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Bahnstrecke Lohr–Wertheim

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Lohr Bahnhof–Wertheim
Streckennummer (DB):5213
Kursbuchstrecke (DB):803 (1976)
416f (1946)
Streckenlänge:37,1 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Streckenklasse:C4 (Lohr Bahnhof–Lohr Stadt)
Maximale Neigung:
Minimaler Radius:264 m
Streckengeschwindigkeit:50 km/h
Zugbeeinflussung:PZB (Lohr Bahnhof–Lohr Stadt)
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von Würzburg
0,000 Lohr Bahnhof
nach Aschaffenburg
1,680 Lohr Stadt
1,852 Lohr Stadt (Anst)
Anschluss Gerresheimer Lohr GmbH
heutiges Streckenende
6,000 Rodenbach
9,550 Neustadt (Main)
15,230 Rothenfels (Unterfr)
17,710 Hafenlohr
20,450 Marktheidenfeld
26,570 Lengfurt-Trennfeld
32,200 Bettingberg
32,300 Bettingbergtunnel (730 m)
34,500 Kreuzwertheim
34,900 Kaffelsteintunnel (231 m)
35,500 Mainbrücke Wertheim (178 m)
35,600 Schlossbergtunnel (626 m)
Tauber
von Lauda
37,120 Wertheim
nach Miltenberg West

Quellen: <ref>Infrastrukturregister. DB Netze.</ref><ref>Eisenbahnatlas Deutschland. 9. Auflage. Schweers+Wall, Aachen 2014, ISBN 978-3-89494-145-1.</ref><ref>Bundesbahndirektion Stuttgart. Karte im Maßstab 1:400000. Ausgabe B. Deutsche Bundesbahn, November 1983 (blocksignal.de).</ref><ref>Bundesbahndirektion Frankfurt (Main). Karte im Maßstab 1:400 000. Ausgabe B. Deutsche Bundesbahn, Mai 1983 (blocksignal.de).</ref>

Die Bahnstrecke Lohr–Wertheim, auch als Ostspessartbahn bekannt, ist eine Nebenbahn in Bayern und Baden-Württemberg. Sie verlief größtenteils entlang dem Main von Lohr Bahnhof an der Bahnstrecke Würzburg–Aschaffenburg nach Wertheim, wo Anschluss an die Bahnstrecken nach Miltenberg und nach Lauda bestand. Die Strecke wurde 1881 in Betrieb genommen und in den 1980er und 1990er Jahren bis auf den verbliebenen Abschnitt Lohr Bahnhof–Lohr Stadt stillgelegt und abgebaut.

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Geschichte

Inbetriebnahme und Verkehr

Der Betrieb der 37,1 Kilometer langen Strecke wurde am 1. Oktober 1881 durch die Königlich Bayerischen Staats-Eisenbahnen aufgenommen,<ref>Offizielle Anzeigen: Eröffnungen etc. In: Zeitung des Vereins Deutscher Eisenbahn-Verwaltungen. Nr. 76, 3. Oktober 1881, S. 1085 (digitale-sammlungen.de).</ref> 1,6 Kilometer der Strecke lagen auf badischem Gebiet. Jedoch wurde die Verbindung bereits 1885 von der bayerischen Eisenbahnverwaltung als eine der am schlechtesten frequentierten Strecken ihres Netzes bezeichnet, was sich auch in den nachfolgenden Jahrzehnten nicht wesentlich änderte.<ref>Alexander Wörn: Die Nebenbahn Lohr – Wertheim. In: Der Schienenbus. Nr. 2, 2014, S. 11.</ref>

In den Jahren nach dem Zweiten Weltkrieg begann ein großer Teil der Züge bereits in Gemünden, einige fuhren auch über Wertheim hinaus bis Miltenberg durch. Einen Aufschwung im Güterverkehr nahm die Strecke ab 1959 für etwa zehn Jahre zur Versorgung der Autobahnbaustellen der Bundesautobahn 3 und für Transporte vom Kieswerk Faulbach zu den Baustellen der Bundesautobahn 7.

Stilllegung und Rückbau

Der Personenverkehr wurde zwischen Lohr Stadt und Wertheim am 30. Mai 1976 eingestellt, der Abschnitt Lohr Bahnhof–Lohr Stadt folgte am 22. Mai 1977. Der Güterverkehr zwischen Lengfurt-Trennfeld und Wertheim wurde am 26. Mai 1979, zwischen Lohr Stadt und Lengfurt-Trennfeld am 31. Dezember 1992 eingestellt. Die Strecke ist dort 1980/81 bzw. 1993 abgebaut worden.<ref name="wörn-12">Alexander Wörn: Die Nebenbahn Lohr – Wertheim. In: Der Schienenbus. Nr. 2, 2014, S. 12.</ref>

Verbliebener Güterverkehr nach Lohr Stadt

Im Abschnitt Lohr Bahnhof–Lohr Stadt wird heute noch Güterverkehr, vor allem zur Versorgung der dortigen Glashütte der Gerresheimer Lohr GmbH (ehemals Spessart Glas), durchgeführt.<ref name="wörn-12" />

Mögliche Wiederaufnahme des Personenverkehrs nach Lohr Stadt

Datei:Ehemaliger Bahnhof Lohr-Stadt (Lohr am Main).JPG
Bahnhof Lohr Stadt

Die Wiederaufnahme des Personenverkehrs auf dem Abschnitt Lohr Bahnhof – Lohr Stadt wird diskutiert. Im Nahverkehrsplan des Landkreises ist diese Maßnahme enthalten.<ref>Jürgen Kamm: Verhandlungen zur Reaktivierung des Stadtbahnhofs Lohr. In: Main-Post. 2. April 2019, ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 19. Juni 2019.@1@2Vorlage:Toter Link/www.mainpost.de (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )</ref>

Im Zielfahrplan des Deutschland-Takts ist eine stündliche Regionalbahn von Lohr Stadt über Würzburg nach Marktbreit vorgesehen,<ref>Zielfahrplan Deutschland-Takt Zweiter Gutachterentwurf Bayern. Bundesministerium für Verkehr und digitale Infrastruktur. Abgerufen am 19. Juni 2019.</ref> welche nach den aktuellsten Planungen als Linie RS 1 in das ab Dezember 2029 neu aufzubauende S-Bahn-Netz der Regio-S-Bahn Mainfranken integriert werden soll.<ref>Besseres Angebot rund um Würzburg. Bayerische Eisenbahngesellschaft mbH, 21. Januar 2022, abgerufen am 14. Januar 2025.</ref> Ende Februar 2022 stellte die Bayerische Eisenbahngesellschaft in einer Potenzialanalyse fest, dass die Reaktivierung bis Lohr Stadt ein Fahrgastpotential von 1560 Personenkilometern pro Kilometer Streckenlänge aufweist und damit das erste von vier Reaktivierungskriterien erfüllt ist.<ref>Gute Perspektiven für Reaktivierung der Bahnstrecke nach Lohr Stadt. Bayerisches Staatsministerium für Wohnen, Bau und Verkehr, 21. Februar 2022, abgerufen am 21. Februar 2022.</ref>

Streckenbeschreibung

Betriebsstellen

Datei:BahnhofHafenlohrSüdfassadeGleisseite.jpg
Der ehemalige Bahnhof in Hafenlohr, inzwischen in Privatbesitz

Deckenbaubahnhof Bettingen

Bei der Wertheimer Ortschaft Bettingen bestand während des Baus der Bundesautobahn 3 bei Kilometer 30,4 ein so genannter „Deckenbaubahnhof“ an der Bahnstrecke. Dort wurde in Ganzzügen Baumaterial für die Autobahn angefahren, die in einen Tiefbunker an einem Anschlussgleis gekippt wurden.<ref>Faulbacher Kies für Autobahn bei main-echo.de, abgerufen am 16. Mai 2016</ref>

Wertheim

Kunstbauwerke

Die drei Tunnel der Bahnstrecke – der Bettingbergtunnel, der Kaffelsteintunnel und der Schlossbergtunnel Wertheim – wurden 1980/81 verschlossen. Der Bettingbergtunnel diente der Daimler-Benz AG nach Stilllegung der Strecke eine Zeit lang für Versuche mit dem Spurbus.<ref name="dutt">Günter Dutt: Ein Streifzug durch 150 Jahre Tunnelbauwerke in Württemberg. In: Jahrbuch für Eisenbahngeschichte. Nr. 28. Uhle & Kleimann, 1996, ISSN 0340-4250, S. 47–63.</ref>

Die Eisenbahnbrücke über den Main von Kreuzwertheim nach Wertheim wurde 1984 demontiert und 175 Kilometer weiter mainaufwärts bei Schweinfurt an der Bahnstrecke Kitzingen–Schweinfurt installiert. Die Eisenbahnbrücke über die Tauber in Wertheim wurde stillgelegt.

Literatur

  • Hans-Wolfgang Scharf: Eisenbahnen zwischen Neckar, Tauber und Main. Band 1: Historische Entwicklung und Bahnbau. EK-Verlag, Freiburg (Breisgau) 2001, ISBN 3-88255-766-4.
  • Hans-Wolfgang Scharf: Eisenbahnen zwischen Neckar, Tauber und Main. Band 2: Ausgestaltung, Betrieb und Maschinendienst. EK-Verlag, Freiburg (Breisgau) 2001, ISBN 3-88255-768-0.
  • Manfred Schneider, Viktor Jagodics (Hrsg.): Die Lohrer Bahn. GHK-Verlag, Kreuzwertheim 2005, ISBN 3-00-017942-9 (228 S.).
  • Andreas Kuhfahl: Nebenbahnen in Unterfranken. Eisenbahn-Fachbuchverlag, Neustadt bei Coburg 2003, ISBN 3-9805967-9-6, S. 167–182.
  • Christian Behrendt: Unterfränkische Reaktivierung Lohr Bahnhof – Lohr Stadt. In: Hessenschiene 141 (Oktober – Dezember 2025), S. 42–45.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />