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Maprotilin

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Strukturformel
Datei:Maprotiline Formula V.1.svg
Allgemeines
Freiname Maprotilin
Andere Namen

N-Methyl-9,10-ethanoanthracen-9(10H)-propanamin (IUPAC)

Summenformel C20H23N
Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer
EG-Nummer 233-599-4
ECHA-InfoCard 100.030.532
PubChem 4011
ChemSpider 3871
DrugBank DB00934
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Arzneistoffangaben
ATC-Code

N06AA21

Wirkstoffklasse

Tetrazyklisches Antidepressivum

Eigenschaften
Molare Masse 277,41 g·mol−1
Schmelzpunkt
Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="Sigma">Datenblatt Vorlage:Linktext-Check bei Sigma-AldrichVorlage:Abrufdatum (PDF).</ref>
Datei:GHS-pictogram-exclam.svg

Achtung

H- und P-Sätze H: 302
P: keine P-Sätze<ref name="Sigma" />
Toxikologische Daten

760 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)<ref name="ChemIDplus" />

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa).

Maprotilin ist ein Arzneistoff aus der Gruppe der tetrazyklischen Antidepressiva, der in der Psychiatrie zur Behandlung von Depressionen eingesetzt wird.

Pharmakologische Eigenschaften

Maprotilin zeigt eine starke Wiederaufnahmehemmung von Noradrenalin aus dem synaptischen Spalt, jedoch keine nennenswerte von Serotonin. Außerdem blockiert es

Die kaum nachweisbare anticholinerge Wirkung bietet einen Vorteil gegenüber trizyklischen Antidepressiva, weil es dadurch zu weniger unerwünschten Wirkungen auf das vegetative Nervensystem kommt. Maprotilin wirkt zudem als FIASMA (funktioneller Hemmer der sauren Sphingomyelinase).<ref name="pmid18504571"></ref>

Die Halbwertszeit von Maprotilin beträgt 43 Stunden, die seines aktiven Metaboliten 40 Stunden.<ref>Volkhard Kurowski: Intoxikationen. In: Jörg Braun, Roland Preuss (Hrsg.): Klinikleitfaden Intensivmedizin. 9. Auflage. Elsevier, München 2016, ISBN 978-3-437-23763-8, S. 673–706, hier: S. 684 (Tetrazyklische Antidepressiva).</ref>

Indikationen

Maprotilin ist zugelassen zur Therapie von depressiven Erkrankungen.

Kontraindikationen

Maprotilin darf nicht angewendet werden bei vorgeschädigtem Herzen (Erregungsleitungsstörungen), erhöhter Krampfneigung und bei Kindern und Jugendlichen. Nach vorhergehender MAO-Hemmer-Behandlung muss ein Sicherheitsintervall von mindestens 2 Wochen eingehalten werden.

Anwendung in der Schwangerschaft und Stillzeit

Es liegen unzureichende Erfahrungen mit einer Anwendung von Maprotilin am Menschen während der Schwangerschaft vor. Die Sicherheit der Anwendung während der Schwangerschaft ist nicht erwiesen. Vereinzelte Fälle, die auf einen möglichen Zusammenhang zwischen Maprotilin und unerwünschten Wirkungen auf den menschlichen Fetus hindeuten, sind berichtet worden. Die Anwendung von Maprotilin während der Schwangerschaft sollte vermieden werden, es sei denn, dass der Nutzen der Behandlung die Risiken für den Fetus eindeutig überwiegt. Da es bei Neugeborenen, deren Mütter bis zur Geburt Maprotilin einnehmen, möglicherweise zu Symptomen wie Dyspnoe, Lethargie, Reizbarkeit, Tachykardie, Hypotonie, Krämpfen, Zittern und Hypothermie während der ersten Stunden oder Tage kommen kann, sollte – sofern es der klinische Zustand erlaubt – erwogen werden, Maprotilin mindestens 7 Wochen vor dem errechneten Geburtstermin abzusetzen.<ref>Deutsche Fachinformation: Ludiomil; Stand: Mai 2006.</ref>

Nebenwirkungen

Zu den häufigen unerwünschten Wirkungen von Maprotilin zählen

  • Müdigkeit, Benommenheit und Schwindel
  • anticholinerge Wirkungen
    • Mundtrockenheit
    • Akkommodationsstörungen, Hitzewallungen
    • Verstopfung, Harnverhalt
    • Unruhe, Erregung, Schlafstörungen und Alpträume
    • Angst, Aggressivität
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Kopfschmerzen
  • Gewichtszunahme
  • Libido- und Potenzstörungen.

Seltene, aber zum Teil gefährliche Nebenwirkungen von Maprotilin sind

Darreichungsformen, Dosierung

Maprotilin ist als Tablette zur oralen Einnahme und als Injektionslösung verfügbar. Der Wirkstoff Maprotilin-Hydrochlorid ist in den Tabletten, während Maprotilin-Mesilat, das Salz der Methansulfonsäure, in den Injektionslösungen enthalten ist.

Um unangenehme Nebenwirkungen zu reduzieren, sollte das Aufdosieren einschleichend begonnen werden. Das Absetzen der Therapie sollte über 4–6 Wochen ausschleichend geschehen.

Handelsnamen

Ludiomil (A), Generika.

Der einzige Anbieter für Deutschland stellt den Vertrieb zum April 2025 ein.<ref>Neuraxpharm stellt Maprotilin-Produktion ein. In: apotheke-adhoc.de. 3. Januar 2025, abgerufen am 9. Januar 2025.</ref>

Siehe auch

Weblinks

Einzelnachweise

<references />

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