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Bahnstrecke Legnica–Pobiedna

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Legnica–Pobiedna
1944: Liegnitz–Wigandsthal-Bad Schwarzbach
Streckennummer:284 (Legnica–Pobiedna)
317 (Gryfów Śląski–Mirsk–Świeradów-Zdrój)
Kursbuchstrecke (PKP):253 (Gryfów Śląski–Świeradów-Zdrój)
Streckenlänge:87,840 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Stromsystem:Legnica–Jerzmanice-Zdrój: 3 kV =
Streckengeschwindigkeit:80 km/h
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von Wrocław Muchobór
0,000 Legnica früher Liegnitz
nach Guben
Legnica Zachodnia (geplant)
von Pawłowice Małe Fabryczny (Huta Miedzi Legnica)
Droga ekspresowa S3
7,259 Pawłowice Małe früher Pahlowitz (Kr Liegnitz)
Autostrada A4
11,183 Wilczyce früher Wildschütz (Kr Liegnitz)
16,106 Kozów früher Kosendau
19,958 Radomil früher Bürgerberg
von Rokitki
21,282 Złotoryja früher Goldberg (Schles)
Kaczawa (Katzbach)
24,276 Jerzmanice-Zdrój früher Hermsdorf Bad
nach Wilków Złotoryjski
nach Marciszów
24,444 Infrastrukturgrenze PLK / DSDiK
Kaczawa (Katzbach)
31,282 Pielgrzymka früher Pilgramsdorf
34,571 Czaple früher Hockenau
von Bolesławiec Wschód (vorm Bunzlauer Kleinbahn)
35,541 Nowa Wieś Grodziska früher Neudorf (Gröditzberg)
40,136 Skorzynice früher Hartliebsdorf
45,609 Płakowice früher Plagwitz
Bóbr (Bober)
48,157 Infrastrukturgrenze DSDiK / PLK
von Żagań
48,572 Lwówek Śląski früher Löwenberg (Schles)
nach Jelenia Góra
51,827 Mojesz früher Mois b Löwenberg (Schles)
54,056 Pławna Dolna früher Nieder Schmottseiffen
56,732 Pławna Średnia früher Mittel Schmottseiffen
61,453 Pławna Górna früher Ober Schmottseiffen
64,532 Lubomierz früher Liebenthal (Bz Liegnitz)
66,440 Oleszna Podgórska früher Krummöls
von Görlitz/Zgorzelec
71,481 Gryfów Śląski früher Greiffenberg (Schles)
nach Wrocław Świebodzki
74,758 Proszówka früher Neundorf-Greiffenstein (ehem. Bf)
77,398 Brzeziniec früher Birkicht
Kwisa (Queis)
80,244 Mirsk früher Friedeberg (Isergeb) (ehem. Bf)
nach Świeradów-Zdrój (vorm. Isergebirgsbahn)
Schwarzbach
85,134 Wolimierz früher Volkersdorf (Neu Scheibe)
Lucycz
86,347 Pobiedna früher Wigandsthal-Bad Schwarzbach
87,840 Staatsgrenze PolenTschechien
0 Jindřichovice pod Smrkem früher Heinersdorf (Tafelfichte)
nach Frýdlant v Čechách (vorm. FrBB)

Quellen: <ref>Ryszard Stankiewicz und Marcin Stiasny: Atlas Linii Kolejowych Polski 2014. Eurosprinter, Rybnik 2014, ISBN 978-83-63652-12-8, S. F2</ref><ref>Fahrplan der Kursbuchstrecke 156q – gültig vom 3. Juli 1944 an bis auf weiteres</ref>

Die Bahnstrecke Legnica–Pobiedna ist eine Eisenbahnverbindung in Polen. Sie zweigt in Legnica (Liegnitz) von der Bahnstrecke Wrocław Muchobór–Gubinek ab und führt in Niederschlesien über Złotoryja (Goldberg), Lwówek Śląski (Löwenberg) und Gryfów Śląski (Greiffenberg) zur Staatsgrenze bei Pobiedna, wo sie in die tschechische Bahnstrecke Frýdlant v Čechách–Jindřichovice pod Smrkem einmündet.

Die Streckenzuschnitt entstand 1947 unter polnischer Administration durch Zusammenfassung der bislang eigenständigen Strecken Liegnitz–Goldberg–Hermsdorf, Greiffenberg–Hermsdorf und Greiffenberg–Wigandsthal-Bad Schwarzbach (–Heinersdorf).

Nach zwischenzeitlicher Gesamtstilllegung ist der Abschnitt Gryfów Śląski–Mirsk als Teil der Verbindung nach Świeradów-Zdrój (Bad Flinsberg) seit 2023 wieder in Betrieb. Stand 2026 wird der Abschnitt Legnica–Złotoryja grundlegend erneuert, die weitere Strecke bis Lwówek Śląski soll folgen.

Geschichte

Vorgeschichte und Bau

Liegnitz–Hermsdorf
  • Liegnitz–Hermsdorf: 15. Oktober 1884
  • Goldberg–Hermsdorf: 16. September 1895
Greiffenberg–Hermsdorf
  • Greiffenberg–Löwenberg: 15. Oktober 1885
  • Löwenberg–Neudorf: 1. Dezember 1895
  • Neudorf–Hermsdorf Bad: 15. Mai 1896
Greiffenberg–Heinersdorf an der Tafelfichte
  • Greiffenberg–Wiegandsthal: 10. Mai 1897
  • Wiegandsthal–Landesgrenze (– Heinersdorf/Tafelfichte): 1. November 1904

Der Abschnitt von Greifenberg bis Friedeberg wurde 1884, der Abschnitt bis Meffersdorf (später Wigandsthal-Bad Schwarzbach) war bis 1897 fertiggestellt.

Die neue Linie erforderte nur wenige ingenieurtechnische Leistungen. Im ersten Teil bis Friedeberg wurde auf einer Steinbrücke der Queis überquert, im anschließenden Abschnitt folgten zwei Blechträgerbrücken über den Schwarzbach bei Friedeberg und über den Lausitzbach bei Volkersdorf.

Grundlage für den Bau des grenzüberschreitenden Abschnitts nach Österreich war ein Staatsvertrag vom 20. November 1902, der am 3. Juli 1903 mit dem Austausch der Ratifikationsurkunden in Kraft trat. Der österreichische Staat verpflichtete sich, die Konzession für den österreichischen Abschnitt an die Friedländer Bezirksbahn zu vergeben, in Preußen war hingegen ein Bau durch den Staat vorgesehen. Der Betrieb auf der neuen Bahn sollte dagegen durchgängig durch die Preußische Staatsbahn durchgeführt werden. Als Grenzbahnhof war deshalb der schon vorhandene Bahnhof Heinersdorf der Friedländer Bezirksbahn vorgesehen, der zu einer gemeinsamen Zoll- und Wechselstation ausgebaut werden sollte.<ref>Staatsvertrag vom 20. November 1902 zwischen Österreich-Ungarn und dem Deutschen Reiche wegen Herstellung der Eisenbahnverbindung zwischen Friedeberg a.Q. und Heinersdorf</ref> Am 1. November 1904 war die gesamte Strecke fertiggestellt.

Betrieb bis 1945

Im Betrieb der Reichsbahndirektion Breslau gab es auf der Strecke kaum durchgehenden Verkehr. Im Reichskursbuch vom Sommer 1939 war die Verbindung zwischen Goldberg und Greiffenberg als Kursbuchstrecke 123q Goldberg (Schles)–Löwenberg (Schles)–Greiffenberg (Schles) verzeichnet, die weitere Strecke bis Heinersdorf trug die Nummer 123r. Zwischen Goldberg und Greiffenberg gab es täglich sechs Personenzugpaare, von denen drei von und nach Liegnitz durchgebunden waren. Zwischen Greiffenberg und Heinersdorf gab es elf Zugpaare.<ref>Deutsches Kursbuch Sommer 1939 – gültig vom 15. Mai bis 7. Oktober 1939</ref><ref>Deutsches Kursbuch Sommer 1939 – gültig vom 15. Mai bis 7. Oktober 1939</ref>

Im Betrieb der PKP nach 1945

Seit dem Ende des Zweiten Weltkrieges im Mai 1945 liegen die Strecken auf polnischem Staatsgebiet. Betreiber waren fortan die polnischen Staatsbahnen Polskie Koleje Państwowe (PKP). Die deutschen Betriebsstellennamen wurden durch (zunächst provisorische) polnische ersetzt. Die PKP fassten die bislang eigenständigen Strecken administrativ zusammen. Ausgehend von Legnica wurde die Strecke 1947 bis zur Staatsgrenze bei Pobiedna durchgehend neu kilometriert.

Einen beschränkten grenzüberschreitenden Verkehr über tschechoslowakisches Gebiet nach Zawidów (Seidenberg) gab es noch bis 1948, da die Bahnstrecke Görlitz–Seidenberg an der Oder-Neiße-Grenze unterbrochen war und dort vorerst noch kein Anschluss an das übrige polnische Eisenbahnnetz bestand.

Ab 1950 begann bei Legnica der Aufbau der Kupferhütte Huta Miedzi Legnica. Die bis heute bestehende Anschlussbahn beginnt am Bahnhof Pawłowice Małe.

In den 1980er Jahren wurde der Abschnitt Legnica–Jerzmanice-Zdrój elektrifiziert. Der elektrische Eisenbahnverkehr wurde dort am 30. November 1988 aufgenommen.

Stilllegungen

Am 1. Februar 1983 wurde der Reiseverkehr zwischen Gryfów Śląski eingestellt. Am 15. Dezember 1992 wurde die Strecke zwischen Lubomierz und Gryfów Śląski stillgelegt und später abgebaut.

Der Abschnitt zwischen Mirsk und Pobiedna wurde zum 1. Juli 1987 stillgelegt und nach 1992 abgebaut. Am 12. Dezember 1996 stellten die PKP auch den Reiseverkehr zwischen Gryfów Śląski und Mirsk ein. Seit der Aufgabe des Güterverkehrs am 1. Januar 2002 gab es dort keinen regelmäßigen Verkehr mehr.

Am 30. September 1991 endete der Reiseverkehr zwischen Jerzmanice-Zdrój und Lwówek Śląski, am 10. August 1995 auch zwischen Legnica und Jerzmanice-Zdrój. Damit war die gesamte Strecke ohne Reiseverkehr, regelmäßigen Güterverkehr gab es nur noch zwischen Legnica und Jerzmanice-Zdrój.

Neue Perspektiven

Datei:Timetable Legnica-Jerzmanice-Zdrój 2008-2009 .jpg
Fahrplan - gültig ab 14. November 2008

Am 14. November 2008 wurde der Reiseverkehr durch Przewozy Regionalne mit drei Personenzugpaaren zwischen Legnica und Jerzmanice-Zdrój wieder aufgenommen. Aufgrund des schlechten Oberbauzustands betrug die Fahrzeit für die 25 Kilometer lange Strecke fast eine Stunde, sodass die Züge kaum genutzt wurden. Im März 2009 wurde das Angebot daraufhin auf nur zwei Zugpaare am Wochenende reduziert und im September 2009 ganz aufgegeben.

Datei:2024-02 LK317 Proszówka (8).jpg
Ehemaliger Bahnhof Proszówka. Der heutige Haltepunkt wurde 2023 an anderer Stelle neu gebaut. (2024)

Am 8. Juni 2020 ging die stillgelegte Strecke zwischen Gryfów Śląski und Mirsk in das Eigentum des wojewodschaftseigenen Eisenbahninfrastrukturunternehmens Dolnośląska Służba Dróg i Kolei we Wrocławiu (DSDiK) über. Die Arbeiten zur Instandsetzung des Streckenabschnitts und der anschließenden Bahnstrecke Mirsk–Świeradów-Zdrój begannen im Mai 2022. Der Bahnhof Mirsk wurde im Rahmen der Streckeninstandsetzung lediglich als Haltepunkt wieder aufgebaut. Am 10. Dezember 2023 wurde dort der Reiseverkehr durch Koleje Dolnośląskie (KD) wieder aufgenommen.<ref>Jan Sůra: Poláci začínají s obnovou dvou lokálek u českých hranic. In: zdopravy.cz. Avizer Z s.r.o, 1. Mai 2022, abgerufen am 26. September 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Im Jahresfahrplan 2026 wird die Strecke von der Linie D62 (Karpacz–Jelenia Góra–Świeradów-Zdrój / Görlitz) bedient. Täglich verkehren neun Personenzugpaare im angenäherten Zweistundentakt.<ref>Fahrplan der Linie D62 - gültig vom 15. Dezember 2025 bis 3. März 2026</ref>

Seitens der Wojewodschaft Niederschlesien und lokaler Politiker gab es auch mittlerweile obsolete Planungen, die grenzüberschreitende Strecke nach Jindřichovice pod Smrkem wieder in Betrieb zu nehmen.<ref>Adam Pluhař: Poláci chtějí na Frýdlantsko vlakem. Nejel tam sedmdesát let. In: idnes.cz. MAFRA a. s., 16. April 2018, abgerufen am 26. September 2023 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Am 11. Oktober 2023 unterzeichneten PKP Polskie Linie Kolejowe und Infrakol einen Vertrag im Wert von über 210 Millionen Złoty für die Planung und Ausführung von Bauarbeiten im Rahmen des Projekts „Revitalisierung des Abschnitts Legnica–Złotoryja–Jerzmanice-Zdrój“. Geplant ist die vollständige Erneuerung der Anlagen für den Reiseverkehr und die Anhebung der Streckengeschwindigkeit auf 120 km/h. Der Haltepunkt Legnica Zachodnia wird neu gebaut, Pawłowice Małe wird instandgesetzt, Wilczyce und Kozów werden aufgelassen.

Der anschließende Abschnitt Jerzmanice Zdrój–Lwówek Śląski befindet sich seit dem 20. November 2019 im Eigentum von DSDiK. Für die Instandsetzung mit einem Kostenrahmen von 101 Millionen Złoty wurde im Februar 2026 ein Konsortium der Firmen Infrakol und Track Tec Construction beauftragt. Vorgesehen ist ein Durchlauf der Personenzüge von Legnica über Lwówek Śląski nach Jelenia Góra.<ref>„Obnova polských tratí u českých hranic pokračuje. Začnou práce na vzkříšení 21 kilometrů trati“ auf zdopravy.cz</ref>

Fahrzeugeinsatz

Datei:Bf Greiffenberg 002.JPG
SA 135-005 der Koleje Dolnośląskie in Gryfów Śląski (2024)

Anfangs übernahmen den Dienst die Fahrzeuge der preußischen Reihe T 9.3, ab 1930 wurden diese dann von moderneren Lokomotiven wie der Baureihe 86 ersetzt.

Koleje Dolnośląskie setzt zwischen Gryfów Śląski und Świeradów-Zdrój planmäßig Triebwagen der PKP-Baureihe SA135 im Reiseverkehr ein.

Literatur

  • Siegfried Bufe: Eisenbahnen in Schlesien. Bufe-Fachbuch-Verlag, Egglham u. a. 1989, ISBN 3-922138-37-3 (Ostdeutsche Eisenbahngeschichte 4).
  • Miroslav Jelen: Zrušené železniční tratě v Čechách, na Moravě a ve Slezsku. Dokořán, Praha 2009, ISBN 978-80-7363-129-1.
  • Wilfried Rettig: Eisenbahnen im Dreiländereck Ostsachsen (D)/Niederschlesien (PL)/Nordböhmen (CZ) – Teil 2: Neben-, Klein- und Schmalspurbahnen, Bahnbetriebs- und Ausbesserungswerke, Bahnpost, EK-Verlag, Freiburg 2011, ISBN 978-3-88255-733-6

Weblinks

Commons: Railway line 284 (Poland) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

pl:Linia kolejowa nr 284