Bahnstrecke Passau–Neumarkt-Sankt Veit
| Passau Hbf–Neumarkt-St. Veit | |||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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| Streckennummer (DB): | 5832 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Kursbuchstrecke (DB): | 946 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Kursbuchstrecke: | 426w (1946) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Streckenlänge: | 97,24 km | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Spurweite: | 1435 mm (Normalspur) | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Streckenklasse: | C4 | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Minimaler Radius: | 173 m | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Streckengeschwindigkeit: | 80 km/h | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
| Zugbeeinflussung: | PZB | ||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
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Die Bahnstrecke Passau–Neumarkt-Sankt Veit (auch: Rottalbahn) ist eine eingleisige, nicht elektrifizierte Nebenbahn im südöstlichen Bayern. Sie führt von Passau über Pocking, Pfarrkirchen und Eggenfelden nach Neumarkt-Sankt Veit. Mit einer Länge von 97 km ist sie die längste Nebenbahn Bayerns. Die Strecke wird von der DB RegioNetz Infrastruktur GmbH unter der Marke Südostbayernbahn (SOB) betrieben.
Topographie
Die Strecke verläuft durch zwei sehr unterschiedliche Naturräume. Der Abschnitt von Passau bis Sulzbach am Inn durchquert kurvenreich den Neuburger Wald, einen die Donau überschreitenden Ausläufer des Bayerischen Waldes. Die weitere Strecke folgt dem Fluss Rott auf fast seiner gesamten Länge. Das west-östlich verlaufende Rottal unterbricht mit seinen durchschnittlich 2 km Breite das Isar-Inn-Hügelland und ermöglicht eine günstige Linienführung. Die Anschlussstrecke von Neumarkt nach Mühldorf am Inn führt dann durchs Hügelland aus dem Rott- ins Inntal. Die unterschiedlichen Landschaftsbedingungen zeigen sich in den Fahrzeiten: 2016 braucht eine Regionalbahn, fahrplanmäßig im Stundentakt, 41 Minuten für die ersten 26 km von Passau ins nach Luftlinie nur 14,1 km entfernte Sulzbach am Inn; von dort 84 Minuten für die weiteren 71 km nach Neumarkt.
Geschichte
Bau
Die Strecke wurde in zwei Etappen gebaut. Nach dem Baubeginn 1878 wurde zum 1. September 1879 das 63 km lange Teilstück Neumarkt-Sankt Veit–Pocking als Sekundärbahn eröffnet. Am 4. Oktober 1883 erhielt sie Anschluss nach Landshut. Nach der Bewilligung des östlichen Weiterbaus im Jahre 1884 wurde das 35 km lange Teilstück Pocking–Passau in den Jahren 1887 und 1888 fertiggestellt. Ab dem 6. Oktober 1888 war die Strecke damit komplett befahrbar. An diesem Tag ging um 9.15 Uhr der Probezug mit einer D VII und sieben Personenwagen von Passau ab. Um 14.30 Uhr startete der Zug in Pocking zur Rückfahrt.
Dieses zweite Teilstück war als Lokalbahn ausgeführt worden. Am 15. Oktober 1888 wurde die Lokalbahn mit zwei gemischten Zügen in jeder Richtung eröffnet.
Von Pocking aus wurde eine Verbindungsstrecke nach Tutting an der Strecke Simbach am Inn – Kößlarn gebaut. Nach der Fertigstellung am 1. Dezember 1914 verkehrten ab Pocking durchgehende Züge nach Simbach am Inn. Reisende in Richtung Kößlarn mussten in Tutting umsteigen.
Modernisierungsmaßnahmen
Um Stundentakt auf der Strecke einführen zu können, wurde sie ausgiebig saniert, der Haltepunkt Massing für ca. 2,3 Mio. Euro zum Kreuzungsbahnhof ausgebaut. Weitere beim Stundentakt regelmäßig genutzte Kreuzungsbahnhöfe sind Fürstenzell, Pocking und Pfarrkirchen, bei einzelnen Zügen auch Sulzbach und Eggenfelden. Der Haltepunkt Eggenfelden Mitte wurde in Zentrumsnähe neu eingerichtet, die Haltepunkte Bad Höhenstadt, Neukirchen am Inn und Passau-Neustift sowie der Bahnhof Fürstenzell modernisiert. Um all das zu realisieren, wurden ab 2002 10 Millionen Euro in den Ausbau der Strecke investiert.<ref>Stundentakt für die Rottalbahn. Ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 16. September 2008. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref> Des Weiteren wurden 2009 Sulzbach am Inn, Ruhstorf an der Rott, Neustift b. Passau und Engertsham ebenfalls erneuert. Dafür standen insgesamt weitere gut 200.000 Euro zur Verfügung, davon 140.000 Euro für den Bahnhof Sulzbach am Inn, der im September 2009 fertiggestellt wurde<ref>PNP Ausgabe A 23. September 2009: „Zwei neue Bahnsteige für Sulzbach“</ref>. Von Mitte November bis Anfang Dezember 2008 wurde die gesamte Strecke abschnittsweise gesperrt und der Oberbau erneuert, mehrere Bahnübergänge aufgelassen und andere mit technischer Sicherung versehen.<ref>Ralf Roman Rossberg: Ablösung für die 218, in: eisenbahn-magazin, Heft 7, 2014, S. 11</ref>
Betrieb
Bei Eröffnung des Betriebs befuhren drei Zugpaare pro Tag die Strecke. Sie war anfangs fahrplanmäßig in zwei Strecken geteilt, die sich in Pfarrkirchen trafen. Die Zahl der Züge steigerte sich, aber nach dem Ersten Weltkrieg lag die Zugdichte wieder bei nur drei Zugpaaren.<ref> Bufe, S. 18. </ref>
Im Frühjahr 1933 nahmen die nur in wenigen Exemplaren gebauten Triebwagen der Baureihe VT 133 („Wismar“) vom Hauptbahnhof Passau den Betrieb auf der Strecke auf. Der Fahrplan von 1934 zeigt, dass damals von den vier Personenzügen täglich drei von Triebwagen gefahren wurden. Sie legten die Strecke in 159 Minuten zurück, der Dampfzug gezogen von einer DR-Baureihe 64<ref>Eisenbahn in Niederbayern von Siegfried Bufe, S. 122ff.</ref> dagegen brauchte 240 Minuten, wovon allein 12 bzw. 15 Minuten in Pocking und Pfarrkirchen zum Wasserfassen erforderlich waren.
1977 gab es Bestrebungen, die Strecke stillzulegen. Vor allem wegen des Fremdenverkehrs im Niederbayerischen Bäderdreieck wurde davon, trotz der ungünstigen Streckenführung, Abstand genommen. Zeitweise bediente auch die Zuggattung Fern-Express (FD) Pfarrkirchen, so beispielsweise 1992/1993 das Zugpaar 1920/1921 Rottaler Bäderdreieck von und nach Nürnberg.<ref>fernbahn.de</ref>
Am 1. September 1979 wurde in Pfarrkirchen die 100-Jahr-Feier zum Bestehen der Strecke Neumarkt-Sankt Veit–Pocking mit besonderer Festlichkeit begangen, auch als Protest gegen die Stilllegungspläne. Uerdinger Schienenbusse der Baureihe VT 98 besorgten meist den regulären Personenverkehr in der zweiten Hälfte des 20. Jahrhunderts, bevor sie durch Triebwagen der Baureihe 628 ersetzt wurden. Die damals neuen Triebwagen verkehren noch heute im Regionalverkehr. Seit dem Fahrplanwechsel im Dezember 2024 verkehren planmäßig Fahrzeuge der Baureihe 642. Die Baureihe 628 ist jedoch ersatzweise noch fast täglich anzutreffen.
Der Güterverkehr war früher bedeutsam: im Jahr 1987 befuhren wochentags nicht weniger als elf Güterzüge die Strecke – meist jedoch jeweils nur Teilstrecken. Zum Einsatz kamen die Baureihen 211, 332 und 333<ref>Wolfram Alteneder, Clemens Schüssler: Die Nebenbahnen der BD München - Ein Handbuch und Reiseführer-. Kersting-Verlag, Bonn 1987, ISBN 3-925250-03-4, S. 60.</ref>.
Seit Eröffnung des Liniensterns Mühldorf 1994 wurde hier bis Dezember 2009 annähernd ein Zwei-Stunden-Takt angeboten, ab 2001 von der Südostbayernbahn, einem Tochterunternehmen der Deutschen Bahn. Seit Dezember 2009 verkehren die Züge im Stundentakt.<ref>Ab 13. Dezember 2009 bessere Bahnverbindungen in Niederbayern und der Oberpfalz. Bayerische Eisenbahngesellschaft, 9. Dezember 2009, abgerufen am 17. Juli 2024.</ref> Der Personenverkehr auf der Strecke soll bis Ende 2024 weiter von der DB-Tochter Südostbayernbahn erbracht werden.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />BEG und SOB unterzeichnen den neuen Vertrag für den Bahnbetrieb im Linienstern Mühldorf ( vom 4. März 2016 im Internet Archive)</ref>
Mit den Zügen Rottaler Land und Rottaler Bäderdreieck verkehrten Kurswagen von und nach Hamburg und Dortmund.<ref>Maurer; Bufe, S. 19.</ref> Das Angebot richtete sich an die Kurgäste des Bäderdreiecks in den Landkreisen Passau und Rottal-Inn. Zuletzt verkehrte samstags eine Kurswagengruppe aus dem Intercity Rottaler Land zwischen Hamburg und Mühldorf am Inn über Passau. Tariflich war dieser Zug der Zuggattung Regional-Express zugeordnet und verkehrte im Zielgebiet in der Zeitlage einer an den übrigen Wochentagen mit einem Triebwagen gefahrenen Regionalbahn. Der Zug wurde in der Regel von einer Diesellokomotive der DB-Baureihe 218 gezogen. Dieser Verkehr wurde zum Fahrplanwechsel im Dezember 2014 eingestellt.<ref>Bericht vom 30. Juni 2014 in Passauer Neue Presse, abgerufen am 20. Oktober 2023.</ref>
Der Bahnhof Sulzbach (Inn) ist durchgeschaltet und lediglich für eine Zugkreuzung wochentags in der Früh besetzt. Die Bahnhöfe Bad Birnbach und Karpfham waren ebenfalls durchgeschaltet. In Bad Birnbach und Pocking wurden im Oktober/November 2025 die mechanischen Stellwerke durch ein elektronisches Stellwerk der Bauart Siemens (SIMIS D) ersetzt und werden seitdem von Mühldorf aus gesteuert.<ref>Bad Birnbach. Abgerufen am 20. November 2025.</ref><ref>Pocking. Abgerufen am 20. November 2025.</ref>
Im Güterverkehr wird nur noch der Abschnitt Neumarkt-St. Veit–Eggenfelden befahren, um die Gleisanschlüsse in Dietfurt und Huldsessen (Müllumladestation) zu bedienen (Stand 2025).
Im Juli 2023 beantragte die Südostbayernbahn den Rückbau des Bahnhofs Karpfham zum Haltepunkt.<ref>Eisenbahnstrecke Nr. 5832 Passau - Neumarkt-St.Veit, Bahn-km 43,425 bis 43,875 Vorhaben „Rückbau Gleis 1, der Weichen 2 und 3 sowie der Weichen 1 und 6 mit Lückenschluss in Karpfham“ in Rotthalmünster. Eisenbahn-Bundesamt, 1. September 2023 (bund.de [PDF; abgerufen am 11. Oktober 2025]).</ref> Der Rückbau erfolgte im Dezember 2023.<ref>Gabriell Knopff: Ein Bahnhof auf der Rottalbahn weniger... (m11B). 19. Dezember 2023, abgerufen am 19. Dezember 2023.</ref> Im Zuge des ESTW Pocking und Bad Birnbach entstanden in der Nähe des Haltepunktes Blocksignale.<ref>Karpfham. Abgerufen am 20. November 2025.</ref>
Im November 2026 soll das mechanische Stellwerk in Fürstenzell durch ein ESTW ersetzt werden.<ref>Fürstenzell. Abgerufen am 5. Dezember 2025.</ref> In diesem Zuge soll der Bahnhof Sulzbach (Inn) zu einem Haltepunkt zurückgebaut werden.<ref>Sulzbach (Inn). Abgerufen am 5. Dezember 2025.</ref>
Unfälle
Am 8. Januar 1916 um 19:30 Uhr stürzte der Personenzug 81 aufgrund eines Dammrutsches zwischen Pfenningbach und Neustift eine Böschung hinunter. Der Lokführer starb, der Heizer wurde schwer, vier Beamte und acht Reisende leicht verletzt.
Immer wieder ereigneten sich Unfälle auf den etwa 100 nicht beschrankten Bahnübergängen.<ref>Übergang Altenburg erhält 2018 Schranken. In: Rottaler Anzeiger. Eggenfelden 25. November 2017, S. 19 (spd-eggenfelden.de [PDF]).</ref>
- Am 14. August 2008 sind zwei Motorrollerfahrer an verschiedenen Stellen gestorben.<ref>Passauer Neue Presse. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 18. Dezember 2008; abgerufen am 15. August 2008.</ref>
- Ein weiterer tödlicher Unfall ereignete sich am 16. Juli 2009, als ein Rentner eine geschlossene Schranke in Pocking missachtete. Dieser Bahnübergang war erst zwei Wochen zuvor in Betrieb genommen worden.<ref>Zug erfasst Auto. In: unserRadio:Eggenfelden. Ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 18. Juli 2009. (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref>
Ausblick
Die Strecke zählt zu den bayerischen Strecken, für die bis 2029 im Rahmen der Leistungs- und Finanzierungsvereinbarung III nicht näher genannte „Streckenertüchtigungen und -beschleunigungen“ vorgesehen sind.<ref name="db-2020-07-13">Zusätzliche Mittel für Strecken und Bahnhöfe in Bayern. In: deutschebahn.com. Deutsche Bahn, 13. Juli 2020, abgerufen am 5. Oktober 2020.</ref><ref name="beg-2020-07-13">Über 400 Millionen Euro für Schieneninfrastruktur in Bayern. In: beg.bahnland-bayern.de. Bayerische Eisenbahngesellschaft, 13. Juli 2020, abgerufen am 5. Oktober 2020.</ref>
Auf der Strecke soll die erste Erprobung des zukünftigen Bahnbetriebsfunks FRMCS bei der Deutschen Bahn erfolgen. Dazu sollen bis Juni 2027 insgesamt 30 Funkmasten und 10 BBU-Hotels entstehen.<ref>Deutschland: Bauarbeiten und zugehörige Arbeiten für Fernsprech- und Fernmeldeleitungen. Dokument 269310-2026. In: Tenders Electronic Daily. 20. April 2026, abgerufen am 20. April 2026.</ref><ref>Nico Weimer: Projektbeschreibung FRMCS Phase 1A Digitalisierung der Telekommunikation der Rottalbahn (Nr. 5700, 5830/5832 und 5832) der Südostbayernbahn (SOB) zwischen Passau und Neumarkt-Sankt Veit Bauleistungen inklusive AP zur Errichtung von Funkinfrastruktur Passive und Basis-Infrastruktur (Maststandorte). (PDF) In: bieterportal.noncd.db.de. 14. April 2026, S. 4, 8, abgerufen am 20. April 2026 (Datei 3.15_Projektbeschreibung_SOB_V1.0_final.pdf in verschachteltem ZIP-Archiv).</ref>
Streckenverlauf
Passau Hauptbahnhof im Donautal an der Magistrale Bahnstrecke Passau–Regensburg wird westwärts verlassen und nach dem Güterbahnhof bei Auerbach (Passau) südwärts in den Seitengraben des Hammerbachs hinein abgebogen, um in den Neuburger Wald hinauf zu gelangen. Bei Pfennigbach ist der Kulminationspunkt auf über 400 m Seehöhe erreicht und nunmehr geht es kurvenreich hinein ins Niederbayerische Hügelland bis Fürstenzell. Von dort wird der Senke des Sulzbachs abwärts und südostwärts bis ins weite Tal der Rott bei Sulzbach am Inn gefolgt. Hier knickt die Trassierung wieder westwärts ab und quert die Rott bei Ruhstorf, wobei sie in weiterer Folge südlich des Gewässers bis Pfarrkirchen hält. Pocking wird nun erschlossen ebenso wie Bad Birnbach. Nach dem Wechsel auf den nördlichen Talboden und der Passage von Pfarrkirchen, Eggenfelden und Massing erreicht die Strecke schließlich Neumarkt-Sankt Veit, wo sie Anschluss an die Fortsetzung nach Landshut und jene nach Mühldorf hat.
Aktueller Betrieb
Zwischen Passau und Eggenfelden wird die Strecke ausschließlich im Zugmeldebetrieb gesichert. Im Jahr 2021 wurde das System Technisch unterstützter Zugmeldebetrieb (TuZmb) eingerichtet. Ein klassischer Streckenblock besteht bis auf den im November 2025 in Betrieb genommenen ESTW-Abschnitt von Pocking nach Bad Birnbach nicht.<ref>schr/6782: BEU-Zwischenbericht zur Beinahekollision auf der Ausserfernbahn. In: Eisenbahn-Revue International 11/2020, S. 598f. (599).</ref>
Planverkehr
| Linie | Strecke | Takt | Fahrzeugeinsatz |
|---|---|---|---|
| RB 46 | Passau Hbf – Pocking – Pfarrkirchen – Neumarkt-St. Veit – Mühldorf | stündlich | Baureihe 642 |
Täglich nutzen im Schnitt ca. 2.600 Fahrgäste die Rottalbahn. Dies ist ein Plus von 34 Prozent gegenüber der Zeit, als Züge im Zwei-Stunden-Takt verkehrten.<ref>Passauer Neue Presse Ausgabe Passau Land 17. Juli 2010: Rottalbahn in der Erfolgsspur.</ref> Einzelne Fahrten bieten Direktverbindungen zu anderen Endpunkten des Liniensterns an. Planmäßige Zugkreuzungen finden dabei in Massing, Eggenfelden, Pfarrkirchen, Pocking und in Fürstenzell sowie in Einzelfällen in Sulzbach (Inn) statt.
Tarif
Grundsätzlich gelten die Nahverkehrstarife und -angebote von DB Regio, der die den Verkehr auf der Strecke betreibende Südostbayernbahn als RegioNetz untersteht. Darüber hinaus bietet die Südostbayernbahn eigene Pauschaltickets sowohl für den Gesamtbereich als auch für Teilbereiche ihres Streckennetzes an.<ref>Tickets für Südostbayern. Das vielfältige Südostbayern günstig erfahren. Südostbayernbahn, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 30. Juli 2014; abgerufen am 23. Januar 2024.</ref> Zwischen Passau und Karpfham ist die Bahn in den Verbundtarif DonauWald integriert, zwischen Bayerbach und Massing gelten die Tarifbestimmungen der Verkehrsgemeinschaft Rottal-Inn. Für Fahrten ausschließlich innerhalb der jeweils genannten Streckenabschnitte kommen die Tarife der jeweiligen Verkehrsgemeinschaft zur Anwendung.
Sonderfahrten
Auf der Rottalbahn kam mehrmals im Jahr die historische Schienenbusgarnitur der Baureihe 798/998 der Passauer Eisenbahnfreunde (PEF) e. V. zum Einsatz. Der 798 706-8 ist der letzte VT 798, der die Strecke 1994 als planmäßiger Reisezug befuhr. Weiterhin befahren die Dampflokomotiven 638.1301 und 657.2770 der Österreichischen Gesellschaft für Eisenbahngeschichte (ÖGEG) mit zweiachsigen Spantenwagen gelegentlich die Strecke. Durch die Einführung des Stundentakts im Dezember 2009 wurden Sonderfahrten aufgrund der begrenzten Streckenkapazitäten sehr erschwert.
Denkmalgeschützte Bauten
- Bahnhof Sulzbach (Inn) ⊙
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Das Empfangsgebäude des Bahnhofs Sulzbach (Inn), ein Bruchsteinbau, dessen Stichbogenfenster mit Ziegeln eingefasst sind, steht heute unter Denkmalschutz.<ref>Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege Regierungsbezirk Niederbayern, Passau, Ruhstorf a.d. Rott (PDF; 0,2 MB)</ref>
- Bahnhof Fürstenzell ⊙
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Der Bahnhof Fürstenzell liegt am Streckenkilometer 16,4 auf 358 m Höhe, bis auf die beiden Kreuzungsgleise wurden die weiteren Gleisanlagen bereits abgebaut. Alle Bahnhofsgebäude, das Empfangsgebäude mit angebauter Wartehalle, der Güterschuppen sowie der Freiabtritt, sind aus Bruchstein mit stichbogenförmigen Fenstereinfassungen aus Ziegeln und stehen heute als Ensemble unter Denkmalschutz.<ref name="Denkmalliste Fuerstenzell" />
- Haltepunkt Bad Höhenstadt ⊙
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Die Betriebsstelle Bad Höhenstadt, ein Haltepunkt mit Anschlussstelle, benannt nach dem gleichnamigen Wallfahrtsort Bad Höhenstadt liegt auf 340 m Höhe. Die Bahnhofsanlage, eine insgesamt dreiteilige Anlage aus Bruchstein, steht unter Denkmalschutz.<ref name="Denkmalliste Fuerstenzell" />
- Haltepunkt Engertsham ⊙
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Am Streckenkilometer 22,7 liegt der Bedarfshaltepunkt Engertsham südlich des namensgebenden Ortsteils Engertsham des Marktes Fürstenzell. Das Empfangsgebäude, ein kleiner Bruchsteinbau, steht heute unter Denkmalschutz. Bei dem Gebäude mit Halbwalmdach sind die stichbogigen Tür- und Fensteröffnungen aus rotem Backstein errichtet.<ref name="Denkmalliste Fuerstenzell">Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege Regierungsbezirk Niederbayern, Passau, Fürstenzell (PDF; 0,2 MB)</ref>
- Bahnhof Eggenfelden ⊙
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Das Empfangsgebäude des Bahnhofs Eggenfelden, ein mit flachem Walmdach gedeckter dreistöckiger Sichtziegelbau, steht heute unter Denkmalschutz.<ref>Bayerisches Landesamt für Denkmalpflege Regierungsbezirk Niederbayern, Rottal-Inn, Eggenfelden (PDF; 0,2 MB)</ref> Es wurde von der Stadt Eggenfelden gekauft, in dem Gebäude die betrieblichen Räume der Bahn baulich abgetrennt und im übrigen Gebäude sowie in der angrenzenden, ehemaligen Güterhalle Wohnungen für Flüchtlinge eingebaut.
Literatur
- Siegfried Bufe: Wege nach Passau. In: Eisenbahn Geschichte 93 (2019), S. 12–27.
- Josef Maurer: Ohne Umsteigen zur Kur. Kurswagen und Fernverkehrszüge auf der KBS 946. In: Eisenbahn Geschichte 33 (2009), S. 33–35.
Weblinks
Einzelnachweise
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- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Spurweite 1435 mm
- Wikipedia:Weblink offline
- Bahnstrecke in Bayern
- Verkehr (Passau)
- Verkehrsbauwerk im Landkreis Passau
- Verkehrsbauwerk im Landkreis Rottal-Inn
- Verkehrsbauwerk im Landkreis Mühldorf am Inn
- Verkehr (Landkreis Rottal-Inn)
- Verkehr (Eggenfelden)