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Liebsdorf

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Liebsdorf
Datei:Blason de la ville de Liebsdorf (68).svg
Staat FrankreichDatei:Flag of France.svg Frankreich
Region Grand Est
Département (Nr.) Haut-Rhin (68)
Arrondissement Altkirch
Kanton Altkirch
Gemeindeverband Sundgau
Koordinaten 47° 29′ N, 7° 14′ OKoordinaten: 47° 29′ N, 7° 14′ O
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Höhe 420–683 m
Fläche
Einwohner 286 (1. Januar 2023)
Bevölkerungsdichte – Einw./km²
Postleitzahl 68480
INSEE-Code 68184
Website http://liebsdorf.free.fr/
Datei:Liebsdorf, Mairie.jpg
Mairie Liebsdorf

Vorlage:Infobox Gemeinde in Frankreich/Wartung/abweichendes Wappen in Wikidata

Liebsdorf ist eine französische Gemeinde mit 286 Einwohnern (Stand 1. Januar 2023) im elsässischen Département Haut-Rhin in der Region Grand Est (bis 2015 Elsass). Sie gehört zum Kanton Altkirch und zum Kommunalverband Sundgau.

Geografie

Liebsdorf liegt zwischen den Nachbargemeinden Durlinsdorf im Nordosten und Courtavon im Südwesten, 14 Kilometer nordwestlich der Schweizer Gemeinde Delémont, am Fuß des elsässischen Jura im Sundgau. Die Largue, ein Nebenfluss der Ill, bildet die westliche Gemeindegrenze. Mit einem Zipfel im Nordwesten grenzt Liebsdorf an die Schweizer Gemeinde Basse-Vendline.

Geschichte

1878 wurden bei Ausgrabungen eine Axt und mehrere Pfeilspitzen aus der Jungsteinzeit (5500 bis 4500 v. Chr.) gefunden. In gallo-römischer Zeit lag die Ortschaft an der Römerstraße von Besançon (Vesontio) nach Basel (Arialbinnum).<ref>VR25+ VR3-Itinéraires Romains en France (französisch) Abgerufen am 10. Januar 2010</ref> An der Burg Liebenstein wurden römische Münzen gefunden. Deshalb wird angenommen, dass die Burg anstelle eines römischen Kastells erbaut wurde.<ref name="mérimée">Liebsdorf in der Base Mérimée (französisch) Abgerufen am 10. Januar 2010</ref>

Der Ortsname leitet sich von dem germanischen Namen Leubo ab und bedeutet „Dorf des Leubo“. Liebsdorf wurde 1179 als Lopestorff erstmals urkundlich erwähnt.<ref>Ernest Nègre: Toponymie générale de la France. Band 2: Formations non-romanes, formations dialectales (= Publications romanes et françaises. Bd. 194). 2. tirage. Librairie Droz, Genf 1996, ISBN 2-600-00133-6, S. 807, in Google Books, abgerufen am 10. Januar 2010, (französisch).</ref> Die Ortsnamensendung -dorf deutet außerdem darauf hin, dass die Ortschaft zwischen dem 8. und dem 10. Jahrhundert in einem gerodeten Waldstück erbaut wurde. Im Laufe der Jahre tauchte der Ortsname unter verschiedenen Schreibweisen auf: Liebesdurf (1243), Liebesdorf (1314), Liebenstorf (1394), Liebstorff (1426), Lieboncourt und Lebeucourt (1740) und Liebsdorff (1803).

Von 1871 bis zum Ende des Ersten Weltkrieges gehörte Liebsdorf als Teil des Reichslandes Elsaß-Lothringen zum Deutschen Reich und war dem Kreis Altkirch im Bezirk Oberelsaß zugeordnet.

Eine Pfarrei in Liebsdorf wurde erst 1870 eingerichtet, als die Kirche Saint-Jean Gualbert gebaut wurde. Im Zweiten Weltkrieg (1939–1945) bot das Pastorat von Liebsdorf dem General Henri Giraud Unterschlupf. Giraud war am 17. April 1942 aus der Festung Königstein geflohen. Der damalige Pfarrer von Liebsdorf, Joseph Stamm, ermöglichte Giraud eine Flucht in die Schweiz. Stamm wurde am 21. September 1943 von der Gestapo festgenommen und am 17. April 1945 in Wolfach getötet.

Bevölkerungsentwicklung

Jahr 1910 1962 1968 1975 1982 1990 1999 2007 2017
Einwohner 262<ref>Kreis Altkirch. Gemeindeverzeichnis 1900. In: gemeindeverzeichnis.de. Uli Schubert, archiviert vom Vorlage:IconExternal (nicht mehr online verfügbar) am 20. Januar 2023; abgerufen am 13. Februar 2026.</ref> 241 242 215 227 257 289 338 307

Wappen

Bis 1977 zeigte das Gemeindewappen eine Weizengarbe. Im neuen Wappen, das die Burgruine Liebenstein darstellt, steht die Garbe in der oberen rechten Ecke.

Sehenswürdigkeiten

Datei:Liebsdorf, Eglise Saint-Jean.jpg
Kirche Saint-Jean in Liebsdorf
Datei:Liebsdorf, Vestiges du château de Liebenstein.jpg
Ruine der Burg Liebenstein
Datei:Liebsdorf, Chapelle Notre-Dame-du-Bon-Secours.jpg
Kapelle Muttergottes der Guten Hilfe

Die Burg Liebenstein wurde 1218 urkundlich erwähnt. Die Burg wurde im Auftrag des Grafen von Pfirt (älteres Haus) erbaut, der das Gebäude der Familia Liebenstein als Lehen überließ. Ab 1271 gehörte es den Bischöfen von Basel. Im Jahre 1356 wurde die Burg durch ein Erdbeben schwer beschädigt. Nach ein paar Jahren im Besitz der Familie Morimont erhielten die Herren von Pfirt (jüngeres Haus, ehemalige Magistrale) die Burg zurück und behielten sie bis 1803.<ref name="mérimée" /> Die Belehnung an Ulrich von Pfirt erfolgte durch Katharina von Burgund, der Tochter des Herzogs Philipp dem Kühnen von Burgund, die mit Herzog Leopold von Habsburg verheiratet war.<ref>Quellen zur Schweizer Geschichte Band 15-1, S. 590</ref> 1803 wurde die Burg von der Familie Rychen, vertriebenen Täufern aus der Schweiz, gekauft. Diese erstellten 1840 auch den kleinen Friedhof, welcher rund 250 m westlich von der Burg liegt, da die katholische Kirche keine Beerdigung von "Ketzern" auf dem regulären Friedhof gestattete.<ref>Archiv Täufergemeinde Basel Holee</ref> Der älteste noch vorhandene Grabstein stammt aus dem Jahre 1877. 1886 wurde das Gut Liebenstein an die Familie Richard verkauft.

Eine lokale Legende besagt, dass der Sohn des Grafen von Pfirt in eine Schäferin verliebt war. Er schrieb ihr ein Liebesgedicht auf einen Stein, an dem sie sich immer ausruhte. Sie willigte daraufhin in eine Heirat ein. Der Graf ließ sich von ihren Kochkünsten überzeugen. Sie briet ihm Karpfen, und dafür erbaute er den beiden die Burg, die wegen der Liebe der beiden und dem Stein mit dem Gedicht „Liebenstein“ genannt wurde. Gebratener Karpfen, Carpe frite, ist ein typisches Gericht des Sundgau.

Literatur

  • Le Patrimoine des Communes du Haut-Rhin. Flohic Editions, Band 1, Paris 1998, ISBN 2-84234-036-1, S. 413–415.

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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