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Knoten-Beinwell

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Knoten-Beinwell
Datei:Symphytum tuberosum Eglinton.JPG

Knoten-Beinwell (Symphytum tuberosum)

Systematik
Euasteriden I
Familie: Raublattgewächse (Boraginaceae)
Unterfamilie: Boraginoideae
Tribus: Boragineae
Gattung: Beinwell (Symphytum)
Art: Knoten-Beinwell
Wissenschaftlicher Name
Symphytum tuberosum
L.

Der Knoten-Beinwell<ref name="FloraWeb" /> (Symphytum tuberosum), seltener Knotige Wallwurz oder Knotiger Beinwell genannt,<ref name="InfoFlora" /> ist eine Pflanzenart aus der Gattung Beinwell (Symphytum) innerhalb der Familie der Raublattgewächse (Boraginaceae). Weitere Trivialnamen sind Knollen-Beinwell und Knolliger Beinwell, die aber auch als Bezeichnung für die nahe verwandte Art Symphytum bulbosum benutzt werden. Der Knoten-Beinwell ähnelt mit seinen blassgelben Blüten den hellblütigen Formen des Echten Beinwells (Symphytum officinale), ist aber erheblich kleiner und kaum verzweigt.

Beschreibung

Datei:Symphitum tuberosum01.jpg
Blütenstand mit einigen Blüten
Datei:Knoten-Beinwell, Obernzell.jpg
Habitus und Blütenstand
Datei:Symphytum tuberosum - English botany, or, Coloured figures of British plants - vol. 7 - t. 1117.jpg
Illustration aus English botany, or, Coloured figures of British plants, Volume 7, Tafel 1117

Vegetative Merkmale

Der Knoten-Beinwell wächst als ausdauernde krautige Pflanze, die Wuchshöhen von meist 20 bis 30 (15 bis 40<ref name="FloraWeb" />) Zentimetern erreicht. Als Überdauerungsorgan wird ein wenig verzweigtes knolliges Rhizom ausgebildet. Der Stängel verzweigt sich kaum. Die oberirdischen Pflanzenteile sind rau behaart.

Die unteren Laubblätter sind eiförmig-elliptisch und verschmälern sich in einen 1 bis 7 Zentimeter langen Blattstiel;<ref name="Hegi1966" /> die oberen sind sitzend und nur halb, schmal herablaufend.

Generative Merkmale

Die Blütezeit reicht von April bis Mai.<ref name="FloraWeb" /> Meist sechs bis zehn, selten bis zu zwanzig nickende Blüten stehen in einem Doppelwickel zusammen.<ref name="Hegi1966" /> Der Blütenstiel ist 3 bis 8 Millimeter lang.<ref name="Hegi1966" /> Vom ansonsten sehr ähnlichen Knollen-Beinwell (Symphytum bulbosum) unterscheidet sich der Knoten-Beinwell vor allem durch die größeren Blüten.

Die fünf Kelchblätter sind nur an ihrer Basis verwachsen. Die Knospen sind grünlich-weiß. Die gelblich-weißen Blütenkronen sind trichterförmig röhrig und weisen fünf zurückgekrümmte Kronzipfel auf. Die Krone ist beim Knoten-Beinwell 13 bis 20 Millimeter lang, beim Knollen-Beinwell nur 7 bis 11 Millimeter und die Kronzipfel überragen anders als beim Knollen-Beinwell die Schlundschuppen.<ref name="Hegi1966" /> Die Staubblätter sind etwa so lang wie die Schlundschuppen; die Staubbeutel sind mehrmals länger als die Staubfäden. Der Griffel überragt die Blütenkrone oft.<ref name="Hegi1966" />

Die Teilfrüchte sind mehr oder weniger rau und netzartig-runzelig.

Chromosomensatz

Es wurden mehrere Ploidiegrade ermittelt. Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 18, 64, 72, 96, 100 oder 128.<ref name="Oberdorfer2001" />

Nutzung

In der Heilkunde wird der Knoten-Beinwell (lateinisch früher wohl auch als Consolida media bezeichnet<ref name="Zekert1938">Otto Zekert (Hrsg.): Dispensatorium pro pharmacopoeis Viennensibus in Austria 1570. Hrsg. vom österreichischen Apothekerverein und der Gesellschaft für Geschichte der Pharmazie. Deutscher Apotheker-Verlag Hans Hösel, Berlin 1938, S. 140.</ref>) ähnlich vieler anderer, als consolida bezeichneter Beinwell-Arten (wie Kriechender Günsel und Echter Beinwell) verwendet.

Das Rhizom ist stärkehaltig, es wurde in Notzeiten gemahlen und Brotteig zugemischt.<ref name="Hegi1966" /> Wenn man das Rhizom röstet, bis es braun ist, und dann mahlt, kann das Pulver Kaffee ersetzen; es hat eine Weichheit im Geschmack, die bei echtem Kaffee nicht zu finden ist.

Gelegentlich verwendet man in den gemäßigten Gebieten den Knoten-Beinwell als Zierpflanze beispielsweise Bodendecker in Gärten.

Vorkommen

Der Knoten-Beinwell ist in West-, Mittel- und Südeuropa verbreitet. Im Norden erreicht er die Britischen Inseln, im Osten die Ukraine und im Südosten die Türkei.<ref name="Euro+Med"/> Durch Gartenflüchtlinge ist er in Teilen der USA ein Neophyt. In Deutschland wächst der Knoten-Beinwell vor allem im mittleren und südlichen Teil Bayerns östlich des Lechs, daneben in Norddeutschland an der Elbe und Oder.

Er gedeiht in Mitteleuropa oft an schattigen bis halbschattigen Standorten in nährstoffreichen Laub- und Mischwäldern. Er ist eine Charakterart der Ordnung Fagetalia.<ref name="Oberdorfer2001" /> In Österreich fehlt er nur im Bundesland Vorarlberg<ref name="ExkursionsfloraA2008"/>. Er steigt in Oberbayern bis in Höhenlagen von 1750 Metern, am Wiener Schneeberg bis 1500 Meter und im Tessin bis 1100 Meter auf.<ref name="Hegi1966" />

Die ökologischen Zeigerwerte nach Landolt et al. 2010 sind in der Schweiz: Feuchtezahl F = 3+w (feucht, aber mäßig wechselnd), Lichtzahl L = 2 (schattig), Reaktionszahl R = 4 (neutral bis basisch), Temperaturzahl T = 4 (kollin), Nährstoffzahl N = 3 (mäßig nährstoffarm bis mäßig nährstoffreich), Kontinentalitätszahl K = 2 (subozeanisch).<ref name="InfoFlora" />

Systematik

Die Erstveröffentlichung von Symphytum tuberosum erfolgte 1753 durch Carl von Linné in Species Plantarum, Tomus I, S. 136.<ref name="Euro+Med" /> Das Artepitheton tuberosum leitet sich ab vom zum Teil knolligen „Wurzelstock“, gemeint ist das Rhizom. Ein Synonym für Symphytum tuberosum <templatestyles src="Person/styles.css" />L. ist Symphytum mediterraneum <templatestyles src="Person/styles.css" />W.D.J.Koch non <templatestyles src="Person/styles.css" />Guss. non <templatestyles src="Person/styles.css" />F.W.Schultz.<ref name="Euro+Med" />

Von Symphytum tuberosum gibt es mindestens zwei Unterarten:<ref name="Euro+Med" />

  • Symphytum tuberosum subsp. angustifolium <templatestyles src="Person/styles.css" />(Kern.) Nyman (Syn.: Symphytum nodosum <templatestyles src="Person/styles.css" />Schur, Symphytum tuberosum subsp. nodosum <templatestyles src="Person/styles.css" />(Schur) Soó, Symphytum leonhardtianum <templatestyles src="Person/styles.css" />Pugsley): Sie kommt von Frankreich, Deutschland und der Schweiz durch ganz Südost- und Osteuropa bis zur Türkei vor.<ref name="Euro+Med" />
  • Symphytum tuberosum <templatestyles src="Person/styles.css" />L. subsp. tuberosum (Syn.: Symphytum mediterraneum <templatestyles src="Person/styles.css" />W.D.J.Koch, Symphytum tuberosum subsp. mediterraneum <templatestyles src="Person/styles.css" />(W.D.J.Koch) P.Fourn., Symphytum minus <templatestyles src="Person/styles.css" />Bubani nom. illeg., Symphytum ambiguum <templatestyles src="Person/styles.css" />Pau): Es gibt Fundortangaben Mallorca, Menorca, Korsika, Frankreich, Andorra, Spanien, Deutschland, die Schweiz, die Britischen Inseln sowie die Slowakei.<ref name="Euro+Med" />

Quellen

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="InfoFlora"> Symphytum tuberosum L. In: Info Flora, dem nationalen Daten- und Informationszentrum der Schweizer Flora. Abgerufen am Vorlage:FormatDateSimple. </ref> <ref name="FloraWeb"> Symphytum tuberosum L., Knoten-Beinwell. auf FloraWeb.deVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="ExkursionsfloraA2008"> </ref> <ref name="Oberdorfer2001"> </ref> <ref name="Euro+Med"> Benito Valdés, 2011+: Boraginaceae.: Datenblatt Symphytum tuberosum In: Euro+Med Plantbase – the information resource for Euro-Mediterranean plant diversity. </ref> <ref name="Hegi1966"> Gustav Hegi: Illustrierte Flora von Mitteleuropa. 1. Auflage, unveränderter Textnachdruck Band V, Teil 3. Verlag Carl Hanser, München 1966. S. 2226–2228. </ref> </references>

Weblinks

Commons: Knoten-Beinwell (Symphytum tuberosum) – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien