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Bahnhof Röblingen am See

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Röblingen am See
J28 663 Bf Röblingen am See, 1442 666.jpg
Baureihe 442 im Bahnhof (2017)
Daten
Betriebsstellenart Bahnhof
Lage im Netz Anschlussbahnhof
Bauform Durchgangsbahnhof
Bahnsteiggleise 3
Eröffnung 1865
Profil auf bahnhof.de roeblingen-am-see
Lage
Stadt/Gemeinde Seegebiet Mansfelder Land
Ort/Ortsteil Röblingen am See
Vorlage:Info ISO-3166-2/admtypelink Sachsen-Anhalt
Staat Deutschland
Koordinaten 51° 27′ 47″ N, 11° 40′ 2″ OKoordinaten: 51° 27′ 47″ N, 11° 40′ 2″ O
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Eisenbahnstrecken Bahnstrecken bei Röblingen am See
Bahnhöfe in Sachsen-Anhalt

Der Bahnhof Röblingen am See (früher Bahnhof Oberröblingen am See) ist eine Betriebsstelle der Hauptbahn Halle–Hann. Münden und der früher hier einmündeten Nebenbahn Nebenbahn nach Vitzenburg auf dem Gemeindegebiet des Seegebiets Mansfelder Land in Sachsen-Anhalt. Sie trägt den Namen des 2010 eingemeindeten Ortes Röblingen am See. Südlich des Bahnhofs befand sich früher das Bahnbetriebswerk Röblingen am See. Heute dient der Bahnhof hauptsächlich dem Reiseverkehr, der Personenverkehr auf der Nebenbahn nach Vitzenburg ist eingestellt und im Güterverkehr werden nur noch Bedienungsfahrten zu einem Kalkwerk von Röblingen am See aus durchgeführt.

Geschichte

Der Bahnbau von Halle nach Kassel durch die Magdeburg-Leipziger Eisenbahn-Gesellschaft wurde 1862 beschlossen, von Anfang an sollte Oberröblingen eine sogenannte „Anhaltestation“ bekommen. Der Streckenabschnitt von Halle (Saale) nach Eisleben der Bahnstrecke Halle–Hann. Münden wurde am 19. August 1865 abgenommen. Allerdings waren noch nicht alle Bahnhofsgebäude fertiggestellt, so unter anderem auch in Oberröblingen. Daher konnte die Strecke erst am 1. September 1865 eröffnet werden.<ref name="Eisenbahnchronik Mansfelder Land" Details="S. 17 ff.">Thomas Fischer, Sebastian Werner: Eisenbahnchronik Mansfelder Land. EK-Verlag, Freiburg 2023, ISBN 978-3-8446-6432-4.</ref>

1883 entstand vom Bahnhof aus eine Anschlussbahn zur Zuckerfabrik Erdeborn.<ref>www.bahnmotive.de: Teil 11: Zeittafel der letzten 250 Millionen Jahre in Röblingen am See. November 2019, abgerufen am 12. April 2026.</ref> Der Bahnhofsname Oberröblingen wurde 1879 nach der Eröffnung der Bahnstrecke Sangerhausen–Erfurt mit dem Bahnhof Oberröblingen (Helme) um den Zusatz am See ergänzt.<ref name="Eisenbahnchronik Mansfelder Land" Details="S. 25" /> Die Bahnstrecke nach Querfurt wurde 1884 eröffnet, diese wurde 1904 dann bis Vitzenburg verlängert.

Vorlage:Hinweisbaustein

Zeitweise hielten in Oberröblingen auch einige Schnellzüge, obwohl die Hauptbahn vor allem dem Güterverkehr diente.<ref name="Eisenbahnchronik Mansfelder Land" Details="S. 26" /><ref name="Eisenbahnchronik Mansfelder Land" Details="S. 34" /> Ebenso bestand hier eine Bahnmeisterei.<ref name="Eisenbahnchronik Mansfelder Land" Details="S. 25" />

Am 1. Juli 1950 wurde die Bahnhofsbezeichnung in den bis heute gültigen Namen Röblingen am See geändert.<ref name="Eisenbahnchronik Mansfelder Land" Details="S. 25" />

Der Personenverkehr Richtung Querfurt wurde 2003 eingestellt, seitdem wird von Röblingen am See aus nur noch das Anschlussgleis des Kalkwerks der Fels-Werke bei Schraplau bedient.

Seit 2025 wird der Bahnhof wegen der Sanierung der Bahnstrecke Halle–Hann. Münden umgebaut. Dabei entsteht auch ein neues, überlanges Überholgleis.<ref>www.mdr.de: Züge rollen wieder: Baustart in Röblingen am See. 17. November 2025, abgerufen am 12. April 2026.</ref> Zudem soll Ende 2026 Die Kategorie:Wikipedia:Veraltet nach Dezember 2026 existiert noch nicht. Lege sie mit folgendem Text {{Zukunftskategorie|2026|12}} an. ein neues Elektronisches Stellwerk in Betrieb gehen, das die zwei vorhandenen Stellwerke ersetzen soll.<ref>stellwerke.info: Röblingen am See B1. Abgerufen am 12. April 2026.</ref><ref>stellwerke.info: Röblingen am See W3. Abgerufen am 12. April 2026.</ref> Außerdem sollen mit dem neuen Stellwerk die Bahnstationen Blankenheim (Kr Sangerhausen) Bft Kreis, Blankenheim (Kr Sangerhausen) Bft Trennung, Lutherstadt Eisleben, Teutschenthal, Riestedt und Sangerhausen ferngesteuert werden.<ref>stellwerke.info: Röblingen am See. Abgerufen am 12. April 2026.</ref>

Bahnbetriebswerk

Im Jahre 1872 sah sich die Preußische Staatseisenbahn auf Grund der Neigungsverhältnisse zwischen Oberröblingen am See und Sangerhausen gezwungen, dort eine Schiebelokstation einzurichten, aus der das Bahnbetriebswerk (Bw) Oberröblingen entstand. Der Bahn der Anlagen stand in Zusammenhang mit dem Bau der Kanonenbahn, in dessen Folge auch die Bahnstrecke Halle–Hann. Münden zweigleisig ausgebaut wurde. Bauträger war bereits der preußische Staat, obwohl die Bahngesellschaft der Strecke erst 1879 verstaatlicht wurde.<ref name="Eisenbahnchronik Mansfelder Land" Details="S. 23" />

Nach vierjähriger Bauzeit wurden die Anlagen im Jahre 1876 mit einem dreiständigen Lokschuppen, eine Drehscheibe und zwei Lokomotiven dem Betrieb übergeben.<ref name="Eisenbahnchronik Mansfelder Land" Details="S. 23 f." /> Zunächst war die Eisenbahndirektion Frankfurt/Main, ab 1882 die Direktion Erfurt und ab 1895 die Direktion Halle für die Betriebsstelle zuständig. Um 1900 wurde das Bahnbetriebswerk mehrfach erweitert, letzte große bauliche Veränderung war der Einbau einer 16-m-Drehscheibe im Jahr 1916.<ref name="Bahnbetriebswerke der DDR" />

Am 1. Mai 1952 wurde das Bw Oberröblingen in Bw Röblingen am See umbenannt.<ref name="EK, Baureihe 94" details="S. 367." />

Nach der Stilllegung des Abschnitts Schochwitz–Heiligenthal der Bahnstrecke Halle Klaustor–Hettstedt übernahm das Bw ab 1968 die Wartungsarbeiten an den Lokomotiven der Einsatzstelle Gerbstedt des Bw Halle P.<ref>Dirk Endisch: Inselbetrieb (= Modelleisenbahner. Heft 9/2019). Verlagsgruppe Bahn, 2019, ISSN 0026-7422, S. 36.</ref>

Am 31. Dezember 1990<ref name="V 300-Familie" Details="S. 220" />, 1. März 1991<ref name="Bahnbetriebswerke der DDR">Klaus-Jürgen Kühne: Bahnbetriebswerke der DDR. transpress, Stuttgart 2011, ISBN 978-3-613-71401-4, S. 100.</ref> oder im Jahr 1992 wurde das Bahnbetriebswerk Röblingen am See als selbstständige Dienststelle aufgelöst und dem Bw Halle G unterstellt. 1997 endete der Betrieb endgültig und das Bw wurde geschlossen. Die Gleisanlagen sind weitgehend abgebaut. Im Oktober 2007 wurden die baulichen Anlagen abgerissen.

Fahrzeugeinsatz

Hauptsächlich waren hier Dampflokomotiven der Gattungen T 3, T 9.2, T 9.3, T 12, T 14, T 16.1,<ref name="EK, Baureihe 94" details="S. 99 ff.">Hans-Jürgen Wenzel: Die Baureihe 94 - Die preußischen Tenderloks T 16 und T 161. EK-Verlag, Freiburg 2018, ISBN 978-3-8446-6017-3.</ref><ref name="EK, Baureihe 94" details="S. 368 ff." /> preußische und badische G12 sowie die Baureihen 03.2, 23.10, 44.0,<ref name="58.30 EK, S. 151" /> 52,<ref name="EK, 50 Band 1" /> 52.80,<ref name="8/1981">Merseburg–Mücheln und Röblingen–Vitzenburg dampffrei (= Modelleisenbahner. Heft 8/1981). transpress VEB Verlag, Berlin 1981, S. 163.</ref> und 83.10 stationiert. Kurzzeitig waren auch einzelne Fahrzeuge der Baureihen 50.0,<ref name="EK, 50 Band 1">Jürgen U. Ebel, Hansjürgen Wenzel: Die Baureihe 50 – Band 1: Deutsche Reichsbahn. EK-Verlag, Freiburg 1988, ISBN 3-88255-545-9, S. 288.</ref> 58.30,<ref name="58.30 EK, S. 151">Rainer Heinrich, Heinz Schnabel: Die Baureihe 58.30 – Die Geschichte der „Reko-G12“. EK-Verlag, Freiburg 1999, ISBN 3-88255-158-5, S. 111.</ref> 86<ref>Andreas Knipping: Die Baureihe 86. Das Arbeitstier für Nebenstrecken. EK-Verlag, Freiburg 2008, ISBN 978-3-88255-186-0, S. 206.</ref> und 98.62<ref>Jürgen-Ulrich Ebel, Andreas Knipping, Klaus-Peter Quill, Andreas Stange: Die "6000er" der Deutschen Reichsbahn – Strecken und Fahrzeuge der enteigneten Privat- und Kleinbahnen in der DDR. EK-Verlag, Freiburg 2001, ISBN 3-88255-160-7, S. 137.</ref> in Röblingen am See im Einsatz. Am 2. April 1973 kam die erste Großdiesellokomotive in Form der 131 009 in das Bw. Die Lokomotiven dieser Baureihen waren hier bis zur Auflösung der Dienststelle beheimatet und lösten die ölgefeuerten Loks der Baureihe 44 ab.<ref name="V 300-Familie" Details="S. 220 f.">Kurt Köhler, Andreas Stange: Die V 300–Familie der Deutschen Reichsbahn – Die Baureihen 130, 131, 132 und 142. EK-Verlag, Freiburg 2000, ISBN 3-88255-130-5.</ref> Zunächst wurden 1981 letztmalig Dampflokomotiven eingesetzt.<ref name="Bahnbetriebswerke der DDR" /><ref name="8/1981" /> Wegen Einsparungen von Diesel wurden allerdings noch bis 1982 kurzzeitig Dampflokomotiven der Baureihe 52.80 eingesetzt, danach kam es ebenfalls noch zu Heizlokeinsätzen.<ref>Bw Röblingen (= Modelleisenbahner. Heft 11/1982). transpress VEB Verlag, Berlin 1982, S. 9.</ref> In unterschiedlich großen Stückzahlen waren weitere Diesellokomotiven der Baureihen 101, 106, 110, 111 und 112 hier beheimatet.

Weblinks

Commons: Bahnhof Röblingen am See – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />