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Ausdauernder Knäuel

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Ausdauernder Knäuel
Datei:Scleranthus perennis eF.jpg

Ausdauernder Knäuel (Scleranthus perennis)

Systematik
Kerneudikotyledonen
Ordnung: Nelkenartige (Caryophyllales)
Familie: Nelkengewächse (Caryophyllaceae)
Tribus: Sclerantheae
Gattung: Knäuelkräuter (Scleranthus)
Art: Ausdauernder Knäuel
Wissenschaftlicher Name
Scleranthus perennis
L.

Der Ausdauernde Knäuel (Scleranthus perennis), auch Ausdauerndes Knäuelkraut genannt, ist eine Pflanzenart aus der Gattung Knäuelkräuter (Scleranthus) innerhalb der Familie der Nelkengewächse (Caryophyllaceae).

Beschreibung

Datei:Scleranthus perennis Herbar.jpg
Herbarbeleg
Datei:Scleranthus perennis sl13.jpg
Habitus
Datei:Flerårig knavel 1 (4037661105).jpg
Habitus
Datei:Scleranthus perennis sl17.jpg
Blütenstand

Vegetative Merkmale

Der Ausdauernde Knäuel wächst als ausdauernde krautige Pflanze und erreicht Wuchshöhen von 5 bis 15 Zentimetern. Sie ist am Grunde verholzt und besitzt abgestorbene Laubblattreste. Sie besitzt meist zahlreiche Stängel, ist reich verzweigt, aufrecht oder aufsteigend.<ref name="Friedrich1979" /> Die oberirdischen Pflanzenteile sind grau-grün. Die Knoten sind im untern Teil oft rot überlaufen.<ref name="Friedrich1979" /> Die gegenständigen Laubblätter sind linealisch-pfriemlich, 6 bis 10 Millimeter lang und am Grund scheidig verbunden.<ref name="Friedrich1979" /> In den Blattachseln finden sich meist dicht beblätterte Kurztriebe.<ref name="Friedrich1979" />

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von Mai bis Oktober. Die Hochblätter sind kaum länger als die Blüten. Die Blüten stehen meist in endständig geknäuelten Zymen zusammen. Die zwittrige Blüte ist fünfzählig. Die grünlichen Blütenhüllblätter haben eine Länge von 2,5 bis 3 Millimeter, sind stumpflich gerundet und besitzen einen bis zu 0,5 Millimeter breiten, weißlichen Hautrand. Die Blütenhüllblätter sind nur wenig länger als die zehn Staubblätter. Die Perigonblattspitzen schließen sich zur Fruchtzeit fast zusammen. Die Scheinfrucht hat eine Länge von 3,5 bis 4,5 Millimetern.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22.<ref name="Oberdorfer2001" />

Ökologie

Vorlage:Hinweisbaustein Der Ausdauernde Knäuel ist ein ausdauernder, wintergrüner Chamaephyt.

Der Ausdauernde Knäuel ist der Hauptwirt der Polnischen Karminschildlaus, Porphyrophora polonica, deren Larven an seinen Wurzeln parasitieren, und die ähnlich wie die Cochenilleschildlaus einige Zeit lang als Lieferant eines zum Rotfärben benutzten Farbstoffs von Bedeutung war.

Vorkommen

Der Ausdauernde Knäuel ist von Europa über Kleinasien, den Kaukasusraum, Armenien bis Sibirien verbreitet. Er ist ein eurasisch-subozeanisch-submediterranes Florenelement. In Europa kommt er in fast allen Ländern vor und fehlt nur in Irland, Island, Belarus und Bosnien-Herzegowina.<ref name="Euro+Med" /> In Finnland ist er eingebürgert.<ref name="Euro+Med" />

In Österreich kommt der Ausdauernde Knäuel nur im nördlichen Gneis- und Granitgebiet zerstreut vor; ansonsten ist er selten anzutreffen. In der Schweiz ist er nur in der Südschweiz verbreitet, sonst selten oder ganz fehlend. Der Ausdauernde Knäuel kommt in Deutschland zerstreut, insbesondere in der Ebene und in den tieferen Gebieten vor. Er steigt in der Schweiz bis 1900 Meter Meereshöhe auf.<ref name="Friedrich1979" />

Der Ausdauernde Knäuel wächst in offenen Pionierrasen, auf Dünen und Felsköpfen und an Wegen. Er gedeiht am besten auf nährstoffarmen, mäßig basenreichen, kalkarmen, meist sauren, humusarmen Sand- oder Steingrusböden. Er ist pflanzensoziologisch eine Charakterart der Klasse Sedo-Scleranthetea.<ref name="Oberdorfer2001" /> Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 1 (sehr trocken), Lichtzahl L = 5 (sehr hell), Reaktionszahl R = 2 (sauer), Temperaturzahl T = 3+ (unter-montan und ober-kollin), Nährstoffzahl N = 2 (nährstoffarm), Kontinentalitätszahl K = 4 (subkontinental).<ref name="InfoFlora" />

Taxonomie und Systematik

Die Erstveröffentlichung von Scleranthus perennis erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, Seite 406.<ref name="Euro+Med" />

Je nach Autor gibt es mehrere Unterarten:<ref name="Euro+Med" />

  • Scleranthus perennis subsp. atlanticus <templatestyles src="Person/styles.css" />(Maire) Maire: Sie kommt nur in Marokko vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Scleranthus perennis subsp. burnatii <templatestyles src="Person/styles.css" />(Briq.) P.D.Sell (Syn.: Scleranthus burnatii <templatestyles src="Person/styles.css" />Briq.): Sie kommt in Spanien, auf Sardinien und Korsika vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Scleranthus perennis subsp. dichotomus <templatestyles src="Person/styles.css" />(Schur) Nyman: Sie kommt in Italien, in Ungarn, in der Slowakei, auf der Balkanhalbinsel, in der Türkei und auf Inseln in der Ägäis vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Scleranthus perennis subsp. marginatus <templatestyles src="Person/styles.css" />(Guss.) Nyman: Sie kommt in Italien, auf Sizilien, auf der Balkanhalbinsel, in Rumänien, auf Inseln in der Ägäis und in der Türkei vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Scleranthus perennis subsp. perennis: Sie ist ursprünglich in Europa verbreitet und ist in Nordamerika ein Neophyt.<ref name="Euro+Med" /><ref name="FoNA2005" />
  • Scleranthus perennis subsp. polycnemoides <templatestyles src="Person/styles.css" />(Willk. & Costa) Font Quer (Syn.: Scleranthus polycnemoides <templatestyles src="Person/styles.css" />Willk. & Costa): Sie kommt in Spanien und Frankreich vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Scleranthus perennis subsp. prostratus <templatestyles src="Person/styles.css" />P.D.Sell: Sie kommt im Vereinigten Königreich vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Scleranthus perennis subsp. vulcanicus <templatestyles src="Person/styles.css" />(Strobl) Bég.: Diese Endemit kommt nur auf Sizilien vor.<ref name="Euro+Med" />

Literatur

  • Henning Haeupler, Thomas Muer: Bildatlas der Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands (= Die Farn- und Blütenpflanzen Deutschlands. Band 2). Herausgegeben vom Bundesamt für Naturschutz. Ulmer, Stuttgart 2000, ISBN 3-8001-3364-4.
  • Wolfgang Adler, Karl Oswald, Raimund Fischer: Exkursionsflora von Österreich. Hrsg.: Manfred A. Fischer. Ulmer, Stuttgart/Wien 1994, ISBN 3-8001-3461-6.
  • August Binz, Christian Heitz: Schul- und Exkursionsflora für die Schweiz, Schwabe & Co. AG, Basel, 1986, ISBN 3-7965-0832-4.
  • Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora, Ulmer Verlag, Stuttgart, 1990, ISBN 3-8001-3454-3.
  • Christian August Friedrich Garcke: Illustrierte Flora, 1972, Verlag Paul Parey, ISBN 3-489-68034-0.
  • Ruprecht Düll, Herfried Kutzelnigg: Taschenlexikon der Pflanzen Deutschlands und angrenzender Länder. Die häufigsten mitteleuropäischen Arten im Portrait. 7., korrigierte und erweiterte Auflage. Quelle & Meyer, Wiebelsheim 2011, ISBN 978-3-494-01424-1.

Einzelnachweise

<references> <ref name="Oberdorfer2001"> Erich Oberdorfer: Pflanzensoziologische Exkursionsflora für Deutschland und angrenzende Gebiete. 8. Auflage. Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart 2001, ISBN 3-8001-3131-5. S. 386. </ref> <ref name="FoNA2005"> John W. Thieret, Richard K. Rabeler: Scleranthus Linnaeus. In: Flora of North America Editorial Committee (Hrsg.): Flora of North America North of Mexico, Volume 5: Magnoliophyta: Caryophyllidae, part 2. Oxford University Press, New York und Oxford, 2005, ISBN 0-19-522211-3. Scleranthus perennis. – textgleich online wie gedrucktes Werk. </ref> <ref name="Euro+Med"> Karol Marhold, 2011: Caryophyllaceae. Datenblatt Scleranthus perennis In: Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="Friedrich1979">Hans-Christian Friedrich: Familie Caryophyllaceae. In Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 2. Auflage Band III, Teil 2, Seite 945–946. Verlag Paul Parey, Berlin, Hamburg 1979. ISBN 3-489-60020-7</ref> <ref name="InfoFlora">Scleranthus perennis L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple.</ref> </references>

Weblinks

Commons: Ausdauernder Knäuel (Scleranthus perennis) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien