Zum Inhalt springen

Bahnstrecke Lausanne–Bern

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Lausanne–Bern
Datei:Grandfey-Viadukt.jpg
Ein EW IV-Pendelzug auf dem Grandfey-Viadukt
Ein EW IV-Pendelzug auf dem Grandfey-Viadukt
Streckennummer (BAV):250
Fahrplanfeld:250 (Lausanne–Fribourg)
301 (Fribourg–Bern)
Streckenlänge:97,2 km
Spurweite:1435 mm (Normalspur)
Stromsystem:15 kV 16,7 Hz ~
Streckengeschwindigkeit:140 km/h
Zugbeeinflussung:ETCS Level 1
Zweigleisigkeit:Lausanne–Bern
<templatestyles src="BS/styles.css" />
von Genf–Allaman und Biel/Bienne
0,0 Lausanne 447 m
nach Brig
2,4 Pully-Nord 473 m
Viaduc de Conversion (177 m)
4,0 La Conversion 500 m
5,8 Bossière 524 m
8,3 Grandvaux 565 m
Grandvaux-Tunnel (392 m)
Cornallaztunnel (494 m)
von Vevey
12,1 Puidoux 617 m
14,6 Moreillon 657 m
von Bulle
20,6 Palézieux 669 m
nach Payerne–Kerzers
24,4 Oron 700 m
25,7 Chapelle (Spurwechsel)
30,5 Vauderens 757 m
alte Streckenführung bis 2001
Vauderens-Tunnel (1.975 m)
Alter Vauderens-Tunnel (921 m)
35,4 Siviriez (bis 2017) 737 m
von Bulle
40,2 Romont 707 m
42,9 Lussy (Überholbahnhof)
45,0 Villaz-St-Pierre 706 m
49,6 Chénens 722 m
52,4 Cottens 713 m
55,4 Neyruz 687 m
57,5 Rosé 668 m
60,4 Matran 643 m
62,1 Villars-sur-Glâne 640 m
66,0 Fribourg/Freiburg 629 m
nach Murten und nach Payerne–Yverdon
Fribourg/Freiburg Poya 609 m
Grandfey-Viadukt (352 m)
72,2 Düdingen 596 m
75,5 Fillistorf (bis 2007) 607 m
77,9 Schmitten 606 m
Mühletaltunnel (399 m)
80,3 Wünnewil 588 m
Flamatt-Tunnel (187 m)
von Laupen
84,1 Flamatt 552 m
Sense (75 m)
86,9 Thörishaus Dorf 575 m
88,2 Thörishaus Station 585 m
89,4 Oberwangen 575 m
91,0 Niederwangen 568 m
93,0 Bern Bümpliz Süd 562 m
94,1 Bern Europaplatz 562 m
von Thun
von Neuchâtel
94,9 GB Bern Weyermannshaus
Donnerbühltunnel (400 m)
97,2 Bern 540 m
RBS nach Worblaufen–Solothurn/Worb
nach Olten, nach Luzern
nach Thun und nach Biel

Die Bahnstrecke Lausanne–Bern ist eine elektrifizierte Hauptstrecke in der Schweiz.

Geschichte

Der Bau der Strecke von Lausanne nach Bern wurde hauptsächlich durch die Chemin de fer Lausanne–Fribourg–Berne (LFB) ausgeführt. Allein das kurze Stück von Bern nach Thörishaus wurde durch die Schweizerische Centralbahn fertiggestellt. Am 2. Juli 1860 konnte der Nordteil der Strecke von Bern bis nach Balliswil am Nordlager des Grandfey-Viaduktes, dem aufwändigsten Kunstbau der Strecke, in Betrieb genommen werden. Nach Fertigstellung des Viaduktes konnte ab dem 4. September 1862 der Betrieb bis Lausanne aufgenommen werden.

Durch die Fusion der LFB mit zwei weiteren Eisenbahngesellschaften entstand 1872 die Chemins de fer de la Suisse Occidentale, aus der wiederum die Suisse-Occidentale–Simplon hervorging. Nachdem sie 1890 durch eine weitere Fusion als Jura-Simplon-Bahn firmiert hatte, gelangte die Bahnstrecke Lausanne–Bern 1902 schliesslich durch die Verstaatlichung zu den Schweizerischen Bundesbahnen.

Unfälle

Streckenverlauf

Die Bahnstrecke zweigt im Bahnhof Lausanne von der Simplonstrecke ab, die dem Nordufer des Genfersees in östlicher Richtung unmittelbar folgt. Die Strecke nach Bern verläuft zunächst auch in östlicher Richtung, jedoch etwa einen Kilometer weiter nördlich und gewinnt dabei entlang der Berghänge an Höhe. Mehrere Seitengräben werden überquert, unter anderem mit dem Viaduc de Conversion. Bei Epesses durchstösst das Trassee den Randwall des Seebeckens mit dem Cornallaztunnel und wendet sich nach Nordosten. Ab dem Bahnhof Puidoux wird dem Tal des Forestay gefolgt, danach dem Corbéron. Bei Palézieux wird dann der Talkessel der Haute-Broye erreicht, welcher – unter Überbrückung der tief eingeschnittenen Mionne – am breiten Höhenrücken zum Tal der Glâne in Letzteres hinein verlassen wird. Am Nordhang gelangt die Strecke, unter Abkürzung des Flusslaufs in dessen Hinterland bei Chénens sowie Vermeidung der schluchtartigen Passage östlich von Neyruz via Rosé, an das Plateau über der Saane bei Fribourg.

Nördlich von Fribourg wird mit dem Grandfey-Viadukt die tief eingeschnittene Saane überquert. Im südlichen hügeligen Hinterland des Schiffenensees führt die Strecke nach Schmitten, ab wo die nordöstliche Flanke des Tavernatals bis zur Einmündung ins Sensetal bei Flamatt benützt wird. Bei Thörishaus biegt die Strecke, nach Überbrückung des Gewässers, gemeinsam mit der Autobahn A12 nordwärts in die Furche des Stadtbachs ein, der sie zum Bahnhof Bern folgt.

Betrieb

Die Strecke Lausanne–Bern ist wichtiger Bestandteil der Verbindungen von Luzern und Zürich nach Genf. Sie dient sowohl dem Fern- wie dem Nahverkehr.

Zwischen Bern und Fribourg ist die Strecke Bestandteil der Linie S1 der S-Bahn Bern. Von Lausanne bis Palézieux wird die Strecke von den Linien R5, R6 und R9 des RER Vaud genutzt, wobei die R9 weiter nach Kerzers fährt. Während den Hauptverkehrszeiten verkehrt die R6 weiter bis Romont und bedient die Halte Oron und Vauderens. Der Haltepunkt Siviriez wird seit Ende 2017 aufgrund zu geringer Nachfrage und zu kurzer Perrons nicht mehr bedient.<ref>Procès-verbal Assemblée communale du 11.05.2017. Commune de Siviriez, abgerufen am 28. Dezember 2022 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Im Jahr 2010 wurde geplant, die Fahrzeit der InterCity-Züge zwischen Lausanne und Bern durch den Einsatz einer fahrzeugseitigen Wankkompensation auf 55 Minuten zu reduzieren, um so Lausanne als Taktknoten in das Fahrplansystem integrieren zu können.<ref>Eisenbahn-Revue International, 4/2010, S. 174–181; 184f.</ref> Zu diesem Zweck wurden die doppelstöckigen Triebzüge SBB RABe 502 von Bombardier beschafft. Allerdings gab es mehrere Verzögerungen sowohl bei der Lieferung der Triebzüge als auch bei der Einführung der Wankkompensation. Im Juli 2022 wurde schliesslich beschlossen, auf diese Technik zu verzichten, da Tests gezeigt hatten, dass sie den Fahrkomfort beeinträchtigt. Infolgedessen können die Fahrzeitverkürzungen nicht wie geplant umgesetzt werden, und es ist eine Anpassung des Angebotskonzepts 2035 notwendig.<ref>Pannenzug FV-Dosto – SBB tritt bei Fernverkehr-Doppelstöckern auf die Bremse. Schweizer Radio und Fernsehen, 1. Juli 2022, abgerufen am 29. Juli 2025.</ref>

Literatur

  • Hans G. Wägli; Sébastien Jacobi, Schienennetz Schweiz: Strecken, Brücken, Tunnels: ein technisch-historischer Atlas = Réseau ferré suisse : atlas technique et historique : toutes les lignes, les ponts, les tunnels, 3., nachgef. und vollst. überarb. Aufl., Zürich: AS-Verlag 2010, ISBN 978-3-909111-74-9

Weblinks

Commons: Bahnstrecke Lausanne–Bern – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />