Übertreiben
{{#if: befasst sich mit dem Begriff aus dem Bergbau. Zur Übertreibung als Stilmittel siehe Hyperbel (Sprache).
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Übertreiben beschreibt im Bergbau die Situation, dass der Förderkorb bei der Schachtförderung erst oberhalb der Hängebank zum Stehen kommt.<ref name="Quelle 1" /> Insbesondere, seit Dampfmaschinen und Elektromotoren als Antrieb für die Fördermaschinen eingesetzt werden, besteht die Gefahr, dass die Körbe infolge einer Störung wegen ihrer größeren Geschwindigkeit bis an das obere Ende des Fördergerüsts gezogen werden.<ref name="Quelle 2" /> Die Gefahr des Übertreibens ist bei Trommelfördermaschinen wesentlich größer als bei Treibscheibenförderungen.<ref name= "Quelle 12" />
Ursachen
Die Ursachen für das Übertreiben sind sehr unterschiedlich.<ref name="Quelle 11" /> So kann es durch einen Fehler in der Steuerung dazu kommen, dass die Fahrbremse nicht aufgelegt wird, wenn sich das beladene Fördermittel am oberen Anschlag befindet. Dadurch wird das Fördermittel aufgrund des Eigengewichtes abwärts gezogen und erreicht eine so hohe Geschwindigkeit, dass es bis in den Schachtsumpf fährt.<ref name= "Quelle 3" /> Eine weitere Ursache für das Übertreiben kann ein Defekt des für die Einfahrüberwachung zuständigen Schalters sein. Dann wird das Fördermittel nicht passend abgebremst und fährt über den obersten Anschlag hinaus.<ref name= "Quelle 4" /> Mechanische Defekte an Steuereinrichtungen können ebenfalls dazu führen, dass das Fördermittel nicht entsprechend abgebremst wird und es somit zum Übertreiben kommt.<ref name="Quelle 5" /> Auch menschliches Fehlverhalten kann eine Ursache für Übertreiben sein.<ref name="Quelle 16" />
Folgen
Durch den Aufprall gegen die Seilscheiben kann es zu Schäden am Fördergerüst kommen.<ref name="Quelle 6" /> Als Folge davon kann es zu einem Seilriss kommen.<ref name="Quelle 11" /> Bei der Treibscheibenförderung sind dabei die Bergleute von beiden Förderkörben gefährdet, die am gleichen Seil hängen.<ref name= "Quelle 7" /> Als Schutz setzt man heute eine Einfahrüberwachung ein. Typisch ist ein Magnetschalter in einem mit Schutzgas gefüllten Glasröhrchen.<ref name="Quelle 1" /> Damit der Korb nicht bis unter die Seilscheiben fährt, gibt es die Übertreibsicherung.<ref name= "Quelle 12" /> Zusätzlich zum kompletten Stoppen der Fördermittel gibt es den Prellträger.<ref name="Quelle 1" />
Vorfälle in der Betriebspraxis
Das Übertreiben war, insbesondere in der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts, mit einer der häufigsten Ursachen für Unfälle bei der Schachtförderung.<ref name="Quelle 13" /> Am 28. September des Jahres 1898 kam es auf der Zeche General Blumenthal während der Seilfahrt zu einem Übertreiben der Förderkörbe, hierbei kamen 17 Bergleute ums Leben.<ref name= "Quelle 8" /> Am 25. März des Jahres 1926 kam es auf der Zeche Oberhausen während der Seilfahrt zu einem Übertreiben der Förderkörbe.<ref name="Quelle 15" /> Der nach oben gehende Förderkorb wurde bis unter die Prellträger gezogen. Die Wucht war so stark, dass das Förderseil riss. Der Korb setzte beim Zurückfallen auf die Fangstützen auf. Der nach unten treibende Korb wurde beim Einfahren mit voller Wucht in den Schachtsumpf gezogen. Dieser Korb wurde um die Wendeholzverlagerung gezogen und stark verformt.<ref name="Quelle 9" /> Bei diesem Vorfall kamen 13 Bergleute ums Leben.<ref name="Quelle 14" /> Im Jahr 1983 kam es auf einer Schachtanlage an einer Blindschachtförderanlage zu einem Übertreiben, dabei wurde der Förderkorb mit hoher Geschwindigkeit bis in die Spurlattenverdickung und anschließend gegen den Prellträger gefahren. Bei diesem Vorfall wurde ein Bergmann leicht verletzt.<ref name="Quelle 10" />
Einzelnachweise
<references>
<ref name="Quelle 1">Technische Anforderungen an Schacht- und Schrägförderanlagen (TAS). Verlag Hermann Bellmann, Dortmund 2005, Blt. 1/2, 2/4, 3/10, 3/15.</ref> <ref name="Quelle 2">{{#if:{{#ifexpr:{{#if:CS|0|1}} or {{#if:73616|0|1}}|1}}|Fehlender Parameter {{#if:CS||„Land“{{#if:73616|| und }}}}{{#if:73616||„V-Nr“}}|}}{{#if: {{#invoke:Expr|TemplateBooland}}|{{#ifeq:|Patentanmeldung|Patentanmeldung|{{#ifeq:|Gebrauchsmuster|Gebrauchsmuster|Patent}}}} {{#if:{{#invoke:TemplUtl|faculty|}}|CS73616|{{#switch: {{{DB}}} | DEPATIS =CS73616 | WIPO = CS73616 | Google = CS73616 | #default =CS73616 }}}}{{#if:Übertreibsicherung für die Schachtförderung1940-05-221944-09-15Westfalia Dinnendahl Gröppel Aktiengesellschaft|:|.}}{{#if:Übertreibsicherung für die Schachtförderung| Übertreibsicherung für die Schachtförderung.}}{{#if:1940-05-22| Angemeldet am {{#iferror:{{#invoke:Vorlage:FormatDate|Execute}}|}}{{#if:1944-09-15Westfalia Dinnendahl Gröppel Aktiengesellschaft|,}}}}{{#if:1944-09-15|{{#if:1940-05-22| veröffentlicht am | Veröffentlicht am }}{{#iferror:{{#invoke:Vorlage:FormatDate|Execute}}|}}{{#if:Westfalia Dinnendahl Gröppel Aktiengesellschaft|,}}}}{{#if:Westfalia Dinnendahl Gröppel Aktiengesellschaft| Anmelder: Westfalia Dinnendahl Gröppel Aktiengesellschaft{{#if:|,}}}}{{#if:| Erfinder: {{{Erfinder}}}}}{{#if:| ({{{Kommentar}}})}}{{#if:1940-05-221944-09-15Westfalia Dinnendahl Gröppel Aktiengesellschaft|.}}}}{{#invoke:TemplatePar|match |template= Vorlage:Patent |cat= {{#ifeq: 0 | 0 | Wikipedia:Vorlagenfehler/Vorlage:Patent}} |format= |preview=@@@ |1=Land= ABC+ |2=V-Nr= /^[0-9A-Z]+$/ |3=Titel= * |4=Erfinder= * |5=Anmelder= * |6=A-Datum= * |7=V-Datum= * |8=Typ= ASCII |9=Code= ASCII |10=Kommentar= * |11=KeinLink= ASCII |12=DB=ASCII }}</ref> <ref name= "Quelle 3">Bezirksregierung Arnsberg: Übertreiben einer Schachtförderanlage. Online (Wiederhergestellt per Webarchive am 24. April 2026).</ref> <ref name= "Quelle 4">Bezirksregierung Arnsberg: Übertreiben des Gegengewichts einer mittleren Seilfahrtanlage.</ref> <ref name="Quelle 5">Bezirksregierung Arnsberg: Übertreiben an einer Einbobinen-Abteufanlage.</ref> <ref name="Quelle 6">Carl Hellmut Fritzsche: Lehrbuch der Bergbaukunde. Mit besonderer Berücksichtigung des Steinkohlenbergbaus. Erster Band, zehnte, völlig neubearbeitete Auflage, mit 574 Abbildungen und einer farbigen Tafel, Springer Verlag, Berlin/Göttingen/Heidelberg 1961, S. 447, 448, 525.</ref> <ref name= "Quelle 7">Winfried Sindern, Olivier Gronau: Stahldrahtseile - bewährte Leistungsträger von Schachtförderanlagen. In: Ring Deutscher Bergingenieure e.V. (Hrsg.): Bergbau. 61. Jahrgang, Nr. 4, Makossa Druck und Medien GmbH, Gelsenkirchen April 2010, {{#invoke:URIutil|{{#ifeq:1|1|linkISSN|targetISSN}}|0342-5681|0}}{{#ifeq:1|0|[!] }}{{#ifeq:0|1
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}}, S. 155–164.</ref> <ref name= "Quelle 8">Joachim Huske: Die Steinkohlenzechen im Ruhrrevier. Daten und Fakten von den Anfängen bis 2005 (= Veröffentlichungen aus dem Deutschen Bergbau-Museum Bochum 144). 3. überarbeitete und erweiterte Auflage. Selbstverlag des Deutschen Bergbau-Museums, Bochum 2006, ISBN 3-937203-24-9, S. 358, 751.</ref> <ref name="Quelle 9">Seilfahrtunglück auf der Zeche Oberhausen.</ref> <ref name="Quelle 10">Bezirksregierung Arnsberg: Übertreiben des Fördermittels einer mittleren Seilfahrtanlage.</ref> <ref name="Quelle 11">Liu Bin: Schachtförderanlagen deren Auslegung Konstruktion und Sicherheitsnormen. Diplomarbeit am Lehrstuhl für Fördertechnik und Konstruktionslehre der Montanuniversität Leoben, Leoben 2015, S. 63.</ref> <ref name= "Quelle 12">Hans Bansen (Hrsg.): Die Bergwerksmaschinen. Eine Sammlung von Handbüchern für Betriebsbeamte. Unter Mitwirkung zahlreicher Fachgenossen; Vierter Band, Die Schachtförderung. Verlag von Julius Springer, Berlin 1913, S. 290–294.</ref> <ref name="Quelle 13">Robert Lamprecht: Technische Neuerungen beim Sächsisch-Thüringischen Kohlenbergbau. In: Hans Höfer C. v. Ernst: Berg- und Hüttenmännisches Jahrbuch der k. k. Bergakademien zu Leoben und Pribram und der königlich ungarischen Bergakademie zu Schemnitz. XLVI. Band, als Fortsetzung des Jahrbuches der k. k. Montan-Lehranstalt zu Leoben, mit 47 Textfiguren und 7 Tafeln, MANZ'sche k. u. k. Hof-Verlags- und Universitäts-Buchhandlung, Wien 1864, S. 45–49, 51.</ref> <ref name="Quelle 14">Wilhelm und Gertrude Hermann: Die alten Zechen an der Ruhr. In: Die Blauen Bücher. 6., um einen Exkurs nach S. 216 erweiterte und in energiepolitischen Teilen aktualisierte Auflage 2008 der 5., völlig neu bearb. u. erweiterten Auflage. Verlag Langewiesche, Königstein im Taunus 2008, ISBN 978-3-7845-6994-9, S. 277.</ref> <ref name="Quelle 15">Marion Ende: Auf den Spuren des Bergbaus der Stadt Essen. Eine graphische Darstellung der Bergwerke zueinander. BoD – Books on Demand, Essen 2017, ISBN 978-3744886987.</ref> <ref name="Quelle 16">H. Herbst: Ergebnisse der Verhandlungen der Preußischen Seilfahrtskommission. In: Carl Siwinna: Kohle und Erz. Technischer Central-Anzeiger für Berg-, Hütten- u. Maschinenwesen. Zeitschrift des Vereins technischer Bergbeamten Oberschlesiens und des Vereins technischer Bergbeamten Niederschlesiens, Nr. 11, 22. Jahrgang, 14. März 1925, S. 434.</ref>
</references>