Zum Inhalt springen

Bethmännchen

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Bethmaennchen1.jpg
Frankfurter Bethmännchen

Bethmännchen sind eine Gebäckspezialität aus Frankfurt am Main.<ref name=":0">Frankfurter Bethmännchen. HA Hessen Agentur GmbH, abgerufen am 8. April 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Aus einem Marzipanteig aus gemahlenen Mandeln, Puderzucker und Rosenwasser werden kleine Kugeln geformt, die mit jeweils drei halbierten Mandeln verziert, mit Eigelb glasiert und gebacken werden.<ref name=":0" />

Die Bethmännchen sind benannt nach der Frankfurter Familie Bethmann<ref name=":0" /> und werden heute hauptsächlich zur Weihnachtszeit gebacken (und verzehrt). Das Rezept ist eine Abwandlung der seit dem Mittelalter bekannten Frankfurter Brenten<ref name=":0" />, die nicht mit den Aachener Printen (einer Lebkuchenspezialität) verwechselt werden dürfen.

Einer Legende nach sollen die Bethmännchen im Jahr 1838 von dem Pariser Konditor Jean Jacques Gautenier erfunden worden sein, der Anfang des 19. Jahrhunderts Küchenchef im Hause des Bankiers und Ratsherrn Simon Moritz von Bethmann war.<ref name=":0" /> Ursprünglich seien die Bethmännchen mit vier Mandelhälften bestückt gewesen, eine für jeden der vier Söhne Bethmanns (Moritz, Karl, Alexander und Heinrich).<ref name=":0" /> Nach dem Tode Heinrichs im Jahr 1845 sei fortan eine Mandelhälfte weggelassen worden.<ref name=":0" /> Diese Legende ist allerdings umstritten, zumal Simon Moritz Bethmann schon 1826 verstorben war. Wahrscheinlich sind die Bethmännchen daher schon älter.

Anlässlich eines Fürstentages wurden Bethmännchen im Jahr 1863 über Frankfurt hinaus bekannt, als bei einer Abendveranstaltung dies im Beisein des österreichischen Kaiser Franz Josef I. und weitere einflussreiche Adeliger gereicht wurde und diese die Kugeln mochten. Heute sind die Bethmännchen vor allem um Weihnachten herum beliebt.<ref name=":0" />

Auch Johann Wolfgang von Goethe und Eduard Mörike werden zuweilen als Liebhaber der Bethmännchen erwähnt, doch handelt es sich dabei mit Sicherheit um eine Verwechslung mit den Frankfurter Brenten<ref>Das blutige Ende eines Lebküchlers. Frankfurter Societäts-Medien GmbH, 19. November 2018, abgerufen am 8. April 2026.</ref>, über die Mörike sogar ein Gedicht geschrieben hat.<ref>Heiko Possel: Frankfurter Brenten – Mörike. Abgerufen am 8. April 2026.</ref>

Literatur und Quellen

  • „Weihnachten schmeckt überall anders“, in: Alnatura-Magazin, Dezember 2023, S. 30 (online).

Einzelnachweise

<references />

Weblinks

Wikibooks: Rezept – Lern- und Lehrmaterialien
Commons: Bethmännchen – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien