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Abuelas de Plaza de Mayo

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Datei:Estela de Carlotto y Néstor Kirchner en Casa Rosada-30MAY06-presidencia-govar.jpg
Estela de Carlotto und Néstor Kirchner in der Casa Rosada, Buenos Aires (2006)

Die Asociación Civil Abuelas de Plaza de Mayo (Bürgerliche Vereinigung der Großmütter der Plaza de Mayo) ist eine argentinische Nichtregierungsorganisation, deren Ziel es ist, Kinder, die während der Militärdiktatur von 1976–1983 zur Zwangsadoption freigegeben wurden, aufzufinden und zu ihren Ursprungsfamilien zurückzubringen. Es handelt sich in der Regel dabei um ihre Enkelkinder, also die Nachkommenschaft der gewaltsam „verschwundenen“ Töchter der in der Organisation zusammengeschlossenen Frauen. Darüber hinaus wollen die Großmütter die Verantwortlichen zur Rechenschaft ziehen. Präsidentin ist Enriqueta Estela Barnes de Carlotto, Vize-Präsidentin Rosa Tarlovsky de Roisinblit. Die Abuelas de Plaza de Mayo arbeiten mit den Madres de Plaza de Mayo eng zusammen, sind aber eine eigenständige Organisation.

Hintergrund

Während der Diktatur wurden die Babys von in Gefangenschaft befindlichen Regimegegnerinnen systematisch geraubt, und die Mütter anschließend gefoltert und umgebracht (→ Desaparecidos). Die Organisation wurde am 22. Oktober 1977 durch 12 Frauen gegründet. Diese demonstrierten für die Aufklärung des Verbleibs ihrer Töchter sowie ihrer Enkelkinder, die teilweise entführt und teilweise in Haft geboren worden waren.<ref>Abuelas de Plaza de Mayo cumple 40 años de búsqueda. In: Radio Mitre. 22. Oktober 2017, abgerufen am 6. März 2019 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref>

Die Organisation schätzt, dass es in Argentinien insgesamt etwa 500 von den Schergen der Diktatur geraubte und dann im Geheimen zur Adoption durch Militärs freigegebene Kinder gibt. In mindestens 128 Fällen wurden bis zum Jahr 2018 während der Militärdiktatur verschwundene Kinder an Elternteile oder rechtmäßige Familien zurückgegeben.<ref>Casos resueltos | Nuestros Nietos | Abuelas de Plaza de Mayo. Archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 30. Mai 2023; abgerufen am 6. März 2019.  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.abuelas.org.ar</ref> Die Bemühungen dauern an. Die Konfrontation mit ihrer biologischen Herkunft ist für die mittlerweile erwachsenen Kinder meist ein sehr schmerzhafter Prozess – auch deswegen, weil ihre Adoptivväter als damalige Offiziere nicht selten an der Folterung und Ermordung ihrer leiblichen Eltern beteiligt waren.<ref>Werner Marti: Videla wegen Kindsraub verurteilt. Argentiniens Justiz spricht von systematischer Aneignung von Babys durch die Militärs. Neue Zürcher Zeitung online, 7. Juli 2012</ref> Einige dieser mittlerweile erwachsenen Kinder haben die Organisation HIJOS gegründet, die sich für eine harte Strafverfolgung der damaligen Täter einsetzt.

Würdigung

Der argentinische Spielfilm „Die offizielle Geschichte“ (span. La Historia oficial), Oscarpreisträger von 1986 (bester fremdsprachiger Film) behandelt das Schicksal eines während der Militärdiktatur adoptierten Kindes und seiner Familie.

Die Präsidentin der Organisation, Enriqueta Estela Barnes de Carlotto, erhielt 2003 den Menschenrechtspreis der Vereinten Nationen.

Im 15. Arrondissement von Paris wurde 2008 der Jardin des Mères et Grand-mères de la Place de Mai (Garten der Mütter und Großmütter der Plaza de Mayo) eingeweiht.

Datei:Jardín Madres y Abuelas de Plaza de Mayo en París.jpg
Einweihung des Jardin des Mères et Grand-mères de la Place de mai in Paris: Estela B. de Carlotto, Cristina Kirchner, Bertrand Delanoë, Philippe Goujon und Marta Vazquez (von links).

Im März 2011 wurden die Großmütter der Plaza de Mayo für ihr Engagement in der Friedensbildung von der Organisation der Vereinten Nationen für Erziehung, Wissenschaft und Kultur (UNESCO) mit dem Félix-Houphouët-Boigny-Friedenspreis ausgezeichnet.<ref>Großmütter der Plaza de Mayo erhalten Friedenspreis der UNESCO. In: amerika21. 12. März 2011, abgerufen am 12. März 2011.</ref>

Siehe auch

Literatur

  • Haley Cohen Gilliland: A Flower Traveled in My Blood: The Incredible True Story of the Grandmothers Who Fought to Find a Stolen Generation of Children. Avid Reader, New York 2025, ISBN 978-1-6680-1714-2.

Weblinks

Commons: Abuelas de Plaza de Mayo – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />