Zum Inhalt springen

Pfeiffer Vacuum

aus Wikipedia, der freien Enzyklopädie
Dies ist die aktuelle Version dieser Seite, zuletzt bearbeitet am 24. April 2026 um 19:30 Uhr durch imported>Windharp (Ref Fehler korrigiert).
(Unterschied) ← Nächstältere Version | Aktuelle Version (Unterschied) | Nächstjüngere Version → (Unterschied)
Pfeiffer Vacuum Technology AG

colspan="2" class="notheme" style="background:#Vorlage:Standardfarbe; color:#Vorlage:Standardfarbe; padding:1em 0;" | Pfeiffer Vacuum + Fab Solutions Logo 2024.svg
Rechtsform Aktiengesellschaft
ISIN DE0006916604
Gründung 1890 in Wetzlar
Sitz Aßlar, DeutschlandDatei:Flag of Germany.svg Deutschland
Leitung
  • Wolfgang Ehrk
Mitarbeiterzahl 4.018 (Stand 31.12.2024))<ref name="GB2025">Geschäftsbericht 2025. (PDF) Pfeiffer Vacuum Technology AG, abgerufen am 16. August 2024.</ref>
Umsatz 884,6 Mio. Euro (2024)<ref name="GB2025" />
Branche Maschinenbau
Website ir.pfeiffer-vacuum.com
Stand: 31. Dezember 2024

Die Pfeiffer Vacuum Technology AG ist ein börsennotierter Maschinenbaukonzern, der international insbesondere im Geschäftsfeld Entwicklung, Herstellung und Vertrieb von Vakuumpumpensystemen und -komponenten agiert (Vakuumerzeugung, -messung und -analyse). Der Konzern ist überwiegend exportorientiert (Anteil etwa 70 %) und hat mehr als 20 Tochtergesellschaften weltweit.

Die Kapitalmehrheit wird seit 2017 von der Busch-Gruppe gehalten.

Geschichte

Das Unternehmen wurde 1890 in Wetzlar von Arthur Pfeiffer gegründet. 1908 erfand er die Öl-Luftpumpe. Bis 1926 avancierte Pfeiffer damit zum führenden Unternehmen der Vakuumtechnik.

Während des NS-Herrschaft profitierte die Pfeiffer Apparatebau GmbH von vielfältigen Spezialaufträgen der Luftwaffe und wuchs beständig.<ref>Cyrill Stoletzky: Die Region in der NS-Kriegswirtschaft. Industrie- und Handelskammer Lahn-Dill, abgerufen am 27. November 2020.</ref> In den Werken wurden unter anderem mechanische Steuerungen für die V1 und V2 sowie Bordgeräte für den Bomber JU 88 hergestellt.<ref name="sgeck" details="173">Geck, Stefan, 1970-: Dulag Luft/Auswertestelle West : Vernehmungslager der Luftwaffe für westalliierte Kriegsgefangene im Zweiten Weltkrieg. Lang, Frankfurt am Main 2008, ISBN 978-3-631-57791-2, S. 544 (google.de [abgerufen am 27. November 2020]).</ref><ref name=":0" details="392">Karsten Porezag: Zwangsarbeit in Wetzlar : der "Ausländer-Einsatz" 1939–1945 : die Ausländerlager 1945-1949. K. Porezag, Wetzlar 2002, ISBN 3-9807950-1-2 (google.de [abgerufen am 27. November 2020]).</ref> Wegen der zunehmenden Bombardierungen durch die Alliierten wurden Teile der kriegswichtigen Rüstungsproduktion ab 1943 nach Kufstein in Tirol verlegt.<ref name="rstei" details="60">Rolf Steininger, Sabine Pitscheider: Tirol und Vorarlberg in der NS-Zeit. Studien Verlag, Innsbruck 2002, ISBN 3-7065-1634-9, S. 466 (google.de [abgerufen am 27. November 2020]).</ref> Für die Kriegsproduktion wurden von der Pfeiffer Apparatebau GmbH am Firmenstandort in Wetzlar mehrere Zwangsarbeiterlager errichtet.<ref>Wetzlar erinnert e. V.: Gedenktafeln zu Zwangsarbeiterlagern in Wetzlar. In: wetzlar-erinnert.de. Abgerufen am 27. November 2020.</ref> Zu Höchstzeiten in 1945 wurden zusätzlich zu 1131 regulär Beschäftigten mindestens 394 Zwangsarbeiter eingesetzt.<ref name=":0" details="394–395" />

Datei:Arthur-pfeiffer-anzeige hg.jpg
Anzeige der Firma Arthur Pfeiffer (Anfang 20. Jahrh.)

1958 gelang zudem die Erfindung der Turbomolekularpumpe (Turbopumpe), ihr Anteil am Konzernumsatz liegt heute bei über 40 %, hier ist das Unternehmen Weltmarktführer. 1969 wurde das bis dahin familiengeführte Unternehmen Teil der liechtensteinischen Balzers-Gruppe.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Pfeiffer Vacuum hat den Schlüssel zum Erfolg (Memento des Vorlage:IconExternal vom 3. September 2014 im Internet Archive)  Info: Der Archivlink wurde automatisch eingesetzt und noch nicht geprüft. Bitte prüfe Original- und Archivlink gemäß Anleitung und entferne dann diesen Hinweis.@1@2Vorlage:Webachiv/IABot/www.giessener-allgemeine.de, Gießener Allgemeine, 21. April 2010.</ref> 1974 erfolgte der Umzug unmittelbar hinter die Stadtgrenze von Wetzlar ins benachbarte Aßlar.

1991 wurde Pfeiffer wieder unabhängig und ging im Juli 1996 an die New Yorker Börse. Damit war das Unternehmen der erste deutsche Mittelständler, der diesen direkten Schritt wagte. Erst zwei Jahre danach, im April 1998, ging Pfeiffer Vacuum auch an die Deutsche Börse in Frankfurt am Main, im Segment Neuer Markt (heute TecDAX). Am 4. Oktober 2007 wurde wegen des geringen Handelsvolumen an der NYSE mit durchschnittlich 3,6 % des weltweiten Handelsvolumen die Notierung an selbiger beendet.<ref>Pfeiffer Vacuum: Quartalsfinanzbericht, 3. Quartal 2007. (PDF; 671 KB) In: deutsche-boerse.com. Pfeiffer Vacuum Technology AG, Asslar, 5. November 2007, S. 4, abgerufen am 5. Mai 2023.</ref>

Im Januar 2010 übernahm „Pfeiffer Vacuum“ den Vakuumkomponentenbauer „Trinos Vakuum-Systeme“ mit Sitz in Göttingen. Ende 2010 schloss Pfeiffer Vacuum den Erwerb des Geschäftsbereichs Vakuumtechnologie des Alcatel-Lucent-Konzerns „adixen“ ab.

Am 30. September 2015 wurde bekannt, dass die Busch-Gruppe, ein familiengeführter Wettbewerber, über eine Beteiligungsgesellschaft gut 15 % der Anteile an Pfeiffer Vacuum übernommen hatte. Beide Unternehmen betonten jedoch, ihre Eigenständigkeit beibehalten zu wollen.<ref>Pfeiffer Vacuum pocht nach Einstieg von Busch auf Eigenständigkeit, www.finanzen.net, 30. September 2015.</ref> Dennoch erhöhte Busch bis Oktober 2015 seinen Anteil über die Sperrminorität hinaus auf 27 %.<ref>Busch kauft weitere Pfeiffer-Aktien. In: Econo.de. econo Verlags-GmbH, Villingen-Schwenningen, 19. Oktober 2015, abgerufen am 5. Mai 2023.</ref> Die Beteiligung wurde später auf knapp 30 % ausgebaut, im Januar 2017 erfolgte ein erstes öffentliches Übernahmeangebot, das abgelehnt wurde. Im April 2017 überschritt Busch die Marke von 30 % und legte ein verbessertes Angebot vor, das Pfeiffer Vacuum ebenso ablehnte. Nach Ablauf der Übernahmefristen hielt Busch über 35 % der Pfeiffer-Aktien (Stand Ende Juni 2017).<ref>Busch hält über 35 Prozent der Pfeiffer-Aktien. In: handelsblatt.com. Abgerufen am 13. Dezember 2018.</ref> Seit Anfang November 2018 hält die Busch SE mit 50,02 % die absolute Mehrheit der Aktien.<ref>Übernahme der Mehrheit durch die Busch SE. (PDF) In: pfeiffer-vacuum.com. Abgerufen am 13. Dezember 2018.</ref> Die Übernahme wurde von Pfeiffer Vacuum als feindliche Übernahme betrachtet.<ref name=":02">Familie Busch lehrt Pfeiffer das Fürchten. In: n-tv Nachrichten. Abgerufen am 22. März 2024.</ref><ref>Baden-Württemberger Busch feuert überraschend mittelhessischen Pfeiffer-Vacuum-Chef Bender. 29. November 2017, abgerufen am 22. März 2024 (Lua-Fehler in Modul:Multilingual, Zeile 153: attempt to index field 'data' (a nil value)).</ref><ref>Uwe Marx: Die Aktie von Pfeiffer Vacuum im Blick. In: FAZ.NET. 1. Dezember 2017, ISSN 0174-4909 (faz.net [abgerufen am 22. März 2024]).</ref> Die Belegschaft von Pfeiffer Vacuum befürchtete zudem schlechtere Arbeitsbedingungen, da die Busch-Gruppe nicht dem IG Metall-Tarifvertrag beigetreten ist und deutlich längere Arbeitszeiten hat.<ref name=":02" /> Im Mai 2024 schlossen die Pangea GmbH, eine 100-%-Tochtergesellschaft der Busch SE, mit Pfeiffer Vacuum Technology AG einen Beherrschungs- und Gewinnabführungsvertrag. Pangea GmbH tritt hier als herrschende Gesellschaft auf.<ref>Pfeiffer Vacuum Technology AG: Unternehmensvertrag ins Handelsregister eingetragen. In: spruchverfahren-direkt.de. 30. Mai 2023, abgerufen am 15. Juli 2025.</ref>

Aktionärsstruktur

(Stand: 31. Dezember 2023):

Weblinks

Einzelnachweise

<references responsive=""> </references>

Vorlage:Hinweisbaustein Koordinaten: 50° 34′ 59,74″ N, 8° 28′ 25,14″ O

 {{#coordinates:50,58326|8,47365|primary
   |dim=1
   |globe=
   |name=
   |region=DE
   |type=landmark
  }}