Asuny
Vorlage:Infobox Ort in Polen Asuny (Vorlage:DeS) ist ein Dorf im Powiat Kętrzyński (Rastenburger Kreis) in der polnischen Woiwodschaft Ermland-Masuren. Der Ort, der zur Gmina Barciany (Landgemeinde Barten) gehört, befindet sich nur etwa einen Kilometer von der Grenze zur russischen Oblast Kaliningrad entfernt.
Geographische Lage
Das Dorf liegt in der historischen Region Ostpreußen, an der Omet, einem Flüsschen, etwa sieben Kilometer südöstlich der Stadt Schelesnodoroschny (Gerdauen).
Geschichte
Der Name des Dorfes ist möglicherweise abgeleitet von aza für Esche bzw. azi für Feldrain.<ref>Rozalia Przbytek, Hydronymia Europaea. Ortsnamen baltischer Herkunft im südlichen Teil Ostpreußens, Stuttgart 1993, S. 13; Georg Gerullis, Die altpreußischen Ortsnamen, Berlin/Leipzig 1922, S. 12</ref>
Am 10. Oktober 1352 erhielt der prußisch-sudauische Ritter Luprecht Sudowen von Winrich von Kniprode 70 Hufen Ackerfläche Assune.<ref name="Swat">Swat 1978, S. 162–163.</ref> Die Formulierungen in der Urkunde deuten darauf hin, dass hier bereits eine bewohnte Siedlung bestand.<ref group="B">S. 122.</ref> Die Fläche war von der Zahlung des Zehnts befreit und der Ritter durfte selbst Gericht halten, vorbehaltlich der besonderen Interessen des Deutschen Ordens. Luprecht Sadowen war zu berittenem Militärdienst verpflichtet. Der Vertrag über die Überlassung des Gebietes sah vor, dass vier Nachfolgegenerationen Luprechts das Gebiet besitzen sollten, bevor es wieder an den Orden fallen sollte. Da der Sohn Luprechts jedoch keinen männlichen Nachfolger hatte, fiel das Gebiet schon nach dessen Tod im Jahr 1366 wieder an den Orden.<ref name="Swat" /> Möglicherweise sind die Nachkommen Luprechts aber bei den Kriegszügen des Großfürsten Kynstutte (Kejstut) umgekommen.<ref group="B">S. 123.</ref> Der Ordensmarschall Engelhard Rabe erteilte 1390 Jakob und Reynke Berlin sowie Hensel Endeken Handfeste für den Ort, der jetzt Assun genannt wurde und eine Fläche von 80 Hufen umfasste.<ref group="B">S. 123.</ref> 1406 wurde im Ort eine Pfarrkirche errichtet.
1481 war Jakub de Coszmi aus der Diözese Płock in Asuny. Das erste Gasthaus eröffnete 1506.<ref name="Swat" /> Mitte des 16. Jahrhunderts gehörten zu Assaunen 85 Hufen Land, wovon ein Teil wüst war.<ref group="B">S. 125.</ref> Die ersten Polen lebten ab 1676 in dem Ort.<ref name="Swat" /> 1710 wütete die Pest in Asuny. Der Juli des Jahres war vermutlich<ref>Die letzte Eintragung im Kirchenbuch stammt vom 31. Juli 1710; am 17. August verstarb der Pfarrer an der Pest</ref> der Höhepunkt der Seuche und kostete 109 Einwohnern das Leben.<ref group="B">S. 126–127.</ref> 1707 wurde das Vorwerk Ernsthof angelegt, vermutlich benannt nach dem damaligen Lehnsherrn Graf Ernst Sigismund. 1710 wurden 91 Hufen, 36 Morgen und 17 Ruten im Steuerkataster festgestellt.<ref group="B">S. 129.</ref> 1800 erhielt die Wassermühle den Namen Louisenwerth;<ref>http://www.mogk.homepage.t-online.de/Mogk/assaunen.htm</ref> errichtet worden war sie bereits im 15. Jahrhundert.<ref group="B">S. 123.</ref> Am 17. Januar 1818 verursachte ein Orkan Schäden in Höhe von fast 400 Talern, einer für die damaligen Zeit sehr hohen Summe.<ref group="B">S. 133.</ref>
Im Jahre 1874 wurde Assaunen dem neu errichteten Amtsbezirk Korklack zugeordnet,<ref name="Jehke">Rolf Jehke, Amtsbezirk Korklack/Assaunen</ref> der zum Kreis Gerdauen im Regierungsbezirk Königsberg in der preußischen Provinz Ostpreußen im Deutschen Reich gehörte.
Im Ersten Weltkrieg wurde der Ort schwer zerstört, Assaunen galt als die am stärksten zerstörte Landgemeinde im Kreis Gerdauen.<ref name="ostpreussen">Asuny - Assaunen bei ostpreussen.net</ref> Der Wiederaufbau erfolgte ab 1916.
Am 1. April 1927 hatte der Gutsbezirk Heiligenstein eine Flächengröße von 728 ha, 65 ar und 95 m², und am 16. Juni 1925 hatte der Gutsbezirk 182 Einwohner.<ref name=Albrecht >Kurt Albrecht: Die preußischen Gutsbezirke, in: Zeitschrift des Preussischen Statistischen Landesamts, 67. Jahrgang, Berlin 1927, S. 344–477, insbesondere S. 371, 4. Kreis Gerdauen, Ziffer 26 (Google Books).</ref> Am 30. September 1928 wurden der Gutsbezirk Heiligenstein und die Exklave Henriettenfeld nach Assaunen eingemeindet,<ref name="Jehke"/> und am 6. März 1932 erfolgte die Umbenennung des Amtsbezirks Korklack in „Amtsbezirk Assaunen“.
Gegen Ende des Zweiten Weltkrieges wurde die Region im Frühjahr 1945 von der Roten Armee besetzt. Anschließend wurde Assaunen zusammen mit der südlichen Hälfte Ostpreußens Teil Polens und in Asuny umbenannt.
1970 gab es in dem Ort eine achtklassige Schule und einen Kindergarten, der von 16 Kindern besucht wurde.
Einwohnerzahlen
1785 gab es in dem Ort 34 Gebäude und in der Nähe ein Vorwerk und eine Wassermühle. 1910 gab es 22 Wohn- und 34 Wirtschaftshäuser und insgesamt lebten hier 152 Menschen. 1925 hatte sich die Einwohnerzahl bereits auf 574 erhöht, die Anzahl der Wohnhäuser betrug 42 und es gab 110 Wirtschaftsgebäude. Bis 1933 verringerte sich die Zahl der Einwohner auf 485, am 17. Mai 1939 wurden 493 Bewohner gezählt.
1970 lebten nur noch 122 Einwohner in dem Dorf. Bis 2010 sank die Einwohnerzahl weiter auf 82,<ref name="GUS2010" /> 2021 waren es 59.<ref name="GUS2021">Główny Urząd Statystyczny, NSP 2021: Ludność w miejscowościach statystycznych, abgerufen am 18. März 2026</ref>
Verkehr
Verbindung an das Straßennetz besteht über eine Nebenstraße, die ursprünglich Aptynty (Aftinten) an der Woiwodschaftsstraße 591 (einstige deutsche Reichsstraße 141) mit Swerewo (Wandlacken) Fernstraße A 196 (frühere Reichsstraße 131) verband, jetzt aber durch die Staatsgrenze durchschnitten wird. Sie führt heute weiter bis nach Wilczyny (Wolfshagen) in der Gmina Srokowo (Drengfurth).
Bis 1945 bestand Bahnanschluss über die Bahnstation Wandlacken (heute Vorlage:RuS Swerewo) an der Bahnstrecke Königsberg–Angerburg.
Amtsbezirk Assaunen (1932–1945)
Am 6. März 1932 wurde der seit 1874 im Kreis Gerdauen bestehende Amtsbezirk Korklack (polnisch Kurkławki) in „Amtsbezirk Assaunen“ umbenannt,<ref name="Jehke"/> da der Gutsbezirk Korklack nicht mehr als eigenständige Gemeinde existierte. Den Amtsbezirk Assaunen bestand noch bis 1945, aber lediglich aus einer Gemeinde: der Landgemeinde Assaunen.
Kirche
Kirchengebäude
Die Kirche in Asuny ist bereits in einer Urkunde von 1406 erwähnt worden. Sie wurde aus roten Backsteinen und mittelgroßen Feldsteinen erbaut. Der Turm wurde in Stein-Holz-Bauweise errichtet. Nach einem Brand wurde die Kirche 1914 wieder aufgebaut.
Von 1525 bis 1945 war die Kirche in Assaunen ein lutherisches Gotteshaus, danach übernahm es die Römisch-katholische Kirche, und seit 1958 ist es Eigentum der Ukrainischen griechisch-katholischen Kirche.
Kirchengemeinde
Bis 1945 war die überwiegende Mehrheit der Einwohner von Assaunen evangelischer Konfession. Bereits vor der Reformation war das Gotteshaus Pfarrkirche, die dann zunächst zur Inspektion Wehlau (heute russisch: Snamensk), danach zum Kirchenkreis Gerdauen (Vorlage:RuS Schelesnodoroschny) in der Kirchenprovinz Ostpreußen der Evangelischen Kirche der Altpreußischen Union gehörte. Zuletzt zählte das Kirchspiel Assaunen, dessen Gebiet heute von der polnisch-russischen Staatsgrenze geteilt wird, etwa 2800 Gemeindeglieder.
Heute in Asuny lebende evangelische Kirchenglieder gehören zur Kirchengemeinde in Barciany (Barten) der Pfarrgemeinde Kętrzyn (Rastenburg) innerhalb der Diözese Masuren der Evangelisch-Augsburgischen Kirche in Polen.
Die römisch-katholischen Einwohner sind der Pfarrgemeinde in Mołtajny (Molthainen) im Dekanat Kętrzyn II/Nordost im Bistum Ermland in der Katholischen Kirche in Polen zugeordnet.
Literatur
- Assaunen, Dorf, an der Omet, Kreis Gerdauen, Regierungsbezirk Königsberg, Provinz Ostpreußen, mit Eintrag aus Meyers Orts- und Verkehrslexikon, Ausgabe 1912, sowie einer historischen Landkarte der Umgebung von Assaunen (meyersgaz.org).
- Adolf Boetticher: Die Bau- und Kunstdenkmäler der Provinz Ostpreußen. Band 2: Die Bau- und Kunstdenkmäler in Natangen. 1898, S. 12–13 (Google Books).
- Agathon Harnoch: Chronik und Statistik der evangelischen Kirchen in den Provinzen Ost- und Westpreußen, Nipkow, Neidenburg 1890, S. 97–98 (Google Books).
- Heinrich Schwarz: Aus der Geschichte des Dorfes Assaunen. In: Oskar-Wilhelm Bachor: Der Kreis Gerdauen. Ein ostpreussisches Heimatbuch (= Ostdeutsche Beiträge aus dem Göttinger Arbeitskreis, 43). Holzner, Würzburg 1968, Vorlage:ISSN, S. 122–134 (Der Göttinger Arbeitskreis. Veröffentlichung 371).
- Tadeusz Swat: Dzieje Wsi. In: Aniela Bałanda u. a.: Kętrzyn. Z dziejów miasta i okolic. Pojezierze, Olsztyn 1978, S. 162 (Seria monografii miast Warmii i Mazur).
Weblinks
Einzelnachweise
<references> <ref name="GUS2010"> Główny Urząd Statystyczny, Portret miejscowości statystycznych w gminie Barciany (powiat kętrzyński, województwo warmińsko-mazurskie) w 2010 r. Online-Abfrage</ref> </references> <references group="B" />
- Heinrich Schwarz: Aus der Geschichte des Dorfes Assaunen. In: Oskar-Wilhelm Bachor: Der Kreis Gerdauen: Ein ostpreuss. Heimatbuch. Würzburg 1986.