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al-Quds-Universität

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جامعة القدس
al-Quds-Universität
colspan="2" class="notheme" style="background-color:#Vorlage:Standardfarbe; padding: 1em 0; text-align: center;" | Datei:University-logo.gif
Gründung 1978/1994
Trägerschaft öffentlich (public non-profit)
Ort Abu Dis und andere
Land Vorlage:Palästina

IsraelDatei:Flag of Israel.svg Israel laut israelischer Interpretation<ref>Nir Hasson: Israel Bars Al-Quds University Doctors From Practicing in East Jerusalem. In: Haaretz. 13. Februar 2012, abgerufen am 26. Februar 2026: „The [Israeli Health] ministry says Al-Quds cannot be considered a ‚foreign university‘ since it holds offices in Jerusalem.“</ref>

Präsident Imad Abu Kishek<ref>Prof. Dr. Imad Abu Kishek. In: alquds.edu. Abgerufen am 26. Februar 2026.</ref>
Studierende 12000<ref>Al-Quds University. In: alquds.edu. Abgerufen am 26. Februar 2026.</ref>
Mitarbeiter 700
Netzwerke FUIW,<ref name="FUIW" /> IAU<ref name="IAU"/>
Website www.alquds.edu

Die al-Quds-Universität (AQU, arabisch جامعة القدس, DMG {{Modul:Vorlage:lang}} Modul:Multilingual:153: attempt to index field 'data' (a nil value)) ist eine öffentliche palästinensische Universität<ref>Al-Quds University QU 2025 Rankings, Courses, Tuition & Admissions. Abgerufen am 30. März 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> mit Hauptsitz in Abu Dis östlich von Ostjerusalem. Sie wurde ab 1978 aus mehreren Colleges in und um Ostjerusalem aufgebaut und 1995 offiziell als Universität anerkannt. Mit rund 12.000 Studierenden (Stand 2026) ist sie die größte palästinensische Institution in Jerusalem. Ihre Einrichtungen verteilen sich auf mehrere Standorte, von denen die meisten östlich der israelischen Sperranlagen liegen.

Geschichte

Gründung

Die Al Quds-Universität wurde ab 1978<ref name="Abu Dis Campus">Abu Dis Campus. In: Al-Quds University. Abgerufen am 23. Februar 2026.</ref> im vierten Anlauf gegründet.<ref name="SariNusseibeh" details="S. 386 f.">Sari Nusseibeh, Anthony David: Once Upon a Country. A Palestinian Life. Picador, Farrar, Straus and Giroux, New York 2008, ISBN 978-0-312-42710-8.</ref> Während der Mandatszeit in den 1920ern bis 1940ern ließ die britische Mandatsmacht aus Sorge, eine arabische Universität könne zu einem Hort des antikolonialen Nationalismus werden, die Gründung einer palästinensischen Universität nicht zu. Grob die Funktion einer Universität übernahm zeitweise das mit der Amerikanischen Universität in Beirut kooperierende Arab College in Jerusalem, das jedoch nach der Nakba geschlossen blieb.<ref>Ilan Pappé: Why Only a Hebrew University? The Tale of the Arab University in Mandatory Jerusalem. In: Jerusalem Quarterly. Band 92, 2022, S. 102–124, hier 105, 103 f., 110, doi:10.70190/jq.I92.p102 (palestine-studies.org).
Ähnlich Marco Demichelis: From Nahda to Nakba: The Governmental Arab College of Jerusalem and its Palestinian Historical Heritage in the First Half of the Twentieth Century. In: Arab Studies Quarterly. Band 37, Nr. 3, 2015, S. 264–281, hier 266, 271, 272, doi:10.13169/arabstudquar.37.3.0264.</ref> Zwei weitere Gründungsversuche durch den palästinensisch-jordanischen Politiker Anwar Nusseibeh wurden im Keim erstickt – der erste während der jordanischen Zeit durch König Hussein I. zugunsten der Universität von Jordanien, der zweite in der frühen Zeit der israelischen Besatzung durch das palästinensische National Guidance Committee, das argumentierte, eine neugegründete Universität würde ja doch nur an die israelischen Besatzer fallen.<ref name="SariNusseibeh" details="S. 387" />

Standorte der Al-Quds-Universität

Zwischen 1978 und 1982 entstanden dennoch an vier Orten in und um Ostjerusalem Colleges:<ref>Ido Zelkovitz: Students and Resistance in Palestine. Books, guns and politics. Routledge, London, New York 2015, ISBN 978-1-138-80297-1, S. 119 (archive.org). nach
General Information. In: Al-Quds University. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 22. April 2010; abgerufen am 23. Februar 2026.</ref>

  • das College für religiöse Studien in Beit Hanina (1978)
  • die Campusse für Medizin, Wissenschaft und Technologie in al-Bireh und Abu Dis (1979)
  • das Hind al-Husayni-College für Frauen in Scheich Dscharrah (1982)
  • das islamische Zentrum für Archäologie ebendort (1982)

Diese Colleges wurden ab 1984 zunehmend zusammengeschlossen. Offiziell zur Universität erklärt wurde der College-Verband um 1995,<ref>General Information. In: Al-Quds University. Archiviert vom Vorlage:IconExternal am 22. April 2010; abgerufen am 23. Februar 2026.</ref> nachdem Anfang des Jahres Anwar Nusseibehs Sohn Sari zu seinem neuen Leiter ernannt worden war.<ref name="SariNusseibeh" details="S. 386" />

Die Al-Quds-Universität während der Zweiten Intifada

Unter der Leitung von Sari Nusseibeh, der als eine der führenden moderaten palästinensischen Stimmen galt,<ref>Zum Beispiel Nusseibeh Rejects Allegations of Conspiring to Destroy Israel. In: Haaretz. 28. Mai 2003, abgerufen am 25. Februar 2026: „Leading Palestinian moderate, Sari Nusseibeh“
Leading Palestinian Moderate Retires as East Jerusalem University President. In: Haaretz. 27. Mai 2014, abgerufen am 25. Februar 2026.</ref> wuchs die Studierendenzahl rasch an von knapp 2000 um 1995 auf über 10.000 in den späten 2000er-Jahren.<ref name="Watson">David Watson u. a.: The Engaged University. International Perspectives on Civic Engagement. Routledge, New York, London 2011, ISBN 978-0-415-87465-6, S. 81 (archive.org).</ref>

In den späten 90ern und besonders während der Zweiten Intifada wurde die AQU mehrfach Ziel israelischer Initiativen. Nusseibeh führte diese darauf zurück, dass es sich bei der Universität um die am schnellsten wachsende palästinensische Institution in Jerusalem gehandelt habe.<ref name="SariNusseibeh" details="S. 416 f." /> So führte 1998 die israelische Initiative Betzedek erfolglos einen Rechtsstreit gegen die Universität mit dem Ziel, sie schließen zu lassen.<ref name="SariNusseibeh" details="S. 416 f." /> 2002 wurden die Einrichtungen der Universität von der israelischen Armee besetzt und schwer beschädigt: Die Schule für Gesundheitswesen wurde verwüstet und als temporäres Gefängnis verwendet.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Destruction of Palestinian Civil Institutions During the Israeli Incursion: The Case of Al Quds University in Ramallah (Memento vom 1. September 2006 im Internet Archive)</ref> Die Einrichtung des von der Universität in Ramallah betriebenen al-Quds TV wurde aus dem Fenster geworfen und zerstört.<ref name="SariNusseibeh" details="S. 482 f." /> Nachdem der Sender wieder in Betrieb genommen worden war, wurde er 2012 nach einer Razzia durch israelische Soldaten, bei dem Sendeanlagen und Computer konfisziert wurden, von Beamten des israelischen Kommunikationsministeriums geschlossen. Als Grund dafür wurden fehlende Lizenz und Verwendung unerlaubter Frequenzen angegeben.<ref>Redaktion (Autorenkürzel: Kna): Israelische Razzia bei TV-Sendern der Palästinenser. In: Die Presse. 1. März 2012.</ref>

Ebenfalls um 2002 wurde das Direktionsgebäude in Ostjerusalem mit dem Büro von Sari Nusseibeh auf Anordnung der Sicherheitsministers Uzi Landau geschlossen und Computer und Ordner konfisziert. Begründet wurde das mit „verbotenen Aktivitäten für die PLO“, weil Nusseibeh zu diesem Zeitpunkt deren Vertreter für Jerusalem war. Genau an diesem Tag befand er sich in Athen, um eine Friedensinitiative mit Ami Ajalon zu unterzeichnen. Nach internationalen Protesten musste Landau zehn Tage später die Sperre des Büros wieder aufheben.<ref>John Kifner: Israelis Shut the Jerusalem Office of a Moderate Palestinian. In: New York Times. 10. Juli 2002. (englisch)</ref> Die Daten wurden vom Inlandsgeheimdienst ausgewertet und erst später wieder retourniert.<ref>Sari Nusseibeh, Anthony David: Es war einmal ein Land. Ein Leben in Palästina. 2008, S. 465–467.</ref>

Datei:Abu Dis Fussballplatz.jpg
Die Mauer beim Fußballplatz (März 2006)

2003 wollte Israel die israelischen Sperranlagen mitten durch das Universitätsgelände von Abu Dis bauen. Begründet wurde dies mit der dort festgelegten Grenze zwischen Jerusalem und Abu Dis und einer ebendort geplanten Umfahrungsstraße. Dadurch hätte der Campus ein Drittel seiner Fläche verloren. 34 Tage mit friedlichen Protestaktionen, vor allem wegen der geplanten Teilung des Sportplatzes, führten zur Intervention der US-Außenministerin Condoleezza Rice und veranlassten Israel, die Mauer weiter westlich, aber direkt neben der Universität zu bauen. Nun ist der Sportplatz ein Teil des Campus, wenn auch hinter der 8 Meter hohen Mauer aus Beton.<ref>Sari Nusseibeh, Anthony David: Es war einmal ein Land. Ein Leben in Palästina. 2008, S. 493–497.</ref> Laut der israelischen Botschaft in Berlin war auch nach Verlegung des Mauerverlaufs vorgesehen, nach dem Bau der Umfahrungsstraße die Mauer wieder so zu versetzen, wie ihr Verlauf ursprünglich geplant war.<ref> <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Mittwoch, 30. Juni 2004 – Newsletter der Botschaft des Staates Israel (Memento vom 3. Dezember 2013 im Internet Archive)</ref>

Kooperation mit israelischen Universitäten

Untypischerweise unterhielt die Al-Quds-Universität mehrere Kooperationen mit israelischen Universitäten.<ref name="Watson" /> 2004 hatte die AQU gemeinsam mit drei weiteren palästinensischen Universitäten einen Kooperationsvertrag mit fünf israelischen Universitäten (und der italienischen Universität La Sapienza) geschlossen. Als kurz darauf die Palestinian Campaign for the Academic and Cultural Boycott of Israel die Kampagne akademischer Boykotte startete, hielt unter den palästinensischen Universitäten einzig die AQU an diesem Vertrag fest.<ref name="EI">Jillian Kestler-D’Amours: Al-Quds University flouts own academic boycott. In: The Electronic Intifada. 6. August 2010, abgerufen am 25. Februar 2026.</ref> Ein Jahr später unterzeichnete Nusseibeh explizit gegen die Boykott-Kampagne gewendet einen weiteren Kooperationsvertrag mit der Hebräischen Universität in Jerusalem.<ref>Joint Hebrew University – Al-Quds University Statement on Academic Cooperation Signed in London. In: huji.ac.il. 19. Mai 2005, abgerufen am 25. Februar 2026.</ref> Als im Zuge des Gazakriegs von 2008–2009 die Boykott-Kampagne forciert wurde, stimmte der Beirat der Universität dafür, alle Kooperationen einzustellen; Hasan Dweik jedoch, der damalige Vizepräsident der Universität, erklärte gegenüber dem aktivistischen Medium Electronic Intifada, zwar keine neuen Kooperationsverträge schließen, die bestehenden etwa zehn Projekte aber weiterlaufen lassen zu wollen.<ref name="EI" /> 2012 wurde ein weiteres Kooperationsprojekt mit der Hebräischen Universität (und der Freien Universität Berlin) gestartet; in Palästina forderten daraufhin Demonstranten die Absetzung Nusseibehs.<ref>Khaled Abu Toameh: Palestinian academics act against Israel ties. In: The Jerusalem Post. 29. August 2012, abgerufen am 25. Februar 2026.
Luise Sammann: Brücken für besondere Beziehungen. In: DAAD-Magazin. 31. Oktober 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 24. Januar 2014; abgerufen am 25. Februar 2026.</ref>

Skandal um 2013/2014

2013/14 geriet die Al-Quds-Universität in einen Medienskandal. Nachdem israelische Truppen im Oktober 2013 bei Ramallah ein führendes Mitglied des Islamischen Dschihad in Palästina (IJ) getötet hatten und es am selben Tag auf dem Campus von Abu Dis beim Abriss eines Gebäudes an den israelischen Sperranlagen zu Zusammenstößen zwischen Studierenden und dem israelischen Militär gekommen war,<ref>Al-Quds University Shuts Down Campus Following Israeli Raid. In: Wafa News Agency. 22. Oktober 2013, abgerufen am 25. Februar 2025.
Division for Palestinian Rights: Chronological Review of Events Relating to the Question of Palestine. Monthly media monitoring review October 2013. In: un.org. Abgerufen am 25. Februar 2026.
الاحتلال يغتال قياديا بالجهاد ويقتحم جامعة القدس. In: Al Jazeera. 22. Oktober 2013, abgerufen am 25. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
صور.. الاحتلال يعتقل مواطنين ويصيب اخرين عقب هدم منزل شرق القدس. In: Quds Net News Agency. 22. Oktober 2013, abgerufen am 25. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
Vergleiche David Horovitz: Al-Quds president says Brandeis counterpart „gone overboard“ in row over rally. In: The Times of Israel. 22. November 2013, abgerufen am 25. Februar 2026.</ref> organisierte die universitäre IJ-Gruppe zwei Wochen später eine Gedenkveranstaltung unter dem Titel „Jerusalem vereint uns“, in deren Rahmen auch ein Theaterstück über einen ebenfalls getöteten Kommandanten der Al-Quds-Brigaden aufgeführt<ref>خبر معاريف:جامعة أمريكية تقاطع جامعة القدس بسبب حفل تأبين لحركة الجهاد. In: Paltoday.ps. 21. November 2013, abgerufen am 26. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
Vergleiche auch die Fotogalerie الرابطة الإسلامية تنظم مهرجان "القدس توحدنا" بجامعة القدس في أبو ديس. In: Paltoday.ps. 6. November 2013, abgerufen am 25. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
Weitere Fotos nur vom Theaterstück bei Hayat Hamdan: مهرجان “القدس توحدنا” تنظمه الرابطة الإسلامية _ حركة الجهاد الاسلامي في جامعة القدس / ابوديس_بالصور. In: hamdanhayat.wordpress.com. 5. November 2013, abgerufen am 26. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
Vergleiche David Horovitz: Al-Quds president says Brandeis counterpart „gone overboard“ in row over rally. In: The Times of Israel. 22. November 2013, abgerufen am 25. Februar 2026.</ref> und nach eigener Darstellung der beim IJ übliche Gruß mit zum Himmel gereckten Arm gezeigt worden war.<ref>US University Suspends Ties to Palestinian School. In: AP. 21. November 2013, abgerufen am 25. Februar 2026.
Vergleiche Al-Quds controversy highlights international complicity in the ongoing suffering in Palestine. In: Middle East Monitor. 30. Januar 2014, abgerufen am 25. Februar 2026.</ref> Die israelische Organisation Memri berichtete noch am selben Tag von „Kundgebungen“ mit „nazi-ähnlichen Grüßen“ und der „Verherrlichung von Märtyrern“.<ref>Nazi-Style Salutes and Glorification of Martyrdom at Islamic Jihad Rallies in Al-Quds University. In: Memri TV. 5. November 2013, abgerufen am 25. Februar 2026.</ref> Universitätspräsident Nusseibeh sprach zunächst von „Verleumdungskampagnen jüdischer Extremisten“.<ref>Letter to our dear students from the President of the University. In: brandeis.edu. Abgerufen am 25. Februar 2026.</ref> Am selben Tag stürmten israelische Soldaten die Universität; 40 Studierende wurden verletzt.<ref>Israeli forces raid Abu Dis and attack al-Quds University, injuring 40. In: Ma´an News Agency. 17. November 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 27. November 2013; abgerufen am 25. Februar 2026.
Clarissa O’Conor: Today’s tear gas brought to you by the United States. In: The Daily Pennsylvanian. 17. November 2013, abgerufen am 26. Februar 2026.</ref> Einen Tag später brach die die Brandeis University (kurz darauf gefolgt von der Syracuse University)<ref>SU cuts ties with Al-Quds University. In: Daily Orange. 3. Dezember 2013, abgerufen am 25. Februar 2026.
Henry Rome: Syracuse follows Brandeis in halting ties with Al-Quds. In: The Jerusalem Post. 22. November 2013, abgerufen am 25. Februar 2026.</ref> die Partnerschaft mit der AQU ab und referierte dabei die Memri-Version der Vorfälle,<ref>Brandeis University suspends its partnership with Al-Quds University effective immediately. In: Brandeis Now. 18. November 2013, abgerufen am 25. Februar 2026.</ref> was medial stark rezipiert wurde.<ref>Vergleiche Jewish Telegraphic Agency: Brandeis Suspends Ties With Palestinian Al Quds University Over „Nazi“ Rallies. In: Forward. 19. November 2013, abgerufen am 25. Februar 2026.
Stephanie Butnick: Brandeis pulls Palestinian University Partnership. In: Tablet Mag. 19. November 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 12. Juni 2017; abgerufen am 25. Februar 2026.
Karin Fischer: Brandeis to Cut Ties With Palestinian University Over Campus Protest. In: The Chronicle of Higher Education. 19. November 2013, abgerufen am 25. Februar 2026.
Jonathan S. Tobin: What Americans Don’t Know About Palestinian Culture. In: Commentary. 20. November 2013, archiviert vom Vorlage:IconExternal am 27. November 2013; abgerufen am 25. Februar 2026.
Jeff Jacoby: A culture of anti-Semitic poison at Al-Quds University. In: The Boston Globe. 24. November 2013, abgerufen am 25. Februar 2026.
News in brief – 28 November 2013 | United States. We don’t want friends like this. In: Times Higher Education. 28. November 2013, abgerufen am 25. Februar 2026.</ref> Daraufhin verurteilte Nusseibeh in der israelischen Presse die Veranstaltung und sprach nun selbst von „nazi-ähnlichen Grüßen“,<ref>David Horovitz, Jewish Telegraphic Agency: Al-Quds university head condemns Nazi-style demonstration on campus. In: The Times of Israel. 20. November 2013, abgerufen am 25. Februar 2026.</ref> ruderte jedoch kurz darauf teilweise zurück: Ein universitäres Untersuchungskomitee habe ihn mittlerweile darüber in Kenntnis gesetzt, welcher Art die Veranstaltung war und dass keine Sympathien mit Nazismus oder Faschismus zum Ausdruck gekommen seien.<ref>David Horovitz: Al-Quds president says Brandeis counterpart „gone overboard“ in row over rally. In: The Times of Israel. 22. November 2013, abgerufen am 25. Februar 2026.</ref>

Im Januar 2014 kam es zu den bis dahin schwersten Zusammenstößen zwischen Soldaten und Studierenden. Anlässlich eines Abschnitts der Sperranlagen, den laut Militär die Studierenden, laut Studierenden dagegen Aktivisten niedergerissen hatten, stürmten Militärs die Universität, feuerten erneut mit Gummigeschossen und Tränengas auf Studierende und verwüsteten besonders die Fakultät für Informationstechnologie. Palästinensische Medien berichteten von bis zu mehr als 100 verletzten Studierenden.<ref>Students Injured in Clashes with Israeli Soldiers near Jerusalem. In: Wafa News Agency. 22. Januar 2014, abgerufen am 26. Februar 2026.
خبر : مئات الاصابات خلال اقتحام قوات الاحتلال تقتحم جامعة 'أبو ديس'. In: Sama News. 22. Januar 2014, abgerufen am 26. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
الاحتلال يقتحم جامعة أبو ديس ويصيب عشرات الطلاب (محدث). In: Palestinian Information Center. 22. Januar 2014, abgerufen am 26. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
عشرات الاصابات خلال اقتحام قوات الاحتلال لجامعة ابو ديس في القدس. In: Arab48. 22. Januar 2014, abgerufen am 26. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

2014 organisierte der Islamische Block (eine mit Hamas verbundene Studierendenliste)<ref>Arrest and Detention of Palestinian Students and Academics. In: Addameer. Dezember 2015, abgerufen am 26. Februar 2026.</ref> an der AQU und der An-Najah-Universität in Nablus Gedenkveranstaltungen anlässlich des zehnten Todestages des Hamasgründers Ahmad Yasin.<ref>الكتلة تنظم مهرجانين للشهداء القادة الأحد بجامعتي القدس والنجاح. In: Palestinian Information Center. 22. März 2014, abgerufen am 26. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).
مهرجان بجامعة القدس إحياءً لذكرى قادة حماس. In: Palestinian Information Center. 23. März 2024, abgerufen am 26. Februar 2026 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> Drei Tage später trat Nusseibeh als Universitätspräsident zurück. Als Grund gab er selbst das Erreichen des Pensionsalters an;<ref>Leading Palestinian Moderate Retires as East Jerusalem University President. In: Haaretz. 27. März 2014, abgerufen am 25. Februar 2026.</ref> mehrere (pro-)israelische Medien dagegen lasen die Veranstaltung als Fortsetzung des Vorfalls von 2013 und führten seinen Rücktritt stattdessen auf „Hamas-Demonstrationen“ zurück.<ref>Jewish Telegraphic Agency: Al-Quds University president resigns after second Hamas rally on campus. In: The Jerusalem Post. 27. März 2014, abgerufen am 25. Februar 2026.
Al-Quds U. president resigns three days after Hamas rally. In: Times of Israel. 27. März 2014, abgerufen am 15. Februar 2026.
Ähnlich bereits Hannah Dreyfus: Hamas Supporters Rally at Al-Quds University. In: Tablet. 25. März 2014, abgerufen am 26. Februar 2026.</ref>

Neuer Präsident wurde Imad Abu Kishek.<ref>Prof. Dr. Imad Abu Kishek. In: alquds.edu. Abgerufen am 26. Februar 2026.</ref>

Die Al-Quds-Universität heute

Datei:AlQudsUniversity.JPG
Schriftzug der Universität

Stand 2026 studieren an der AQU laut eigenen Angaben etwa 12.000 Studierende bei 700 Lehrenden,<ref>Al-Quds University. In: alquds.edu. Abgerufen am 26. Februar 2026.</ref> sie ist damit die größte palästinensische Institution in Jerusalem.<ref>Ido Zelkovitz: Students and Resistance in Palestine. Books, guns and politics. Routledge, London, New York 2015, ISBN 978-1-138-80297-1, S. 119 (archive.org).</ref> Der Hauptcampus der Universität ist der in Abu Dis.<ref name="Abu Dis Campus" /> Auch die meisten anderen Einrichtungen der Universität liegen östlich der israelischen Sperranlagen – nicht aber das Institut für Islamische Archäologie, das Zentrum für Jerusalemstudien, das Frauen-College und die Fakultät für Geisteswissenschaften.<ref>Michael Dumper: Jerusalem Unbound. Geography, History, and the Future of the Holy City. Columbia University Press, New York, Chicester 2014, ISBN 978-0-231-16196-1, S. 81 (archive.org).</ref>

Wie in den anderen palästinensischen Universitäten führen auch in der AQU regelmäßig israelische Soldaten militärische Aktionen durch.<ref>Basem Ra’ad, Jamal Nafi’: The Geography of Occupation: Palestinian Education Today. In: Socialism and Democracy. Band 21, Nr. 1, 2007, S. 33–43, hier 39, doi:10.1080/08854300601116696: „During our teaching careers at three Palestinian universities, we have not experienced a single term in which study was not disrupted by Israeli military and political actions. The problems have become merely more severe in the last five years. The problems have become particularly acute at the two campuses of Al Quds University in east Jerusalem, where parts of the Faculty of Arts are located.“
Maya Wind: Towers of Ivory and Steel. How Israeli Universities Deny Palestinian Freedom. Verso, London, New York 2024, ISBN 978-1-80429-176-4, Kap. 6: Academia Against Liberation | Higher Education under Occupation: „The Israeli military raided the Al-Quds University campus in the occupied East Jerusalem neighborhood of Abu Dis every year between 2015 and 2019, confiscating political materials and injuring students.“</ref> 2014 zum Beispiel zählte die Menschenrechtsanwältin Kamilah Moore 31 Angriffe auf den Hauptcampus in den vergangenen drei Jahren,<ref>Kamilah Moore: Israeli attacks on Al Quds University give new meaning to „academic freedom“. In: Mondoweiss. 17. November 2014, abgerufen am 26. Februar 2026.</ref> 2023 fanden laut Times Higher Education täglich Angriffe mit Tränengas statt,<ref>Pola Lem: Palestinian campus death toll passes 400, says ministry. In: Times Higher Education. 1. November 2023, abgerufen am 26. Februar 2026.</ref> 2025 wurde Hauptcampus fünfmal attackiert,<ref>Fayha Shalash: Palestinian universities in the occupied West Bank are under systematic attack by Israel. In: The New Arab. 13. Januar 2026, abgerufen am 26. Februar 2026.</ref> zeitweise wurde das Universitätsgelände zur militärischen Sperrzone erklärt.<ref>Video: „Israeli“ forces invade, occupy two major West Bank universities. In: Roya News. 9. Dezember 2025, abgerufen am 26. Februar 2026.
Wagdy Sawahel: Education International condemns raids on two universities. In: University World News. 14. Dezember 2025, abgerufen am 26. Februar 2026.</ref> Wegen der Sperranlagen, die bei der Konzeption der Universität nicht eingeplant worden waren, hat die AQU außerdem die speziellen Herausforderungen zu bewältigen, dass Studierende und Angestellte häufig nicht oder mit langen Verzögerungen zu ihrem Campus gelangen können.<ref>Basem Ra’ad, Jamal Nafi’: The Geography of Occupation: Palestinian Education Today. In: Socialism and Democracy. Band 21, Nr. 1, 2007, S. 33–43, hier 39, doi:10.1080/08854300601116696: „The university’s organization assumes that the Palestinian areas are in close proximity as they in fact are […] On the other hand, the Israeli occupation presumes political positions and imposes military realities that disrupt communication and movement among the various Palestinian parts. […] Most of those who used to study in east Jerusalem can no longer do so. Some other students and faculty at the two Jerusalem campuses have only West Bank identity cards […]. Even in the West Bank campus of Abu Dees, on bad days when closures in the area are severe, as many as 50 percent are not able to attend classes. On days when a curfew is imposed in any of the surrounding areas, classes cannot be held at all.“
Wendy Pullan, Maximilian Gwiazda: The Space of Contested Jerusalem. In: Jerusalem Quarterly. Band 39, Nr. 3, 2009, S. 39–50, hier 47, doi:10.70190/jq.I39.p39: „What used to be a five minute trip across Abu Dis to the university, or a fifteen minute drive from Jerusalem, is now, for those with the proper permissions, a journey of at least 45 minutes involving Israeli military checkpoints.“
Kamala Visweswaran: Palestinian Universities and Everyday Life under Occupation. Why boycotts make sense to many. In: Academe Magazine. September / October 2015 (aaup.org): „Although Abu Dis is scant kilometers from East Jerusalem, long lines and an elaborate network of checkpoints mean that it can take students and faculty at Al-Quds two hours to get to Jerusalem, where many have relatives, and the same amount of time to return. The Al-Quds campus in Abu Dis is separated from some of its offices in the old city and from its historic Hind al-Husseini Girls College in Sheikh Jarrah; about thirteen thousand students go through checkpoints to get to Al-Quds University.“</ref> 2015 berichtete der Lehrende Brendan Ciarán Browne (Trinity College Dublin), teilweise federe die Universität diese Herausforderungen mittels einer Anpassung der Lehrformate ab.<ref>Brendan Ciarán Browne: Education under occupation: everyday disruption at a Palestinian university. In: The Conversation. 14. Oktober 2015, abgerufen am 26. Februar 2026.</ref>

Besonders betroffen ist auch die medizinische Fakultät in Abu Dis, die durch die Sperranlagen getrennt ist von den Krankenhäusern westlich derselben. Zum einen können Studierende dadurch regelmäßig nicht zu ihren Trainingskrankenhäusern gelangen,<ref>Sarrah Shahawy, Megan B. Diamond: Experience of Palestinian medical students on the geopolitical barriers to accessing hospitals for clinical training: a qualitative study. In: The Lancet. Band 390, Nr. 2, 2017, S. 23, doi:10.1016/S0140-6736(17)32074-3.</ref> zum anderen wird studierten Medizinern die israelische Zertifizierung verwehrt und damit auch die Möglichkeit, in diesen Krankenhäusern zu praktizieren.<ref>Nir Hasson: Israel Bars Al-Quds University Doctors From Practicing in East Jerusalem. In: Haaretz. 13. Februar 2012, abgerufen am 26. Februar 2026.</ref>

Fakultäten

Datei:Faculty of Science & Technology.jpg
Fakultät für Wissenschaft und Technik

Die Universität besitzt folgende Fakultäten mit den angegebenen Instituten:

  • Geisteswissenschaften (Arabisch, Englisch, Geschichte, Politik, Entwicklung, Sport, Kunst, Musik, Medien, Philosophie, Sozialarbeit, Angewandte Soziologie) mit dem Center for Jerusalem Studies<ref>Tilla Rudel: Center for Jerusalem Studies (département de l’université al-Quds). (Lexikonartikel). In: Tilla Rudel (Hrsg.): Jérusalem: Histoire, promenades, anthologie et dictionnaire (= Jean-Luc Barré [Hrsg.]: Collection Bouquins). Éditions Robert Laffont/Centre national du livre, Paris 2018, ISBN 978-2-221-11597-8, S. 974 f.</ref> in der Jerusalemer Altstadt
  • Wirtschaft (Marketing, Finanzwesen, BWL, Buchhaltung, Ökonomie)
  • Wissenschaft und Technik (Informatik, Lebensmitteltechnologie, Umwelttechnik, Physik, Biologie, Mathematik, Chemie)
  • Ingenieurwesen (Elektronik, Material, Kommunikation, Computer)
  • Medizin
  • Zahnheilkunde
  • Pharmazie
  • Volksgesundheit
  • Gesundheitsberufe (Radiologie, Labor, Physiotherapie, Krankenpflege)
  • Erziehungswesen (Methodik, Kindergartenpädagogik, Psychologie)
  • Rechtswissenschaften
  • Islamisches Recht und Da'wa
  • Koran und Islamische Studien

Literatur

  • Sari Nusseibeh, Anthony David: Es war einmal ein Land. Ein Leben in Palästina. Suhrkamp, Frankfurt am Main 2009, ISBN 978-3-518-46086-3.

Weblinks

Einzelnachweise

<references responsive=""> <ref name="FUIW">List of Members. (pdf) In: www.fumi-fuiw.org. Federation of the Universities of the Islamic World, 2017, S. 13, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 26. November 2019; abgerufen am 4. September 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref> <ref name="IAU">

List of IAU Members. In: iau-aiu.net. International Association of Universities, abgerufen am 10. August 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

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