Attisholz
Attisholz ist ein Ortsteil der Gemeinde Riedholz im Kanton Solothurn, Schweiz. Der Weiler liegt zwischen der Kantonsstrasse, die durch Riedholz führt, und der südlich gelegenen Aare. Ein auf der Südseite der Aare, auf Gemeindegebiet von Luterbach, gelegener Teil des Areals der ehemaligen Cellulosefabrik Attisholz wird auch als Attisholz Süd bezeichnet.
Geschichte
Attisholz, dessen Name alemannischen Ursprungs ist (Wald des Atto)<ref name="schubiger125"> Ferdinand Schubiger: Geschichte der Heilbäder im Kanton Solothurn. In: Jahrbuch für Solothurnische Geschichte. Band 6, 1933, S. 125–126, doi:10.5169/seals-322567.</ref>, besteht heute hauptsächlich aus dem ehemaligen Bad Attisholz und den Gebäuden der 2008 geschlossenen Cellulosefabrik. 1902 zählte man in Attisholz 12 Häuser mit 74 römisch-katholischen Einwohnern.<ref name="gls">Charles Knapp, Maurice Borel, Victor Attinger, Heinrich Brunner, Société neuchâteloise de géographie (Hrsg.): Geographisches Lexikon der Schweiz. Band 1: Aa – Emmengruppe. Verlag Gebrüder Attinger, Neuenburg 1902, S. 99, Stichwort Attisholzbad (Scan der Lexikon-Seite).</ref>
Bad Attisholz
Ein Badebetrieb in Attisholz ist seit dem 15. Jahrhundert belegt. Der erste urkundlich nachweisbare Pächter des während Jahrhunderten im Eigentum der Stadt Solothurn befindlichen Bads war ein Hans Ruchti, der das Bad im Jahr 1445 verliess. Das Wasser entströmt einer kalten Mineralquelle; nach einer Thermalquelle wurde wiederholt, aber erfolglos gesucht. Seit 1840 befindet sich Bad Attisholz in Privatbesitz.<ref name="schubiger125"/> Die Anlagen des Bads, das auch über ein Restaurant verfügte und in der Region ein beliebtes Ausflugsziel war, wurden über die Jahrhunderte stetig vergrössert. Das heutige Gebäude stammt von 1756 (mit Erweiterung von 1900).
- Im Herbst 1832 wurde im Bad Attisholz die Katholische Gesellschaft im Kanton Solothurn, eine Vorgängerin der CVP Kanton Solothurn, gegründet. Auch im politisch turbulenten Winter 1840/41 war das Bad Treffpunkt für die katholisch-konservative Opposition.<ref name="150Freisinn">150 Jahre Solothurner Freisinn, FDP Kanton Solothurn, 1981, S. 39&46</ref>
- Um 1945, kurz nach dem Erwerb von Bad Attisholz durch die Cellulose Attisholz, wurde der Badebetrieb eingestellt. Seither blieb der Betrieb auf das Restaurant beschränkt.
- Im Jahr 2000 wurde das Restaurant Attisholz vom Koch Jörg Slaschek und seiner Frau Regula erworben, die es seither führen,<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Die Geschichte unseres Hauses.] Restaurant Attisholz, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 18. März 2018.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> inzwischen auch als Hotel.
Cellulose Attisholz
Die 1881 von Benjamin Sieber gegründete Cellulose Attisholz AG war die einzige Cellulosefabrik der Schweiz. Zu ihr gehörte später auch die Papierfabrik Tela mit ihren Standorten in Balsthal und Niederbipp, 1983 übernahm Attisholz zudem das deutsche Unternehmen Hakle. 1999 verkaufte die Attisholz-Holding Tela und Hakle an Kimberly-Clark.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Unsere Geschichte.] Kimberly-Clark Niederbipp, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 14. Mai 2012.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Im Jahre 2000 erwarb Christoph Blocher die Cellulose Attisholz<ref name="berg">Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig «Blocher war der weisse Ritter».] In: Berner Zeitung. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 24. April 2020.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> und verkaufte sie 2002<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Schlussstrich unter Atisholz.] In: NZZ Online. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 24. April 2020.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> weiter an Borregaard, ein Tochterunternehmen des norwegischen Mischkonzerns Orkla. 2008 schloss Borregaard die Fabrik.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Rückkehr zum Ursprung – Borregaard heisst wieder Attisholz.] In: Solothurner Zeitung. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 6. Mai 2012.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Zwischenzeitlich hatte sie die Namen Axantis und Atisholz (mit einem t) getragen.<ref name="berg"/>
Künftige Nutzung des Fabrikgeländes
Das Gelände der Cellulosefabrik erstreckte sich auf beiden Seiten der Aare. Auf dem Südareal (Attisholz Süd), das auf dem Boden der Gemeinde Luterbach liegt,<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Teilzonen- und Erschliessungsplan «Attisholz Süd».] Gemeinde Luterbach, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 18. März 2018.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> entstand seit 2016 eine Produktionsanlage des Biotechnologiekonzerns Biogen.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Produktionsanlage in Luterbach.] Biogen, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 18. März 2018.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Für das Nordareal wurde von der Gemeindeversammlung von Riedholz 2017 ein „Räumliches Teilleitbild“ bewilligt, wonach sich das im Besitz des Zürcher Immobilienunternehmens Halter befindliche Areal «in den nächsten 20 bis 30 Jahren schrittweise zu einem lebendigen und vielseitigen Ortsteil der Gemeinde Riedholz mit vielfältigen Wohnformen, Arbeitsplätzen, Dienstleistungen, Sport- und Freizeitnutzungen, Kunst- und Kulturangeboten und Gastronomie» entwickeln solle.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Aktueller Stand der Arealentwicklung.] In: Attisholz-Areal. Halter AG, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 18. März 2018.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
Verkehr
Der nächstgelegene Anschluss des öffentlichen Verkehrs ist die Station Riedholz an der von der Aare Seeland mobil betriebenen Solothurn-Niederbipp-Bahn, etwa 500 m nordwestlich des Zentrums von Attisholz gelegen. Etwas weiter entfernt befindet sich in der Gemeinde Luterbach, auf der Südseite der Aare, der SBB-Bahnhof Luterbach-Attisholz an der Gäubahn. Seit 1889 besteht von Luterbach-Attisholz aus ein Industriegleis über eine Aarebrücke zum Cellulosewerk.<ref>Max Banholzer: Attisholz. In: Historisches Lexikon der Schweiz.</ref>
Zur besseren Erschliessung des Attisholz-Areals wurde 2020 eine Expressbuslinie eingerichtet (BSU-Linie 10), die vom Bahnhof Solothurn mit einem Zwischenhalt nach Luterbach, Attisholzstrasse verkehrt.<ref>Vorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Der BSU nimmt heute die neue Expressbus-Linie 10 ins Attisholz-Süd Areal in Betrieb.] BSU, , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 14. Oktober 2024.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref> Ebenfalls 2020 wurde die Linie 17 eingerichtet, die zwischen Luterbach, Attisholzstrasse, Derendingen, Biberist und Gerlafingen verkehrte. Letztere wurde aufgrund zu geringer Nutzung auf das Jahr 2025 wieder eingestellt.<ref>Vorlage:Cite book/NameVorlage:Cite book/Name: [Internetquelle: archiv-url ungültig Kanton Solothurn schliesst mehrere Buslinien: Diese sechs Strecken sind betroffen.] In: Solothurner Zeitung. , archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am Vorlage:Cite book/URL; abgerufen am 14. Oktober 2024.Vorlage:Cite book/URLVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung2Vorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/MeldungVorlage:Cite book/Meldung</ref>
Weblinks
- Max Banholzer: Attisholz. In: Historisches Lexikon der Schweiz.
Einzelnachweise
<references/>
Koordinaten: 47° 14′ N, 7° 35′ O; CH1903: 610441 / 230791
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