August Bercht
Gottlob Friedrich August Bercht (* 30. Juli 1790 in Niederwerbig bei Treuenbrietzen, Königreich Preußen; † 29. Mai 1861 in Darmstadt, Großherzogtum Hessen) war ein deutscher Publizist, Lyriker und Historiker.
Leben
August Bercht wurde als Sohn des Pfarrers Johann Christoph Valentin Bercht (1749–1800) aus Barby<ref>1763 bis 1769 in Schulpforta, 1771 in Wittenberg durch den Dekan Johann Friedrich Hiller zum Magister promoviert, 1779 in Wittenberg ordiniert, Pastor in Niederwerbig, † in Kreuma bei Delitzsch; wohl Sohn des Königlich adjungierten Postmeisters und Zollverwalters Simon Andreas Bercht aus Coßwig, 1719 Bürger zu Treuenbrietzen.</ref> und der Johanna Charlotte Bercht, geb. Kypke (1759–1818) aus Grünewalde bei Schönebeck<ref>Tochter von Geleitsmann Johann Friedrich Leberecht Kypke (1728–1767) aus Grünewalde und Marie Dorothee Charlotte Koch aus Zerbst; vgl. Heinrich Kypke: Kurze Chronik der Familie Kypke. o. O. 1900/04, S. 84f, 87 und Ergänzungsheft S. 12 und 15.</ref> geboren.<ref>Günter Weimer (Hrsg.): As memórias de Joahann Carl Dreher e de Heinrich Georg Bercht. Escola Superior de Teologia e Espiritualidade Franciscana, Porto Alegre 1988, S. 90.</ref> Sein Vater war 1779 bis 1793 Pfarrer in Niederwerbig, danach bis zu seinem Tod Pfarrer in Kreuma. August Berchts Bruder Karl Wilhelm Ferdinand Bercht (1797–1875)<ref>Vater von Johann Ludwig Heinrich Bercht (1834–1908), 1854 nach Südamerika ausgewandert, ab 1870 argentinischer Generalkonsul in Wien, Großvater von Adolf Heinrich Bercht, Bürgermeister von Klagenfurt; Anton Kreuzer: Kärntner. Biographische Skizzen. Kärntner Druck- und Verlagsgesellschaft, 1999, S. 103–105 und 139–141.</ref> lebte in Dresden<ref>Leipziger Zeitung. Nr. 256 vom 30. December 1818, S. 2992 (Google-Books).</ref> und Zarrentin.<ref>Staats- und Gelehrte Zeitung des Hamburgischen unpartheyischen Correspondenten. No. 204 vom 22. Dezember 1820 (Google-Books).</ref>
Ausbildung und Tätigkeit als Hauslehrer
August Bercht besuchte vom 3. Oktober 1803 bis zum 12. April 1808 die Landesschule Pforta<ref>Max Hoffmann (Hrsg.): Pförtner Stammbuch 1543-1893 zur 350jährigen Stiftungsfeier der königlichen Landesschule Pforta. Weidmann, Berlin 1893, S. 326 (Google-Books); vgl. S. 264f (Einträge zum Vater und zu einem Onkel „Gottlob Friedrich Bercht (* um 1751), B(ürger)M(eister) und Adv(okat) in B(arby), … später in Zschortau“).</ref> und immatrikulierte sich am 21. Mai 1808 für ein Studium der Philologie und Geschichte an der Universität Leipzig, wo er 1810 zum Dr. phil. promoviert wurde. 1812 veröffentlichte er eine kleine Studie über die Belagerung von Marseille durch Gaius Iulius Caesar im Jahr 49 v. Chr. (De bello civili 2.14; Cassius Dio, Römische Geschichte 41.25.2; Marcus Annaeus Lucanus, Pharsalia 3,375-508; Titus Livius, Ab urbe condita, periocha 110).<ref name="Marseille" /> Für eine gemeinsame Bearbeitung der von der Jablonowskischen Gesellschaft der Wissenschaften zu Leipzig gestellten Preisaufgabe Des Annalisten Wittekind Leben, Schriften, die davon vorhandenen Handschriften, Ausgaben und eine neue zweckmäßige Ausgabe seiner Annalen wurde der Preis 1810 an Bercht und Georg Ludwig Adolph Eduard von den Brincken (1791–1869) aus Clausthal<ref name="Matrikel">Immatrikuliert in Leipzig am 6. Mai 1809; später braunschweigischer Geheimer Kammerrat und Probst zu Clus und Brunshausen, erwarb 1850 Schloss Gebesee.</ref> verliehen. Beide Preisträger waren Mitglieder der von Hans Karl Dippoldt (1783–1811)<ref>Aus Grimma, Studium in Leipzig und Jena, 1809 Kustos der Universitätsbibliothek Leipzig, 1810 Professor für Geschichte am Gymnasium Danzig.</ref> gegründeten Historischen Gesellschaft.<ref>Jenaische Allgemeine Literatur-Zeitung 7,4 (1810), Sp. 684 (Google-Books).</ref>
Nach seinem Universitätsbesuch wurde Bercht Hauslehrer bei der Familie von Graf Friedrich Abraham Wilhelm von Arnim-Boitzenburg (1767–1812) in Berlin. In dieser Zeit hat „er mehr oder weniger Umgang gepflogen mit Schleiermacher, Hemdorf,<ref>Ludwig Friedrich Hemdorf (1774–1816), Philologe, seit 1796 Subrektor am Köllnischen Gymnasium in Berlin, 1810 Professor für klassische Philologie an der Berliner Universität, später in Breslau und Halle.</ref> Rühs, Reimer, Buttmann, Eiselen, Hofprediger Sack, Bernhardi, Stägemann und andern ehrenwerthen Männern freisinniger Richtung“.<ref name="Eilers48">Gerd Eilers: Meine Wanderung durchs Leben. Band II. F. A. Brockhaus, Leipzig 1857, S. 48.</ref>
Befreiungskriege
1813 schloss sich Bercht dem Lützowschen Freikorps an.<ref>Dietmar Grypa (Bearb.): Gesamtausgabe des Briefwechsels von Leopold von Ranke. Band I. de Gruyter, Berlin 2016, S. 1174.</ref> Im selben Korps dienten der jüdische Arzt Salomon Friedrich Stiebel (Deckname: Baer) und der Pädagoge Wilhelm Heinrich Ackermann, mit denen zusammen er ein Vierteljahrhundert später an Erinnerungsfeiern von Kriegsfreiwilligen in Köln<ref name="Immermann" /> und in Frankfurt am Main teilnahm.<ref name="Adler" /> Auch der „Lützower Jäger“ Friedrich Fröbel war ihm bekannt.<ref>August Neuhaus: Auszüge aus den Briefen des Lützower Jägers Friedrich Wilhelm August Fröbel aus dem Feldzuge von 1813/14 an Prof. Christian Samuel Weiss. In: Mitteilungen aus dem Germanischen Nationalmuseum (1913), S. 99–169, bes. Brief vom 28. September 1813, S. 149.</ref> August Bercht nahm an der Schlacht bei Waterloo (Belle-Alliance) teil und gehörte 1815 als Lieutenant des 2. Westpreußischen Regiments den Besatzungstruppen in Paris an.<ref>Allgemeine Zeitung. Nr. 282, vom 9. Oktober 1815, S. 1133 (Google-Books).</ref> Zusammen mit Eugen von Vaerst wurde er bei Maréchal d’Empire François-Christophe Kellermann einquartiert.<ref name="Paris" /> Bercht verfasste einige Gedichte über Ereignisse in den Befreiungskriegen, die in Anthologien und Schulbüchern abgedruckt wurden.
Publizistische Tätigkeit in Paris, Koblenz und Bremen
August Bercht war Redakteur der Deutschen Feldzeitung in Paris,<ref name="Jahn">Bruno Jahn (Bearb.): Die deutschsprachige Presse. Ein biographisch-bibliographisches Handbuch. Band I. K. G. Saur, München 2005, S. 78 (Google-Books; eingeschränkte Vorschau).</ref> die Friedrich Christoph Förster und er auf Veranlassung von General August Neidhardt von Gneisenau herausgaben.<ref name="Paris">Friedrich Christoph Förster: Neuere und neueste preußische Geschichte. Band V. Gustav Hempel, Berlin 1866, S. 1241 (Google-Books).</ref><ref>Karl Goedeke, Herbert Jacob (Hrsg.): Grundriss zur Geschichte der deutschen Dichtung aus den Quellen. Band VIII. Akademie Verlag, Berlin 2011, S. 187.</ref> Schon nach der zweiten Ausgabe wurde das Blatt auf Betreiben des alliierten Polizeichefs in Paris Justus von Gruner eingestellt.<ref name="Paris" /> Bercht wurde Mitarbeiter am Rheinischen Merkur von Josef Görres in Koblenz. Im Februar 1816 wurde er auf Empfehlung von Görres und Ernst Moritz Arndt hin durch den bremischen Gesandten bei der Bundesversammlung in Frankfurt am Main (später Bürgermeister) Johann Smidt als Schriftleiter der staatseigenen Bremer Zeitung engagiert, vom Bremer Senat mit 1000 Reichstalern jährlich besoldet<ref>Lothar Dittmer: Beamtenkonservativismus und Modernisierung. Franz Steiner, Stuttgart 1992, S. 203 Anm. 667.</ref> und am 5. Februar 1817 durch Ernennung zum „außerordentlichen Professor der Philosophie“ den Lehrern an der Gelehrtenschule gleichgestellt.<ref>Rolf Engelsing: Massenpublikum und Journalistentum im 19. Jahrhundert in Nordwestdeutschland. Duncker und Humblot, Berlin 1966, S. 168.</ref> „Bergt, Doctor, Redacteur der Bremer Zeitung“ wohnte in der Knochenhauerstraße Nr. 40.<ref>Caspar Hinrich Schreiber Witwe (Hrsg.): Neues Bremisches Adreß-Buch auf das Jahr 1817. Carl Schünemann, Bremen 1817, S. 26 (Digitalisat).</ref><ref>Das Haus war im Besitz von Christine Elisabeth Höpken († 1823), Witwe des Kaufmanns Georg Wilhelm Papendieck (1763–1806) aus Hannover.</ref>
Brecht vertrat eine eher nationalliberale Linie, beschränkte sich aber meist auf die Wiedergabe von Nachrichten aus anderen Zeitungen, die er gelegentlich glossierte.<ref>Heinrich Tidemann: Die Zensur in Bremen von ihren Anfängen bis zu den Karlsbader Beschlüssen 1819. In: Bremisches Jahrbuch Reihe A, 30 (1926), S. 311–394, bes. S. 369.</ref> Dennoch gab es bald offizielle Beschwerden anderer Staaten (Dänemark, Kurhessen, Spanien, Hannover, Frankreich, Hamburg u. a.) beim Bremer Senat über einzelne Berichte der Bremer Zeitung.<ref>Heinrich Tidemann: Die Zensur in Bremen von ihren Anfängen bis zu den Karlsbader Beschlüssen 1819. In: Bremisches Jahrbuch Reihe A, 30 (1926), S. 311–394, bes. S. 370 u. ö. mit Beispielen.</ref> Ein Beitrag Berchts von 1817 über den 13. Artikel der Deutschen Bundesakte („In allen Bundesstaaten wird eine landständische Verfassung stattfinden“)<ref>Bremer Zeitung, Ausgabe Nr. 329 vom 25. November 1817 (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek München) u. ö.; Nicola Wurthmann: Senatoren, Freunde und Familie. Herrschaftsstrukturen und Selbstverständnis der Bremer Elite zwischen Tradition und Moderne (1813–1848). (Veröffentlichungen aus dem Staatsarchiv der Freien Hansestadt Bremen 69). Staatsarchiv, Bremen 2009, S. 336.</ref> war als offizielle Verlautbarung missverstanden worden und beeinflusste die Debatte im Bundestag und die Verfassungsbestrebungen in Bayern und Württemberg („Württembergischer Verfassungsstreit“).<ref name="Jahn" /> Dieser und andere Artikel Berchts hatten vor allem in Österreich Anstoß erregt, und die Bremer Zeitung war dort im Frühjahr 1818 unter Zensur gestellt worden.<ref>Friedrich von Gentz: Gegen die Bremer Zeitung. In: Der Oesterreichische Beobachter. Nr. 154 vom 3. Juni 1818, S. 834–838 (Digitalisat der Österreichischen Nationalbibliothek Wien) = Gustav Schlesier (Hrsg.): Kleinere Schriften von Friedrich von Gentz. Band II. Heinrich Hoff, Mannheim 1839, S. 45–59 (Google-Books).</ref> Mit Joseph Anton Pilat vom Oesterreichischen Beobachter, einem Sprachrohr des österreichischen Staatskanzlers Klemens Wenzel Lothar von Metternich, lieferte sich Bercht „eine regelrechte Pressefehde“.<ref>Heinrich Tidemann: Die Zensur in Bremen von ihren Anfängen bis zu den Karlsbader Beschlüssen 1819. In: Bremisches Jahrbuch Reihe A, 30 (1926), S. 311–394, bes. S. 378.</ref>
Nach einer Beschwerde des preußischen Gesandten bei den Hansestädten Graf August Otto von Grote erhielt Bercht am 31. Dezember 1817 einen strengen Verweis, den er in der Zeitung abdrucken musste.<ref>Heinrich Tidemann: Die Zensur in Bremen von ihren Anfängen bis zu den Karlsbader Beschlüssen 1819. In: Bremisches Jahrbuch Reihe A, 30 (1926), S. 311–394, bes. S. 376.</ref> Durch einen Artikel in der Nr. 111 vom 21. April 1818<ref>Bremer Zeitung, Ausgabe Nr. 111 vom 21. April 1818 (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek München).</ref> zog sich Bercht vollends den Unmut Johann Smidts zu, der deswegen mit dem österreichischen Gesandten beim Deutschen Bund in Frankfurt Johann Rudolf von Buol-Schauenstein heftig aneinandergeriet.<ref>Heinrich Tidemann: Die Zensur in Bremen von ihren Anfängen bis zu den Karlsbader Beschlüssen 1819. In: Bremisches Jahrbuch Reihe A, 30 (1926), S. 311–394, bes. S. 379–387.</ref> Am 30. Dezember 1818 wurden auf Vorschlag des Scholarchen (Schulsenators) Gottlieb Friedrich Carl Horn (1772–1844) allgemeine Instruktionen für die Art der Redaktionsführung erlassen und ein neuer, einschränkenderer Kontrakt mit Bercht geschlossen.<ref>Heinrich Tidemann: Die Zensur in Bremen von ihren Anfängen bis zu den Karlsbader Beschlüssen 1819. In: Bremisches Jahrbuch Reihe A, 30 (1926), S. 311–394, bes. S. 388–394.</ref> Letztlich auf Druck Metternichs endet 1819 schließlich das Engagement von Bercht in Bremen,<ref>Andreas Schulz: Vormundschaft und Protektion. Eliten und Bürger in Bremen 1750–1880. Oldenbourg, München 2002, S. 308f (Google-Books; eingeschränkte Vorschau).</ref> er nahm eine auswärtige, schlechter bezahlte Stelle an. Berchts Nachfolger bei der Bremer Zeitung wurde Karl Iken.
Intermezzo als Lehrer in Kreuznach
Bercht wurde im August 1819 von Direktor Gerd Eilers mit Zustimmung des Oberpräsidenten der Provinz Großherzogtum Niederrhein in Koblenz Karl von Ingersleben als Lehrer der oberen Klassen an das neuorganisierte Königliche Gymnasium (heute: Gymnasium an der Stadtmauer) in Kreuznach berufen. Sein jährliches Einkommen sollte 2800 Franc (entsprach etwa 800 Reichstalern) mit freier Wohnung und Garten betragen. Wenige Wochen nach seiner Einführung wurde Bercht jedoch im November 1819 auf Veranlassung des Leitenden Direktors des preußischen Polizeiministeriums Karl Albert von Kamptz und nach übereinstimmenden Anweisungen von Polizeiminister Wilhelm zu Sayn-Wittgenstein-Hohenstein, Innenminister Friedrich von Schuckmann und Kultusminister Karl vom Stein zum Altenstein als „Demagoge“ entlassen.<ref>Berlinische Nachrichten von Staats- und gelehrten Sachen, No. 120 vom 7. Oktober 1819, S. 6, und No. 121 vom 9. Oktober 1819, S. 6 (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek München); ausführlich Gerd Eilers: Meine Wanderung durchs Leben. Band II. F. A. Brockhaus, Leipzig 1857, S. 44–81.</ref> Bercht wurden einige als „antipreußisch“ beurteilte Artikel der Bremer Zeitung (u. a. über das Wartburgfest)<ref>Bremer Zeitung, Ausgabe Nr. 329 vom 25. November 1817 (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek München).</ref> vorgeworfen. Außerdem verwechselte man ihn offenbar mit dem Burschenschafter Karl Friedrich Bercht (1801–1861) und vermutete fälschlich sogar, er habe im Einvernehmen mit Karl Ludwig Sand gestanden, der im März 1819 den Schriftsteller August von Kotzebue ermordet hatte.<ref>Gerd Eilers: Meine Wanderung durchs Leben. Band II. F. A. Brockhaus, Leipzig 1857, S. 58f und 71f.</ref>
Der zuständige Regierungs- und Schulrat Friedrich Lange im Koblenzer Konsistorium wurde im Dezember 1819 anhand von 49 aus Berlin vorgelegten Fragen drei Stunden lang von einem Untersuchungsrichter zu dem Vorgang verhört.<ref name="Eilers48" /> Ein gegen Eilers eröffnetes Untersuchungsverfahren wurde bald eingestellt.<ref>Gerd Eilers: Meine Wanderung durchs Leben. Band II. F. A. Brockhaus, Leipzig 1857, bes. S. 64, 70 und 72f.</ref> Eilers, der sich für Bercht bei seinen vorgesetzten Behörden einsetzte, nahm ihn – obwohl Landrat Ludwig Philipp Hout (1775–1846) dies untersagen wollte – als „Freund“ in seine Dienstwohnung auf.<ref>Gerd Eilers: Meine Wanderung durchs Leben. Band II. F. A. Brockhaus, Leipzig 1857, S. 50, 59 und 74.</ref>
Bürgermeister Franz Xaver Buhs und der Kreuznacher Stadtrat verwandten sich in schriftlichen Eingaben an die Berliner Minister für Bercht.<ref>Die Bittschrift an Polizeiminister Wilhelm zu Sayn-Wittgenstein-Hohenstein ist abgedruckt bei Gerd Eilers: Meine Wanderung durchs Leben. Band II. F. A. Brockhaus, Leipzig 1857, S. 74–77.</ref> Diesem wurden schließlich als Abfindung von Staatskanzler Karl August von Hardenberg zwei der zugesicherten Jahresgehälter angewiesen,<ref>Gerd Eilers: Meine Wanderung durchs Leben. Band II. F. A. Brockhaus, Leipzig 1857, S. 78.</ref> anschließend „privatisierte“ er noch einige Zeit in Kreuznach.<ref>Leipziger Literatur-Zeitung. Nr. 250, vom Oktober 1821, Sp. 1993f (Google-Books).</ref> Im Sommer 1822 besuchte er Straßburg und Kassel.<ref>Brief von Josef Görres an Jakob Grimm vom 20. August 1822 aus Straßburg; Joseph von Görres, Max Tau (Hrsg.): Eine Auswahl aus seinen Schriften. Deutsche Buch-Gemeinschaft, Berlin 1931, Abschnitt Freundesbriefe (Digitalisat im Projekt Gutenberg).</ref>
Aufenthalt in der Schweiz
Seit 1823 war Bercht Lehrer für Geschichte am Gymnasium Basel und las im Sommersemester 4-stündig über Europäische Staatengeschichte an der Universität Basel.<ref>Allgemeine Literatur-Zeitung 1,98 (1823), Sp. 780; Andreas Staehelin: Geschichte der Universität Basel 1818–1835. Helbing & Lichtenhahn, Basel 1959, S. 90 und 184.</ref> Am Pädagogium Basel las er im Sommerhalbjahr 1823 in der Ersten Klasse 3-stündig und in der Zweiten Klasse 4-stündig Griechische Geschichte.<ref>Wissenschaftliche Zeitschrift, hrsg. von Lehrern der Baseler Hochschule 1 (1824) S. 115, 116 und 118 (Google-Books).</ref> 1824 arbeitete er an einem Bildungsinstitut für Mädchen aller Stände in Hofwil im Kanton Bern,<ref name="Lutsch">Otto Lutsch: Das Kreuznacher Gymnasium unter Eilers’ Direktion (1819–1833). (Beilage zu dem Programme des Königl. Gymnasiums zu Kreuznach 1903). Robert Voigtländer, Kreuznach 1903, S. 5 (Digitalisat im Internet Archive); (Digitalisat des Landesbibliothekszentrum Rheinland-Pfalz in Koblenz).</ref> das von Margaretha von Tscharner (1778–1839), der Ehefrau des Philipp Emanuel von Fellenberg gegründet worden war.<ref>Helene von Lerber: Margaretha von Fellenberg geb. von Tscharner. Die Gattin Philipp Emanuel von Fellenbergs, 1778–1839. In: Berner Zeitschrift für Geschichte und Heimatkunde 6 (1944), S. 213–229 (Digitalisat der ETH-Bibliothek Zürich).</ref>
Lehrer und Publizist in Frankfurt am Main
August Bercht lebte 1825 in Frankfurt am Main im Haus des Arztes Adolph Schmidt in der Großen Sandgasse 4 (K 53).<ref>Brief von Friedrich Christoph Schlosser an Leopold Ranke vom 10. Februar 1825; Dietmar Grypa (Bearb.): Gesamtausgabe des Briefwechsels von Leopold von Ranke. Band I. de Gruyter, Berlin 2016, Nr. 257, S. 743f (Google-Books).</ref> 1827 heiratete er Christiane Caroline Hergenhahn (1790–1857) aus Usingen, Tochter von Justizrat Johann Carl Salomon Hergenhahn (1762–1806) und dessen Ehefrau Johannette Wilhelmine Christiane Vigelius (1768–1805). Sie war eine Schwester des nassauischen Generalleutnants Karl Friedrich Hergenhahn (1793–1868) und des liberalen Politikers August Hergenhahn (1804–1874). Caroline Hergenhahn leitete von 1824 bis 1844 eine Privatschule für Mädchen im Weißen Hirsch am Großen Hirschgraben 3 (F 63) in Frankfurt am Main.<ref>Karoline Bercht: Prospekt einer Erziehungsanstalt für die weibliche Jugend. Frankfurt am Main 1828; Anna König (Hrsg.): Hundert Jahre Frauenarbeit. Aus der Geschichte einer Frankfurter Privatschule. Lyzeum Jost, Frankfurt am Main 1924, S. 7.</ref> Die Schule, an der auch August Bercht unterrichtete, und das Pensionat waren finanziell erfolgreich.<ref>Joseph Hansen (Hrsg.): Rheinische Briefe und Akten zur Geschichte der politischen Bewegung. Band I. (Publikationen der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde 36,1). Baedeker, Essen / Leipzig 1919, Nr. 275, S. 652.</ref> Nachfolgerinnen von „Frau Dr. Bercht“ als Vorsteherinnen der Schule wurden Johanna Louise Wilhelmine Bickel (9. Jan. 1804 – 24. Jan. 1884), eine Enkelin von Hofprediger und Superintendent Johann Daniel Karl Bickel,<ref>Heinrich Meidinger: Frankfurt's gemeinnützige Anstalten. Eine historisch-statistische Darstellung der milden Stiftungen. Heinrich Ludwig Brönner, Frankfurt am Main 1845, S. 361 (Google-Books); Maria Rudolph: Die Frauenbildung in Frankfurt am Main. Geschichte der privaten, der kirchlich-konfessionellen, der jüdischen und der städtischen Mädchenschulen. Historische Darstellung der Frankfurter Mädchenschulen. Band I. Lang, Frankfurt am Main 1978, S. 64f und 70.</ref> und ab 1857 Louise Schierenberg, geb. Des Coudres († um 1875).<ref>Seit 1857 verheiratet mit Gotthilf August Benjamin Schierenberg aus Horn, lebte ab 1863 in Meinberg; Hermann Jellinghaus: A. Schierenberg. In: Korrespondenzblatt des Vereins für Niederdeutsche Sprachforschung 18,1 (1894/95), S. 1–5, bes. S. 1f.</ref>
Ab 1830 war Bercht zusammen mit Friedrich Christoph Schlosser (1776–1861) Herausgeber der Zeitschrift Archiv für Geschichte und Literatur, zu der Friedrich Kortüm (der wie Bercht Lehrer in Hofwil gewesen war), Joseph von Aschbach, Georg Gottfried Gervinus,<ref>Vgl. auch Brief von Gottlob Friedrich August Bercht an Georg Gottfried Gervinus vom 28. Mai 1847 aus Berlin; Universitätsbibliothek Heidelberg (Signatur: Heid. Hs. 2524, 29).</ref> Christoph Rommel, Heinrich Schäfer, Friedrich Funck, Adolph Schottmüller (Müller) (1798–1871), Eduard Prätorius (1807–1855), Gustav Adolf Harald Stenzel und Friedrich Wilhelm Carové beitrugen. Die Zeitschrift wurde 1835 eingestellt, eine geplante Fortsetzung als Neues Archiv für Geschichte und Literatur kam nicht zu Stande.<ref>Brief von Georg Gottfried Gervinus an Friedrich Christoph Dahlmann vom 7. September 1839 aus Frankfurt am Main; Eduard Ippel (Hrsg.): Briefwechsel zwischen Jacob und Wilhelm Grimm, Dahlmann und Gervinus. Band II. Dümmler, Berlin 1886, Nr. 20, S. 176–179 und 553, bes. S. 177f.</ref> 1837 beteiligte sich Bercht an einem Aufruf zur Subskription der Unparteiischen Universal-Kirchenzeitung für die Geistlichkeit und die gebildete Weltklasse des protestantischen, katholischen, und israelitischen Deutschlands.<ref>Hrsg. von Julius Vincenz von Paula Hoeninghaus. Frankfurt am Main, erschienen Nr. 1–105 (1837–1837) (= Neuhrsg. als Netzpublikation vom Duisburger Institut für Sprach- und Sozialforschung und vom Salomon Ludwig Steinheim-Institut für deutsch-jüdische Geschichte. Duisburg, 2009) (Digitalisat).</ref> Er amtierte 1837 als einer der Direktoren des Frankfurter Kunstvereins<ref>Frankfurter Jahrbücher 10, Nr. 37, vom 23. Dezember 1837, S. 267–269.</ref> und korrespondierte mit dem Inspektor des Städelschen Kunstinstituts Johann David Passavant.<ref>Brief von Gottlob Friedrich August Bercht an Johann David Passavant, o. O. o. D; Universitätsbibliothek Johann Christian Senckenberg Frankfurt am Main (Signatur: Ms. Ff. J.D. Passavant).</ref> 1843 trug sich Bercht in Frankfurt in das Album amicorum der 17-jährigen Fanny (Henrietta Franziska Angelina) Hauchecorne, spätere Schorn (1826–1909)<ref>Benannt nach ihrer Großmutter Anna Franziska Henriette Formey (1758–1830), Tochter von Ludwig Leopold Wilhelm Hauchecorne (* 1791; † nach 1870) und Amalie Dautzenberg (1799–1854), Schwester von Wilhelm Hauchecorne, seit 1853 verheiratet mit dem späteren Kammerpräsidenten Carl Schorn, Kunstsammlerin und Mäzenin.</ref> ein.<ref>Eintrag vom 12. April 1843; Universitäts- und Landesbibliothek Bonn (Nachlass Schorn; Signatur: S 2034 f, 16).</ref>
Redakteur des Rheinischen Beobachters in Köln
Der preußische Kultusminister Friedrich Eichhorn nahm im Sommer 1842 Kontakt mit dem Bonner Universitätskurator Moritz August von Bethmann-Hollweg,<ref>In seinem Stadthaus Großer Hirschgraben 11–13 (F 66/67) in Frankfurt am Main war er Nachbar von Bercht; Krug's Adress-Buch von Frankfurt am Main. Krug / Krebs, Frankfurt am Main 1844, S. 22.</ref> dem Bonner Rechtsprofessor Clemens Theodor Perthes und Oberpräsident Eduard von Schaper auf, um die Gründung einer regierungstreuen Zeitung in der Rheinprovinz voranzubringen.<ref name="RBGruendung">Lothar Dittmer: Beamtenkonservativismus und Modernisierung. Franz Steiner, Stuttgart 1992, S. 201 und 203.</ref> Sie sollte das „Gepräge eines sich frei bewegenden conservativen Preußischen Blattes“ haben und zu ihrer Glaubwürdigkeit auch kritische Beiträge veröffentlichen.<ref>Lothar Dittmer: Beamtenkonservativismus und Modernisierung. Franz Steiner, Stuttgart 1992, S. 210.</ref> Der Berliner Regierungsrat im Kultusministerium Gerd Eilers brachte für das Projekt im März 1844 August Bercht als Redakteur ins Gespräch, den er aus Bremen und Kreuznach kannte.<ref name="RBGruendung" /> Durch Kabinettsordre vom 26. April 1844 wurde Bercht auf Vorschlag von Kultusminister Eichhorn und mit Unterstützung der Minister Heinrich von Bülow, Ernst v. Bodelschwingh und Adolf Heinrich von Arnim-Boitzenburg, mit einem Jahresgehalt von 800 Talern zum außerordentlichen Professor der Pädagogik an der Universität Bonn ohne Vorlesungsverpflichtung ernannt,<ref name="Ordre">Joseph Hansen (Hrsg.): Rheinische Briefe und Akten zur Geschichte der politischen Bewegung. Band I. (Publikationen der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde 36,1). Baedeker, Essen / Leipzig 1919 (= Nachdruck Droste, Düsseldorf 1997), Nr. 275, S. 651–653, und Nr. 277, S. 655 (Digitalisat der Universitätsbibliothek Mannheim).</ref> im Mai nahm er den Ruf an.<ref>Allgemeine Zeitung. Nr. 143 vom 22. Mai 1844, S. 1142 (Google-Books); vgl. Nr. 148 vom 27. Mai 1844, S. 1183; Nr. 162 vom 10. Juni 1844, S. 1294.</ref><ref name="Kuehne" /> Tatsächlich arbeitete Bercht von 1844 bis 1848 als Redakteur der von der preußischen Regierung mit 3000 Talern subventionierten<ref name="Ordre" /> Zeitschrift Rheinischer Beobachter in Köln. Seiner „Frau Professorinn Caroline Bercht“ wurde erlaubt, die von ihr früher in Frankfurt am Main geleitete Erziehungs-Anstalt für junge Mädchen höherer Stände in Köln als Pensionat fortzuführen.<ref>Amtsblatt der Königlichen Regierung zu Köln 30 (1845), Stück 15 vom 15. April 1845, S. 135 (Google-Books).</ref>
Anfang 1846 versuchte Bercht erfolglos, zu einer gegenseitigen Duldungsabsprache mit der katholisch orientierten Koblenzer Rhein- und Mosel-Zeitung des Verlegers Rudolph Friedrich Christian Hergt zu gelangen.<ref>Die Paritätsfrage in Preußen und das Programm der neuen Zeitungen. In: George Phillips, Guido Görres (Hrsg.): Historisch-politische Blätter für das katholische Deutschland 18 (1846), S. 367–395, bes. S. 380 (Google-Books).</ref> Im Juni 1846 traf Bercht in Köln zu einem Gespräch mit František Palacký während dessen Deutschlandreise zusammen.<ref>Jiří Kořalka: František Palacký (1798–1876): der Historiker der Tschechen im österreichischen Vielvölkerstaat. (Studien zur Geschichte der österreichisch-ungarischen Monarchie 30). Verlag der österreichischen Akademie der Wissenschaften, Wien 2007 S. 251.</ref>
Ferdinand Lassalle, der im Zusammenhang der sogenannten Kassettenaffäre kurze Zeit gedacht hatte, „Bercht … würde für uns sein“, kritisierte Arnold Mendelssohn und Karl Grün im November 1846, weil sie aus Paris Artikel an ihn eingesandt hatten; Bercht habe innerhalb von zwei Tagen „total die Farbe geändert“.<ref>Gustav Mayer (Hrsg.): Nachgelassene Briefe und Schriften von Ferdinand Lassalle. Band I Briefe von und an Lassalle bis 1848. DVA / Julius Springer, Berlin 1921, Nr. 91, S. 287–290 (Digitalisat im Internet Archive).</ref> Im Scheidungsprozess von Lasalles Mandantin und späterer Lebensgefährtin Sophie von Hatzfeldt vor dem Appellationsgerichtshof Köln wurde von der Gegenseite als Scheidungsgrund u. a. vorgebracht, dass die Gräfin – zur Richtigstellung eines „Schmähartikels“ im Rheinischen Beobachter – dem Redakteur Bercht ihre „Prodigalitäts-Klage“ (Vorwurf der Verschwendung ihres eingebrachten Vermögens durch den Ehemann Edmund von Hatzfeldt) im Herbst 1846 zur Einsichtnahme überlassen und damit „injures graves / grobe Beleidigungen“ (ein Ehescheidungsgrund gem. Art. 231 des Code civil) begangen habe.<ref>Denkschrift an den Rheinischen Appellations-Gerichtshof zu Köln, in Sachen der Scheidungs-Beklagten Gräfin Sophia von Hatzfeldt, geb. von Hatzfeldt-Schönstein, Appellantin, gegen ihren Gemahl Grafen Edmund von Hatzfeldt, Gutsbesitzer auf Calcum, Scheidungskläger und Appellaten. DuMont-Schauberg, Köln o. J. [1850], S. 14, 16, 52, 58–60 und 64 (Digitalisat der Universitätsbibliothek Frankfurt am Main).</ref>
Von dem Publizisten Ernst Dronke, Mitglied im Bund der Kommunisten, wurde Bercht „als ein unbedingter Polizeiklaqueur und Denunciant der freien Presse“ angegriffen.<ref>Ernst Dronke: Berlin. Band II. Rutten, Frankfurt am Main 1846, S. 87–90, bes. S. 88 (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek München).</ref> Karl Marx machte sich lustig über den „Kommunismus des ‚Rheinischen Beobachters‘“ (zur Nr. 206) und nannte dabei dessen Redakteur nicht mit Namen, sondern nur den „Herrn Konsistorialrat“.<ref>Deutsche-Brüsseler-Zeitung. Nr. 73 vom 12. September 1847.</ref> Die nationalliberale Publizistik<ref>Vgl. z. B. Ignaz Kuranda (Hrsg.): Die Grenzboten, S. 39–44, 89, 219, 223f, 353–359, 442–444, 544–548 und 587 (Google-Books).</ref> und die katholische Presse<ref>Vgl. z. B. Rhein- u. Mosel-Zeitung. Nr. 243 vom 20. Oktober 1847, S. 417 (Google-Books).</ref><ref name="APZ" /> sahen im Rheinischen Beobachter ein unkritisches, antikonstitutionelles bzw. protestantisches Regierungsorgan. Von christlich-konservativer Seite wurden „seine allzu häufigen Mittheilungen über jüdische Angelegenheiten“ gerügt.<ref>Volksblatt für Stadt und Land zur Belehrung und Unterhaltung. Nr. 98 vom 6. Dezember 1845, Sp. 1151f (Google-Books).</ref> Gleichwohl gehörte der frühe Antisemit Heinrich Eugen Marcard in Danzig zu den Korrespondenten der Zeitung.<ref>Georg Hirth (Hrsg.): Deutscher Parlaments-Almanach. 13. Ausg. Hirth, Leipzig 1878, S. 189 (Google-Books).</ref> Aufsehen erregte 1847 die Platzierung einer von Bercht nicht durchschauten angeblichen Werbeanzeige für „grobe C-Scheren“ (gemeint waren: Censur-Scheren) im Rheinischen Beobachter, durch die der Kölner Censor Regierungsrat Albert Wenzel (1800–1871)<ref>Bärbel Holtz: Preußens Zensurpraxis von 1819 bis 1848 in Quellen. Walter de Gruyter, Berlin 2015, S. 916–919.</ref> und Regierungspräsident Karl Otto von Raumer als „Fabrik von Wendt und Zelle“ der „Gebrüder Remuar“ („Raumer“ rückwärts) verspottet wurden.<ref name="Kuehne">Die Journalistik am Rhein. In: Gustav Kühne (Hrsg.): Europa. Chronik der gebildeten Welt (1847), S. 253–255 (Google-Books).</ref>
Nach verschiedenen Differenzen zwischen den Oberpräsidenten der Rheinprovinz Schaper und Franz August Eichmann und Berliner Ministerien um die politische Ausrichtung der Zeitung und einem internen Revisionsbericht über ihre desolate ökonomische Lage musste der Rheinische Beobachter, der zuletzt etwa 500 bis 600 Abonnenten hatte und eine Subvention von inzwischen 18.000 Talern jährlich benötigte, sein Erscheinen nach der Märzrevolution und dem Rücktritt Eichhorns mit dem 31. März 1848 einstellen.<ref>Lothar Dittmer: Beamtenkonservativismus und Modernisierung. Franz Steiner, Stuttgart 1992, S. 213f.</ref> Das Ende der Zeitung, die von Wilhelm Clouth (1807–1871) gedruckt worden war,<ref>François Melis: Die Drucker der „Neuen Rheinischen Zeitung“. Zum unvorhergesehenen Wechsel der Druckerei im Sommer 1848. In: Walter Schmidt (Hrsg.): Demokratie, Liberalismus und Konterrevolution. Studien zur deutschen Revolution von 1848/49. Fides, Berlin 1998, S. 273–320, bes. S. 276.</ref> wurde von der liberalen und radikaldemokratischen Presse bissig kommentiert.<ref>Die Deutsche Zeitung, Nr. 90 vom 30. März 1848, S. 715, zitiert die „Abschiedsworte des Herausgebers“ vom 28. März 1848 (Google-Books).</ref><ref>Vgl. u. a. Georg Weerth: Fragment einer Warnung vor der „Neuen Rheinischen Zeitung“ (Anfang September 1848). In: Bruno Kaiser (Hrsg.): Georg Weerth. Sämtliche Werke in fünf Bänden. Band IV. Aufbau-Verlag, Berlin 1957, S. 91–109 (Digitalisat bei zeno.org); vgl. Bruno Kaiser (Hrsg.): Weerths Werke. Band I. Aufbau-Verlag, Berlin 1976, S. 260.</ref> Die konkurrierende Kölnische Zeitung veröffentlichte eine Einladung zur Begräbnißfeier des sel. Rheinischen Beobachters.<ref>François Melis: Die Drucker der „Neuen Rheinischen Zeitung“. Zum unvorhergesehenen Wechsel der Druckerei im Sommer 1848. In: Walter Schmidt (Hrsg.): Demokratie, Liberalismus und Konterrevolution. Studien zur deutschen Revolution von 1848/49. Fides, Berlin 1998, S. 273–320, bes. S. 278f.</ref> Die Lehrer Matthias Hollenberg (1796–1856),<ref>Auch „Unterhollenberg“ aus Mülheim an der Ruhr, seit 1821 Lehrer in Meiderich, später in Schwanenberg; Wilhelm Hollenberg, Adolf Hollenberg: Aus dem Leben des Lehrers Matthias Hollenberg. Baedeker, Elberfeld 1904.</ref> Martin Ricken (1824–1880),<ref>Aus Ruhrort, Lehrer in Alsum, heiratete 1851 Katharina Wilhelmine Hollenberg (1831–1915) aus Meiderich.</ref> Johann Adolf Hollenberg (1826–1907),<ref>Aus Meiderich, Lehrer in Burg, Ronsdorf-Heydt und Mülheim-Holthausen, Seminar-Oberlehrer in Rheydt, Mitherausgeber des Evangelischen Schulblatts (Digitalisat); Theodor Hermann: Adolf Hollenberg. In: Evangelisches Schulblatt 51 (1907), S. 397–418; vgl. S. 353 (Digitalisat der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung).</ref> Ludwig Susen und der Student Wilhelm Adolf Hollenberg (1824–1899)<ref>Aus Meiderich, Oberlehrer am Joachimsthalschen Gymnasium in Berlin, seit 1865 Direktor des Königlichen Gymnasiums zu Saarbrücken, 1883 bis 1890 (em.) Direktor des Königlichen Gymnasiums in Kreuznach; Dietrich Horn: Gymnasialdirektor W. Hollenberg †. In: Evangelisches Schulblatt 43 (1899), S. 456–457 (Digitalisat der Bibliothek für Bildungsgeschichtliche Forschung).</ref> – Freunde von Friedrich Wilhelm Dörpfeld, der wahrscheinlich an dem Inserat beteiligt war, – gaben dagegen zum Abschied am 8. April 1848 in Duisburg eine ernstgemeinte Danksagung an Bercht als Anzeige in der Kölnischen Zeitung auf.<ref>Karl-Hermann Beeck: Friedrich Wilhelm Dörpfeld, Anpassung im Zwiespalt. Luchterhand, Neuwied 1975, S. 12.</ref>
Privatier in Neuwied und Koblenz
Eine von Bercht im Herbst 1848 geplante Übersiedlung nach Berlin wurde vom kommissarischen Kultusminister Adalbert von Ladenberg unterbunden.<ref name="Privatier">Lothar Dittmer: Beamtenkonservativismus und Modernisierung. Franz Steiner, Stuttgart 1992, S. 214 Anm. 714 (Google-Books; eingeschränkte Vorschau).</ref> Nach 1848 lebte Bercht als Privatier in Neuwied und Koblenz. Er erhielt sein bisheriges Professorengehalt – 1849 bis 1851 zunächst in reduzierter Höhe – als Wartegeld.<ref name="Privatier" /> Er wohnte in Koblenz in der Neustadt 16 und der Kastorpfaffenstraße 8.<ref>Neues Adress-Buch der Stadt Coblenz. Buet & Neinhaus, Koblenz 1852, S. 98; 1853, S. 77.</ref> 1856 wurde „Dr. Bercht“ der Rote Adlerorden IV. Klasse mit Schwertern (Zeichen für Kriegsverdienst) verliehen,<ref>Beilage zur Allgemeinen Zeitung München Nr. 352 vom 16. Dezember 1856, Nr. S. 5630 (Google-Books).</ref> Noch kurz vor Berchts Tod schloss Hans Hugo von Kleist-Retzow, Oberpräsident der Rheinprovinz von 1851 bis 1858, eine Rede im Preußischen Herrenhaus mit einer Passage aus dessen „herrlichem“ Gedicht Den Manen Blücher’s Scharnhorst’s und Gneisenau’s.<ref>Sitzung vom 11. März 1861; Stenographische Berichte über die Verhandlungen … der beiden Häuser des Landtages. Herrenhaus. Band 1. R. Decker, Berlin 1861, S. 148 (Google-Books).</ref>
August Bercht starb im Haus seiner Tochter Marie Catharine in Darmstadt<ref name="Lutsch" /> in der Neckarstraße 8 (E 141).<ref>Adressbuch der Haupt- und Residenzstadt Darmstadt. Darmstadt 1860, S. 45; vgl. 1874, S. 82.</ref> Professor Karl Steinhart gedachte seiner am 23. November 1861 bei der jährlichen Ecce-Totenfeier<ref>Ecce quomodo moritur iustus - Siehe, wie der Gerechte stirbt aus einem gregorianischen Responsorium für Karsamstag; vgl. Jes 57{{#if:1|,1}} {{#switch: VUL | NA =Vul | OT | BHS =Vul | LXX =Vul | VUL =Vul | #default =Vul}}.</ref> für die verstorbenen Alumni der Landesschule Pforta.<ref>Jahresbericht über die Königliche Landesschule Pforta von Ostern 1861 bis Ostern 1862. Henrich Sieling, Naumburg 1862, S. xi; hier fälschlich „Bonn“ als Sterbeort angegeben.</ref>
Familie
Marie von Hombergk zu Vach geborene Bercht (1828–1901) war das einzige überlebende Kind von August Bercht und Caroline Christiane Hergenhahn.<ref name="Lutsch" /> Sie heiratete 1853 den Großherzoglich Hessischen Hofgerichtsrat Adolf Georg Friedrich Christian von Hombergk zu Vach und Freienstein (1821–1864) und wurde als Frauenrechtlerin bekannt.
Der Burschenschafter Karl Friedrich Bercht (1801–1861)<ref>Felix Stähelin: Die Anfänge des Zofingervereins im Lichte deutscher Polizeiakten. In: Centralblatt des Schweizerischen Zofingervereins 51 (1911), S. 733–767, bes. S. 742f und 760ff.</ref><ref>Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Merseburg, Stück 8 vom 23. Februar 1861, S. 42 (Google-Books); Amts-Blatt der Königlichen Regierung zu Magdeburg, N°. 9 vom 2. März 1861, S. 90.</ref> aus Dahme bzw. Annaburg,<ref>Hans Leonhardt: Die älteste Leipziger Burschenschaft (1818–1833). R. Noske, Münster 1913 (Digitalisat im Internet Archive); Wilhelm Bruchmüller: Zur Geschichte der Leipziger Burschenschaft im dritten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts. In: Neues Archiv für sächsische Geschichte 41 (1920), S. 246–277.</ref> Sohn des Pfarrers Johann Gottfried Bercht (* um 1759; † 1837) aus Barby,<ref>1779 Magisterpromotion in Wittenberg, 1791 bis 1802 Pfarrer in Dahme, danach in Annaburg, dort gestorben.</ref> 1820 in Leipzig immatrikuliert (Theologiestudent), 1823 verhaftet<ref>Verhör von Heinrich Wilhelm Graf von Watzdorf wegen Burschenschaften an der Forstakademie in Tharand auf Grundlage der Aussage des Theologiestudenten Carl Friedrich Bercht in Berlin, (1819) 1824–1825; Hauptstaatsarchiv Dresden (Sächsisches Staatsarchiv, 10047 Amt Dresden, Nr. 4040); Friedrich Zarncke: Fides • Constantia • Robur. Die drei Freunde von der Rasenbank und das Denunciationsprotokoll. Ein Beitrag zu den „Idealen und Irrthümern“. In: Kleine Schriften. Aufsätze und Reden zur Cultur- und Zeitgeschichte, Bd. II. Avenarius, 1898, S. 118–139, bes. S. 119 und 124 (Google-Books).</ref> und Consilium abeundi, 1826 vom Königlichen Ober-Landesgericht Breslau unter Vorsitz von Friedrich Wilhelm von Falkenhausen (1781–1840) zu 14 Jahren Festungshaft verurteilt,<ref>Erkenntniß wider die Mitglieder des sogenannten Jünglingsbundes auf dem Grund der zu Cöpnik stattgefundenen Untersuchungen und Akten. Eduard Anton, Halle 1826, S. 6 (Google-Books).</ref> 1829/30 begnadigt, 1839 Lehrer am Militär-Knaben-Erziehungs-Institut in Annaburg (bis 1847),<ref>Handbuch der Provinz Sachsen (1839), S. 83.</ref> 1842 in Magdeburg Zeugnis der Wahlfähigkeit pro ministerio, seit 1847 Pfarrer in Bethau und Naundorf, war ein Verwandter (Vetter) Gottlob Friedrich August Berchts. Dieser selbst war aber kein „nationaldeutscher Burschenschafter“.<ref>Andreas Schulz: Vormundschaft und Protektion. Eliten und Bürger in Bremen 1750–1880. Oldenbourg, München 2002, S. 302 (Google-Books; eingeschränkte Vorschau), vermutet dies.</ref> Die Berliner Behörden haben offenbar anfangs beide Personen miteinander verwechselt.<ref>Gerd Eilers: Meine Wanderung durchs Leben. Band II. F. A. Brockhaus, Leipzig 1857, S. 58.</ref>
Quellen
- Berufung des Professors Bercht zu Koblenz als Lehrer an das Gymnasium zu Kreuznach, 1819–20; Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz Berlin (HA Rep. 76 Kultusministerium, Oberpräsident und Oberpräsidium Koblenz, I Sekt. 30 Nr. 414)
- Anstellung Prof. Dr. Berchts am Gymnasium in Kreuznach, 1819; Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz, Brandenburg-preußisches Hausarchiv (Rep. 192 Nl Wittgenstein, Wilhelm Ludwig Georg zu, VII K Nr. 1 d).
Enthält:- Kultusminister Karl vom Stein zum Altenstein: Reskript zum Verbot der Anstellung Prof. Berchts
- Landrat Ludwig Philipp Hout an Minister des Innern Wilhelm zu Sayn-Wittgenstein-Hohenstein: Bercht hat Stelle bereits übernommen, (Kreuznach), 15. November 1819
- Direktor Dr. Gerd Eilers an Landrat Hout: Lob für Bercht, (Kreuznach), 15. November 1819
- Altenstein an Konsistorium in Koblenz: Verbot der Anstellung von Bercht (er war Redakteur der Bremer Zeitung), 22. November 1819.
- Anstellung des Prof. Berczt am Gymnasium zu Kreuznach und dessen Entlassung, 1819–24; Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz Berlin (HA Rep. 76 Kultusministerium, Oberpräsident und Oberpräsidium Koblenz, VI Sekt. 23z Nr. 12)
- 3 Briefe von Gottlob Friedrich August Bercht an Friedrich Wilhelm Thiersch, Kreuznach, Frankfurt, 1820–1849; Bayerische Staatsbibliothek München (Thierschiana I.87)
- Brief von Gottlob Friedrich August Bercht an Georg Franz Burkhard Kloss vom 23. August 1833; Bayerische Staatsbibliothek München (Signatur: Autogr. Bercht, Gottlob Friedrich August)
- Brief von Gottlob Friedrich August Bercht an Wilhelm Ernst Weber vom 23. November 1833<ref>Findbuch: „1823“; Bercht erwähnt aber im Brief den neu erschienenen Bd. 4 des Archivs für Geschichte und Literatur von 1833.</ref> aus Frankfurt am Main; Universitätsbibliothek Leipzig (Autographensammlung Kestner/II/A/IV, Mappe 131, Blatt Nr. 1)
- Die Minister Eichhorn, v. Bülow, v. Bodelschwingh und Graf v. Arnim an König Friedrich Wilhelm IV. über die Gründung einer gouvernementalen Zeitung in der Rheinprovinz. Berlin 1844 April 19. In: Joseph Hansen (Hrsg.): Rheinische Briefe und Akten zur Geschichte der politischen Bewegung. Band I. (Publikationen der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde 36,1). Baedeker, Essen / Leipzig 1919 (= Nachdruck Droste, Düsseldorf 1997), Nr. 275, S. 647–653 (Digitalisat der Universitätsbibliothek Mannheim)
- Der Kultusminister Eichhorn an den Minister des Innern Grafen v. Arnim. Berlin 1844 Juni 7. In: Joseph Hansen (Hrsg.): Rheinische Briefe und Akten zur Geschichte der politischen Bewegung. Band I. (Publikationen der Gesellschaft für Rheinische Geschichtskunde 36,1). Baedeker, Essen / Leipzig 1919 (= Nachdruck Droste, Düsseldorf 1997), Nr. 277, S. 655–657 (Digitalisat der Universitätsbibliothek Mannheim)
- Brief von Gottlob Friedrich August Bercht an Heinrich Künzel<ref>Heinrich Künzel (1810–1873) aus Darmstadt, Bibliothekar, Sprachlehrer, Übersetzer, Publizist und Schriftsteller, nach Auslandsaufenthalten Lehrer in Worms und Darmstadt.</ref> vom 9. September 1844 aus Frankfurt am Main; Universitäts- und Landesbibliothek Darmstadt (Signatur: Nachlass Künzel Br./2/II/22)
- Brief von Ferdinand Lassalle an Arnold Mendelssohn und an Karl Grün, nach Mitte November 1846. In: Gustav Mayer (Hrsg.): Nachgelassene Briefe und Schriften von Ferdinand Lassalle. Band I Briefe von und an Lassalle bis 1848. DVA / Julius Springer, Berlin 1921, Nr. 91, S. 287–290 (Digitalisat im Internet Archive)
- Karl Marx: Der Kommunismus des „Rheinischen Beobachters“. In: Deutsche-Brüsseler-Zeitung. Nr. 73 vom 12. September 1847 = Karl Marx, Friedrich Engels: Werke. Band IV. Dietz, Berlin 1972, S. 191–203
- Unterstützung des Prof. Dr. Bercht bei der Herausgabe der von ihm redigierten Zeitschrift „Der Rheinische Beobachter“, 1844–48; Geheimes Staatsarchiv Preußischer Kulturbesitz Berlin (HA Rep. 89 Geheimes Zivilkabinett, Oberpräsident und Oberpräsidium Koblenz, Polizei und Zensur, Nr. 15226)
Schriften
- (verschollen) Massiliens Belagerung durch Julius Caesar. o. J. (vor 1810)<ref name="Marseille">Vgl. Hans Karl Dippoldt im Vorwort zu Geschichte des Grafen Egmont. J. C. Hinrichs, Leipzig 1810, S. vi.</ref>
- (mit Christian Wilhelm Wiesand)<ref>Aus Wittenberg (1784–1840), Sohn von Georg Stephan Wiesand, 1800 in Wittenberg immatrikuliert, 1806 Doktorpromotion, 1814 bis 1818 Professor für Rechtswissenschaften an der Universität Leipzig. Der Oberhofgerichts-Advocat und Konsistorialrat, auch Handlungs-Consulent Dr. Wilhelm Wiesand war 1813 in Leipzig Taufpate von Richard Wagner.</ref><ref>Ioannes Christianus Francke, Christianus Guilielmus Wiesand: De dote, in solutione matrimonii, ob adulterii suspicionen decreta, non retinenda. Henrich Grässler, Wittenberg 1810, S. 15 ({{#if: 91IWxaM0Xy8C
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- Geschichte des Grafen Egmont. Nebst Beschreibung der Jubelfeste der Universität Leipzig, vorzüglich des 4. Dec. im Jahre 1809, von Hans Karl Dippoldt. J. C. Hinrichs, Leipzig 1810 (Digitalisat der Sächsischen Landesbibliothek – Staats- und Universitätsbibliothek Dresden)
- (mit Georg Ludwig Adolph Eduard von den Brincken)<ref name="Matrikel" /> De Witechinda Corbeiensis vita et scriptis annaliumque codd. et edd. cum consilio novae editionis parandae (1810). In: Acta Societatis Iablonovianae nova. Band 3. Kühn, Leipzig 1812, S. 128–187 (Digitalisat der Biblioteka Narodowa – Nationalbibliothek Warschau)
- Dem Andenken Körners und seiner Todesgenossen. In: Karl Ludwig von Woltmann (Hrsg.): Deutsche Blätter. Jg. 1, vom 26. November 1813, S. 392.
- So schlaft nun sanft. In: Karl Streckfuß (Hrsg.): Theodor Körner’s sämmtliche Werke. Band IV. Nicolai, Berlin 1853, S. 303f (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek München)
- Braga.<ref>Sammlung von Gedichten (nach dem nordischen Gott der Dichtkunst Bragi).</ref><ref>Von „August Bercht, Königl. Preuß. Lieutenant“.</ref> Schreiner, Düsseldorf 1814.
- In's Frankenland! (geschrieben einige Tage vor der Schlacht bey belle Alliance). (1815). In: Friedrich Christoph Förster (Hrsg.): Beiträge zur neueren Kriegsgeschichte. Band II. Maurer, Berlin 1816, S. 219–221 (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek München)
- Trost. In: Harmonia. Vaterlands- und Kriegs-Gedichte der Deutschen. Handbuch zur ästhetischen und moralischen Bildung für angehende Officiers. Eine Chrestomathie. Joseph Lindauer, München 1817, S. 222f ({{#if: eZY6AAAAcAAJ
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- Der Kriegsmann an die Schriftgelehrten (fälschlich Friedrich Christoph Förster zugeschrieben). In: Friedrich Raßmann (Hrsg.): Sonette der Deutschen. Band III. Friedrich Vieweg, Braunschweig 1817, S. 285 (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek München)
- Der Kriegsmann an die Schreiber in Paris. In: Friedrich Christoph Förster (Hrsg.): Die Sängerfahrt. Für Freunde der Dichtkunst und Mahlerey. Maurer, Berlin 1818, S. 232f (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek München)
- Der Marschall<ref>Generalfeldmarschall Gebhard Leberecht von Blücher.</ref> auf dem Grabe des Kaisers Karl, Die Kriegsleut’ im Pariser Bildersaal,<ref>Über einige Bilder im Museum Central des Arts de la République im Louvre.</ref> Des Sängers Harm, Der schmachtende Knabe, Sehnsucht, Der Kriegsmann an die Schreiber in Paris und Am Rhein. In: Friedrich Christoph Förster (Hrsg.): Die Sängerfahrt. Für Freunde der Dichtkunst und Mahlerey. Maurer, Berlin 1818, S. 41f, 57–61, 153f, 188f, 231–233 (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek München)
- Der Marschall auf des Kaisers Grab. In: Alfred von Reumont (Hrsg.): Aachener Liederchronik. J. A. Mayer, Aachen 1873, S. 126–128 (Google-Books)
- Blumengruß, Neigung, Hymne, Hölty, Ernst Schulze und Wehmut. In: Taschenbuch zum geselligen Vergnügen. Johann Friedrich Gleditsch Nachf. / Carl Gerold, Leipzig / Wien 1822, S. 3, 90, 98–102 ({{#if: vtThrP4B13cC
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- Der Oberintendant Fouquet, dessen Prozeß und Gefangenschaft. Ein Beitrag zur Geschichte Ludwig’s XIV. In: Archiv für Geschichte und Literatur 1 (1830), S. 129–192 ({{#if: K00FAAAAIAAJ
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- (wiederabgedruckt in:) Oskar Ludwig Bernhard Wolff (Hrsg.): Encyclopädie der deutschen Nationalliteratur oder biographisch-kritisches Lexicon der deutschen Dichter und Prosaisten seit den frühesten Zeiten nebst Proben aus ihren Werken. Band I. Wigand, Leipzig 1835, S. 215–229 (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek München)
- Ueber einige Stellen in Heeren’s Werken und eine Recension in den Göttinger Anzeigen. In: Archiv für Geschichte und Literatur 1 (1830), S. 287–295<ref name="Heeren">Vgl. Arnold Hermann Ludwig Heeren: Meine Antwort auf die Schmähungen des geheimen Hofraths und Professors Schlosser in Heidelberg, in den Heidelbergischen Jahrbüchern im Mayheft dieses Jahres. Vandenhoeck & Ruprecht, Göttingen 1831 ({{#if: cvBLAAAAcAAJ
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- Ueber Bignon’s Geschichte von Frankreich vom 18. Brümaire (1799) bis zum Frieden von Tilsit. In: Archiv für Geschichte und Literatur 1 (1830), S. 296–305 ({{#if: K00FAAAAIAAJ
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- Die Friedensverhandlungen zu Lüneville nach Bignon. In: Archiv für Geschichte und Literatur 1 (1830), S. 306–316 ({{#if: K00FAAAAIAAJ
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- Der Tod Paul’s I. nach Bignon. In: Archiv für Geschichte und Literatur 1 (1830), S. 317–330 ({{#if: K00FAAAAIAAJ
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- Der Gefangene mit der eisernen Maske. In: Archiv für Geschichte und Literatur 2 (1831), S. 193–239<ref>Zusammenfassende Würdigung durch Anonymus (= Theodor Creizenach): Das Märchen von der eisernen Maske. In: Frankfurter Museum 2,14 (1856), S. 105f (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek München).</ref> ({{#if: LE0FAAAAIAAJ
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- Noch Einiges, worauf es keiner Antworten bedarf. In: Archiv für Geschichte und Literatur 2 (1831), S. 333–338<ref name="Heeren" /> ({{#if: LE0FAAAAIAAJ
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- Amtliche Beiträge zur neuesten Geschichte des Kantons Bern. In: Archiv für Geschichte und Literatur 3 (1832), S. 358–406 ({{#if: DUXqumPJuXcC
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- Der dritte Februar. In: Magdeburgische Zeitung. 12. Februar 1838, Bl. 9f<ref name="Immermann">Vgl. Karl Immermann: Das Fest der Freiwilligen zu Köln am Rheine, den 3. Februar 1838. J. P. Bachem, Köln 1838, S. 25, 58, 72 und 89 ({{#if: Pe4rAQAAIAAJ
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- Den Manen Blücher’s Scharnhorst's und Gneisenau's. In: Liederbuch der Freiwilligen von 1813, 1814 und 1815 und ihrer fortdauernden Kameradschaft. W. Clouth, Köln 1839, Nr. XXXIV, S. 66–71 (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek München)
- Zu Köln. Am 3. Februar 1838. In: Hans Ferdinand Maßmann (Hrsg.), Friedrich Ludwig Jahn (Vorrede): Wächterlieder am Rheine. Band I. Christoph Wetzstein, Schweinfurt 1841, S. 24–28 ({{#if: EcFXAAAAcAAJ
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- Gedicht auf die hingeschiedenen Helden Scharnhorst, Blücher und Gneisenau. In: Gerd Eilers: Meine Wanderung durchs Leben. Band II. F. A. Brockhaus, Leipzig 1857, S. 51–56 ({{#if: Bd8sAQAAIAAJ
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- und weitere Abdrucke unter den Titeln Toast, Preußens Helden o. ä., auch in verschiedene Schul-Lesebücher aufgenommen
- Das Jubelfest der Freiwilligen<ref name="F1813" /> zu Frankfurt am Main den 11. December 1838.<ref name="Adler">Vgl. Der Adler. Jg. 3, Nr. 300, vom 17. Dezember 1839, S. 1163 ({{#if: GjpgAAAAcAAJ
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- Toast. In: Die dritte Erinnerungs-Feier der Frankfurter Freiwilligen<ref name="F1813">Von 1813.</ref> (Am 11. Dezember 1841.). In: Didaskalia. Blätter für Geist, Gemüth und Publizität. Nr. 349, vom 15. Dezember 1841, S. 306–308, bes. S. 307f ({{#if: kVJEAAAAcAAJ
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Als Herausgeber / Redakteur
- Bremer Zeitung. Johann Georg Heyse, Bremen 1816–1819 (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek München)
- Artikel in der Bremer Zeitung vom März 1818 (Auszug). In: Gerd Eilers: Meine Wanderung durchs Leben. Band II. F. A. Brockhaus, Leipzig 1857, S. 60–64 ({{#if: Bd8sAQAAIAAJ
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- Artikel in der Bremer Zeitung vom 21. April 1818. In: Heinrich Tidemann: Die Zensur in Bremen von ihren Anfängen bis zu den Karlsbader Beschlüssen 1819. In: Bremisches Jahrbuch Reihe A, 30 (1926), S. 311–394, bes. S. 379f (Digitalisat der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen)
- Friedrich Christoph Schlosser, Gottlob August Bercht (Hrsg.): Archiv für Geschichte und Literatur 1 (1830) ({{#if: K00FAAAAIAAJ
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- (Herausgeberschaft zugeschrieben; angeblich verfasst von Gerd Eilers)<ref name="APZ">Anonymus (Ludwig Schönchen): Deutschland. Vom Rhein. In: Augsburger Postzeitung Nr. 272 vom 28. September 1844, S. 1f (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek München).</ref> Anonymus (Philipp Joseph von Rehfues): Die katholische Kirche in der preußischen Rheinprovinz und der Erzbischof Clemens August von Köln. Brönner, Frankfurt am Main 1838 (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek München)
- Anonymus: Das Kriegswesen in Monarchien. Ein Handbuch für Officiere. Aus den hinterlassenen Papieren eines deutschen Veteranen. Hermann / Suchsland, Frankfurt am Main 1841 (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek München)
- (Auszüge daraus) Soldatenbilder. In: Die Grenzboten. Zeitschrift für Politik, Literatur und Kunst. 2 (1842), S. 687–701 (Digitalisat der Staats- und Universitätsbibliothek Bremen)
- Rheinischer Beobachter. Wilhelm Clouth, Köln 1844–1848
Literatur
- Oskar Ludwig Bernhard Wolff: G. August Bercht. In: ders.: Encyclopädie der deutschen Nationalliteratur oder biographisch-kritisches Lexicon der deutschen Dichter und Prosaisten seit den frühesten Zeiten nebst Proben aus ihren Werken. Band I. Wigand, Leipzig 1835, S. 215 (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek München).
- Gerd Eilers: Zur Beurtheilung des Ministeriums Eichhorn, von einem Mitgliede desselben. Dümmler, Berlin 1849, S. 186–192, 201 und 210 (Digitalisat der Universitätsbibliothek Frankfurt am Main).
- Gerd Eilers: Die Berufung des Professors Bercht führt das Gymnasium und mich selbst in das Gehege der Hetzjagd auf demagogische Ideen und Umtriebe. Schilderung der politischen Parteikämpfe in den Jahren 1818–1820. In: ders.: Meine Wanderung durchs Leben. Ein Beitrag zur innern Geschichte der ersten Hälfte des 19. Jahrhunderts. Band II. F. A. Brockhaus, Leipzig 1857, S. 31–81, bes. S. 44–81 ({{#if: Bd8sAQAAIAAJ
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- (Auszug wiederabgedruckt in) Hermann Keipp (Hrsg.): Zur inneren Geschichte Preußens, Teil II. In: Berliner Revue 10 (1857), S. 138–145, bes. S. 142–144 ({{#if: 5RIbAAAAYAAJ
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- Theodor Creizenach: Erinnerung an Dr. A. Bercht. In: Neues Frankfurter Museum. Nr. 71 vom 26. Juni 1861, S. 564 (Digitalisat der Bayerischen Staatsbibliothek München).
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- Herman van Nuffel: Lamoraal van Egmont in de geschiedenis, literatuur, beeldende kunst en legende. (Anciens pays et assemblées d'États 46). Nauwelaerts, Löwen 1968 (2. Aufl. 1971), S. 91, 98–101 und 131–135.
- Lothar Dittmer: Beamtenkonservativismus und Modernisierung. Untersuchungen zur Vorgeschichte der Konservativen Partei in Preußen 1810–1848/49. (Studien zur modernen Geschichte 44). Franz Steiner, Stuttgart 1992, bes. S. 201–214 ({{#if: T_2TLPdLXZQC
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- Bruno Jahn (Bearb.): Die deutschsprachige Presse. Ein biographisch-bibliographisches Handbuch. Band I. K. G. Saur, München 2005, S. 78 ({{#if: lp6o5fFQcvsC
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- Nicola Wurthmann: Senatoren, Freunde und Familie. Herrschaftsstrukturen und Selbstverständnis der Bremer Elite zwischen Tradition und Moderne (1813–1848). (Veröffentlichungen aus dem Staatsarchiv der Freien Hansestadt Bremen 69). Staatsarchiv, Bremen 2009, S. 201, 228, 329, 332–340, 342, 406 und 408 ({{#if: iLrmAAAAMAAJ
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- Dieter Heckmann (Bearb.): Quellen zur Landesgeschichte der Rheinprovinz im 19. und 20. Jahrhundert, Teil 2 Oberpräsidium und Regierungsbezirk Koblenz. (Veröffentlichungen aus den Archiven Preußischer Kulturbesitz. Arbeitsberichte 19). Selbstverlag des Geheimen Staatsarchivs PK, Berlin 2016, S. 30 und 203 (PDF der Stiftung Preußischer Kulturbesitz).
Weblinks
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Einzelnachweise
<references />
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- Historiker
- Publizist
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- Person (Frankfurt am Main)
- Person (Köln)
- Hochschullehrer (Rheinische Friedrich-Wilhelms-Universität Bonn)
- Deutscher
- Mitglied im Lützowschen Freikorps
- Träger des Roten Adlerordens 4. Klasse
- Geboren 1790
- Gestorben 1861
- Mann