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Enfluran

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
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Strukturformel
Strukturformel von Enfluran-Enantiomeren
1:1-Gemisch von (S)-Form (links)
und (R)-Form (rechts)
Allgemeines
Freiname Enfluran
Andere Namen

(RS)-2-Chlor-1-difluormethoxy-1,1,2-trifluorethan

Summenformel C3H2ClF5O
Kurzbeschreibung

farblose Flüssigkeit mit mildem, süßlichen Geruch<ref name="GESTIS" />

Externe Identifikatoren/Datenbanken
CAS-Nummer Vorlage:CASRN
EG-Nummer 237-553-4
ECHA-InfoCard 100.034.126
PubChem 3226
ChemSpider 3113
DrugBank DB00228
Wikidata [[:d:Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)|Lua-Fehler in Modul:Wikidata, Zeile 1464: attempt to index field 'wikibase' (a nil value)]]
Arzneistoffangaben
ATC-Code

N01AB04

Wirkstoffklasse

Inhalationsanästhetikum

Eigenschaften
Molare Masse 184,49 g·mol−1
Aggregatzustand

flüssig

Dichte

1,5167 g·cm−3 (25 °C)<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref>

Siedepunkt

56,5 °C<ref name="GESTIS" />

Dampfdruck

233 hPa (20 °C)<ref name="GESTIS" />

Löslichkeit

wenig löslich in Wasser (5,62 g·l−1 bei 25 °C)<ref name="GESTIS" />

Brechungsindex

1,3025 (20 °C)<ref name="CRC90_3_228">David R. Lide (Hrsg.): CRC Handbook of Chemistry and Physics. 90. Auflage. (Internet-Version: 2010), CRC Press / Taylor and Francis, Boca Raton FL, Physical Constants of Organic Compounds, S. 3-228.</ref>

Sicherheitshinweise
Bitte die Befreiung von der Kennzeichnungspflicht für Arzneimittel, Medizinprodukte, Kosmetika, Lebensmittel und Futtermittel beachten
GHS-Gefahrstoffkennzeichnung<ref name="GESTIS" />
Datei:GHS-pictogram-exclam.svg

Achtung

H- und P-Sätze H: 319
P: 264​‐​280​‐​305+351+338​‐​337+313<ref name="GESTIS" />
MAK

150 mg·m−3 <ref name="GESTIS" />

Toxikologische Daten

8.270 mg·kg−1 (LD50Ratteoral)<ref name="GESTIS" />

Treibhauspotential

705 (bezogen auf 100 Jahre)<ref>G. Myhre, D. Shindell et al.: Climate Change 2013: The Physical Science Basis. Working Group I contribution to the IPCC Fifth Assessment Report. Hrsg.: Intergovernmental Panel on Climate Change. 2013, Chapter 8: Anthropogenic and Natural Radiative Forcing, S. 24–39; Table 8.SM.16 (ipcc.ch [PDF]).</ref>

Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). Brechungsindex: Na-D-Linie, 20 °C

Enfluran (englisch Enflurane; Handelsname auch Ethrane) ist ein dem Halothan ähnliches volatiles Anästhetikum aus der Gruppe der Flurane. Es hat eine gute hypnotische und muskelrelaxierende, jedoch nur schwache analgetische Wirkung. Es wird, unter anderem wegen seiner geringen kardiovaskulären<ref>Reinhard Larsen: Anästhesie und Intensivmedizin in Herz-, Thorax- und Gefäßchirurgie. (1. Auflage 1986) 5. Auflage. Springer, Berlin / Heidelberg / New York u. a. 1999, ISBN 3-540-65024-5, S. 6–8.</ref> Sicherheitsbreite, weltweit nicht mehr verwendet.

Pharmakologie

Der Blut-Gas-Verteilungskoeffizient von Enfluran ist 1,9, das heißt bei einer Konzentration von 1 Volumenprozent (Vol.-%) in den Lungenbläschen beträgt die Konzentration im Blut 1,9 Vol.-%. Daraus resultiert eine mittelschnelle Einschlaf- und Aufwachphase. Die minimale alveoläre Konzentration ist 1,68 %, Enfluran ist damit etwa so potent wie Isofluran. Enfluran ist nur wenig schleimhautreizend.

Die Metabolisierungsrate von Enfluran beträgt 2–3 %, wodurch die Wahrscheinlichkeit einer Leberschädigung gering ist. Die Bedeutung der dabei entstehenden Fluoridverbindungen ist noch nicht geklärt. Enfluran erhöht die Krampfbereitschaft, Muskelzuckungen bis Myoklonien sowie epileptiforme Anfälle, insbesondere im Zusammenhang mit einer Hyperventilation, sind beschrieben. Die blutdrucksenkende Wirkung von Enfluran ist im Vergleich zu den anderen Inhalationsanästhetika stärker ausgeprägt. Wie die anderen Inhalationsanästhetika erhöht Enfluran den Hirndruck und ist Trigger einer malignen Hyperthermie sowie der Porphyrie.

Chemie

Enfluran ist chiral, es wird als Racemat [1:1-Gemisch aus (S)-Enfluran und (R)-Enfluran] eingesetzt. Es handelt sich um eine farblose Flüssigkeit, die bei Normaldruck bei 56,8 °C siedet. Die Dampfdruckfunktion ergibt sich nach Antoine entsprechend ln(P) = A−(B/(T+C)) (P in kPa, T in K) mit A = 14.10102, B = 2573.403 und C = −58,600 im Temperaturbereich von 274,04 bis 351,76 K.<ref name="Ambrose" /> Die molare Verdampfungsenthalpie beträgt am Siedepunkt 30,2 kJ·mol−1.<ref name="Uchytilová">Uchytilová, V.; Majer, V.; Svoboda, V.; Hemer, I.: Enthalpies of vaporization and cohesive energies of 2-chloro-1,1,2-trifluoroethyl ethyl ether, 2-chloro-1,1,2-trifluoroethyl propyl ether, 2-chloro-1,1,2-trifluoroethyl chloromethyl ether, and 2-chloro-1,1,2-trifluoroethyl difluoromethyl ether in J. Chem. Thermodyn. 16 (1984) 475–479, doi:10.1016/0021-9614(84)90205-2.</ref> Die kritische Temperatur liegt bei 201,9 °C, der kritische Druck bei 29,80 bar.<ref name="Ambrose">Ambrose, D.; Ghiassee, N.B.: Vapour pressures, critical temperatures, and critical pressures of 2-chloro-1,1,2-trifluoroethyl difluoromethyl ether (enflurane) and of 1-chloro-2,2,2-trifluoroethyl difluoromethyl ether (isoflurane) in J. Chem. Thermodyn. 20 (1988) 765–766.</ref> Die Synthese von Enfluran geht vom 2-Chlor-1,1,2-trifluorethylmethylether aus. Mittels einer photochemischen Chlorierung wird im ersten Schritt der 2-Chlor-1,1,2-trifluorethyldichlormethylether erhalten. Ein anschließender Halogenaustausch mittels Fluorwasserstoff oder Antimontrifluorid in Gegenwart von Antimonpentachlorid ergibt die Zielverbindung. Aus der Synthesesequenz resultiert das Racemat.<ref name="A. Kleemann">Axel Kleemann, Jürgen Engel, Bernd Kutscher, Dietmar Reichert: Pharmaceutical Substances. Syntheses, Patents, Applications. 2 Bände. 4. Auflage. Thieme, Stuttgart u. a. 2001, ISBN 1-58890-031-2; seit 2003 online mit halbjährlichen Ergänzungen und Aktualisierungen.</ref>

Datei:Enflurane synthesis01.svg

Einzelnachweise

<references />

Vorlage:Hinweisbaustein