Wasserzell (Spalt)
Wasserzell Stadt Spalt
| ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(318)&title=Wasserzell 49° 11′ N, 10° 57′ O
{{#coordinates:49,175555555556|10,949444444444|primary
|
dim=10000 | globe= | name=Wasserzell | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
}} |
| Höhe: | 359 (355–383) m ü. NHN | |||||
| Einwohner: | 318 (31. Dez. 2023)<ref name="Einwohner">Einwohnerzahlen. Abgerufen am 26. September 2024.</ref> | |||||
| Postleitzahl: | 91174 | |||||
| Vorwahl: | 09175 | |||||
Wasserzell von Großweingarten aus gesehen
| ||||||
Wasserzell (fränkisch: Dsäll<ref>E. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 82. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „dsęl“.</ref>) ist ein Gemeindeteil der Stadt Spalt im Landkreis Roth (Mittelfranken, Bayern).<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Wasserzell liegt in der Gemarkung Großweingarten.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen – Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 10. Oktober 2024.</ref>
Geografie
Das Kirchdorf liegt im Spalter Hügelland nahe bei Spalt und Großweingarten, ca. 4 km Luftlinie nördlich des Großen Brombachsees. Er ist eingeteilt in Wasserzell/Altort und Wasserzell/Ost. Die Fränkische Rezat fließt nördlich angrenzend am Altort vorbei. Südwestlich des Ortes liegt das Waldgebiet Birkle, nördlich das Waldgebiet Lug.
Die Staatsstraße 2223 führt an der Egelmühle vorbei nach Spalt (1,9 km westlich) bzw. an dem Straßenhaus vorbei nach Georgensgmünd (4,5 km östlich). Eine Gemeindeverbindungsstraße führt nach Mosbach zur Kreisstraße RH 6 (1,9 km nordöstlich).<ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 18. Juli 2023 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref>
Geschichte
Im 11. Jahrhundert wurde die Stephanuskirche erbaut. Der Ort wurde 1358 als „Wasserzell“ erstmals urkundlich erwähnt.<ref name="E96">F. Eigler: Schwabach, S. 97.</ref> Der Ortsname bedeutet zu dem am Wasser gelegenen Klosterhof.<ref>E. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 82.</ref> Orte, die auf -zell enden, sind fast immer Gründungen, die von einem Kloster ausgegangen sind. Für Wasserzell kommt nur das St.-Salvator-Kloster in Spalt in Frage. Da dieses Kloster spätestens 1037 aufgelöst wurde, kann man davon ausgehen, dass der Ort zuvor gegründet wurde. In der Regel handelt es sich bei diesen Zellen um Wirtschaftshöfe, hier kann es sich um eine Fischerei gehandelt haben.
Im Jahr 1366 verkaufte der Nürnberger Patrizier Berthold Holzschuher die Gefälle von vier Anwesen, darunter auch eine Mühle, an das Kloster Heilsbronn.<ref>G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 478.</ref>
In den Salbüchern des Spalter Chorherrenstift St. Nikolaus von 1460, 1517 und 1549 wurden für Wasserzell jeweils drei Anwesen aufgelistet, 1619 waren es ein Wittum und ein Gut.<ref>F. Eigler: Schwabach, S. 113 f.</ref> Der Hauptmannschaft Enderndorf der Reichsstadt Nürnberg unterstanden 1529 vier Untertansfamilien.<ref>F. Eigler: Schwabach, S. 347.</ref> Das Hochstift Eichstätt erwarb erst 1615 ein Gütlein.<ref name="E96"/> Im Dreißigjährigen Krieg wurden die Kirche und der Friedhof zerstört. Letzterer wurde danach nicht mehr aufgebaut, die Kirche erst 1658.<ref>W. Ulsamer (Hrsg.): 100 Jahre Landkreis Schwabach, S. 308.</ref>
Im Jahre 1671 bestand Wasserzell mit der Egelmühle aus elf Anwesen. Grundherren waren das eichstättische Kastenamt Spalt (2), die Kollegiatstifte St. Emmeram und St. Nikolaus (3), das brandenburg-ansbachische Verwalteramt Merkendorf (3) und das Landesalmosenamt der Reichsstadt Nürnberg (3).<ref>F. Eigler: Schwabach, S. 101.</ref>
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Wasserzell zehn Anwesen. Das Hochgericht übte das eichstättische Pflegamt Wernfels-Spalt aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Kastenamt Spalt. Grundherren waren der Hochstift Eichstätt (Kastenamt Spalt: 1 Halbhof; Kollegiatstift St. Emmeram und St. Nikolaus: 2 Halbhöfe, 1 Köblergut), das Verwalteramt Merkendorf (1 Gut mit Mahlmühle, 1 Gütlein), das Trisoleiamt Ellingen des Deutschen Ordens (1 Gütlein) und das Landesalmosenamt der Reichsstadt Nürnberg (1 Halbhof, 2 Gütlein). Neben den Anwesen gab es die Filialkirche und das Gemeindehirtenhaus.<ref name="E431">F. Eigler: Schwabach, S. 431.</ref>
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde Wasserzell dem 1808 gebildeten Steuerdistrikt Großweingarten und der 1811 gegründeten Ruralgemeinde Großweingarten zugeordnet.
An der Bahnstrecke Georgensgmünd–Spalt hatte Wasserzell von 1892 bis 1922 einen Haltepunkt.
Am 1. Januar 1972 wurde Wasserzell im Zuge der Gebietsreform in Bayern nach Spalt eingegliedert.<ref>F. Eigler: Schwabach, S. 473.</ref><ref>Spalt > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 17. Mai 2025.</ref> In den 1990er Jahren entstand, etwas abgesetzt vom Altort, das Wohngebiet Wasserzell/Ost mit 60 Bauplätzen.
Baudenkmäler
In Wasserzell gibt es sieben Baudenkmäler:<ref>Denkmalliste für Spalt (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege</ref>
- katholische Filialkirche St. Stephanus
- Hopfenbauernhäuser
- Felsenkellereingang
- Kleinhaus
- Bildstock
Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.
Einwohnerentwicklung
Religion
Der Ort ist römisch-katholisch geprägt und bis heute nach St. Emmeram (Spalt) gepfarrt.<ref name="E431"/><ref>Pfarrverband Großweingarten-Abenberg-Spalt-Theilenberg. In: bistum-eichstaett.de. Abgerufen am 1. Juni 2023.</ref> Die Einwohner evangelisch-lutherischer Konfession sind nach St. Michael (Fünfbronn) gepfarrt.<ref name="OV 1961"/>
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Wasserzell. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 6: V–Z. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1804, DNB 790364328, OCLC 833753116, Sp. 111–112 (Digitalisat).
- Friedrich Eigler: Schwabach (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 28). Michael Laßleben, Kallmünz 1990, ISBN 3-7696-9941-6.
- Karl Gröber, Felix Mader: Stadt und Landkreis Schwabach (= Die Kunstdenkmäler von Bayern. Mittelfranken 7). R. Oldenbourg, München 1939, DNB 366496239, S. 391–394.
- Vorlage:Hönn Lexicon Topographicum
- Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit. Band 2. Verl. für Kunstreprod. Schmidt, Neustadt an der Aisch 1993, ISBN 3-923006-90-X, S. 478–479 (Volltext [Wikisource] – Erstausgabe: Beck, Nördlingen 1879).
- Willi Ulsamer (Hrsg.): 100 Jahre Landkreis Schwabach (1862–1962). Ein Heimatbuch. Schwabach 1964, DNB 984880232, OCLC 632541189, S. 308–310.
- Vorlage:Wagner Land- und Stadtkreis Schwabach
Weblinks
- Vorlage:Bavarikon Ort
- Wasserzell in der Topographia Franconiae der Uni WürzburgVorlage:Abrufdatum
- Wasserzell im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum
Fußnoten
<references responsive />
Egelmühle | Enderndorf am See | Engelhof | Fünfbronn | Großweingarten | Güsseldorf | Hagsbronn | Heiligenblut | Höfstetten | Hohenrad | Hügelmühle | Kaltenbrunn | Keilberg | Massendorf | Mosbach | Nagelhof | Ottmannsberg | Schnittling | Steinfurt | Stiegelmühle | Stockheim | Straßenhaus | Theilenberg | Trautenfurt | Untererlbach | Wasserzell | Wernfels
Wüstungen: Griesmühle | Sägmühle