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Belaruskaja tschyhunka – Wikipedia Zum Inhalt springen

Belaruskaja tschyhunka

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Belaruskaja Tschyhunka)
Kyrillisch (Belarussisch)
Беларуская чыгунка (БЧ)
Łacinka: Biełaruskaja čyhunka (BČ)
Transkr.: Belaruskaja tschyhunka (BTsch)
Kyrillisch (Russisch)
Белорусская железная дорога (БЖД)
Transl.: Belorusskaja železnaja doroga (BŽD)
Transkr.: Belorusskaja schelesnaja doroga (BSchD)
Datei:Map of railways in Belarus.png
Das Schienennetz in Belarus
Datei:HistBCh.gif
Entwicklung des Streckennetzes
Datei:Electrification of the Belarusian Railway.png
Elektrifizierten Bahnstrecken
Datei:MapBCh.png
Direktionsbezirke
  • Bezirk Baranawitschy
  • Bezirk Brest
  • Bezirk Homel
  • Bezirk Mahiljou
  • Bezirk Minsk
  • Bezirk Wizebsk
  • Datei:Umspuranlage Brest2.jpg
    Wagen in der Umspuranlage in Brest
    Datei:Stadler FLIRT Minsk.jpg
    Stadler FLIRT in Minsk
    Datei:БКГ1-012.jpg
    Lokomotive der Baureihe BKG1
    Datei:ДП3-003, Минск - Вильнюс.jpg
    DP3 auf der Fahrt von Minsk nach Vilnius

    Belaruskaja tschyhunka (BČ, auch: BTsch, russisch: Belorusskaja schelesnaja doroga) ist die belarussische Staatsbahn.

    Geschichte

    Die erste Eisenbahnstrecke auf heute belarussischem Staatsgebiet war ein Abschnitt der 1851 bis 1862 errichteten St. Petersburg-Warschauer Eisenbahn. Dieser Abschnitt ging am 27. Dezember 1862 in Betrieb. Die heutige Magistrale von Brest über Minsk Richtung Moskau folgte 1871. Mehr als 4.000 km Strecke wurden auf heute belarussischem Gebiet bis 1917 gebaut. Bis zum Ausbruch des Zweiten Weltkriegs waren es 5700 km. Davon waren am Ende des Krieges 4.000 km zerstört.<ref name="BR9">Belarussische Eisenbahn: Byelorussian Railway, S. 9</ref>

    Die BČ entstand nach dem Zerfall der Sowjetunion als Nachfolger der Sowjetischen Eisenbahnen auf dem belarussischen Staatsgebiet. Als Staatsbetrieb ist die BČ dem belarussischen Verkehrsministerium unterstellt. Die BČ ist seit 1992 Mitglied der OSShD<ref>Belarussische Eisenbahn: Byelorussian Railway, S. 1f</ref> und der UIC.<ref>Belarussische Eisenbahn: Byelorussian Railway, S. 2</ref> Die Mitgliedschaft in der UIC wurde angesichts des auch von belarussischem Territorium ausgeführten russischen Überfalls auf die Ukraine und der daraufhin beschlossenen Wirtschaftssanktionen Anfang März 2022 suspendiert.<ref name="LR_202203">UIC: Russische und belarussische Eisenbahnen vorübergehend von ihrer Mitgliedschaft ausgeschlossen. In: Lok-Report. 5. März 2022, abgerufen am 29. März 2022.</ref> Am 19. März 2022 wurde gemeldet, dass Mitarbeiter der BC sämtliche Bahnstrecken in die Ukraine unbefahrbar gemacht haben um zu verhindern, dass russischer Nachschub über die Strecken befördert wird.<ref>Ukraine-Krieg bringt neue Herausforderungen für die Eisenbahn. In: Eisenbahn-Revue International 5/2022, S. 237–243 (241)</ref>

    Die BČ wurde im November 2022 in die Sanktionslisten Kanadas und im Januar 2023 der Ukraine aufgenommen.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Belarusian Railway.] In: National Agency for Prevention of Corruption. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 14. April 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/sanctions.nazk.gov.uaVorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Auch Kanada verhängte Sanktionen gegen Wladimir Morosow, den Chef der BČ, später auch die Europäische Union, die Schweiz, die Ukraine, Australien<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig MOROZOV Vladimir Mikhailovich.] In: National Agency for Prevention of Corruption. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 11. Juli 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/sanctions.nazk.gov.uaVorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> und Neuseeland.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Russia Sanctions Amendment Regulations (No 4) 2024.] In: New Zealand Legislation. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>

    Infrastruktur

    Das Eisenbahnnetz der BČ hat – bis auf wenige Ausnahmen – die aus Zeiten der russischen und sowjetischen Herrschaft übernommene russische Breitspur von 1520 mm. Es hat eine Länge von etwa 5500 km<ref name="BR3">Belarussische Eisenbahn: Byelorussian Railway, S. 3</ref> und ist sternförmig auf die zentral gelegenen Hauptstadt Minsk ausgerichtet. Eckpunkte sind Hrodna, Brest, Homel, Mahiljou, Orscha und Wizebsk. Große Teile des Netzes sind mit 25 kV 50 Hz elektrifiziert. Die Elektrifizierung wird fortlaufend vorangetrieben. Seit 2016 wird zwischen Homel, Schlobin und Assipowitschy (193 km) elektrisch gefahren, 2017 soll der elektrische Betrieb der Strecke MaladsetschnaHudahaj, Grenzbahnhof zu Litauen, (84 km) aufgenommen werden. Als Nächstes ist – bis 2020 – der Abschnitt Schlobin – KalinkawitschyBarbarau vorgesehen.<ref name="BR7">Belarussische Eisenbahn: Byelorussian Railway, S. 7</ref>

    Die westliche Grenze des Netzes bildet den Übergang zum 1435-mm-Netz Zentral- und Westeuropas, den Übergang zwischen den Regelwerken der OSShD und der OTIF<ref name="BR1">Belarussische Eisenbahn: Byelorussian Railway, S. 1</ref> und den Übergang zur Europäischen Union.

    Wichtige Bahnhöfe sind

    Fahrzeuge

    Der überkommene Fahrzeugpark wurde aus sowjetischen Beständen übernommen. Es verkehren Elektrolokomotiven aus tschechoslowakischer und Diesellokomotiven aus russischer und ukrainischer Produktion (Lokomotivfabrik Kolomna). Im Vorort- und Regionalverkehr fahren neben Elektrotriebwagen („Elektritschka“) auch Dieseltriebwagen. Eisenbahnwagen aus DDR-Produktion sind häufig.

    Der Fahrzeugpark wird schrittweise modernisiert. Innerhalb des laufenden Fünfjahresplans (2016–2020) wurden beschafft<ref name="BR7" /><ref>Belarus orders more Flirts auf railwaygazette.com (englisch), abgerufen am 10. Februar 2019</ref>:

    Betrieb

    Nationaler Verkehr

    Die Eisenbahn ist wichtiger Träger des inländischen Güterverkehrs, der auf den Hauptstrecken dicht ist. 62 % des Gütertransports innerhalb von Belarus entfallen auf die Bahn.<ref name="BR3" /> Zentrum des Güterverkehrs ist der Rangierbahnhof Minsk Sartyrawalny. Es gibt 16 Containerterminals. Die BČ selbst hält 2.500 Container vor.<ref name="BR3" />

    Im inländischen Personenverkehr erbringt die Bahn etwa 40 % der Transportleistung.<ref name="BR3" /> Es werden reservierungspflichtige Fernzüge und reservierungsfreie Nahverkehrs- und Vorortzüge angeboten. Zentrum des Personenverkehrs der BČ ist der Minsker Hauptbahnhof Minsk Passaschyrski. In der großstädtischen Agglomerationen von Minsk gibt es drei Vorortlinien, die mit „Elektritschka“ bedient werden. Sie führen nach Saslauje, Rudsensk und Smaljawitschy. Eine vierte Linie nach Dsjarschynsk soll bis 2020 eingerichtet werden.<ref name="BR8">Belarussische Eisenbahn: Byelorussian Railway, S. 8</ref>

    Internationaler Verkehr

    Güterverkehr

    Etwa 30 % des Exports des Landes werden mit der Bahn transportiert. Belarus ist auch ein wichtiges Transitland. Es gibt 16 Grenzbahnhöfe, an denen pro Tag 160 Güterzug-Paare abgefertigt werden.<ref name="BR3" /> Die Abfertigungszeit für einen Container-Zug beträgt dabei zwischen sechs und neun Stunden.<ref name="BR4">Belarussische Eisenbahn: Byelorussian Railway, S. 4</ref> Die internationalen, das Land durchquerenden Verbindungen verlaufen hauptsächlich in Nordost-Südwest-Richtung. Am bedeutendsten sind die Verbindungen:

    Auch im transkontinentalen Eisenbahnverkehr zwischen Europa, Ost- und Südostasien stellt die BČ einen wichtigen Baustein dar.<ref name="BR1" /> Pro Woche verkehren etwa 30 Züge zwischen Europa und China über das Netz der BČ. Sie werden hier mit durchschnittlichen Geschwindigkeiten von mehr als 100 km/h gefahren.<ref name="BR4" /> Der Containerverkehr weist erhebliche Wachstumsraten auf: 2016 wurden 235.500 Container befördert.<ref group="Anm.">Davon entfielen allein auf die Ganzzüge die zwischen den Volkswagen-Werken in Deutschland und Tschechien einerseits und Russland andererseits verkehren, 46.200 Container (Belarussische Eisenbahn: Byelorussian Railway, S. 5)</ref> Das waren 143 % mehr als 2015.<ref name="BR4" /> Zwischen Belarus und dem litauischen Hafen Klaipėda verkehrt der Container-Zug „Viking“, zwischen den Häfen von Tallinn und Riga einerseits und Odessa (Ukraine) und Tschornomorsk (früher: Illitschiwsk) andererseits der Container-Zug „Subr“ (Wisent).

    Der Schienen-Transitverkehr zwischen der Oblast Kaliningrad und dem russischen Mutterland nutzt sowohl im Güter- als auch im Personenverkehr ebenfalls die BČ.<ref>Belarussische Eisenbahn: Byelorussian Railway, S. 5</ref>

    Personenverkehr

    Internationale Verbindungen im Personenverkehr gibt es nach Kasachstan, Lettland, Litauen, Moldawien, Polen, Russland und in die Ukraine. Mit russischen Zügen, die über die BČ verkehren, bestehen zudem umsteigefreie Verbindungen nach Deutschland, Frankreich, Italien, Monaco, Österreich und Tschechien. Die Durchschnittsgeschwindigkeit liegt bei den internationalen Zügen allerdings nur bei knapp 66 km/h<ref name="BR8" />, was nicht zuletzt den immer noch langen Grenzaufenthalten zum Umspuren der Züge geschuldet ist. Auf der Verbindung Minsk–Vilnius ist ein Hochgeschwindigkeitsverkehr geplant.<ref name="BR8" />

    Die BČ betreibt einen Luxuszug für Schienenkreuzfahrten in Ost- und Nordosteuropa unter dem Namen Bellaruss-Courier.

    Wissenswert

    Das zentrale Museum der BČ befindet sich in Baranawitschy.<ref name="BR9" />

    Literatur

    • Belarussische Eisenbahn: Byelorussian Railway as the Most Important Component of the International Railway Integration on the Eurasian Continent. In: OSJD Bulletin 1-2/2017, S. 1–9.

    Weblinks

    Anmerkungen

    <references group="Anm." />

    Einzelnachweise

    <references />

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