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Betain

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Vorlage:Infobox Chemikalie

Betain (von lateinisch beta = Rübe, Bete) ist ein Oxidations­produkt des Cholins. Betain ist eine Ammonium­verbindung mit drei Methyl­gruppen und ist bei Trans­methyl­ierungs­prozessen im Organismus neben S‑Adenosylmethionin ein wichtiger Methylgruppendonator, unter anderem zur Biosynthese von Kreatin, Methionin, Lecithin und Carnitin.

Es ist ein Derivat der Aminosäure Glycin.

Ähnliche zwitterionische Verbindungen werden unter der Gruppenbezeichnung Betaine zusammengefasst. Aminosäuren liegen am isoelektrischen Punkt als Zwitterionen (innere Salze) vor.

Vorkommen

Datei:Nordseegarnelen.jpg
Nach dem Fang gekochte Garnelen aus der Nordsee.
Datei:Zuckerrübe.jpg
Zuckerrübe [Beta vulgaris subsp. vulgaris (Altissima-Gruppe)].

Man findet Betain in vielen Pflanzenteilen (Broccoli, Spinat) und Rübenzucker-Melasse, darüber hinaus in Miesmuscheln, Extrakten aus Krabben sowie in Dornhaimuskeln. Der Name Betain leitet sich vom Vorkommen der Verbindung in der Zuckerrübe bzw. Rote Beete (lat. Beta vulgaris) ab. Betain lässt sich als Nebenprodukt der Zuckerherstellung gewinnen. Es kommt in halophilen Organismen vor, die es anreichern können, um ihren Wasserverlust zu begrenzen. Bei Betain (in diesem Zusammenhang wird meistens die Bezeichnung Glycinbetain verwendet) handelt es sich um ein kompatibles Solut aus der Gruppe der zwitterionischen Solute.<ref>Glycinbetain bei Chemgapedia</ref>

Betaingehalt in Nahrungsmitteln

Betaingehalt einiger Nahrungsmittel<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>
Produkt Betain
[mg/100 g]
Quinoa roh 630
Weißer Gänsefuß 330
Rote Bete, konserviert, abgetropft 250
Roggen 150
Spinat 100
Weizen 70
Süßkartoffel 35
Rindfleisch 15–35
Hühnerleber 15
Pilze 10

Herstellung

Betain wird mittels Extraktion aus Rübenzuckermelasse gewonnen. Ferner ist es synthetisch durch nukleophile Substitution von Chloressigsäure mit Trimethylamin zugänglich.<ref name=roempp /> Weltweit bestehen drei Kristallisationsanlagen zur Herstellung. Die jüngste Anlage ging in Tulln an der Donau im Jahr 2020 in Betrieb.<ref>Vorlage:Internetquelle</ref>

Verwendung

Betain wird zur Herstellung von milden Tensiden in Kosmetikprodukten verwendet.<ref name="Marina Bährle-Rapp">Vorlage:Literatur</ref>

Gesundheitsbezogene Verwendung

Zusammen mit den Vitaminen Folsäure, Vitamin B6 und Vitamin B12 soll Betain in der Lage sein, erhöhte Homocystein-Werte im menschlichen Blut zu senken.<ref>Zusammenfassung des EMEA für Cystadane (PDF; 387 kB)</ref>

Arzneilich wird Betain zur unterstützenden Behandlung der selten auftretenden Homocystinurie, einer angeborenen Stoffwechselstörung, verwendet.

Im Rahmen einer Studie an Radsportlern<ref>J. L. Pryor, S. AS Craig, T. Swensen: Effect of betaine supplementation on cycling sprint performance in J. Int. Soc. Sports Nutrition 9 (2012) 12, Vorlage:DOI.</ref> hat eine tägliche Einnahme von 2,5 g Betain zu einer durchschnittlichen Leistungssteigerung von 3,3 % geführt.

Handelsnamen

Betain ist in Deutschland als Fertigarzneimittel unter dem Namen Cystadane® im Handel.<ref>Rote Liste online, Stand: September 2009</ref>

Einzelnachweise

<references />