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Tunnelpatin

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Datei:Finnetunnel-Maerz2010-3.jpg
Statue der Heiligen Barbara am Südportal des Finnetunnels während der Bauphase.

Als Tunnelpatin wird eine Frau bezeichnet, die während der Bauphase eines Tunnels dessen Patenschaft übernimmt. Sie ist fortan während der Bauphase die irdische Vertreterin der Heiligen Barbara, der Schutzpatronin der Bergleute. Sie soll den Mineuren Glück bringen.<ref name="sz-2006-03-16-R3">Willkommene Frauen. In: Süddeutsche Zeitung (Ausgabe München Süd), 16. März 2006, S. R3.</ref> Die Patenschaft in der Bergbau- und Montanistentradition ist immer weiblich.

Die Patin wird in der Regel im Rahmen des symbolischen Tunnelanschlags in ihr Ehrenamt eingeführt. Dabei löst sie typischerweise (bei Sprengvortrieb) die erste Sprengung bzw. (bei Baggervortrieb) den ersten Abschlag aus. Erfolgt der Vortrieb per Tunnelvortriebsmaschine, kann diese symbolisch in Gang gesetzt werden.

Im Laufe der Vortriebsarbeiten besuchen die Tunnelpatinnen üblicherweise die Baustelle, insbesondere am 4. Dezember jeden Jahres, dem Gedenktag der Heiligen Barbara, an dem die Vortriebsarbeiten ruhen.<ref name="SF" />

Während der Bauzeit werden Tunnel üblicherweise mit dem Vornamen der Patin bezeichnet. Beim Maschinenvortrieb tragen mitunter auch die verwendeten Tunnelvortriebsmaschinen den Vornamen der Tunnelpatin.<ref name="faz-2004-205-19">Christina, Gabi und Trude arbeiten erfolgreich im Untergrund. In: Frankfurter Allgemeine Zeitung. Nr. 205, 3. September 2004, S. 19.</ref> Mit der Inbetriebnahme des Tunnels endet das Amt der Patin.

Der Brauch der Tunnelpatin ist hauptsächlich in Deutschland und Österreich bekannt, fasst aber wegen des Einsatzes internationaler Baukonsortien auch in anderen Ländern Fuß, so etwa in der Schweiz,<ref>Westumfahrung Zürich, Info 9 vom November 2000. (PDF; 4,2 MB) Abgerufen am 12. Januar 2011.</ref> in Bulgarien<ref>Alpine: Tunnel ground-breaking ceremony in Bulgaria attended by prominent politicians and economic experts. (PDF; 27 kB) Ehemals im Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar); abgerufen am 7. Januar 2011.@1@2Vorlage:Toter Link/www.alpine.at (Seite nicht mehr abrufbar. Suche im Internet Archive )Vorlage:Toter Link/archivebot</ref> oder in Schweden.

Tunnelpatinnen

Datei:Auditunnel 2001b.jpg
Baustellenschild in der Bauphase des Auditunnels (2001). Das Bauwerk wurde während des Vortriebs nach seiner Patin, Sigrid Paefgen, als Sigrid-Tunnel bezeichnet.
Datei:Tunnel-Reitersberg-Nordportal-Jan2011.jpg
Die Patenschaft für den Tunnel Reitersberg hat Marga Beckstein übernommen. Der Tunnel wird demnach in der Bauphase als Marga-Tunnel bezeichnet.
Datei:Tunnel-Reitersberg-NA1-Okt2010-1.jpg
Die Patenschaft für den Rettungsstollen des Tunnels Reitersberg hat Alexandra übernommen.

Als Tunnelpatinnen werden bei Tunnelprojekten oftmals Politikerinnen oder Ehefrauen von Politikern ausgewählt. Seltener werden Vertreterinnen der Wirtschaft bzw. die Ehefrauen von Wirtschaftsvertretern mit dieser Aufgabe betraut. Bei sehr kleinen Projekten (beispielsweise auch bei Querschlägen) übernehmen mitunter auch Mitarbeiterinnen der Baufirmen die Funktion. Vereinzelt sind auch andere Frauen des öffentlichen Lebens Tunnelpatin (beispielsweise beim Dernbacher Tunnel).

In den vergangenen Jahren haben in Deutschland unter anderem folgende Frauen Patenschaften für Großprojekte übernommen:

in Österreich:

in der Schweiz:

Einzelnachweise

<references> <ref name="SF">Bundesverband der Dolmetscher und Übersetzer (Hrsg.): Lebende Sprachen. Band 48-49. Langenscheidt, 2003, ISBN 3-406-49650-4, S. 25 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> </references>