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Alliierte Bombenabwürfe auf die Schweiz

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Bombardierung Zürich 0756-0050.jpg
Bombenabwurf der United States Army Air Forces im Raum Milchbuck, Zürich-Oberstrass, am 4. März 1945
Datei:Bundesratsprotokoll 1946 US-Bomben.png
Bundesratsentscheidung betreffend Bombenschäden vom 19. Februar 1945 im Kanton Aargau

Die alliierten Bombenabwürfe auf die Schweiz während des Zweiten Weltkriegs werden offiziell auf Navigationsfehler zurückgeführt. Eine andere Theorie sah die Ursache in den Waffenlieferungen der SIG und anderer Unternehmen an das Deutsche Reich.<ref>Peter Hug: Schweizer Rüstungsindustrie und Kriegsmaterialhandel zur Zeit des Nationalsozialismus. 2002, S. 641 [1]</ref> Diese zeitgenössische Theorie ist aber inzwischen klar widerlegt,<ref name="nzz" /> wenn auch Winston Churchill die Bombardierung der Eisenbahnlinien erwogen hat, welche die neutrale Schweiz im Zweiten Weltkrieg von den Achsenmächten benutzen liess.<ref>Michael Bloch: Churchill: Bomben auf die Schweiz.</ref>

Einzelne Bombenabwürfe

In der Schweiz starben in den Jahren 1939 bis 1945 insgesamt 84 Menschen durch britische und US-amerikanische Bomben.

In den Jahren 1941 und 1942 waren kaum alliierte Überflüge über Schweizer Gebiet zu verzeichnen, unter anderem wegen der von der Schweiz nach diplomatischem Druck Deutschlands verfügten Verdunkelungsmassnahmen, die den Piloten die Orientierung erschwerten. Im Verlauf des Jahres 1942 nahm die Zahl der Überflüge wieder zu.<ref name="Kurz">H. R. Kurz (Hrsg.): Die Schweiz im zweiten Weltkrieg. 1959.</ref>

Ab Oktober 1943 nahm die Schweizer Luftwaffe ebenfalls auf deutschen Druck hin ihre seit Juni 1940 eingestellten Abfangsmassnahmen wieder auf, wobei man vor allem versuchte, alliierte Bomber zur Landung in der Schweiz zu zwingen.<ref name="Kurz" />

Datei:Schaffhausen Bombardierung 1.4.1944.jpg
Schaffhausen, Inschrift auf dem Erker: "Von Fliegern vernichtet 1. April 1944, wieder errichtet 1944/1945"

Reparationszahlungen

1944 zahlte die USA 4 Millionen Dollar an Entschädigung. Am 21. Oktober 1949 erhielt die Schweiz einen abschließenden zusätzlichen Betrag von 62'176'433 Schweizer Franken, also knapp 14,4 Millionen Dollar, für die gesamten durch die USA verursachten Sach- und Personenschäden in der Schweiz.<ref>Jonathan E. Helmreich: The Diplomacy of Apology. U.S. Bombings of Switzerland during World War II. In: Aerospace Power Journal. Sommer, 2000 (<templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Vorlage:Webarchiv/Wartung/TodayDer Wert des Parameters archive-today muss ein Datum der Form YYYYMMDD oder Zeitstempel der Form YYYY.MM.DD-hhmmss bzw. YYYYMMDDhhmmss sein.).</ref><ref>Stadtarchiv Schaffhausen: Fotos der bombardierten Stadt Schaffhausen. J 02.25. In: stadtarchiv-schaffhausen.ch, abgerufen am 5. Dezember 2020.</ref><ref>Stadtarchiv Schaffhausen: Fotos der bombardierten Stadt Schaffhausen. J 02.26. In: stadtarchiv-schaffhausen.ch, abgerufen am 5. Dezember 2020.</ref>

Siehe auch

Literatur

  • Stefan Ineichen: Zürich 1933–1945. 152 Schauplätze. Limmat, Zürich 2009, ISBN 978-3-85791-583-3.
  • Jonathan E. Helmreich: The Diplomacy of Apology: U.S. Bombings of Switzerland during World War II. In: Aerospace Power Journal. Summer 2000 (maxwell.af.mil).
  • Thomas Bachmann: The Swiss can’t have it both ways. Britische Neutralitätsverletzungen des Schweizer Luftraumes 1940–1945. Dissertation an der Universität Zürich, 2004.
  • Jackson Granholm: The Day We Bombed Switzerland: Flying with the US Eighth Army Air Force in World War II. Airlife Publishing, 2000, ISBN 1-84037-135-8, 264 S., 51 s/w Photos
  • Museum zu Allerheiligen (Hrsg.): Kunst aus Trümmern. Die Bombardierung des Museums zu Allerheiligen 1944 und ihre Folgen, Baden 2019, ISBN 978-3-03919-489-6.

Weblinks

Commons: Alliierte Bombenabwürfe auf die Schweiz – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

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