Dahrenstedt
Dahrenstedt Stadt Stendal
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| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(69)&title=Dahrenstedt 52° 33′ N, 11° 50′ O
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| Höhe: | 52 m ü. NHN | |||||
| Fläche: | 4 km² | |||||
| Einwohner: | 69 (31. Dez. 2023)<ref name="EW-2023" /> | |||||
| Bevölkerungsdichte: | 17 Einwohner/km² | |||||
| Eingemeindung: | 1. Juli 1973 | |||||
| Eingemeindet nach: | Dahlen | |||||
| Postleitzahl: | 39576 | |||||
| Vorwahl: | 03931 | |||||
Lage von Dahrenstedt in Sachsen-Anhalt
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Dahrenstedt ist ein Ortsteil der Ortschaft Dahlen der Hansestadt Stendal im Landkreis Stendal in Sachsen-Anhalt, (Deutschland).<ref name="Hauptsatzung" />
Geographie
Lage
Dahrenstedt, ein kurzes Straßendorf mit Kirche,<ref name="HOB-12" /> liegt etwa zwei Kilometer südlich von Dahlen und etwa acht Kilometer südlich von Stendal abseits der großen Verkehrswege in der Altmark.
Nachbarorte sind Buchholz im Westen, Gohre und Dahlen im Nordwesten und Norden, Heeren im Osten und Welle im Südosten.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref> Dahrenstedt und Welle sind durch eine historische Birnbaum-Allee verbunden.<ref name="VS" /> Westlich des Dorfes Dahrenstedt liegt an einem Teich des Dahrenstedter Grabens das „Vogelschutzgebiet Dahrenstedt“.<ref name="DE-ST_SAV">Sachsen-Anhalt-Viewer des Landesamtes für Vermessung und Geoinformation (Hinweise)</ref>
Ortsbild
Das Umland von Dahrenstedt ist rein landwirtschaftlich geprägt und verläuft auf einer Meereshöhe um 50 Meter. Südlich des Ortes erhebt sich der 71 Meter hohe „Weinberg“. Die Dorfstraße wird von Drei- und Vierseitenhöfen gesäumt, wobei die Wohngebäude jeweils zur Straße hin angeordnet sind. Als Baumaterial wurden unverputzte Ziegel benutzt. Vielfach sind die Gebäude mit bemerkenswerten Verzierungen versehen. Eine zu beachtende Besonderheit stellen auch die mehrfach vorkommenden Kniestockhäuser dar.
Geschichte
Mittelalter bis Neuzeit
Die erste Erwähnung des Ortes stammt aus der Zeit um 1150 als Thornstede, dem Kloster St. Ludgeri vor Helmstedt gehörten dort 6 Hufen Landes,<ref name="Rheinische Urbare, Bd 2A" /> genauso im Jahre 1160.<ref name="Riedel-17" /> 1238 werden die 6 Hufen erwähnt als in Dorenstidde VI mansi, als Graf Siegfried von Osterburg Dörfer und Besitz in der Altmark, mit denen er vorher vom St. Ludgerikloster Helmstedt belehnt worden war, dem Abt Gerhard von Werden und Helmstedt überschrieb.<ref name="JBAGV-1841" /> Eine Urkunde von 1314 führt einen Ritter „Heinricus de Dornstede“ auf.<ref name="Beckmann-2" /> 1344 heißt der Ort Dornstede.<ref name="HOB-12" /> Im Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 wird das Dorf als Dornstede aufgeführt, es war in Besitz der Familie von Bismarck.<ref name="Landbuch" /> 1427 wird die Familie Schadewachten mit Besitzungen in donvstete erwähnt.<ref name="Zahn-1928" /> Weitere Nennungen sind 1442 darnsted, 1448 dernstede,<ref name="Zahn-1928" /> 1540 Dornsted,<ref name="Abschiede Bd 1" /> 1687 Dahrenstedt<ref name="HOB-12" /> und 1804 gab es im Dorf Darenstädt oder Dahrenstedt eine Schmiede und einen Krug.<ref name="Bratring-1" />
Im Jahre 1448 wurde für die Komturei Werben Dahrenstedter Besitz verzeichnet.<ref name="Riedel-6" /> Der Dom zu Stendal und die Sankt-Jakobi-Kirche erhielten früher Einnahmen aus Dahrenstedt.<ref name="Zahn-1928" />
Bei der Bodenreform wurden 1945 ermittelt: 12 Besitzungen unter 100 Hektar hatten zusammen 358 Hektar, eine Kirchenbesitzung hatte 2 Hektar. Erst im Jahre 1959 entstand die erste Landwirtschaftliche Produktionsgenossenschaft, die LPG Typ I „Altmark“.<ref name="HOB-12" />
Herkunft des Ortsnamens
Abgeleitet aus der alten nordthüringer Endung „-stedt“ heißt der Ort „Dornenstätte“.<ref name="Kunstdenkmale-Stendal" /><ref name="Sültmann-1932" />
Eingemeindungen
Ursprünglich gehörte das Dorf Dahrenstedt zum Tangermündeschen Kreis der Mark Brandenburg in der Altmark. Zwischen 1807 und 1813 lag es im Kanton Tangermünde auf dem Territorium des napoleonischen Königreichs Westphalen. Nach weiteren Änderungen gehörte die Gemeinde ab 1816 zum Kreis Stendal, dem späteren Landkreis Stendal.<ref name="HOB-12" />
Am 25. Juli 1952 kam die Gemeinde Dahrenstedt zum neuen Kreis Stendal. Am 1. Juli 1973 erfolgte die Eingemeindung nach Dahlen.<ref name="Metzler-Poeschel" /> Dahlen wurde am 1. September 2010 nach Stendal per Gesetz eingemeindet.<ref name="GemNeuglG SDL" /> Damit kam Dahrenstedt als Ortsteil zur Hansestadt Stendal und zur neu errichteten Ortschaft Dahlen.
Einwohnerentwicklung
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Quelle, wenn nicht angegeben, bis 1971:<ref name="HOB-12" />
Religion
Die evangelische Kirchengemeinde Dahrenstedt, die früher zur Pfarrei Buchholz bei Stendal gehörte,<ref name="Almanach1903" /> wird betreut vom Pfarrbereich Stendal, Süd-West im Kirchenkreis Stendal im Bischofssprengel Magdeburg der Evangelischen Kirche in Mitteldeutschland.<ref name="Pfarrbereich" />
Die ältesten überlieferten Kirchenbucheinträge für Dahrenstedt stammen aus dem Jahre 1679.<ref name="Machholz" />
Die katholischen Christen gehören zur Pfarrei St. Anna in Stendal im Dekanat Stendal im Bistum Magdeburg.<ref name="Bistum-MD" />
Kultur und Sehenswürdigkeiten
- Die evangelische Dorfkirche Dahrenstedt ist ein gotischer Feldsteinbau aus dem 13. Jahrhundert.<ref name="Altmarkkirchen" />
- Der Ortsfriedhof ist auf dem Kirchhof.
- Bekannt ist ein zum Kunsthof Dahrenstedt umgebauter alter Bauernhof.<ref name="HP" />
Verkehr
Es verkehren Linienbusse und Rufbusse von Stendalbus.
Sagen aus Dahrenstedt
Einer Sage nach soll Kaiser Otto I. durch den Ort gezogen sein und in einen Stein, der sich noch heute an der Kirchhofmauer befindet, mit einem Stock zwei Löcher gestoßen haben.<ref name="JBAGV-1859" /><ref name="Schmidt-Sagen-T1" /> Der Kaiser schlug im Kriegsgrund, einem Flurstück südöstlich des Dorfes, eine blutige Schlacht, in der viele seiner Feinde das Leben verloren.<ref name="Schmidt-Sagen-T1" />
Der Chronist Christoph Entzelt berichtete 1579 von einer Schlacht zwischen dem Markgrafen Huder (Udo IV.) und dem Grafen Alberto zu Ascanien (Albrecht der Bär). Als man auf einem Berg bei Dahrenstedt einen Weinberg anlegte, den heutigen Weinberg, fand man dort eine Grube „darinne unzehlich viel Menschenheupter und andere Anzeichen begrabener Kriegsleut“.<ref name="Entzelt-1911" />
Alfred Pohlmann berichtete im Jahre 1901 über Die Roßtrappe zu Dahrenstedt, dass im Fundament eines Hauses gegenüber der Kirche der Abdruck eines großen Pferdehufes zu sehen wäre.<ref name="Pohlmann-Sagen" /> Jodocus Temme überlieferte 1839 die Sage als Die Pferdetrappe bei Darnstedt<ref name="Temme" /> nach Beckmann, der sie im Jahre 1751 veröffentlicht hatte. Nahe dem südlichen Dorfausgang nach Bellingen lag ein Stein, so groß wie ein Sack mit zwei Scheffeln Korn, in dem ein unbeschlagener und etwas tief hineingedrückter Pferdefuß zu sehen war.<ref name="Beckmann-1" />
Literatur
- Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an.
- Vorlage:BibOCLC
- Vorlage:BibOCLC
Weblinks
- Website des Kunsthofes
- Hansestadt Stendal: Ortschaften. In: stendal.de.
- Dahrenstedt im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für Computergenealogie
Einzelnachweise
<references> <ref name="Abschiede Bd 1"> Julius Müller, Adolf Parisius im Auftrag des Altmärkischen Geschichts-Vereins (Hrsg.): Die Abschiede der in den Jahren 1540 bis 1542 in der Altmark gehaltenen ersten General-Kirchen-Visitation mit Berücksichtigung der in den Jahren 1551, 1578-1579(81) und 1600 gehaltenen Visitationen. Band 1, Heft 2. Magdeburg und Salzwedel 1891, S. 45, 51. </ref> <ref name="Almanach1903"> Vorlage:PfarrAlmanachProvinzSachsen1903 </ref> <ref name="Altmarkkirchen"> Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783981403954 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an. </ref> <ref name="Beckmann-1"> Johann Christoph Becmann, Bernhard Ludwig Beckmann: Historische Beschreibung der Chur und Mark Brandenburg. Band 1. Berlin 1751, 2. Teil, I. Kapitel, Spalte 375–376, Nr. 12 (uni-potsdam.de). </ref> <ref name="Beckmann-2"> Johann Christoph Becmann, Bernhard Ludwig Beckmann: Historische Beschreibung der Chur und Mark Brandenburg. Band 2. Berlin 1753, 5. Teil, 1. Buch, II. Kapitel, Spalte 23 (uni-potsdam.de). </ref> <ref name="Bistum-MD"> Bistum Magdeburg, Online-Bistumskarte. 2013, abgerufen am 5. September 2020. </ref> <ref name="Bratring-1"> Friedrich Wilhelm August Bratring: Statistisch-topographische Beschreibung der gesammten<-- sic --> Mark Brandenburg. Für Statistiker, Geschäftsmänner, besonders für Kameralisten. Band 1. Berlin 1804, S. 276 (Digitalisat). </ref> <ref name="Entzelt-1911"> Hermann Bohm (Hrsg.): Christoph Entzelts Altmärkische Chronik. Duncker & Humblot, Leipzig 1911, S. 152, Kapitel 104 (uni-potsdam.de). </ref> <ref name="EW-2012-2014"> Bernd-Volker Brahms: Erstmals seit der Wende ein Plus. In: Stendaler Volksstimme. 13. Januar 2015, S. 13. </ref> <ref name="EW-2019"> Donald Lyco: Nach zehn Jahren wieder unter 40.000. In: Stendaler Volksstimme. 10. Januar 2020, S. 13. </ref> <ref name="EW-2022"> Yulian Ide: Hurra! Wir wachsen wieder! In: Stendaler Volksstimme, Biese-Aland-Kurier. 21. Januar 2023, DNB 1047269554, S. 19–20. </ref> <ref name="EW-2021"> Donald Lyko: Und es werden immer weniger. In: Stendaler Volksstimme, Der Altmärker. 11. Januar 2022, DNB 1002381223, S. 13. </ref> <ref name="EW-2023"> Leon Zeitz: Einwohnerzahl geht zurück. In: Stendaler Volksstimme, Der Altmärker. 16. Januar 2024, DNB 1002381223, S. 13. </ref> <ref name="GemNeuglG SDL"> Gesetz über die Neugliederung der Gemeinden im Land Sachsen-Anhalt betreffend den Landkreis Stendal (GemNeuglG SDL) Vom 8. Juli 2010. 8. Juli 2020, GVBl. LSA 2010, 419, § 2, § 5 (sachsen-anhalt.de [abgerufen am 5. September 2020]). </ref> <ref name="Hauptsatzung"> Hansestadt Stendal: Hauptsatzung der Hansestadt Stendal. Lesefassung vom Stand 2. März 2024. 2. März 2024 (stendal.de [PDF; abgerufen am 30. Juni 2024]). </ref> <ref name="HOB-12"> Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/9783830522355 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an. </ref> <ref name="HP"> Hansestadt Stendal: Ortschaften. In: stendal.de. 9. Juli 2020, abgerufen am 5. September 2020. </ref> <ref name="JBAGV-1841"> Peter Wilhelm Behrens: Graf Siegfried von Osterburg und Altenhausen resigniert viele Dörfer und Grundstücke in der Altmark 1238. In: Jahresberichte des Altmärkischen Vereins für vaterländische Geschichte. 4. Jahresbericht, 1841, S. 52 (Digitalisat). </ref> <ref name="JBAGV-1859"> Friedrich Krüger, Johann Friedrich Danneil: Altmärkische Sagen und Gewohnheiten. In: Jahresberichte des Altmärkischen Vereins für vaterländische Geschichte. 12. Jahresbericht, 1859, S. 30, 17. Das Loch in der Kirchhofsmauer zu Dahrenstedt (altmark-geschichte.de [PDF]). </ref> <ref name="Kunstdenkmale-Stendal"> Friedrich Hoßfeld, Ernst Haetge: Der Kreis Stendal Land (= Die Kunstdenkmale der Provinz Sachsen. Band 3). Hopfer, 1933, DNB 362544441, S. 54–55. </ref> <ref name="Landbuch"> Johannes Schultze: Das Landbuch der Mark Brandenburg von 1375 (= Brandenburgische Landbücher. Band 2). Kommissionsverlag von Gsellius, Berlin 1940, S. 357. </ref> <ref name="Machholz"> Vorlage:Kirchenbücher Provinz Sachsen 1925 </ref> <ref name="Metzler-Poeschel"> Der BibISBN-Eintrag Vorlage:BibISBN/3824603217 ist nicht vorhanden. Bitte prüfe die ISBN und lege ggf. einen neuen Eintrag an. </ref> <ref name="Pohlmann-Sagen"> Alfred Pohlmann: Sagen aus der Wiege Preußens und des Deutschen Reiches, der Altmark. Franzen & Große, Stendal 1901, S. 91–92, 5. Die Roßtrappe zu Dahrenstedt (archive.org). </ref> <ref name="Pfarrbereich"> Pfarrbereich Stendal, Süd-West. In: ekmd.de. Abgerufen am 2. April 2023. </ref> <ref name="Riedel-6"> Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA </ref> <ref name="Riedel-17"> Vorlage:CodexDiplBrandenbgTeilA </ref> <ref name="Rheinische Urbare, Bd 2A"> zitiert nach Rohrlach: Rudolf Kötzschke (Hrsg.): Die Urbare der Abtei Werden a. d. Ruhr (= Publikationen der Gesellschaft für rheinische Geschichtskunde XX: Rheinische Urbare). Band 2: A. Die Urbare vom 9.–13. Jahrhundert. Bonn 1908; Nachdruck Düsseldorf 1978, S. 170 </ref> <ref name="Schmidt-Sagen-T1"> Hanns H. F. Schmidt: Das große Sagenbuch der Altmark. Teil 1 von A wie Abbendorf bis K wie Kläden. dr. ziethen verlag, Oschersleben 1994, ISBN 3-928703-40-4, S. 56. </ref> <ref name="Sültmann-1932"> nach Friedrich Hoßfeld: Heinrich Sültmann: Die Ortsnamen im Kreise Stendal. In: Altmärkische Tageszeitung. Juli 1932, ZDB-ID 2511766-X, Beilage „Die Altmärkische Heimat“. </ref> <ref name="Temme"> Jodocus Donatus Hubertus Temme: Die Pferdetrappe bei Darnstedt. In: Die Volkssagen der Altmark. Nicolaische Buchhandlung, Berlin 1839 (Wikisource) </ref> <ref name="VS"> Nora Knappe: Grüne Hoffnung am Straßenrand. In: Volksstimme Magdeburg. 10. Juli 2019 (volksstimme.de [abgerufen am 12. September 2020]). </ref> <ref name="Zahn-1928"> Vorlage:BibOCLC </ref> </references>
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