Alexei Alexandrowitsch Mordaschow
Alexei Alexandrowitsch Mordaschow ({{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Vorlage:lang:103: attempt to index field 'wikibase' (a nil value); * 26. September 1965 in Tscherepowez, Oblast Wologda) ist ein russischer Oligarch. Er ist TUI-Großaktionär<ref>Notker Blechner: Wer sind die sanktionierten Oligarchen? In: tagesschau.de. Abgerufen am 4. März 2022.</ref> sowie Hauptaktionär von Nordgold.<ref>Putin steigt zum größten Goldspekulanten der Welt auf – das ist der Plan dahinter. In: www.focus.de. Abgerufen am 15. März 2022.</ref> Er ist Vorstandsvorsitzender des Unternehmens Severstal<ref>Alexej Mordaschow: Putins Streber. In: Handelsblatt. Abgerufen am 15. März 2022.</ref> und Generaldirektor der Severstal-Gruppe.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Information auf der Webseite von Severstal ( vom 2. Juni 2013 im Internet Archive) (russisch).</ref> Das Wirtschaftsmagazin Forbes schätzte sein Vermögen 2018 auf 20,5 Milliarden US-Dollar; er belegte den vierten Platz auf der Liste der reichsten Russen.<ref>20 богатейших российских бизнесменов. Рейтинг Forbes. Abgerufen am 22. Juli 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Leben
Mordaschow ist der Sohn eines Stahlarbeiters und einer Stahlarbeiterin.<ref name="tagesschau2021">Alexey Mordaschow: Ein Oligarch rettet TUI. In: tagesschau.de. 5. Januar 2021, abgerufen am 7. Januar 2021.</ref>
Er studierte bis 1988 an der Leningrader Togliatti-Hochschule für Wirtschaft und Technik, an der auch er den späteren russischen Premierminister Anatoli Tschubais kennenlernte, der damals an jener Hochschule unterrichtete.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Biographie Mordaschows auf Skandaly.ru ( vom 27. September 2007 im Internet Archive) (russisch).</ref> 2003 machte er seinen MBA an der Newcastle Business School der Northumbria University, wo er 2013 auch die Ehrendoktorwürde erhielt.<ref name="tagesschau2021" /><ref name="lebenslauf">Lebenslauf. (PDF; 122 KB) TUI Group, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 25. Februar 2021; abgerufen am 7. Januar 2021.</ref>
Nach Abschluss seines Studiums nahm Mordaschow eine Stelle beim Tscherepowezer Metallurgischen Kombinat an. Er war dort in der Finanzverwaltung tätig und stieg später zum stellvertretenden Leiter des Planungsstabes auf. 1992, in der Anfangszeit der Privatisierung der russischen Staatsbetriebe, wurde er Wirtschafts- und Finanzdirektor des Metallurgischen Kombinates, das bald darauf in die Aktiengesellschaft OAO Severstal umgewandelt wurde. Der Generaldirektor des Kombinates, Juri Lipuchin, beauftragte Mordaschow mit der Durchführung der Privatisierung des Unternehmens. Der damals 27-Jährige gründete daraufhin ein Tochterunternehmen mit dem Namen Severstal-invest, das zu 24 % dem Kombinat gehörte und zu 76 % ihm selbst. In dessen Namen kaufte er anschließend die Aktien des Metallurgiewerkes auf und erlangte so die Kontrolle über das Unternehmen.
Mordaschow wurde im Jahr 2000 Mitglied in der russisch-deutschen Regierungskommission für strategische Zusammenarbeit im Bereich Wirtschaft und Finanzen.
Am 5. Oktober 2007 unterzeichnete Mordaschow ein Abkommen über eine langfristige Zusammenarbeit bei der Entwicklung des russischen Turbinenhersteller Silowyje maschiny mit der Siemens AG.<ref>Power Machines: Siemens einigt sich mit russischem Stahlmagnaten. In: Handelsblatt, 5. Oktober 2007.</ref> Im selben Jahr übernahm er die Mehrheit bei Silowyje maschiny.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Mordaschow übernimmt Mehrheit an Power Machines. ( vom 24. August 2016 im Internet Archive) In: Handelszeitung, 27. November 2007.</ref> 2012 erwarb er das Unternehmen vollständig und übernahm ein Siemens-Aktienpaket in Höhe der Sperrminorität von 25 % + 1 Aktie. Dabei wurde auch EMAljans übernommen.<ref>Егор Попов: Siemens недооценил „Силовые машины“. In: Kommersant. 20. Februar 2012, abgerufen am 31. August 2015 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Am deutschen Tourismuskonzern TUI hielt er 2015 eine Beteiligung von 25 Prozent.<ref>Gerhard Hegmann: Der Vorzeige-Oligarch erhöht seinen Einfluss bei TUI. In: Welt Online. 21. August 2015, abgerufen am 31. August 2015.</ref> Er wurde dort im Februar 2016 Mitglied des Aufsichtsrates.<ref>Ein Russe erkauft die Macht bei TUI. In: tagesschau.de. Abgerufen am 26. März 2018.</ref><ref name="lebenslauf" /> Er schied am 2. März 2022 aus dem Aufsichtsrat aus, sechs Tage nach dem Beginn des russischen Überfalls auf die Ukraine.<ref>EU erlässt Sanktionen gegen Aktionär Alexey Mordashov. In: www.tuigroup.com. 2. März 2022, abgerufen am 22. Februar 2025 (Pressemitteilung).</ref>
Mordaschow ist (Stand 2021) außerdem zusammen mit zwei seiner Söhne Hauptaktionär des Goldminenbetreibers Nordgold.<ref name="tagesschau2021" />
Zusammen mit Roman Abramowitsch gehört er (Stand 2021) zum Kuratorium des Bolschoi-Theaters.<ref name="tagesschau2021" />
Im Zuge der Berichterstattung um Cyprus Confidential berichteten Investigativmedien 2023, dass unter anderem der Journalist Hubert Seipel 600.000 Euro aus dem Firmengeflecht Mordaschows erhalten haben soll.<ref>Johannes Süßmann: Hubert Seipel: Deutscher Journalist soll 600.000 Euro aus Russland erhalten haben. In: Die Zeit. 14. November 2023, ISSN 0044-2070 (zeit.de [abgerufen am 14. November 2023]).</ref>
EU-Sanktionen
Am 28. Februar 2022 setzte die Europäische Union ihn im Zusammenhang mit dem Überfall Russlands auf die Ukraine auf die schwarze Liste, ließ sein gesamtes Vermögen EU-weit einfrieren und belegte ihn mit einem Einreiseverbot.<ref>Durchführungsverordnung (EU) 2022/336 des Rates vom 28. Februar 2022 zur Durchführung der Verordnung (EU) Nr. 269/2014 über restriktive Maßnahmen angesichts von Handlungen, die die territoriale Unversehrtheit, Souveränität und Unabhängigkeit der Ukraine untergraben oder bedrohenVorlage:Abrufdatum</ref> Mordaschow hatte ebenfalls am 28. Februar seine Anteile an TUI offenbar in letzter Minute vor Verhängung der EU-Sanktionen abgegeben. Von seiner bisher 34-prozentigen Beteiligung, die er über die Firma Unifirm im EU-Land Zypern besaß, verkaufte er 29,9 Prozent an Ondero Ltd. auf den Britischen Jungferninseln. Hinter Ondero Limited steht Mordaschows dritte Ehefrau Marina.<ref>Hinter Tui-Großaktionär Ondero steht Marina Mordaschowa. In: finanznachrichten.de. Abgerufen am 23. März 2022.</ref> Viele Briefkastengesellschaften haben ihren Sitz in der Steueroase Britische Jungferninseln. Um keine Übernahmeofferte abgeben zu müssen, wählte Mordaschow eine Übertragung von unter 30 Prozent.<ref>Oligarch verschiebt Anteile. In: sueddeutsche.de. Abgerufen am 10. März 2022.</ref>
Mordaschow veröffentlichte zwei Tage später eine Erklärung: Er habe nichts mit den derzeitigen geopolitischen Spannungen zu tun und verstehe nicht, warum die EU ihn mit Sanktionen belegt habe. Mordaschows 65 Millionen Euro teure Jacht Lady M stellte die italienische Finanzpolizei (Guardia di Finanza) am 4. März 2022 in der ligurischen Hafenstadt Imperia sicher.<ref>Meldung vom 5. März 2022, 6:51, auf faz.net.</ref> Ihm gehört zudem die Luxusyacht Nord,<ref>Christian Hensen: Beschlagnahmung, Flucht und Wartung. In: Stern. 17. März 2022, abgerufen am 22. Februar 2025.</ref> deren Wert auf 500 Millionen Dollar geschätzt wird.<ref>Russian Mogul’s Yacht Heads to Homeland After Transoceanic Trip. In: Bloomberg. 26. Juni 2023, abgerufen am 15. Mai 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Michelle Toh: Superyacht linked to Russian billionaire mysteriously shows up in Hong Kong. In: CNN. 8. Oktober 2022, abgerufen am 15. Mai 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Später im März wurde sein Anwesen in Portisco in der Gemeinde Olbia (Sardinien) beschlagnahmt.<ref>Italien beschlagnahmt die Villa von Alexej Mordaschow auf Sardinien. In: handelszeitung.ch. 19. März 2022, abgerufen am 20. März 2022.</ref>
Auszeichnungen
Familie
Mordaschow ist verheiratet und hat sechs Kinder.<ref>Алексей Мордашов сделал своих сыновей миллиардерами. In: forbes.ru. Abgerufen am 22. Juli 2020 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>
Literatur
- Alexej Mordaschow in: Internationales Biographisches Archiv 10/2008 vom 4. März 2008, im Munzinger-Archiv (Artikelanfang frei abrufbar)
Weblinks
- netstudien.de detailliertes Dossier über Mordaschow
Einzelnachweise
<references />
| Personendaten | |
|---|---|
| NAME | Mordaschow, Alexei Alexandrowitsch |
| ALTERNATIVNAMEN | Mordashov, Alexey Alexandrovich (englische Transkription); Мордашов, Алексей Александрович (russisch); Mordašov, Aleksej Aleksandrovič |
| KURZBESCHREIBUNG | russischer Metallurgieunternehmer |
| GEBURTSDATUM | 26. September 1965 |
| GEBURTSORT | Tscherepowez |
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- Unternehmer (Montanindustrie)
- Person auf der EU-Sanktionsliste infolge des russischen Überfalls auf die Ukraine
- Träger des Dr. Friedrich Joseph Haass-Preises
- Person (Tscherepowez)
- Russe
- Geboren 1965
- Mann
- Sowjetbürger