Notice: Unexpected clearActionName after getActionName already called in /var/www/html/includes/context/RequestContext.php on line 338
Baumwollsamenöl – Wikipedia Zum Inhalt springen

Baumwollsamenöl

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
(Weitergeleitet von Baumwollsaatöl)
Baumwollsamenöl
Datei:CSIRO ScienceImage 3443 Cottonseed Oil.jpg
Andere Namen
  • Baumwollsaatöl
  • Cottonöl
  • {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)
  • {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)
Rohstoffpflanze(n) Baumwollpflanze (Gossypium);
(Gossypium barbadense), (Gossypium hirsutum)<ref name="Rich" />
Herkunft Samen
Farbe
  • hellgelb bis bernsteinfarbig (raffiniert)
  • dunkelrotbraun (unraffiniert)<ref name="Dav">David R. Erickson: Edible Fats and Oils Processing. AOCS, 1990, ISBN 0-935315-30-6, S. 301 f.</ref>
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
Fettsäuren in den Fetten
Ölsäure 14,7–21,7<ref name="Rich">Richard D. O’Brien: Fats and Oils. Third Edition, CRC Press, 2009, ISBN 978-1-4200-6166-6, S. 19–22.</ref>
Linolsäure 46,7–58,2<ref name="Rich" />
Linolensäure < 1 %<ref name="Rich" />
Palmitinsäure 21,1–27,3 %<ref name="Rich" /><ref name="Dav" />
Stearinsäure 2,1–3,3 %<ref name="Rich" />
Myristinsäure 0,6–1 %<ref name="Rich" />
Weitere Fettsäuren

Arachinsäure 0,2–0,5 %, Behensäure < 0,6 %, Palmitoleinsäure < 1,2 %<ref name="Rich" />

Sonstige Inhaltsstoffe
Tocopherole ca. 850 mg/kg<ref name="Rich" />
Weitere Inhaltsstoffe

Gossypol < 0,6 % (raffiniert)<ref>Ivana Cristina N. Gadelha, Nayanna Brunna S. Fonseca u. a.: Gossypol Toxicity from Cottonseed Products. In: The Scientific World Journal. Volume 2014, 2014, doi:10.1155/2014/231635.</ref>

Eigenschaften
Dichte 0,9170–0,9310 bei 15 °C<ref name="Bai" />
Viskosität <math>\eta</math> = 65–69 mPa·s bei 20 °C<ref name="Alain">Alain Karleskind: Manuel des corps gras. 2. Volumes, AFCEG, TEC DOC, Paris 1992, ISBN 978-2-85206-662-5.</ref>
Oxidationsstabilität 2,3–3,6 h<ref name="Rich" /><ref>C. J. Steel, M. C. Dobarganes, D. Barrera-Arellano: Formation of polymerization compounds during thermal oxidation of cottonseed oil, partially hydrogenated cottonseed oil and their blends. In: Grasas y Aceites. 57 (3), 2006, S. 284–291, online (PDF; 149 kB).</ref>
Schmelzpunkt −12 °C (raffiniert)<ref name="Rich" />;
−6 °C bis 4 °C (unraffiniert)<ref>Y. H. Hui, Frank Sherkat: Handbook of Food Science, Technology, and Engineering. Vol. 1, CRC Press, 2006, ISBN 978-1-57444-551-0, Kapitel 9-8.</ref>
Rauchpunkt 185 °C (unraffiniert); 223 °C (raffiniert)<ref name="Ulm">Ullmann's encyclopedia of industrial chemistry. Vol A 10: Fats and oils, VCH, Weinheim 1995.</ref>
Flammpunkt 318 °C<ref name="Bai">Bailey's industrial oil & fat products. 6th Edition, Wiley-Interscience, New York 2005, ISBN 978-0-471-38460-1.</ref>
Iodzahl 97–118 (raffiniert)<ref name="Dav" /><ref name="Ulm" />
Verseifungszahl 189–198 (raffiniert)<ref name="Alain" />
Brennwert 39,6 MJ/kg<ref>Ayhan Demirbas: Biodiesel. Springer, 2008, ISBN 978-1-84628-995-8, S. 76.</ref>
Cetanzahl 33,7<ref>Forest Gregg: SVO. New Society, 2008, ISBN 978-0-86571-612-4, S. 47.</ref>
Herstellung und Verbrauch
Wichtigste Produktionsländer USA, China, Indien, Pakistan, Brasilien<ref>FAO Statistik 2014.</ref>

Baumwollsamenöl ist ein Pflanzenöl, das durch Pressen oder Extrahieren mit Lösungsmitteln aus Baumwollsamen gewonnen wird. Baumwollsamenöl ist ein weitverbreitetes Speiseöl, das vor allem in den USA in der Lebensmittelindustrie Verwendung findet.

Baumwollsamenöl ist – wie andere Pflanzenöle – ein Gemisch von Triestern des Glycerins. Es wird in großen Mengen als Nebenprodukt der Baumwollproduktion hergestellt. Im Jahre 1994 bestanden etwa 13 % der weltweiten Ölsaatenproduktion aus Baumwollsamen. Die Ausbeute beträgt 15–30 %.

Verwendung und Risiken

Baumwollsamenöl ist in den USA seit etwa 1800 eines der meist verwendeten Speiseöle und wird in vielen baumwollproduzierenden Staaten wegen seines milden Geschmacks als traditionelles Lebensmittel geschätzt. Es ist sehr hitzebeständig und enthält zugleich einen hohen Anteil an mehrfach ungesättigten Fettsäuren. Die Lebensmittelindustrie verwendet es mit Vorliebe für cremige und schaumige sowie frittierte Fertigprodukte, ebenso für Margarine oder Erdnussbutter, also für Lebensmittel, die oft als ungesund betrachtet werden, was den Ruf dieses Öls nicht befördert hat.

Zahlreiche Produkte amerikanischen Ursprungs wie Kartoffelchips, Frühstücksflocken oder Süßigkeiten, auch etwa indische Curry-Mischungen oder Mixed Pickles, enthalten Baumwollsamenöl. Die Ölkuchen genannten Pressrückstände der Ölgewinnung dienen als Viehfutter. Als Zutat zu Kosmetika und in der Medizin sowie als Treibstoff für Dieselmotoren wird es ebenfalls verwendet.

Vor allem wegen des hohen Einsatzes von Pestiziden bei der Baumwollproduktion ist die Verwendung für die menschliche Ernährung und als Futtermittel umstritten. Das rohe gepresste Öl ist wegen des Gehalts an giftigem Gossypol dunkelrotbraun und mit Proteinen verunreinigt. Durch Oxidation mit der Luft kann sich die Färbung verstärken. Nach der Raffination und dem Bleichen ist das Baumwollsamenöl dann hellgelb, schmeckt nussartig und riecht schwach erdartig. Es ist unlöslich in Alkohol, aber löslich in Ether und es ist ein halb-trocknendes Öl.

Die Halphen-Reaktion zum Nachweis von cyclopropenhaltigen Fettsäuren diente ursprünglich dem qualitativen Nachweis von Baumwollsamenöl in Verschnitten.<ref>D. Holde, R. Pelgry: Die Prüfung auf Baumwollsaatöl nach Halphen. In: Chemische Revue über die Fett- und Harz-Industrie. Band 6, Nr. 4, Januar 1899, ISSN 0366-7960, S. 67–68, doi:10.1002/lipi.18990060403 (wiley.com [abgerufen am 3. November 2024]).</ref>

Literatur

  • Sabine Krist: Lexikon der pflanzlichen Fette und Öle. 2. Auflage, Springer, 2013, ISBN 978-3-7091-1004-1, S. 123–130.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />