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Bahnstrecke Plzeň–Duchcov

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Plzeň hl.n.–odb. České Zlatníky (–odb. Rozcesti)
Kursbuchstrecke (SŽ):160, 123
Streckenlänge:148,698 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:C3/C4 (2006)
Stromsystem:Žatec západ–Bílina: 3 kV =
Streckengeschwindigkeit:70 km/h
Zweigleisigkeit:Odb. Vrbka–Obrnice
<templatestyles src="BS/styles.css" />
von Železná Ruda-Alžbětín (vorm. EPPK)
von Furth im Wald (vorm. BWB)
von Cheb (vorm. KFJB)
0,000 Plzeň hlavní nádraží 325 m
nach České Velenice (–Wien FJB) (vorm. KFJB)
nach Praha-Smíchov (vorm. BWB)
2,297 Plzeň seř. nadr. 315 m
3,309 Plzeň-Bílá Hora 315 m
6,105 Plzeň-Bolevec (Blockstelle) 340 m
8,330 Plzeň-Orlík 360 m
10,348 Třemošná u Plzně 345 m
15,003 Horní Bříza zastávka 390 m
17,565 Horní Bříza 415 m
21,558 Obora u Kaznějova 450 m
26,251 Kaznějov 415 m
32,497 Plasy 355 m
34,415 Velký Plasský (247 m)
34,937 Horní Hradiště 345 m
35,661 Malý Plasský (132 m)
38,035 Mladotice zastávka 370 m
40,177
137,413
Mladotice früher Mlatz 380 m
nach Rakovník (vorm. LB Rakonitz–Mlatz)
143,120 Potvorov 425 m
143,223 Protektoratsgrenze (1938–1945)
147,467 Žihle früher Scheles 460 m
152,387 Pastuchovice früher Pastuchowitz 450 m
von Rakovník (vorm. LB Rakonitz–Petschau–Buchau)
156,743 Blatno u Jesenice früher Pladen 410 m
nach Bečov nad Teplou (vorm. LB Rakonitz–Petschau–Buchau)
160,447 Stebno früher Steben 375 m
162,975 Petrohrad früher Petersburg 350 m
167,358 Kryry früher Kriegern 315 m
172,442 Vroutek früher Rudig 345 m
180,608 Podbořany früher Podersam
186,630 Kaštice früher Kaschitz 285 m
von Kadaň-Prunéřov (vorm. EPPK)
190,484 Kněžice früher Knöchitz 255 m
192,767 Čejkovice früher Tschekowitz 250 m
196,630 Žabokliky früher Schaboglück 260 m
nach Březno u Chomutova (vorm. EPPK)
200,660 Libočany früher Libotschan 220 m
202,336 Žatec západ früher Saaz West 210 m
nach Chomutov (vorm. BEB)
203,583 Žatec früher Saaz Stadt 210 m
nach Praha-Bubny (vorm. BEB)
207,230 Tvršice früher Sellowitz 205 m
209,709 Dolejší Hůrky früher Horka 205 m
213,930 Lišany u Žatce früher Lischan 210 m
214,991 Postoloprty früher Postelberg 210 m
nach Louny (vorm. LB Postelberg–Laun)
Verbindungskurve von odb. Bažantnice (vorm. EB Rakonitz–Laun)
216,450 Odb. Vrbka
218,910 Výškov v Čechách früher Wischkowa 220 m
221,516 Počerady früher Potscherad 220 m
nach Vrskmaň (vorm. LB Potscherad–Wurzmes)
223,000 Volevčice (neu) 220 m
223,770 Volevčice früher Wallepschitz 220 m
226,887 Židovice u Mostu früher Seidowitz
227,554 Hl. Stránce
230,316 Sedlec u Obrnic früher Sedlitz (b Obernitz)
von Praha-Smíchov (vorm. PDE)
von Čížkovice (vorm. Brüx-Lobositzer Verbindungsbahn)
232,846 Obrnice früher Obernitz 210 m
nach Most (vorm. PDE)
von Chomutov (seit 1968)
234,980 odb. České Zlatníky
236,880 Želenice nad Bílinou früher Sellnitz
238,640 Liběšice nad Bílinou früher Liebschitz
240,845 Bílina kyselka früher Bilin Sauerbrunn
242,164 Bílina město früher Bilin Stadt
nach Ústí nad Labem (seit 1968)
243,140 Bílina hlavní nádraží früher Bilin Hauptbf.
nach Trmice (vorm. ATE)
246,150 Ledvice früher Ladowitz
von Světec (vorm. ATE)
von Chomutov (vorm. ATE)
246,860 odb. Rozcesti
nach Duchcov-Liptice–Háj u Duchcova (vorm. DBE)
nach Duchcov–Ústí nad Labem (vorm. ATE)

Quellen: <ref></ref><ref>Daten auf adrasdrah.net</ref><ref>Artarias Eisenbahnkarte von Österreich-Ungarn und den Balkanstaaten, mit Stationsverzeichnis; Artaria & Co., Wien 1913</ref>

Die Bahnstrecke Plzeň–Duchcov ist eine Eisenbahnverbindung in Tschechien, die ursprünglich durch die k.k. priv. Eisenbahn Pilsen–Priesen(–Komotau) (EPPK) erbaut und betrieben wurde. Sie verläuft von Plzeň (Pilsen) über Žatec (Saaz) und Postoloprty (Postelberg) nach Obrnice (Obernitz). Die weitere Strecke bis Bílina (Bilin) wurde 1968 wegen des fortschreitenden Braunkohletagebaues ein Teil der neu trassierten Verbindung Ústí nad Labem–Chomutov; der Abschnitt von Bílina bis odb. Rozcesti bei Duchcov (Dux) wurde aufgegeben.

Die Strecke Plzeň–odb. České Zlatníky ist im Eisenbahnnetz der Tschechien Republik als gesamtstaatliche Bahn („celostátní dráha“) klassifiziert.

Geschichte

Siehe auch Eisenbahn Pilsen–Priesen(–Komotau)

Am 21. April 1870 wurde den Concessionären Richard Fürst Metternich-Winneburg, Anton Edler von Stark, Jaromir Graf Czernin, Johann Graf Lazansky, Dr. Theodor Hassmann und Wilhelm Daniel das Recht zum Baue und Betriebe einer Locomotiveisenbahn von Pilsen nach Priesen (Komotau) im Anschlusse an die neuen Linien der k.k. priv. Buschtiehrader Eisenbahn, nebst Abzweigungen über Saatz zum Anschlusse an die k.k. priv. Aussig-Teplitzer Eisenbahn einerseits nach Brüx, andererseits nach Dux erteilt.<ref>Reichgesetztblatt für die im Reichsrathe vertretenen Königreiche und Länder, 13. September 2870, auf alex.onb.ac.at</ref> In Betrieb genommen wurde die Strecke PilsenDux mit dem Abzweig nach Brüx in den Jahren 1872 und 1873.

Eröffnungsdaten:

  • Pilsen–Plasy: 21. Jänner 1873 (Güterverkehr) 1. Mai 1873 (Personenverkehr)
  • Plasy–Schaboglück: 8. August 1873
  • Schaboglück–Saaz: 7. September 1873
  • Saaz–Obernitz: 16. September 1872
  • Obernitz–Bilin: 24. Oktober 1872 (Güterverkehr) 1. Mai 1873 (Personenverkehr)
  • Bilin–Ladowitz: 27. Oktober 1872
  • Ladowitz–odb. Rozcesti: ~1874

In Schaboglück zweigte eine kurze Verbindungsbahn nach Priesen bei Komotau ab. Sie bestand allerdings nur wenige Jahre und wurde schon 1879 wieder aufgelassen.

Am 1. Jänner 1884 wurde die EPPK verstaatlicht. Die Strecke Pilsen–Dux gehörte fortan zum Netz der k.k. Staatsbahnen kkStB. In der Folgezeit verlor die Strecken sukzessive ihre überregionale Bedeutung. Im Fahrplan von 1919 sind etwa nur drei durchgängige Personenzugpaare zwischen Pilsen und Dux enthalten. Schnellzüge verkehrten keine.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Fahrplan 1919 der ČSD (Memento des Vorlage:IconExternal vom 10. April 2013 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/csd1918.wz.cz</ref>

Nach dem Ersten Weltkrieg gelangte die Strecke ins Eigentum der neu begründeten Tschechoslowakischen Staatsbahnen (ČSD).

Datei:Blatno (okres Louny) - zeleznicni zastavka.jpg
Bahnhof Blatno u Jesenice

Nach der Angliederung des Sudetenlandes an Deutschland im Herbst 1938 kam die Strecke zwischen Scheles und Dux zur Deutschen Reichsbahn, Reichsbahndirektion Dresden. Im Reichskursbuch war die Verbindung nun als KBS 167 Dux–Saaz–Mlatz–Pilsen enthalten.<ref>Deutsches Kursbuch – Jahresfahrplan 1944/45</ref> Nach dem Ende des Zweiten Weltkriegs kam die Strecke wieder vollständig zur ČSD.

Ab den 1950er Jahren wurde der Braunkohleabbau im Nordböhmischen Becken nochmals umfassend intensiviert. Die gesamte Landschaft zwischen Duchcov (Dux), Bílina (Bilin) und Most (Brüx) wurde nach und nach von einem Großtagebau vernichtet, dem nicht nur viele Ortschaften, sondern auch die dort befindlichen Verkehrswege zum Opfer fielen. 1962 wird der Reiseverkehr zwischen Obrnice und Duchcov eingestellt. Der Abschnitt zwischen Bílina und Ledvice wird kurz darauf abgebrochen.

Datei:Stanice Blatno u Jesenice.jpg
Zugkreuzung in Blatno u Jesenice (1995)
Datei:Zastavka Bilina-Kyselka.jpg
1995 gab es noch Reisezüge in der Relation Ústí nad Labem–Obrnice, hier in Bílina-Kyselka

In den 1960er Jahren begann der zweigleisige Ausbau der Strecke von Obrnice bis Bílina, um den gesamten Verkehr des Abschnittes Teplice-Most der Hauptbahn Ústí nad Labem–Chomutov aufnehmen zu können. Am 8. April 1968 ging die umgebaute, jetzt zweigleisige und elektrifizierte Strecke zusammen mit dem Neubauabschnitt Bílina–Duchcov–Oldřichov u Duchcova in Betrieb. 1979 erhielt der Abschnitt odb. České Zlatníky–Bílina ein drittes Gleis.

In den 1980er Jahren wurde auch die Strecke zwischen Žatec západ und Obrnice für den Kohleverkehr elektrifiziert. Am 31. Oktober 1985 wurde dort der elektrische Betrieb aufgenommen.

Aufgrund der Dismembration der Tschechoslowakei in zwei selbständige Staaten zum 1. Januar 1993 kam die Strecke zu den neugegründeten Tschechischen Bahnen (ČD). In der Folge verlor die Gesamtstrecke weiter an Bedeutung. So wurde etwa die letzte bedeutende Schnellzugverbindung zwischen Pilsen und Liberec eingestellt. Im Dezember 2007 wurde der Nahverkehr zwischen Podbořany–Žatec aufgegeben, nach dem der dafür zuständige Ústecký kraj die Zugleistungen wegen Unrentabilität abbestellt hatte.

Seit einer Direktvergabe werden die verbliebenen Schnellzüge in der Relation Plzeň–Most über Chomutov im Zweistundentakt von GW Train Regio gefahren. Personenzüge verkehren heute in den Relationen Plzeň–Podbořany und Žatec západ–Most. Auch hier besteht ein zweistündlicher Taktfahrplan, der werktags zum Teil zu einem Stundentakt verdichtet ist. Von Obrnice nach Bilina verkehren heute keine direkten Reisezüge mehr.

Fahrzeugeinsatz

Datei:Plzen main station 2017-05-22 01.jpg
628 214 der GW Train Regio (Plzeň hl.n.; 2017)

GW Train Regio setzt auf der Schnellzugverbindung Plzeň–Most Dieseltriebzüge der DB-Baureihe 628 ein.<ref>Meldung „Ťok vyšachoval České dráhy. Do Mostu pojedou rychlíky soukromého dopravce“ (tschechisch) auf idnes.cz vom 1. August 2016, abgerufen am 5. August 2016</ref><ref>Meldung „GW Train Regio to operate Plzen–Most services“ (englisch) auf railjournal.com vom 5. August 2016</ref>

Literatur

  • Zdeněk Hudec u. a.: Atlas drah České republiky 2006–2007, 2. Auflage; Verlag Pavel Malkus, Praha, 2006, ISBN 80-87047-00-1

Einzelnachweise

<references />

Weblinks

Commons: Bahnstrecke Plzeň–Duchcov – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien