Zum Inhalt springen

Österreichische Liga für Menschenrechte

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Datei:Österreichische Liga für Menschenrechte Logo.svg
Logo

Die Österreichische Liga für Menschenrechte ist die älteste österreichische Menschenrechtsorganisation. Sie wurde 1926 als Teil der Internationalen Liga für Menschenrechte gegründet und war anfangs freimaurerisch dominiert. Nach dem „Anschluss“ Österreichs 1938 löste sich die Liga präventiv selbst auf. Viele ihrer Mitglieder wurden in der Zeit des Nationalsozialismus verfolgt. Unmittelbar nach dem Zweiten Weltkrieg wurde sie wieder gegründet.<ref>Ausstellung: Geschichte der Österreichischen Liga für Menschenrechte, Universität Wien, 15. Oktober 2013.</ref>

Die Vereinigung bezeichnet sich als überparteiliche Aktionsgemeinschaft. Die Rechtsform ist ein Verein mit Sitz in Wien.<ref>Österreichische Liga für Menschenrechte, Verein. Stadt Wien.</ref> Sie setzt sich mit Öffentlichkeitsarbeit, Veranstaltungen und in Publikationen für die Einhaltung und Verbesserung der Rechte von Volksgruppen sowie rassischer, religiöser, sexueller und sozialer Minderheiten ein. Seit dem Jahr 1989 erstellt die Liga einen jährlichen Menschenrechtsbefund über die Situation in Österreich.<ref>Eintrag zu Österreichische Liga für Menschenrechte im Austria-Forum (im AEIOU-Österreich-Lexikon).</ref>

Die Geschichte der Liga wurde unter der Leitung des Historikers Wolfgang Schmale von 2008 bis 2011 an der Universität Wien aufgearbeitet<ref>Der lange Weg zum Menschsein, Doris Griesser/Der Standard, Printausgabe, 13. Juli 2011.</ref> und 2013 in einer Ausstellung, gefördert vom Nationalfonds der Republik Österreich für Opfer des Nationalsozialismus, unter dem Titel Im Dienste der Menschheit – Die wechselvolle Geschichte der Österreichischen Liga für Menschenrechte dokumentiert.<ref>Ausstellung „Im Dienste der Menschheit“ vom 23. Oktober 2013 bis 18. November 2013, Universitätsbibliothek, Universität Wien.</ref><ref>Im Dienste der Menschheit – Die wechselvolle Geschichte der Österreichischen Liga für Menschenrechte, Österreichischer Nationalfonds.</ref>

Seit 2011 koordiniert die Liga für einen großen Teil der österreichischen Zivilgesellschaft Beiträge zum UPR beim UN-Menschenrechtsrat.<ref>Universal Periodic Review (UPR). In: Liga für Menschenrechte. Abgerufen am 17. September 2025.</ref>

Medien

Von 1949 bis 2002 erschien die Mitgliederzeitschrift Das Menschenrecht. Seit 2003 nennt sich die Zeitschrift liga. Im Jahr 2009 erhielt die Redakteurin Sibylle Hamann den Concordia-Preis für Menschenrechte. 2017 erging im Rahmen des Prof. Claus Gatterer-Preises die Ehrende Anerkennung an Generalsekretärin Kira Preckel und Chefredakteurin Hanna Herbst.<ref>Claus Gatterer-Preis für sozial engagierten Journalismus am Institut für Publizistik an der Universität Wien feierlich verliehen. OTS-Meldung vom 6. Juli 2017, abgerufen am 6. Juli 2017.</ref> Ein Relaunch erfolgte im Herbst 2019, als Chefredakteurin ist nun Marion Wisinger dafür verantwortlich.

2023 ging ein neues Monitoring-Tool zur Lage der Menschenrechte in Österreich online.<ref>ORF at/Agenturen red: Menschenrechte: Umsetzung der UNO-Forderungen „ernüchternd“. 7. November 2023, abgerufen am 7. November 2023.</ref> Der Befund für das Jahr 2023 zeige Probleme u. a. in den Bereichen Antisemitismus und Hass, Schwächung der Pressefreiheit, fehlende Obsorge ab dem ersten Tag für unbegleitete minderjährige Geflüchtete und geschlechterspezifische und Polizeigewalt.<ref name=":0">ORF at/Agenturen red: Menschenrechte in Österreich: Neuer Befund gibt Anlass zur Sorge. 7. Dezember 2023, abgerufen am 7. Dezember 2023.</ref> Menschenrechtsverletzungen hätten in „besorgniserregendem Ausmaß“ zugenommen, sagte Präsidentin Barbara Helige.<ref name=":0" /> Die schulische Inklusion gehörloser Menschen entwickle sich positiv.<ref name=":0" />

Menschenrechtspreis

Seit 2010 verleiht die Liga jährlich einen Menschenrechtspreis an Personen oder Nichtregierungsorganisation.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Die Dessi erhält den Menschenrechtspreis (Memento vom 11. Dezember 2015 im Internet Archive) abgerufen am 10. Dezember 2015.</ref>

Preisträger:<ref>Österreichische Liga für Menschenrechte: Menschenrechtspreis. Abgerufen am 29. Mai 2020.</ref>

Literatur

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein