Bembé (Unternehmen)
| Bembé Parkett GmbH & Co. KG
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|---|---|
| colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Bembé logo.svg | |
| Rechtsform | GmbH & Co. KG |
| Gründung | 1780 |
| Sitz | Bad Mergentheim, Deutschland |
| Leitung | Marcus Wirthwein |
| Mitarbeiterzahl | 600<ref name="BA_18" >Jahresabschluss zum 31. Dezember 2018 im elektronischen Bundesanzeiger</ref> |
| Umsatz | 77,27 Mio. EUR<ref name="BA_18" /> |
| Branche | Holzwirtschaft |
| Website | bembe.de |
| Stand: 31. Dezember 2018 | |
Bembé ist ein Parketthersteller in Bad Mergentheim in der Rechtsform einer GmbH & Co. KG, der auf eine traditionsreiche Werkstatt für Möbelbau und Raumausstattungen in Mainz zurückgeht.
Heute hat sich das Unternehmen auf die Verlegung und Überarbeitung von Massivparkett, Mehrschichtparkett, Holznachbildungen sowie elastische Bodenbeläge spezialisiert.
Geschichte
Johann Benedikt Bembé gründete im kurfürstlichen Mainz im Jahre 1780 ein Tapisserie- und Dekorationsgeschäft. Sein Sohn Martin erweiterte später das Geschäft und stieg als Ebenist in die Möbelherstellung ein.<ref name="Bembe">1780 bis 1925. Bembé Parkett, 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 24. Mai 2011; abgerufen am 18. März 2024.</ref>
1825 eröffnete (Philipp) Anton Bembé (1799–1861), der wie sein Vater das Tapezierhandwerk erlernt hatte, in Mainz eine Polsterer-Werkstatt, die er 1830 mit der väterlichen Werkstatt vereinigte und um neue Produktionsbereiche erweiterte. Durch den Übergang von der bloßen Möbelproduktion zu Anfertigung und Einbau kompletter Raumausstattungen auf hohem handwerklichen und gestalterischen Niveau konnte er das Unternehmen stetig ausbauen. 1840 ging eine eigene Parkettfabrik in Köln-Ehrenfeld in Betrieb, ein französischer Parkett-Spezialist bildete die Handwerker aus.<ref name="Bembe" /> 1843 wurde der Betrieb in Mainz auf industrielle Produktion mit Dampfkraft umgestellt, zu den dortigen Werkstätten zählten außer der Schreinerei auch eine Schlosserei, eine Bildhauerwerkstatt, eine Vergolderei, eine Polsterei und ein besonderes Entwurfsatelier.<ref name=":0">Unternehmensgeschichte der Firma Anton Bembé - regionalgeschichte.net. Abgerufen am 26. August 2025.</ref>
Bembé wurde zu einem der führenden Anbieter in seiner Branche, unter anderem mit Aufträgen für die Ausstattung von fürstlichen Schlössern wie Schloss Peleș, Schloss Bran,<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Der Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein. im Westturm</ref> oder Schloss Neuschwanstein<ref>Von der Romantik zum Historismus. Landesmuseum Mainz. Abgerufen am 26. August 2025.</ref> und Schloss Charlottenburg.<ref>Hannah Henrici: Die ältesten Traditionsunternehmen in Heilbronn-Franken. In: pro-magazin.de. 20. Januar 2022, abgerufen am 26. August 2025.</ref> Das Unternehmen war Königlich Preußischer, Königlich Württembergischer, Großherzoglich Hessischer, Großherzoglich Weimarischer und Herzoglich Nassauischer Hoflieferant und wurde über mehrere Jahrzehnte immer wieder auf Ausstellungen mit Auszeichnungen geehrt:<ref name=":0" />
- 1836: Preis-Medaille der gewerblichen Ausstellung in Darmstadt
- 1844: Preis-Medaille der Allgemeinen Deutschen Gewerbe-Ausstellung in Berlin
- 1862: Medaille „Honoris causa“ der Weltausstellung London 1862
- 1867: silberne Medaille der Weltausstellung Paris 1867
In der Stadtbibliothek Mainz hat sich als Unikat das als reines Arbeits- und Verbrauchsmaterial hergestellte Musterbuch der Parquetböden-Fabrik des Anton Bembé in Mainz erhalten.<ref>[ https://www.dilibri.de/stbmz/content/titleinfo/253225 online].</ref> Es wurde um 1870 bei Victor von Zabern gedruckt und enthält 37 Farblithographien zu Mustern, Umrahmungen und besonderen Ornamenten für die Hand des erfahrenen Parkettlegers.<ref>http://eprints.rclis.org/17240/1/Ottermann_Rara_wachsen_nach.pdf, S. 102–103.</ref>
Nach der Revolution von 1848/1849 wurde das wohlhabende Großbürgertum zunehmend zur wichtigsten Kundschaft.<ref name=":0" /> Aber auch staatliche Behörden und große Unternehmen vergaben prestigeträchtige Aufträge an Bembé, so z. B. für das Hotel Adlon in Berlin,<ref name=":1">Blick auf Geschichte des Unternehmens. 22. November 2010, abgerufen am 26. August 2025.</ref> für die Kaiserlich Deutsche Botschaft in Istanbul<ref name="Bembe"/> oder für die Salons der Nordatlantik-Schnelldampfer des Norddeutschen Lloyd, die nach Entwürfen des Bremer Architekten Johann Georg Poppe ausgestattet wurden.<ref>The whole outfit of the saloons has been executed by the firm of A. Bembé of Mainz</ref> 1854 eröffnete Bembé in New York eine Möbelfabrik, die von Anton Kimbel, einem Neffen von Anton Bembé, geleitet wurde.<ref>Möbelfabrik Bembé (Firma). Abgerufen am 26. August 2025.</ref><ref>Anton Bembe (1799–1861). Abgerufen am 26. August 2025.</ref>
Nach dem frühen Tod von Anton Bembés Sohn August Bembé (1838–1880) im Jahr 1880 wurde der erst kurz zuvor als Teilhaber in das nunmehr als Kommanditgesellschaft geführte Unternehmen eingetretene Kaufmann Wilhelm Preetorius Alleininhaber.<ref>Fotobuch der Möbelfabrik Anton Bembé. Abgerufen am 26. August 2025.</ref> Preetorius konnte die Erfolgsgeschichte unter Beibehaltung der renommierten Firma Bembé fortsetzen, bis der Erste Weltkrieg sowie die gesellschaftlichen Umbrüche und die wirtschaftlichen Schwierigkeiten der nachfolgenden Jahre das traditionelle Geschäft annähernd zum Erliegen brachten. 1925 wurde das Unternehmen verkauft, der neue Eigentümer stellte die Produktion aber nach kurzer Zeit ganz ein und veräußerte einzelne Teile davon.<ref name=":0" /><ref name=":1" />
Parkettfabrik
Besonders nach der Gründung des Deutschen Reichs 1871 stieg die Nachfrage nach Parkettböden.<ref name="Bembe"/> 1877 oder 1878 wurde deshalb in Bad Mergentheim eine eigene Parkettfabrik mit neuesten Maschinen in Betrieb genommen.<ref name=":1" /><ref>Kleine Brettchen für Schiffe, Schlösser, Schulen. In: stimme.de. 28. September 2018, abgerufen am 26. August 2025.</ref>
Bei der Auflösung des Unternehmens Bembé 1925 kauften die Erfurter Möbelfabrikanten Ziegenhorn und Jucker die Parkettfabrik in Bad Mergentheim.<ref name=":1" /> Der Name des Unternehmens wurde in Bembé-Parkettfabrik Jucker & Co. KG geändert.<ref name="Bembe2">1925 bis heute. Bembé Parkett, 2011, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 24. Mai 2011; abgerufen am 18. März 2024.</ref>
Den Zweiten Weltkrieg überlebte das Unternehmen mit Verlusten, konnte sich aber mit dem Wirtschaftsaufschwung der 1950er Jahre wieder erholen und wurde wieder zu einer führenden Parkettfabrik in Deutschland.<ref name="Bembe2" /> Im Jahre 2004 übernahm die Unternehmerfamilie Wirthwein aus Creglingen die Anteile von Peter Juckers. 2007 hatte Bembé seine eigene Ausstellung in London. Bembé ist weltweit auch im Export tätig und verlegt pro Jahr ca. 1 Mio. m² Parkett. Ende der 1980er Jahre wurde die Produktion nach Osteuropa verlagert; in Bad Mergentheim befinden sich nur noch Verwaltung und Teillager.<ref name="Bembe2" />
Literatur
- A. Bembé in Mainz, in: Illustrirte kunstgewerbliche Zeitschrift für Innendekoration, Band 10, Heft 7 (Juli), Leipzig, Darmstadt, Wien 1899; S. 101–106 (mit einigen Abbildungen).
- Heidrun Zinnkann: Mainzer Möbelschreiner der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. (= Schriften des Historischen Museums Frankfurt am Main, Band 17.) Frankfurt am Main 1985.
- Hedwig Brüchert (Hrsg.): Mainzer Biedermeiermöbel. (= Schriftenreihe des Stadthistorischen Museums Mainz, Band 2.) (Katalog zur Ausstellung im Stadthistorischen Museum Mainz vom 29. November 2009 bis 28. Februar 2010) Mainz 2009.
- Jörg Meiner: Wohnen mit Geschichte. (= Kunstwissenschaftliche Studien, Band 156.) Deutscher Kunstverlag, München / Berlin 2009, ISBN 978-3-422-06856-8, S. 161 und S. 213.
Weblinks
- Website der Firma Bembé
- Tim Möst: Anton Bembé. Möbel für Adel und Bürgertum. Auf der Website des Instituts für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz e. V., zuletzt abgerufen am 10. Februar 2014.
- Musterbuch der Parquetböden-Fabrik von Anton Bembé in Mainz. Mainz um 1870. (Original in der Stadtbibliothek Mainz, online beim rheinland-pfälzischen Digitalisierungsportal dilibri)
- Biedermeier-Stuhl von Philipp Anton Bembé (1799–1861) auf erfurt-antikhandel.de, zuletzt abgerufen am 10. Februar 2014.
Einzelnachweise
<references />
Koordinaten: 49° 29′ 44,1″ N, 9° 46′ 27,9″ O
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