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Marcus Antonius Felix

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Marcus Antonius Felix war ein römischer Ritter und in den Jahren 52 bis 60 n. Chr. Prokurator von Judäa.

Leben

Felix dürfte wie sein Bruder Marcus Antonius Pallas, der zu den einflussreichsten Freigelassenen am Hof des Kaisers Claudius gehörte, ursprünglich ein Freigelassener der Antonia minor gewesen sein.<ref>Allerdings wurde auch eine Inschrift (L’Année épigraphique 1967, 525), die einen Prokurator Ti. Claudius --- erwähnt, auf ihn bezogen, so dass er ein Freigelassener des Claudius gewesen wäre, was in der Forschung allerdings angezweifelt wird, siehe die Nachweise in der PIR-Datenbank (PIR A 0828, abgerufen am 19. April 2026).</ref>

Tacitus erweckt den Eindruck, Felix sei bereits vor dem Jahr 52 Statthalter in Samarien gewesen. Nach schweren Auseinandersetzungen zwischen Juden und Samaritanern hätten sich sowohl er als auch der Prokurator von Judäa und Galiläa Ventidius Cumanus vor dem Statthalter von Syrien Gaius Ummidius Durmius Quadratus verantworten müssen, wobei Cumanus abgelöst und Felix auch die Prokuratur für Judäa übertragen worden sei. Die Forschung<ref>Referiert bei: Rainer Metzner: Die Prominenten im Neuen Testament. Ein prosopographischer Kommentar. Göttingen 2008, S. 498 (Anm. 755).</ref> geht heute davon aus, dass Felix zuvor ein Kommando über Hilfstruppen innehatte und als Truppenführer in Judäa und Samaria unter Cumanus diente, bevor er als dessen Nachfolger zum Prokurator von Judäa, Galiläa, Samaria und Peräa<ref>Flavius Josephus, Jüdischer Krieg II 247.</ref> ernannt wurde.

Tacitus beschreibt das Regiment des Felix als äußerst despotisch.<ref>Tacitus, Historien 5,9.</ref> Zu seiner Zeit trat in Judäa ein falscher Prophet auf, den man „den Ägypter“ nannte. Dieser ägyptische Jude zog mit einer großen Anhängerschar<ref>Josephus spricht in Jüdischer Krieg II 262f. von 30.000 „Opfern seines Betruges“. In Apostelgeschichte 21,38 ist dagegen von „4.000 Sikariern“ die Rede, die der „Ägypter“ in die Wüste (und anschließend auf den Ölberg) führte. Zu der Episode vgl. insgesamt: Rainer Metzner: Die Prominenten im Neuen Testament. Ein prosopographischer Kommentar. Göttingen 2008, S. 482–487.</ref> zum Ölberg, um die Römer in einem endzeitlichen Gotteskrieg zu besiegen und ihnen die heilige Stadt Jerusalem zu entreißen. Felix brachte dem falschen Propheten allerdings eine vernichtende Niederlage bei.<ref>In Jüdische Altertümer XX 169ff. spricht Josephus von 4.000 Toten und 200 Gefangenen nach dem Ausfall der Truppen des Felix auf den Ölberg. Wie sowohl Josephus als auch die Apostelgeschichte berichten, entkam der Rädelsführer. Paulus wurde bei seiner Verhaftung in Jerusalem nach einem Streit mit religiösen Gegnern von den Soldaten zunächst für den „Ägypter“ gehalten und deswegen festgesetzt. Vgl. Reinhold Mayer, Inken Rühle: War Jesus der Messias? Geschichte der Messiasse Israels in drei Jahrtausenden. Tübingen 1998. S. 52 und 258f. Gerd Theißen: Der historische Jesus. Ein Lehrbuch. 4. Auflage, Göttingen 2011. S. 142.</ref> Ferner unterdrückte er messianische Aufstandsbewegungen mit harter Hand und stand Gerüchten zufolge, die Josephus kolportiert, in Verbindung mit dem Mord der Sikarier an dem politisch einflussreichen früheren Hohepriester Jonathan im Jahr 56.<ref>Flavius Josephus, Jüdische Altertümer XX 162ff. In der früheren Darstellung des Josephus (Jüdischer Krieg II 256) wird Felix dagegen nicht mit dem Mord in Zusammenhang gebracht.</ref> Die häufige Eskalation von Unruhen zwischen verschiedenen Bevölkerungsgruppen in Caesarea und die brutale Niederschlagung jüdischer Proteste durch die römische Besatzung sind kennzeichnend sowohl für die sich steigernde allgemeine Unzufriedenheit im Vorfeld des Jüdischen Krieges als auch für den rücksichtslosen Regierungsstil des Felix.

Die biblische Erzählung berichtet in der Apostelgeschichte des Lukas, Kapitel 24, dass Felix den Apostel Paulus in Caesarea Maritima anklagen und für zwei Jahre in Schutzhaft nehmen ließ. Dabei soll er Paulus mehrfach im Gefängnis besucht und sich für dessen Lehre interessiert haben, allerdings aus selbstsüchtigen Motiven, da er gehofft haben soll, von Paulus Bestechungsgelder für eine Freilassung zu erhalten. Bei seiner Abberufung habe Felix den Gefangenen im Kerker zurückgelassen, „weil er den Juden einen Gefallen erweisen wollte“ (Apostelgeschichte 24,27). Vermutlich wollte er auf diese Weise Klagen der jüdischen Obrigkeit über seine Amtszeit beim Kaiser abwenden, die ihm, dessen Karriere unter den neuen politischen Verhältnissen in Rom (die Seilschaft der Freigelassenen hatte mit der Ermordung Kaiser Claudius’ und dem Amtsantritt Neros ihren politischen Einfluss verloren) ohnehin beendet schien, gefährlich werden konnten.<ref>Rainer Metzner: Die Prominenten im Neuen Testament. Ein prosopographischer Kommentar. Göttingen 2008, S. 507.</ref>

Felix war mit drei Königstöchtern verheiratet,<ref>Sueton: Claudius 28.</ref> darunter mit Drusilla, einer Tochter von Herodes Agrippa I. und mit Iulia Drusilla, einer Enkelin des Antonius und der Kleopatra.

Siehe auch

Commons: Marcus Antonius Felix – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Quellen

Literatur

Anmerkungen

<references />

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