbarer Entfernung liegt zudem das Greybull Museum, das sich ebenfalls mit der Geologie sowie mit Natur- und Kulturgeschichte der Region beschäftigt.<ref>Home. In: The Greybull Wyoming Museum. Abgerufen am 19. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Weiter nördlich thematisiert das Lovell-Kane Area Museum in Lovell die Geschichte des nördlichen Big Horn County.<ref>ABOUT US. In: Lovell-Kane Area Museum. Abgerufen am 19. Dezember 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Weitere Museen sind das Cowley Pioneer Museum in Cowley sowie das Byron Museum in Byron, die sich beide mit der lokalen Geschichte auseinandersetzten.<ref>Cowley Pioneer Museum Field Trip. In: Wyohistory.org. Wyoming Historical Society, abgerufen am 19. Dezember 2024.</ref>

Sehenswürdigkeiten

An Erholungsmöglichkeiten und kulturellen Attraktionen bietet das County Naturschutzgebiete, Museen sowie eine Reihe geologischer und archäologischer Stätten. Einzeln aufzuführen sind:

Siehe auch

Weblinks

Literatur

Einzelnachweise

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Vorlage:Klappleiste/Ende Vorlage:Hinweisbaustein Koordinaten: 44° 32′ N, 107° 59′ W

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