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4-Phenyl-1,2,4-triazolin-3,5-dion

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Strukturformel
Struktur von PTAD
Allgemeines
Name 4-Phenyl-1,2,4-triazolin-3,5-dion
Andere Namen
  • 4-Phenyl-4,5-dihydro-3H-1,2,4-triazol-3,5-dion (IUPAC)
  • PTAD
Summenformel C8H5N3O2
Kurzbeschreibung

roter Feststoff<ref name="Sigma">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 224-191-7
ECHA-InfoCard 100.021.993
PubChem 77913
ChemSpider 70304
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Eigenschaften
Molare Masse 175,15 g·mol−1
Aggregatzustand

fest

Schmelzpunkt

165 °C<ref name="Sigma" />

Sicherheitshinweise
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="Sigma" />
keine GHS-Piktogramme

H- und P-Sätze H: keine H-Sätze
P: keine P-Sätze<ref name="Sigma" />
Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

4-Phenyl-1,2,4-triazolin-3,5-dion (PTAD) ist eine Azodicarbonylverbindung. Es wurde erstmals 1894 von Johannes Thiele und Otto Stange durch Oxidation von 4-Phenylurazol mit Mennige in Schwefelsäure dargestellt.<ref>Johannes Thiele, Otto Stange: Ueber Semicarbazid. In: Justus Liebig's Annalen der Chemie. 283, 1894, S. 1–46, doi:10.1002/jlac.18942830102.</ref> Für eine Charakterisierung reichte die dargestellte Substanzmenge jedoch nicht aus. Eine präparativ brauchbare Synthese wurde erst 1971 veröffentlicht.<ref name="Organic Syntheses" />

Gewinnung/Darstellung

Die Synthese geht von Hydrazin und Diethylcarbonat (1) aus.<ref name="Organic Syntheses">R. C. Cookson, S. S. Gupte, I. D. R. Stevens, C. T. Watts: Vorlage:Linktext-Check In: Organic Syntheses. 51, 1971, S. 121, doi:10.15227/orgsyn.051.0121; Coll. Vol. 6, 1988, S. 936 (PDF).</ref> Diese reagieren zu Ethylhydrazincarboxylat (2), das mit Phenylisocyanat (3) umgesetzt wird. Das gebildete 4-Phenyl-1-carbethoxysemicarbazid (4) wird mit Base zum 4-Phenylurazol (5) cyclisiert, aus dem schließlich durch Oxidation das PTAD (6) gebildet wird.

Datei:Synthesis PTAD.svg
Syntheseroute von PTAD (6) ausgehend von Hydrazin und Diethylcarbonat (1). Für Details siehe Text.

Chemische Eigenschaften

PTAD ist nur stabil in Abwesenheit von Licht und Feuchtigkeit, bei Kontakt mit Alkalien tritt sofortige Zersetzung ein. Wasser, Alkohole und Säuren führen zu langsamer Zersetzung. Ein Schmelz- oder Siedepunkt kann nicht bestimmt werden, da sich die Verbindung zwischen 160 und 180 °C zersetzt, ohne zu schmelzen.

Zurzeit ist es das reaktivste bekannte Dienophil für Diels-Alder-Reaktionen. Es ist tausendmal reaktiver als Tetracyanoethen und sogar zweitausendmal reaktiver als Maleinsäureanhydrid. So erfolgen einfache Cycloadditionen bereits bei sehr niedrigen Temperaturen und selbst mit Cyclooctatetraen, das wegen seiner Wannenform kein geeignetes 1,3-Dien für eine Diels-Alder-Reaktion ist, kann es zum erwarteten Cycloaddukt reagieren. Es wird angenommen, dass die Reaktion in diesem Fall nicht konzertiert, sondern über ein Homotropylium-Zwitterion abläuft.<ref name="Kontakte">Kontakte. (Merck, Darmstadt) 2. 1985, 17.</ref>

Verwendung

Neben der Anwendung in Diels-Alder-Reaktion und anderen Cycloadditionen wird es wegen seiner hohen Reaktivität und Reaktionsgeschwindigkeit auch als Abfangreagenz für instabile Moleküle mit konjugierten Doppelbindungen eingesetzt. Mit PTAD gelang erstmals die Synthese des stark gespannten Prismans.

Einzelnachweise

<references />