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Bergmannstraße (Berlin)

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Bergmannstraße
Datei:DEU Berlin COA.svg
Wappen
Straße in Berlin
Datei:Bergmann4.jpg
Bergmannstraße (östlicher Teil)
Datei:Placeholder.svg
Basisdaten
Ort  Berlin
Ortsteil  Kreuzberg
Angelegt  im ersten Drittel des 18. Jahrhunderts
Neugestaltet 
Hist. Namen  Weinbergsweg
Name erhalten 
Anschluss­straßen 
Kreuzbergstraße (westlich),
Südstern (östlich)
Querstraßen  Am Tempelhofer Berg,
Nostitzstraße,
Solmsstraße,
Schenkendorfstraße,
Zossener Straße,
Friesenstraße,
Heimstraße,
Schleiermacherstraße,
Baerwaldstraße
Plätze  Marheinekeplatz
Nummern­system 
Bauwerke  Markthalle XI
U-Bahn-Stationen
Nutzergruppen Straßenverkehr
Technische Daten
Straßengestaltung
Länge 1300 Meter<ref name="Neu">Bergmannstraße. Bunte Mischung. In: Peter Brock (Hrsg.): Berliner Straßen neu entdeckt. 33 Streifzüge durch die Hauptstadt. Jaron Verlag, Berlin 2003, ISBN 3-89773-114-2, S. 27–32.</ref>

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Karte
Vorlage:Maplink

Die Bergmannstraße im Berliner Ortsteil Kreuzberg verläuft vom Mehringdamm bis zum Südstern/Gneisenaustraße in West-Ost-Richtung. Sie wurde am 20. April 1837 nach der Großgrundbesitzerin Marie Luise Bergmann (1774–1854, geborene Neumann) benannt, der die Ländereien in dieser Gegend gehörten.

Geschichte und Namensgebung

Bis zur Umbenennung der Straße, die die Familie Bergmann im 19. Jahrhundert ausbauen ließ, hieß sie Weinbergsweg. Seit 1809 war das ganze Gebiet südlich der Bergmannstraße, etwa von der Friesenstraße bis zur früheren Bockbrauerei, im Besitz der Familie Bergmann. Als öffentliche Straße wird sie seit 1861 ausgewiesen. Anfangs schrieb man sie auch Bergemannstraße.

Im Zweiten Weltkrieg erlitten die Gründerzeithäuser rund um die Bergmannstraße nur geringfügige Schäden, die Marheinekehalle dagegen brannte aus.

Eine Nebenstraße der Bergmannstraße, die Schenkendorfstraße, war der Ort, in dem der damals, drei Tage vor der Wahl zum Abgeordnetenhaus von Berlin 1975 entführte Peter Lorenz, Spitzenkandidat der Berliner CDU, im Keller unter einem Secondhandladen in Haus Nummer 7, sechs Tage lang gefangen gehalten wurde. Dieser Ort war nur wenige Meter vom Bezirksbüro seiner Partei entfernt.

Die „Bergmann“ im 21. Jahrhundert

Datei:Feinkostladen Knofi Bergmannstrasse Berlin.jpg
Feinkostladen Knofi in der Bergmannstraße

Die Bergmannstraße hat sich nach der politischen Wende zu einer Flaniermeile mit Cafés, Restaurants, Imbissgeschäften und Läden entwickelt, die dem sie umgebenden besiedelten Quartier den Namen Bergmannkiez gibt. Von Bewohnern und Gewerbetreibenden wird sie als „bunteste Straße Berlins“ bezeichnet und als „intakter Kiez mit guter Infrastruktur und hoher Lebensqualität“ bewertet.<ref name="Neu"/><ref>Bergmannstraße: Das große Fressen. In: Der Tagesspiegel, 30. Juli 2010</ref>

Auf halber Länge, am Ende der Zossener Straße, liegt die Marheinekehalle als eine der letzten historischen Markthallen in Berlin am Marheinekeplatz. Der Platz erhielt seinen Namen nach dem protestantischen Theologen Philipp Konrad Marheineke. Am Platz befindet sich die Passionskirche.

Während der COVID-19-Pandemie wurde mit Zunahme der Infektionszahlen im Herbst 2020 am 24. Oktober für die Bergmannstraße und einige weitere Berliner Einkaufsstraßen eine Maskenpflicht für Fußgängerinnen und Fußgänger eingeführt.<ref>Polizei kontrolliert Tausende zur Einhaltung der Maskenpflicht. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 17. November 2020; abgerufen am 31. Oktober 2020.</ref>

Nutzungen

Datei:Bergmannstraßenfest.JPG
Bergmannstraßenfest

Seit 1994 findet in der westlichen Hälfte der Bergmannstraße alljährlich im Juni das Straßenfest Kreuzberg jazzt! statt. Dies ist mit über 300.000 Besuchern, drei Musik-Bühnen mit über 50 Bands, einer Theaterbühne mit Kiez-Modenschau und der gleichzeitigen Veranstaltung Kreuzberg kocht! am Chamissoplatz, bei der Kreuzberger Spitzenköche kulinarische Proben anbieten, eines der bedeutendsten Feste des Bezirks und eines der größten Jazzereignisse Berlins.

Seit dem 20. September 2008 ist der östliche Teil der Bergmannstraße zwischen Südstern und Marheinekeplatz als Fahrradstraße ausgewiesen. Polizeiliche Kontrollen zur Einhaltung der dort geltenden Verkehrsregeln wurden elfmal im Jahr 2016, zweimal im Jahr 2017 und zweimal im ersten Halbjahr 2019 durchgeführt.<ref>Schriftliche Anfrage des Abgeordneten Dr. Stefan Taschner (GRÜNE)</ref> Bei den Kontrollen im ersten Halbjahr 2019 wurden insgesamt vier Verstöße durch unerlaubtes Parken mit Behinderung festgestellt.<ref>Informationsfreiheitsanfragen – FragDenStaat. Abgerufen am 28. Juli 2020.</ref>

Auf dem westlichen Teil der Bergmannstraße zwischen Zossener Straße und Mehringdamm wurde in den 2010er Jahren auf Beschluss der Fußverkehrsstrategie des Berliner Senats eine Begegnungszone erprobt. Diese Begegnungszone besteht aus Straßenmarkierungen und -möbeln, die bisher mehr als 860.000 Euro gekostet haben.<ref>Begegnungszone Bergmannstraße kostet über eine Million Euro. In: Berliner Morgenpost, 20. Mai 2019 </ref>

Baudenkmale entlang der Straße

Zahlreiche Erstbauten vom Ende des 19. Jahrhunderts sind erhalten und wurden umfangreich saniert. Folgende Wohnhäuser und Schulbauten stehen unter Denkmalschutz:

Bergmannstraße 2, Bergmannstraße 3, Bergmannstraße 4</ref>

Anbindungen vom ÖPNV

U-Bahn-Anschlüsse:<ref name=":0">Interaktives Liniennetz für Berlin. Abgerufen am 6. Juli 2025.</ref>

  • Südstern: U7
  • Mehringdamm: U6 & U7 (weniger als 1 km von der Straße entfernt)
  • Platz der Luftbrücke: U6 (weniger als 1 km von der Straße entfernt)
  • Gneisenaustraße: U7 (weniger als 1 km von der Straße entfernt)

Bus-Anschlüsse:<ref name=":0" />

  • 248
  • 140 (weniger als 1 km von der Straße entfernt)
  • M19 (weniger als 1 km von der Straße entfernt)
  • M43 (weniger als 1 km von der Straße entfernt)

Weblinks

Commons: Bergmannstraße – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

Koordinaten: 52° 29′ 21″ N, 13° 23′ 38″ O

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