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Assimilation (Lernpsychologie)

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Assimilation ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value) ‚Angleichung ähnlicher Inhalte‘) bedeutet in der Lern- und Entwicklungspsychologie (vor allem nach Jean Piaget) die Integration von Neuem in bestehende mentale Strukturen. Dies kann bedeuten, dass Kinder (aber auch andere Personen) eingehende Informationen in bereits verstandene Konzepte einfügen.<ref>W. Schneider, U. Lindenberger (Hrsg.): Entwicklungspsychologie. Beltz PVU, Weinheim 2018, ISBN 978-3-621-28453-0, S. 396.</ref><ref name="Siegler">R. Siegler, N. Eisenberg, J. DeLoache, J. Saffran, S. Pauen (Hrsg.): Entwicklungspsychologie im Kindes und Jugendalter. Springer Wissenschaftsverlag, Berlin 2021, ISBN 978-3-662-62771-6, S. 135 f.</ref> Zu unterscheiden ist die Akzentuierung der Stimulus-Ähnlichkeiten mit dem vorhandenen Bewusstseins-Material von Akzentuierung der Stimulus-Differenzen. Das Ergebnis der Assimilation kann daher in zwei verschiedene Richtungen hin ausfallen: Anpassung an den äußeren Stimulus oder Anpassung an das innere Bild.<ref name="ArnoldLDP" details="Sp. 156 zu Lemma „Assimilation“" /><ref name="JungJGW6" details="S. 443, § 685 zu Kap. „Assimilation“" /> Die ausgeglichene, eher sachlich cognitive Verarbeitung der Stimuli wird - wie von Wilhelm Wundt dargelegt - als Apperzeption benannt.<ref name="ArnoldLDP" details="Sp. 137 f. zu Lemma „Apperzeption“" /><ref name="JungJGW6" details="S. 442, § 683 zu Kap. „Apperzeption“" /><ref>Wilhelm Wundt: Grundriß der Psychologie. Leipzig, 1896.</ref>

Assimilation ist nach Piaget eine von zwei Arten der kognitiven Anpassung und dient dem Aufbau stabiler Wissensstrukturen (Äquilibration). Ergänzt wird die Assimilation durch den Prozess der Akkommodation, der Anpassung bestehender Wissensstrukturen als Reaktion auf neue Erfahrungen.<ref name="Siegler" />

Beispiel

Wauwau-Schema: Ein Kind sieht ein kleines, weißes, wuscheliges, bellendes Wesen und die Mutter sagt dazu „Wauwau“. Später sieht das Kind ein großes, braunes, glatthaariges, bellendes Wesen und die Mutter sagt dazu „Wauwau“. Durch weitere solche Erfahrungen entsteht ein Wauwau-Schema. Dieses enthält die für alle Hunde typischen Merkmale und schließt die untypischen aus.

Ein solches Schema erlaubt dem Kind:

  • auch Hunde, die es noch nie gesehen hat, als Wauwau einzuordnen.
  • später das Wauwau-Schema für den Begriff Hund zu verwenden
  • später den Begriff Hund als Oberbegriff für verschiedene Hunderassen zu verwenden.

Kulturelle Assimilation

Kulturelle Assimilation wird auch als Akkulturation oder als kulturelle Integration bezeichnet.<ref name="ArnoldLDP" details="Sp. 156 zu Lemma „Assimilation“" />

Einzelnachweise

<references> <ref name="ArnoldLDP" > Wilhelm Karl Arnold et al. (Hrsg.): Lexikon der Psychologie. 3 Bd., Bechtermünz, Augsburg 1996, ISBN 3-86047-508-8. </ref> <ref name="JungJGW6"> Carl Gustav Jung: Psychologische Typen (= Gesammelte Werke. Band 6). Walter, Solothurn/Düsseldorf 1995, ISBN 3-530-40081-5. </ref> </references>