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Bäderland Hamburg

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Bäderland Hamburg GmbH

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Bäderland-Logo.svg
Rechtsform GmbH
Gründung Januar 1995
Sitz Hamburg, Deutschland
Leitung Susan Zetzmann
Mitarbeiterzahl 508 (2019)
Website www.baederland.de
Datei:Alsterschwimmhalle-Hamburg.JPG
Flaggschiff und Besuchermagnet: Alsterschwimmhalle (Foto: 2014)

Die Bäderland Hamburg GmbH ist die städtische Betreibergesellschaft für öffentliche Schwimmbäder in der Freien und Hansestadt Hamburg. Sie wurde 1995 als Tochtergesellschaft der Hamburger Wasserwerke gegründet und gehört heute zur städtischen Beteiligungsholding HGV.<ref name=":0">Lagebericht 2019. (PDF) Abgerufen am 10. Juli 2020.</ref>

Bäderland betreibt aktuell (Stand: 2025) 20 Hallen- und vier Freibäder mit einer Gesamtwasserfläche von etwa 45.000 m², die jährlich von rund 4,2 Millionen Badegästen besucht werden.<ref name=":1">Dieses Schwimmbad ist Hamburgs Besuchermagnet – freie Jobs gibt’s hier auch. In: Hamburger Morgenpost. 11. Januar 2025, abgerufen am 29. Januar 2025.</ref> Davon entfallen rund zwölf Prozent (510.000) auf die Ende 2023 wiedereröffnete Alsterschwimmhalle.<ref name=":1" /> Weitere bekannte Bäder sind das 2009 eröffnete Festland in Altona oder das 1895 als Stadtbad Hohe Weide eröffnete Kaifu-Bad in Eimsbüttel, zugleich Unternehmenssitz der Bäderland GmbH. Außerdem betreibt Bäderland in den Wintermonaten eine Eissporthalle in Farmsen sowie das Dulsbergbad als Teil des Olympiastützpunkts Hamburg/Schleswig-Holstein. An diesem Standort tritt Bäderland im Auftrag der Stadt auch als Bauherr für weitere Sportanlagen auf, z. B. für eine Beachvolleyball-Anlage oder eine 2019 eröffnete Judo- und Handballhalle.<ref name=":0" /><ref>Landesleistungszentrum für Judo und Handball eröffnet. In: Die Welt. 7. Juni 2019 (welt.de [abgerufen am 10. Juli 2020]).</ref>

Geschichte

Datei:Schaarmarktbad 1881.jpg
Schwimmhalle am Schaarmarkt 1881

Die Geschichte der öffentlichen Badekultur in Hamburg begann im Jahr 1793, als auf Betreiben der Patriotischen Gesellschaft ein Badeschiff auf der Binnenalster in Betrieb ging. Später wurde es in die Außenalster in die Nähe der Lombardsbrücke verlegt und durch die stationäre Donner’sche Badeanstalt ersetzt.<ref name=":0" /> Im Laufe des 19. Jahrhunderts kamen zahlreiche Flussbadeanstalten an Alster, Bille und Elbe hinzu, vorwiegend mit dem Ziel, das bis dato übliche regellose „wilde“ Baden einzudämmen und in „schickliche“ Bahnen zu lenken.<ref>Schildt S. 120.</ref>

Datei:Badeanstalt Lübeckertor Koppmann.jpg
Badeanstalt Lübecker Tor, um 1910

Die erste überdachte Warmbadeanstalt wurde 1855 am Schweinemarkt eröffnet – die von William Lindley nach englischem Vorbild konstruierte Anlage war jedoch kein Schwimmbad, sondern bot lediglich Wannen- und Brausebäder sowie Waschgelegenheiten. Der markante kreisrunde Bau überstand den Zweiten Weltkrieg und wurde 1963 zugunsten des heutigen Saturn-Parkhauses abgerissen.<ref>Dierk Strothmann: Badewannen am Schweinemarkt. In: Hamburger Abendblatt. 7. April 2007, abgerufen am 10. Juli 2020.</ref> Die erste echte Schwimmhalle entstand 1881 am Schaarmarkt – die Initiative hierzu ging von Hamburger Reedern aus, die durch die Förderung des Schwimmunterrichtes die Zahl der tödlichen Arbeitsunfälle unter Hafenarbeitern senken wollten.<ref>Bake S. 88.</ref> 1895 folgte das älteste noch heute erhaltene und denkmalgeschützte Stadtbad Hohe Weide (heute Kaifu-Bad). Weitere Bäder entstanden bis zum Beginn des Ersten Weltkrieges am Lübecker Tor in St. Georg, in Barmbek, Hammerbrook und Eppendorf (Holthusenbad). In der Weimarer Republik wurden zwar keine neuen Hallenbäder gebaut, dafür eröffneten neue Freibäder in Lattenkamp (1926) und Ohlsdorf (1927), letzteres als erste Anstalt ohne Geschlechtertrennung. Während diese noch mit Flusswasser aus der nahen Alster versorgt wurden, galt das 1938 eröffnete Freibad Kaiser-Friedrich-Ufer seinerzeit als modernstes Sportbad in Deutschland, mit Leitungswasser und ganzjährig beheizbar.<ref>Bake S. 86.</ref>

Nachdem im Zweiten Weltkrieg viele Bäder beschädigt oder gänzlich zerstört wurden, lag der Schwerpunkt in den ersten Nachkriegsjahren zunächst auf dem Bau preiswerter Sommerfreibäder. Auf dem Höhepunkt Mitte der 1960er Jahre gab es knapp 30 Freibäder in der Stadt.<ref>Der Ärger mit Hamburgs überfüllten Bädern. In: Hamburger Abendblatt. 24. Juli 1965, abgerufen am 10. Juli 2020.</ref> Als erstes Hallenneubau-Projekt wurde Ende der 1950er Jahre die Planung für die spätere Alsterschwimmhalle begonnen, deren Fertigstellung sich allerdings bis 1973 hinzog. Bis 1980 entstanden weitere zehn neue Stadtteilbäder als standardisierte Typenbauten; allerdings stieg die Nachfrage nicht im gleichen Maße, so dass der Betrieb der Bäder zunehmend defizitär wurde.<ref>Hamburgs Bäder ertrinken in roten Zahlen. In: Hamburger Abendblatt. 13. Oktober 1981, abgerufen am 9. Juli 2020.</ref> In den 1980er Jahren wurden daher erstmals ältere Bäder geschlossen und 1995 schließlich der gesamte Bäderbetrieb aus den Hamburger Wasserwerken in die neugegründete Bäderland Hamburg GmbH ausgegliedert.

Seit Juli 2025 ist Susan Zetzmann Geschäftsführerin der Firma.<ref>Szene-Hamburg.com: Neue Bäderland-Chefin: „Wasser war immer mein Element“. (Autor: Erik Brandt-Höge). Abgerufen am 20. August 2025.</ref>

Aktuelle Bäder

Name Bild Stadtteil Bau-/Eröffnungsdaten
Alsterschwimmhalle Datei:Alsterschwimmhalle-Hamburg.JPG Hohenfelde 1973 eröffnet, 2020–23 modernisiert und erweitert
Bartholomäus-Therme Datei:Bartholomäus-Therme Hamburg-2.nnw.jpg Barmbek-Süd 1909 als Stadtbad Barmbek-Uhlenhorst mit Bücherhalle, Standesamt

1969 Umbau und Modernisierung

2021 Schließung und Sanierung

2022 Wiedereröffnung<ref>Ausstellung Geschichtswerkstatt Barmbek 2024</ref>

Bille-Bad Datei:BillebadBergedorf2008.jpg Bergedorf 1926/27 Flussbadeanstalt

1929 Wannen-, Brause- und Kurbad<ref>Bergedorf - Chronik. Abgerufen am 25. Mai 2020.</ref> (Bild)

1965 Hallenbad<ref>Bergedorf - Chronik. Abgerufen am 25. Mai 2020.</ref> (Bild)

2005 Neubau

Billstedt Datei:Schwimmbad Billstedt - panoramio.jpg Billstedt 1928 Freibad

1972 Hallenbad

(geplanter Umbau bis 2020)<ref>Jörn Lauterbach: Freibad-Saison: Badbetreiber verteilt Warnhinweise an Handy-Eltern. In: Die Welt. 14. April 2019 (welt.de [abgerufen am 9. Juli 2020]).</ref>

Blankenese Blankenese 1977
Bondenwald Niendorf 1965 Freibad

1977 Hallenbad

2015/16 Sanierung und Umbau zum Freizeitbad,<ref>Jens Meyer-Wellmann: Riesenrutsche soll weg – Badegäste sind empört. 16. Juli 2015, abgerufen am 26. Juni 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> insbesondere Ausbau des Sauna- und Kinderbereichs<ref>Olav Rothauscher: Sanierung des Regionalbades „Bondenwald“ in Hamburg-Niendorf, Kurzbericht zum Vortrag auf einem Kongress der Internationalen Akademie für Bäder-, Sport-, und Freizeitbauten in Deutschland e. V. (IAB), 2018. (Abgerufen im Juli 2023)</ref>

Bramfeld Datei:Bäderland Bramfeld 02.jpg Bramfeld 1973
Dulsbergbad

(nicht öffentlich)

Datei:Olympiastützpunkt HH-SH Dulsbergbad 1.jpg Dulsberg 1957 Freibad<ref>Hamburger Abendblatt - Hamburg: Sommerbad Dulsberg. 2. Mai 1957, abgerufen am 6. Juli 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Hamburger Abendblatt - Hamburg: Sommerbad Dulsberg stellte Besucherrekord auf. 25. September 1958, abgerufen am 6. Juli 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

1969 Hallenbad<ref>Freier Eintritt bei Premiere am Dulsberg. In: Hamburger Abendblatt. 17. April 1969, abgerufen am 6. Juli 2020.</ref>

1988 Umbau Hallenbad zum Landesleistungszentrum

2008 Neubau Freibad und Abgabe an externen Betreiber (Beach Hamburg)

Elbgaustraße Eidelstedt 1975
Festland Datei:Holstenstrasse Altona.jpg Altona-Altstadt 2009 als Ersatz für das zuvor geschlossene Bismarckbad
Finkenwerder (Freibad) Datei:Wasserrutsche im Schwimmbad.jpg Finkenwerder 1979
Marienhöhe (Freibad) Sülldorf 1962
Neugraben (Freibad) Neugraben-Fischbek 1951
Osdorfer Born (Freibad) Datei:Freibad Osdorf Am Osdorfer Born Hamburg (1).jpg Osdorf 1970
Holthusenbad Datei:Hamburg-Holthusenbad-2004.jpg Eppendorf 1914 Hallenbad

1937 Freibad

Kaifu-Bad Datei:Kaifu Bad Gebäude.jpg Eimsbüttel 1895 als Stadtbad Hohe Weide, 1905 um eine weitere Halle erweitert

1938 Freibad

2015 Sanierung und Umbau (Kaifu-Sole)

Midsommarland Wilstorf eröffnet 1996,<ref>Andreas Schmidt: "Abba" im MidSommerland. 28. August 2006, abgerufen am 26. Juni 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> seit Oktober 2023 geschlossen, Umbau und Erweiterung geplant bis 2027<ref>Midsommerland-Bad in Harburg: Umbau verzögert sich. In: NDR.de. 11. August 2024, abgerufen am 29. Januar 2025.</ref>
Stadtparksee Winterhude 1937 (Beginn des Badebetriebs)
Ohlsdorf Datei:Familienbad Ohlsdorf Eingang 03.jpg Ohlsdorf 1927 Freibad

1972 Hallenbad

2015 Schließung und Abbruch Freibad

2019 Neubau Hallenbad

Parkbad Datei:Bäderland Volksdorf.jpg Volksdorf 1971 eröffnet

1991 Umbau zum Erlebnisbad „Taka Tuka Land“

2008 um beheiztes Freibad ergänzt<ref>Fünf Millionen Euro für Parkbad Volksdorf - Heimat Echo. Abgerufen am 26. Juni 2019.</ref>

Rahlstedt Datei:Bäderland Rahlstedt.jpg Rahlstedt 1972 eröffnet

2021 Anbau eines beheizten Außenbeckens anstelle des ehemaligen Freibads Wiesenredder<ref>Franziska Coesfeld: Altes Freibad in Rahlstedt macht dicht, neues Bad eröffnet. 4. Juli 2018, abgerufen am 26. Juni 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Mike Schlink: Monatelange Proteste in Hamburg: Wird dieses Schwimmbad jetzt doch nicht geschlossen? 6. Juli 2019, abgerufen am 11. Juli 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Inselpark Datei:Wilhelmsburg Inselpark-Schwimmhalle.jpg Wilhelmsburg 2013 im Rahmen der IBA/igs<ref>Hamburger Abendblatt - Hamburg: Neues Schwimmbad „Inselpark“ feiert Eröffnung. 25. März 2013, abgerufen am 26. Juni 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> 2016 Auszeichnung mit "Public Value Award"<ref>Presse - Bäderland Hamburg. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 26. Juni 2019; abgerufen am 26. Juni 2019.</ref>
St. Pauli St. Pauli 1980 (seit 2022 nur Schulschwimmen)<ref>Lagebericht 2023, S. 3.</ref>
Süderelbe Neugraben-Fischbek 1975
Wandsbek Datei:Bäderland Wandsbek 1.jpg Wandsbek 1979

Literatur

  • Rita Bake: Baden im Hause und in der Öffentlichkeit. In: Wasser für Hamburg. Zur Geschichte der Hamburger Wasserver- und -entsorgung, Hamburg 1992, ISBN 3-926174-45-5, S. 80–93.
  • Hans Matthaei, Jörg Schilling: Freibad Ohlsdorf. Hamburger Bauheft 13, Hamburg 2016, ISBN 978-3-944405-20-9.
  • Axel Schildt: „Duschen ist gut, Baden ist besser, das Beste ist das Schwimmen“. Zur Entwicklung des Badewesens in Hamburg vom ausgehenden 19. Jahrhundert bis zum Wiederaufbau nach dem Zweiten Weltkrieg. In: Dittmar Machule, Olaf Mischer, Arnold Sywottek (Hrsg.): Macht Stadt krank? Vom Umgang mit Gesundheit und Krankheit, Hamburg 1996, S. 120–130.
  • Geschichtswerkstatt Barmbek: Barmbeker Ansichten: Unser "Badlo" (Bartholomäus-Bad) von der Badeanstalt zur Therme, Dokumentation einer Ausstellung, Hamburg 2023

Weblinks

Commons: Bäderland Hamburg – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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