Acebutolol
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Acebutolol ist eine organische chemische Verbindung, die zu den Aromaten und Amiden zählt. Die Substanz wird als Arzneistoff der Gruppe der Betablocker eingesetzt.
Darstellung und Gewinnung
Die Herstellung von Acebutolol erfolgt in fünf Schritten.<ref name="Kleemann">A. Kleemann, J. Engel, B. Kutscher, D. Reichert: Pharmaceutical Substances - Synthesis, Patents, Applications, 4. Auflage (2000), Thieme-Verlag Stuttgart, ISBN 978-1-58890-031-9</ref><ref>Patent GB 1247384 (May & Baker, 1967).</ref> Die Synthese geht vom 4-Aminophenol aus, dass im ersten Schritt mit Buttersäureanhydrid zum Säureamid 4-Butyramidophenol<ref>Verma, K.K.; Tyagi, P.: in Anal. Chem. 56 (1984) 2157.</ref> und im zweiten Schritt mit Acetylchlorid zum O-Acetyl-4-butyramidophenol umgesetzt wird. Nach der Isomerisierung (Fries-Umlagerung) der Phenylacetatstruktur zur 2-Hydroxyacetophenonstruktur bei 140 °C in Gegenwart von Aluminiumchlorid erfolgt eine Veretherung mit Epichlorhydrin. Die Zielverbindung ergibt sich durch die Ringöffnung der Epoxyfunktion mit Isopropylamin. Die Synthesesequenz ergibt das Racemat.
Klinische Angaben
Acebutolol gehört zu der Gruppe der mittellangwirksamen Betablocker, mit einer Halbwertszeit von 4 bis 12 Stunden und einer Wirkdauer von bis zu 24 Stunden. Die Bioverfügbarkeit von Acebutolol beträgt 60 % und es weist eine geringe Selektivität für β1-Adrenozeptoren gegenüber anderen β-Adrenozeptoren auf. Es wird über die Niere ausgeschieden und sollte daher nicht bei Patienten mit Niereninsuffizienz gegeben werden.
Intrinsische sympathominetische Aktivität
Die Besonderheit von Acebutolol und einigen anderen Betablockern (Oxprenolol und Pindolol) besteht in der intrinsischen sympathomimetischen Aktivität (ISA).
Sonstige Informationen
Stereochemie
Acebutolol hat ein chirales Zentrum, arzneilich verwendet wird das Racemat. Die beiden Enantiomere eines chiralen Arzneistoffes zeigen fast immer eine unterschiedliche Pharmakologie und Pharmakokinetik, was früher aus Unkenntnis stereochemischer Zusammenhänge oft ignoriert wurde.<ref name="Ariëns">E. J. Ariëns (1984): Stereochemistry, a basis for sophisticated nonsense in pharmacokinetics and clinical pharmacology. In: European Journal of Clinical Pharmacology. 26(2); 663–668; PMID 6092093.</ref> Das aktive Stereoisomer (Eutomer) ist (S)-Form von Acebutolol.<ref name=Agustiana>Joni Agustiana, Azlina Harun Kamaruddina, Subhash Bhatiaa: Single enantiomeric -blockers—The existing technologies, Process Biochemistry 45 (2010) 1587–1604.</ref>
| Enantiomere von Acebutolol | |
|---|---|
| Datei:(R)-Acebutolol Structural Formula V1.svg CAS-Nr.: Vorlage:CASRN |
Datei:(S)-Acebutolol Structural Formula V1.svg CAS-Nr.: Vorlage:CASRN |
Literatur
- T. Karow / R. Lang-Roth Allgemeine und spezielle Pharmakologie und Toxikologie 2003 S. 62 – 66.
- G. Herold Innere Medizin 2004.
Einzelnachweise
<references/>
Handelsnamen
Prent (D)
Acebutolol in Kombination mit Mefrusid: Sali-Prent (D), Acebutolol in Kombination mit Nifedipin: Tredalat (D)