Beginenturm (Hannover)
Der Beginenturm (früher auch Beguinenturm) ist ein denkmalgeschützter Wehrturm Am Hohen Ufer in Hannover.<ref>Gerd Weiß, Marianne Zehnpfennig: Die Befestigung der Altstadt ...</ref> Der Turm wurde 1357 erstmals als „De nye Torn“ erwähnt und war Teil der Stadtbefestigung Hannover.<ref name="Nöldeke">Arnold Nöldeke: Befestigung</ref> Er wurde ursprünglich im Garten der Beginen errichtet.<ref name="SLH">Helmut Knocke: Beginenturm (siehe Literatur)</ref>
Geschichte
Der Beginenturm wurde „als letzter und stärkster Turm der Stadtmauer“ erbaut,<ref name="SLH"/> von der sich noch Reste im Innern des Historischen Museums finden.<ref>Helmut Knocke, Hugo Thielen: Pferdestraße 6. In: Hannover Kunst- und Kultur-Lexikon, S. 178</ref> Der bewusst gewählte Standort in Sichtweite der Burg Lauenrode am gegenüberliegenden Ufer der Leine war ein Ausdruck des Selbstbewusstseins der Stadt gegenüber dem damaligen Landesherrn.<ref name="SLH" />
Nach Angaben des Denkmalpflegers Arnold Nöldeke wurde der Turm auf einem Fundament errichtet, dessen Mächtigkeit bei Ausgrabungsarbeiten in mehr als 4,20 m Tiefe noch nicht erreicht war. Auf diesem Fundament errichteten die Hannoveraner drei abgesetzte Geschosse aus Quadern sehr verschiedener Größe.<ref name="Nöldeke" /> Baumaterial des bis zu 3 m dicken und rund 23 m hohen Schalenturms war Lindener Kalkstein.<ref name="SLH" /> Laut angebrachter Stadttafel wurde auch Material des romanischen Vorgängerbaus der Marktkirche verwendet.<ref>Ralph Anthes: Stadttafeln von Hannover / Beginenturm (Tafel 19)</ref> Das Erdgeschoss wurde erst später im Innern überwölbt, die zur Seite der Altstadt hin offenen Obergeschosse waren ab ca. 1660 bis 1944 mit Fachwerkwänden geschlossen.<ref name="SLH" />
Anfang des 16. Jahrhunderts diente der Turm mehrfach als Gefängnis, unter anderem 1526 im Vorfeld der Reformation.<ref>Siegfried Müller: Beginenturm. In: Geschichte der Stadt Hannover, Bd. 1, Von den Anfängen bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts / mit Beitr. von Helmut Plath, hrsg. v. Klaus Mlynek und Waldemar R. Röhrbein, Schlütersche, Hannover 1992, ISBN 3-87706-351-9, S. 122, 128; online: über Google Bücher</ref>
Beginnend im Dreißigjährigen Krieg wurde von 1642 bis 1649 das ehemalige Zeughaus an den Turm angebaut. Die Reste dieses Gebäudes wurden 1966 Bestandteil des Historischen Museums.<ref name="SLH" />
Der Turm wurde im 18. Jahrhundert zeitweilig als Magazin zur Bevorratung von Torf genutzt,<ref name="SLH" /> der damals „das wichtigste Heizmaterial“ war.<ref>Carl-Hans Hauptmeyer: 1740, in: Hannover Chronik, S. 87</ref>
1896 wurde im Zusammenhang mit der Errichtung der Flusswasserkunst ein Bauwettbewerb ausgeschrieben, durch den der Beginenturm zum historisierenden Wasserturm umgestaltet werden sollte.<ref name="SLH" />
Nach dem Zweiten Weltkrieg diente der Turm ab 1948 als Künstleratelier. 1972 bis 2007 nutzte die Gaststätte Turm das Gebäude.<ref name="SLH" />
Umbau 2011–2014
2011 wurde der Turm eingerüstet und zunächst von außen saniert.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: Vorlage:Cite book/URL In: Hannoversche Allgemeine, 22. April 2011. Abgerufen am 14. Oktober 2011Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref> Seit dem 28. Juni 2014 ist der Beginenturm als Teil des Historischen Museums für die Öffentlichkeit zugänglich.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Saniert: Beginenturm für Besucher geöffnet. ( vom 7. Mai 2021 im Internet Archive) Neue Presse vom 27. Juni 2014, abgerufen am 29. Juni 2014</ref> Die Planungen für gesonderte Ausstellungsräume zur Geschichte des Turmes und der Ausbau der darüber liegenden beiden Geschosse als verglaste Erlebnisräume<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: Vorlage:Cite book/URL In: Hannoversche Allgemeine, 21. Februar 2012. Abgerufen am 3. Februar 2014Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2</ref>, die einen Ausblick auf die Stadt ermöglichen, haben sich aus Kostengründen nicht verwirklichen lassen.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: Vorlage:Cite book/URL In: Hannoversche Allgemeine, 21. Februar 2012. Abgerufen am 3. Februar 2014Vorlage:Cite book/URL Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2, Zitat Andreas Urban</ref>
Siehe auch
Literatur
- Arnold Nöldeke: Befestigung. In: Die Kunstdenkmäler der Provinz Hannover. 1: Regierungsbezirk Hannover, Heft 2: Stadt Hannover, Hannover 1932, S. 42ff., hier v. a. S. 51f.
- Neudruck: Wenner Osnabrück, 1979. Teil 1: Denkmäler des „alten“ Stadtgebietes Hannover (Eingemeindungsstand bis 1. Januar 1870), ISBN 3-87898-151-1
- Gerd Weiß, Marianne Zehnpfennig: Die Befestigung der Altstadt. In: Denkmaltopographie Bundesrepublik Deutschland, Baudenkmale in Niedersachsen, Stadt Hannover, Teil 1, Bd. 10.1, hrsg. von Hans-Herbert Möller, Friedr. Vieweg & Sohn, Braunschweig/Wiesbaden 1983, ISBN 3-528-06203-7;
- Anlage zu Bd. 10.2: Am Hohen Ufer 1/Ecke Pferdestraße (Beginenturm, Teil der Stadtmauer, Rest der Zeughausmauer). In: Mitte. In: Hans-Herbert Möller (Hrsg.): Baudenkmale in Niedersachsen. Band 10. Wolfgang Neß u. a.: Stadt Hannover. Teil 2, ISBN 3-528-06208-8, S. 3ff.
- Helmut Knocke: Beginenturm. In: Klaus Mlynek, Waldemar R. Röhrbein (Hrsg.) u. a.: Stadtlexikon Hannover. Von den Anfängen bis in die Gegenwart. Schlütersche, Hannover 2009, ISBN 978-3-89993-662-9, S. 54.
Weblinks
- Ralph Anthes (priv.): Stadttafeln von Hannover / Beginenturm (Tafel 19)
- Beginenturm im Denkmalatlas Niedersachsen
Einzelnachweise
<references />
Koordinaten: 52° 22′ 18,1″ N, 9° 43′ 52,8″ O
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