Berg-Weidenröschen
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| Berg-Weidenröschen | ||||||||||||
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| Datei:Epilobium montanum PID1632-1.jpg
Berg-Weidenröschen (Epilobium montanum) | ||||||||||||
| Systematik | ||||||||||||
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| Wissenschaftlicher Name | ||||||||||||
| Epilobium montanum | ||||||||||||
| L. |
Das Berg-Weidenröschen<ref name="FloraWeb" /> (Epilobium montanum) ist eine Pflanzenart aus der Gattung Weidenröschen (Epilobium) innerhalb der Familie der Nachtkerzengewächse (Onagraceae). Es ist von Europa bis nach Ostasien weitverbreitet.
Beschreibung
Vegetative Merkmale
Das Berg-Weidenröschen ist eine ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von 10 bis 80 Zentimetern (meist um die 40 Zentimeter) erreicht. Die oberirdischen Pflanzenteile sind insgesamt nur wenig behaart. Der steif aufrechte oder bogig aufsteigende Stängel ist im Querschnitt rund und besitzt zwei Haarleisten aus kurzen Kraushaaren.<ref name="Hegi1965" />
Die bis zum Blütenstand gegenständig, selten wechselständig oder quirlig am Stängel verteilt angeordneten Laubblätter sind nur kurz gestielt, die mittleren sind fast sitzend.<ref name="Hegi1965" /> Die einfache Blattspreite ist bei einer Länge von 4 bis 10 Zentimetern sowie einer Breite von 1 bis 4 Zentimetern eiförmig oder elliptisch-eiförmig und unregelmäßig gezähnt.<ref name="Hegi1965" /> Die Blattoberseite ist auf der ganzen Fläche und die -unterseite am Rand und auf den Blattadern behaart.<ref name="Hegi1965" />
Generative Merkmale
Die Blütezeit reicht von Juni bis September. Die zwittrigen Blüten sind bei einem Durchmesser von etwa 10 Millimetern radiärsymmetrisch und vierzählig. Die Blütenhüllblätter sind blass-rosafarben. Die Kronröhre ist relativ lang. Die Blütenkronblätter sind bei einer Länge von 6 bis 10 Millimetern herzförmig, scharf ausgerandet, von fünf oder sechs dunkler gefärbten Adern durchzogen und etwa doppelt so lang wie der Kelch.<ref name="Hegi1965" /> Die Narbe ist deutlich vierlappig.<ref name="Hegi1965" />
Die Kapselfrucht ist flaumig behaart und 6 bis 9 Zentimeter lang.<ref name="Hegi1965" /> Die Samen sind bei einer Länge von etwa 1 Millimeter ellipsoid und mit verlängerten Papillen dicht besetzt.<ref name="Hegi1965" />
Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 36.<ref name="Oberdorfer2001" />
Ökologie
Die Mutterpflanze stirbt im Herbst ab, die Überwinterung erfolgt durch unterirdische Erneuerungssprosse, sogenannte Sobolonen. Es liegt ein eigenartiger Saisondimorphismus vor, was bedeutet, dass es neben Herbst- bzw. Frühjahrskeimern auch aus Sobolonen entstandene Pflanzen gibt.
Blütenökologisch handelt es sich um homogame, aufrechte „Kleine Trichterblumen“. Meist erfolgt Selbstbestäubung; der Blütenbesuch durch Fliegen und Schmetterlinge ist nur spärlich.
Pilz-Arten, die vom Berg-Weidenröschen leben, sind Puccinia pulverulenta, Mycosphaerella microspila, Sphaerotheca humuli und Venturia maculiformis. Gallen werden von Aphis epilobii oder Mompha decorella erzeugt.<ref name="Hegi1965" />
Vorkommen
Das Verbreitungsgebiet des Berg-Weidenröschens erstreckt sich von Südwesteuropa bis nach Sibirien und Japan.<ref name="GRIN" /> In Europa kommt es in allen Ländern vor außer in Portugal.<ref name="Euro+Med" />
Das Berg-Weidenröschen kommt recht häufig an Waldrändern, in Lichtungen und in Gebüschen selbst in den Innenstädten in Gärten und Parks vor. Es gedeiht meist auf nährstoffreiche Böden und ist eine Schatt-Halbschattpflanze. Pflanzensoziologisch ist es in Mitteleuropa eine schwache Charakterart der Epilobio-Geranietum robertiani (Verband Alliarion), kommt aber auch in Atropetalia-Gesellschaften oder in gestörten Fagetalia-Gesellschaften vor.<ref name="Oberdorfer2001" /> In den Allgäuer Alpen steigt sie bis zu einer Höhenlage von 1700 Metern auf.<ref name="Dörr-Lippert2004" /> In Graubünden erreicht sie bei Arosa 1850 Meter und im Berner Oberland auf der Wengernalp 1880 Meter.<ref name="Hegi1965" />
Taxonomie
Die Erstveröffentlichung von Epilobium montanum erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, S. 348.<ref name="GRIN" /> Das Artepitheton montanum bedeutet „am Berg wachsend“. Ein Synonym für Epilobium montanum <templatestyles src="Person/styles.css" />L. ist Epilobium hypericifolium <templatestyles src="Person/styles.css" />Tausch.<ref name="Euro+Med" />
Trivialnamen
Für das Berg-Weidenröschen bestehen bzw. bestanden auch die weiteren deutschsprachigen Trivialnamen Brandgras (Schlesien), Goaskiechl (Zillertal), Graskiechl (Zillertal), Heckensalat (Eifel bei Ulmen) und Tropfweiderich (Schlesien).<ref name="Pritzel1882" />
Literatur
- Otto Schmeil, Jost Fitschen, Werner Rauh: Flora von Deutschland und seinen angrenzenden Gebieten. 84. Auflage. Quelle & Meyer, Heidelberg 1968.
Einzelnachweise
<references> <ref name="GRIN"> Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GRIN“ ist nicht vorhanden. im Germplasm Resources Information Network (GRIN), USDA, ARS, National Genetic Resources Program. National Germplasm Resources Laboratory, Beltsville, Maryland. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="FloraWeb"> Epilobium montanum L., Berg-Weidenröschen. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Pritzel1882"> Georg August Pritzel, Carl Jessen: Die deutschen Volksnamen der Pflanzen. Neuer Beitrag zum deutschen Sprachschatze. Philipp Cohen, Hannover 1882, S. 140.(eingescannt). </ref> <ref name="Dörr-Lippert2004"> Erhard Dörr, Wolfgang Lippert: Flora des Allgäus und seiner Umgebung. Band 2, IHW, Eching 2004, ISBN 3-930167-61-1, S. 247. </ref> <ref name="Hegi1965"> Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 2. Verlag Carl Hanser, München 1965. S. 827–829. </ref> <ref name="Euro+Med"> E. von Raab-Straube (2018+): Onagraceae. Datenblatt Epilobium montanum In: Euro+Med Plantbase - the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> </references>
Weblinks
- Vorlage:BIB
- Berg-Weidenröschen. In: BiolFlor, der Datenbank biologisch-ökologischer Merkmale der Flora von Deutschland.
- Epilobium montanum L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.
- Thomas Meyer: Datenblatt mit Bestimmungsschlüssel und Fotos bei Flora-de: Flora von Deutschland (alter Name der Webseite: Blumen in Schwaben).
- Günther Blaich: Datenblatt mit Fotos.