Guanidiniumnitrat
| Strukturformel | |||||||||||||||||||
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| Guanidiniumion Nitration | |||||||||||||||||||
| Allgemeines | |||||||||||||||||||
| Name | Guanidiniumnitrat | ||||||||||||||||||
| Andere Namen |
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| Summenformel | CH6N4O3 | ||||||||||||||||||
| Kurzbeschreibung |
weißer geruchloser Feststoff<ref name="GESTIS">Eintrag zu Vorlage:Linktext-Check in der GESTIS-Stoffdatenbank des IFAVorlage:Abrufdatum (JavaScript erforderlich)</ref> | ||||||||||||||||||
| Externe Identifikatoren/Datenbanken | |||||||||||||||||||
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| Eigenschaften | |||||||||||||||||||
| Molare Masse | 122,08 g·mol−1 | ||||||||||||||||||
| Aggregatzustand |
fest | ||||||||||||||||||
| Dichte |
1,44 g·cm−3 (20 °C)<ref name="GESTIS" /> | ||||||||||||||||||
| Schmelzpunkt |
214 °C<ref name="GESTIS" /> | ||||||||||||||||||
| Siedepunkt |
Zersetzung ab 250 °C<ref name="GESTIS" /> | ||||||||||||||||||
| Dampfdruck |
1,27·10−15 Pa (25 °C)<ref name="Brady">Bradly, J.E.; Smith, J.L.; Hart, C.E.; Oxley, J.: Estimating Ambient Vapor Pressures of Low Volatility Explosives by Rising-Temperature Thermogravimetry in Propellants Explos. Pyrotech. 37 (2012) 215–222, doi:10.1002/prep.201100077.</ref> | ||||||||||||||||||
| Löslichkeit |
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| Sicherheitshinweise | |||||||||||||||||||
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| Wenn nicht anders vermerkt, gelten die angegebenen Daten bei Standardbedingungen (0 °C, 1000 hPa). | |||||||||||||||||||
Guanidiniumnitrat, das Guanidinsalz der Salpetersäure, ist ein durchsichtiger bis weißer, brandfördernder kristalliner Feststoff.
Darstellung
Guanidiniumnitrat kann durch Eintragen von Salpetersäure in Guanidin- oder Guanidiniumcarbonatlösung dargestellt werden.<ref>Military Explosives. Headquarters, Department of the Army, S. 44 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref> Die Reaktion kann stark exotherm verlaufen, daher muss die Temperatur ständig kontrolliert werden.
Eine andere Möglichkeit ist das gemeinsame Erhitzen von Ammoniumnitrat mit Harnstoff oder Dicyandiamid auf 210–230 °C.<ref>Eintrag zu Guanidin. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref><ref>K. G. Herring, L. E. Toombs, R. S. Stuart, George F Wright: Improved Preparation of Guanidine Nitrate. In: Industrial & Engineering Chemistry. Band 38, Nr. 12, 1946, S. 1315–1319, doi:10.1021/ie50444a027.</ref> Während das Reaktionsgemisch flüssig ist, muss es vor jeglicher Erschütterung geschützt werden und darf nicht umgerührt werden. Mechanische Störungen der Reaktion können zu einem rasanten Temperaturanstieg führen und unkontrollierbare Nebenreaktionen verursachen.
Eigenschaften
Guanidiniumnitrat bildet farblose Kristalle mit einem Schmelzpunkt von 214 °C. Es ist gut löslich in Wasser.<ref name="GESTIS" /> Guanidiniumnitrat ist ein explosionsfähiger, brandfördernder Stoff mit vergleichbaren Eigenschaften wie Ammoniumnitrat. Im Stahlhülsentest ergibt sich ein Grenzdurchmesser von 2,5 cm.<ref name="Explosivstoffe">Köhler, J.; Meyer, R.; Homburg, A.: Explosivstoffe, zehnte, vollständig überarbeitete Auflage. Wiley-VCH, Weinheim 2008, ISBN 978-3-527-32009-7.</ref> Die Bleiblockausbauchung beträgt 240 cm3/10 g.<ref name="Explosivstoffe"/> Die Verbindung ist nicht schlag- bzw. reibempfindlich.<ref name="Explosivstoffe"/> Sie kann aber durch eine Zündkapsel mit Booster zur Detonation gebracht werden. Mit einigen organischen Stoffen und manchen Metallpulvern bildet es auch hochexplosive Mischungen. Die Explosionswärme beträgt 2449 kJ·kg−1.<ref name="Explosivstoffe"/>
Im Gegensatz zu anderen Salpetersäure-Salzen wie z. B. Harnstoffnitrat, reagiert Guanidiniumnitrat in wässriger Lösung nicht sauer, was auf den basischen Charakter des Guanidins zurückzuführen ist. Obwohl es sich um ein organisches Nitrat handelt, zählt es nicht zu den Salpetersäureestern, wie beispielsweise Glycerinnitrat oder Cellulosenitrat.
Von der Verbindung sind abhängig von der Temperatur mehrere Kristallstrukturen bekannt.<ref>A. Katrusiak, M. Szafrański: Guanidinium nitrate. In: Acta Crystallographica Section C: Crystal Structure Communications. Band 50, Nr. 7, 1994, S. 1161–1163, doi:10.1107/S0108270193012272.</ref>
Verwendung
Während des Zweiten Weltkriegs wurde es aus Rohstoffmangel zusammen mit Ammoniumnitrat und Zusätzen von Hexogen in schmelzbaren Mischungen verwendet.<ref name="Josef Köhler, Rudolf Meyer">Josef Köhler, Rudolf Meyer: Explosivstoffe. Wiley, 2009, ISBN 978-3-527-62583-3, S. 150 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>
Heutzutage dient es überwiegend als Ausgangsstoff für die Synthese von Nitroguanidin.<ref name="Josef Köhler, Rudolf Meyer" /> Darüber hinaus findet Guanidiniumnitrat auch als Bestandteil von Festtreibstoffen in Airbags Anwendung.<ref>Thomas Güthner, Bernd Mertschenk, Bernd Schulz: Guanidine and Derivatives. In: Ullmann’s Encyclopedia of Industrial Chemistry. 2006, ISBN 978-3-527-30385-4, S. 180, doi:10.1002/14356007.</ref><ref>Chemical Rocket Propulsion. Springer International Publishing, ISBN 978-3-319-27748-6, S. 963 (eingeschränkte Vorschau in der Google-BuchsucheSkriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:GoogleBook“ ist nicht vorhanden.).</ref>
Einzelnachweise
<references />
- Seiten mit Skriptfehlern
- Wikipedia:Defekter Dateilink
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:EG-Nummer abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:ECHA-InfoCard-ID abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:PubChem abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:ChemSpider abweichend
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:DrugBank fehlt lokal
- Brandfördernder Stoff
- Gesundheitsschädlicher Stoff bei Verschlucken
- Augenreizender Stoff
- Umweltgefährlicher Stoff (chronisch wassergefährdend)
- Wikipedia:Wikidata-Wartung:CAS-Nummer fehlt lokal
- Guanidin
- Nitrat