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Amt Lichtenau (Westfalen)

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Wappen Deutschlandkarte
Datei:DEU Amt Lichtenau COA.svg
Basisdaten (Stand 1974)
Koordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:adm2nd(5817) 51° 37′ N, 8° 54′ OKoordinaten: Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:adm2nd(5817) 51° 37′ N, 8° 54′ O
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Bestandszeitraum: 1844–1974
Bundesland: Nordrhein-Westfalen
Regierungsbezirk: Detmold
Kreis: Büren
Fläche: 118 km²
Einwohner: 5817 (31. Dez. 1973)
Bevölkerungsdichte: 49 Einwohner je km²
Amtsgliederung: 9 Gemeinden

Das Amt Lichtenau war bis 1974 ein Amt im ostwestfälischen Kreis Büren in Nordrhein-Westfalen. Seine historischen Vorgänger waren das gleichnamige Amt im Hochstift Paderborn sowie der Kanton Lichtenau.

Vorgeschichte

Das Amt Lichtenau im Hochstift Paderborn

Das erste Amt Lichtenau war vom ausgehenden Mittelalter bis zu den Napoleonischen Kriegen eine Verwaltungseinheit im Hochstift Paderborn. Es war Teil des Unterwaldischen Distrikts des Hochstifts. Im Amt lebten zum Ausgang des 18. Jahrhunderts etwa 3000 Menschen an 566 Feuerstellen. An seiner Spitze stand ein adeliger Drost, im 18. Jahrhundert Caspar Moritz von Haxthausen und von 1787 bis 1802 sein Sohn Werner Adolph von Haxthausen.<ref>Friedrich Keinemann: Das Hochstift Paderborn am Ausgang des 18. Jahrhunderts. Band 2, 1996, ISBN 3-8196-0405-7, S. 77.</ref>

Das Amt umfasste die Stadt Lichtenau sowie die Orte Asseln, Ebbinghausen, Grundsteinheim, Hakenberg, Holtheim und Iggenhausen.<ref>Neue Sammlung geographisch-historisch-statistischer Schriften. Band 4. Jacobi, Weißenburg 1786, Das Hochstift Paderborn, S. 460 (google.de).</ref><ref>Johann Dietrich von Steinen: Kurzgefaßte Historie des Hochstifts Paderborn. In: Westphälische Geschichte. Band 2. Meyers, Lemgo 1755, S. 509 (google.de).</ref>

Der Kanton Lichtenau

Nachdem das Gebiet des Hochstifts 1807 an das Königreich Westphalen gefallen war, wurden neue Verwaltungsstrukturen nach französischem Vorbild geschaffen; meistens ohne Berücksichtigung historischer Gebietsgrenzen. Zum Kanton Lichtenau gehörten die Städte Kleinenberg und Lichtenau sowie die Gemeinden Asseln, Ebbinghausen, Grundsteinheim, Hakenberg, Herbram, Holtheim und Iggenhausen.<ref>Christian Daniel Voß: Die Zeiten. Archiv für die neueste Staatengeschichte und Politik. Band 13. Halle/Saale 1808, S. 374 (google.de).</ref> Im Jahre 1810 hatte der Kanton Lichtenau 3979 Einwohner.<ref>Friedrich Justin Bertuch (Hrsg.): Allgemeine geographische Ephemeriden. Landes-Industrie-Comptoir, Weimar 1811, S. 31 (google.de).</ref> Der Kanton gehörte zum Distrikt Paderborn im Departement der Fulda des Königreichs und fiel 1813 an Preußen. 1816 wurden der Kanton dem neuen Kreis Büren zugeschlagen und bestand in diesem als Verwaltungsbezirk fort.<ref>Amtsblatt der Regierung Minden 1816, S. 177</ref> Auch in den Folgejahren wurde der Verwaltungsbezirk manchmal noch als Kanton bezeichnet.<ref>Amtsblatt der Regierung Minden 1840, S. 239</ref>

Das Amt Lichtenau im Kreis Büren

Im Rahmen der Einführung der westfälischen Landgemeinde-Ordnung von 1841 wurden aus den unterhalb der Kreisebene bestehenden Verwaltungsbezirken, sofern es sich nicht um Städte gemäß der revidierten Städteordnung handelte, Ämter gebildet. Im Kreis Büren wurde dadurch aus dem Kanton Lichtenau das Amt Lichtenau. Zum Amt gehörten alle Gemeinden des alten Kantons Lichtenau.<ref>Amtsblatt der Regierung Minden 1844: Bildung des Amtes Lichtenau. Abgerufen am 3. März 2014.</ref> Die folgenden Daten stammen vom 31. Dezember 1973:

  1. Asseln: 377 E, 11 km², 328 m ü. NN
  2. Ebbinghausen: 150 E, 4 km², 207 m ü. NN
  3. Grundsteinheim: 378 E, 10 km², 240 m ü. NN
  4. Hakenberg: 241 E, 8 km², 363 m ü. NN
  5. Herbram: 877 E, 17 km², 277 m ü. NN
  6. Holtheim: 825 E, 16 km², 336 m ü. NN
  7. Iggenhausen: 161 E, 5 km², 270 m ü. NN
  8. Kleinenberg, Stadt: 1.227 E, 24 km², 335 m ü. NN
  9. Lichtenau, Stadt: 1.581 E, 33 km², 305 m ü. NN

Durch das Sauerland/Paderborn-Gesetz wurde das Amt zum 31. Dezember 1974 aufgelöst. Alle Gemeinden wurden Stadtteile der vergrößerten Stadt Lichtenau.

Literatur

  • Gerhard Henkel: Geschichte und Geographie des Kreises Büren. Kreisverwaltung Büren (Hg.), Paderborn 1974, ISBN 3-506-73840-2.
  • Friedrich Keinemann: Das Hochstift Paderborn am Ausgang des 18. Jahrhunderts. 1996, ISBN 3-8196-0405-7.

Einwohnerentwicklung

Jahr Einwohner Quelle
1818 4217 <ref name="nrw1">Statistisches Landesamt Nordrhein-Westfalen: Gemeindestatistik des Landes Nordrhein-Westfalen: Bevölkerungsentwicklung 1816–1871. Düsseldorf 1966</ref>
1843 5595 <ref name="nrw1" />
1871 4842 <ref name="nrw1" />
1910 4574 <ref>Landkreis Büren. Gemeindeverzeichnis 1900. In: gemeindeverzeichnis.de. Uli Schubert, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 19. Januar 2022;.</ref>
1939 4554 <ref name="nrw2">Statistisches Landesamt Nordrhein-Westfalen: Gemeindestatistik des Landes Nordrhein-Westfalen: Bevölkerungsentwicklung 1871–1961. Düsseldorf 1966</ref>
1950 6397 <ref name="isys">Regionales Gemeindeverzeichnis-Informationssystem GV-ISys (mit historischen Bevölkerungszahlen)</ref>
1961 5540 <ref name="isys" />
1970 5786 <ref name="isys" />

Einzelnachweise

<references />

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