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Kronenblume

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Kronenblume
Datei:Calotropis gigantea.jpg

Kronenblume (Calotropis gigantea)

Systematik
Familie: Hundsgiftgewächse (Apocynaceae)
Unterfamilie: Seidenpflanzengewächse (Asclepiadoideae)
Tribus: Asclepiadeae
Untertribus: Asclepiadinae
Gattung: Calotropis
Art: Kronenblume
Wissenschaftlicher Name
Calotropis gigantea
(L.) W.T.Aiton

Die Kronenblume (Calotropis gigantea), auch Madar-Strauch genannt, ist eine Pflanzenart in der Unterfamilie der Seidenpflanzengewächse (Asclepiadoideae) innerhalb der Familie der Hundsgiftgewächse (Apocynaceae).

Datei:Starr 070402-6307 Calotropis gigantea.jpg
Habitus

Beschreibung

Bei Calotropis gigantea handelt es sich um einen Strauch oder kleinen Baum, der Wuchshöhen von über drei Meter erreichen kann. Die kreuzgegenständigen, ungestielten oder kurz gestielten Laubblätter sind einfach, filzig behaart, silbrig-grün, 9 bis 15,8 cm lang und 4,5 bis 9,5 cm breit.

Die Blüten stehen in kompliziert aufgebauten Blütenständen zusammen. Die zwittrigen Blüten sind radiärsymmetrisch und fünfzählig. Die fünf freien Kelchblätter sind 3 bis 7 mm lang. Die fünf an ihre Basis verwachsenen Kronblätter sind 15 bis 17 mm lang. Es ist nur ein Kreis mit fünf Staubblättern vorhanden. Die Staubfäden sind untereinander zu einer Röhre, mit dem Stempel und mit den Kronblättern verwachsen. Die fleischige Nebenkrone weist eine Länge von 11 bis 12 mm und einen Durchmesser von 6 bis 6,5 mm auf (darin unterscheidet sich diese Art von Calotropis procera, bei der sie kürzer ist). Zwei Fruchtblätter sind zu einem oberständigen Fruchtknoten verwachsen. Die zwei Griffel sind an ihren Spitzen verwachsen.

Es werden blassgrüne, weichschalige Balgfrüchte gebildet, die eine Länge von 70 bis 100 mm und einen Durchmesser von bis zu 40 mm aufweisen. Sie entlassen bei Reife viele behaarte Samen, die durch den Wind verbreitet werden.

Die Chromosomenzahl beträgt 2n = 22.<ref name="IPCN" />

Vorkommen

Calotropis gigantea ist ursprünglich in Afrika und Südostasien beheimatet. POWO nennt ursprüngliche Vorkommen von Indien, Sri Lanka, Nepal, Bangladesch, Myanmar, Thailand, Kambodscha, Laos, Vietnam, Malaysia, Indonesien und China.<ref name="POWO" /> Heutzutage ist die Kronenblume in vielen Ländern der Welt verwildert z. B. in Kolumbien, in Venezuela, Kuba, im südlichen Afrika, in Australien, auf den Philippinen oder in Neuguinea.<ref name="POWO" /> Vor allem ist die Kronenblume in Brachland zu finden so z. B. auf ehemaligen Zuckerrohrfeldern im karibisch-südamerikanischen Raum.

Taxonomie

Die Kronenblume wurde 1753 von Carl von Linné in Species Plantarum Band 1 Seite 214 als Asclepias gigantea erstbeschrieben. Die Art wurde 1811 von William Townsend Aiton in Hortus Kewensis; or, a Catalogue of the Plants Cultivated in the Royal Botanic Garden at Kew 2. Auflage Band 2 Seite 78 als Calotropis gigantea <templatestyles src="Person/styles.css" />(L.) W.T.Aiton in die Gattung Calotropis gestellt.

Nutzung

Datei:Uscharin.svg
Uscharin, einer der Wirkstoffe der Kronenblume.<ref name="PMID24756103" />

Calotropis gigantea wurde in der Volksmedizin vielfältig genutzt, beispielsweise zum Stoppen von Blutungen, für leichtere Geburten, und zum Schwangerschaftsabbruch.<ref name="PMID15922393">R. Rajesh, C. D. Raghavendra Gowda, A. Nataraju, B. L. Dhananjaya, K. Kemparaju, B. S. Vishwanath: Procoagulant activity of Calotropis gigantea latex associated with fibrin(ogen)olytic activity. In: Toxicon : official journal of the International Society on Toxinology. Band 46, Nummer 1, Juli 2005, S. 84–92, doi:10.1016/j.toxicon.2005.03.012, PMID 15922393.</ref> Der klebrige Milchsaft wirkt insektizid<ref name="PMID9548837">K. Pari, P. J. Rao, C. Devakumar, J. N. Rastogi: A Novel Insect Antifeedant Nonprotein Amino Acid from Calotropis gigantea In: Journal of natural products. Band 61, Nummer 1, Januar 1998, S. 102–104, doi:10.1021/np970255z, PMID 9548837.</ref> und durch seinen hohen Gehalt an Herzglykosiden toxisch<ref name="PMID24756103">S. Parhira, G. Y. Zhu, R. W. Jiang, L. Liu, L. P. Bai, Z. H. Jiang: 2'-Epi-uscharin from the latex of Calotropis gigantea with HIF-1 inhibitory activity. In: Scientific reports. Band 4, 2014, S. 4748, doi:10.1038/srep04748, PMID 24756103.</ref>, jedoch wirken verschiedene Inhaltsstoffe antiasthmatisch<ref name="PMID9548837" />, sedativ und entzündungshemmend<ref name="PMID15922393" />, gerinnungsfördernd<ref name="PMID15922393" />, anti-diabetisch<ref name="PMID22043394">N. R. Rathod, H. R. Chitme, R. Irchhaiya, R. Chandra: Hypoglycemic Effect of Calotropis gigantea Linn. Leaves and Flowers in Streptozotocin-Induced Diabetic Rats. In: Oman medical journal. Band 26, Nummer 2, März 2011, S. 104–108, doi:10.5001/omj.2011.26, PMID 22043394, PMC 3191672 (freier Volltext).</ref> und hemmen das Wachstum einiger Tumorzellen<ref name="PMID16933890">T. Lhinhatrakool, S. Sutthivaiyakit: 19-Nor- and 18,20-epoxy-cardenolides from the leaves of Calotropis gigantea. In: Journal of natural products. Band 69, Nummer 8, August 2006, S. 1249–1251, doi:10.1021/np060249f, PMID 16933890.</ref>. Einige der wichtigsten Inhaltsstoffe sind Uscharin und epi-Uscharin.<ref name="PMID24756103" /> Weitere Bestandteile sind Cardenolide<ref name="PMID16933890" />, Pregnanone<ref name="PMID19052526">Z. N. Wang, M. Y. Wang, W. L. Mei, Z. Han, H. F. Dai: A new cytotoxic pregnanone from Calotropis gigantea. In: Molecules. Band 13, Nummer 12, 2008, S. 3033–3039, doi:10.3390/molecules13123033, PMID 19052526.</ref>, verschiedene Triterpene<ref>S. Thakur, P. Das, T. Itoh, K. Imai, T. Matsumoto: Latex extractables of Calotropis gigantea. In: Phytochemistry Band 23, 1984, S. 2085–2087.</ref>, und nichtproteinogene Aminosäuren, wie Giganticin<ref name="PMID9548837" />.

Die Blätter wurden dem Damaszener Stahl zugesetzt. Die Bastfasern der Pflanze werden für Seile, Fischernetze und Papier verwendet. Die Samenfasern werden als Akon<ref name="roempp">Eintrag zu Akon. In: Römpp Online. Georg Thieme VerlagVorlage:Abrufdatum</ref> z. B. als Rettungswestenfüllungen eingesetzt und sind für textile Anwendungen geeignet.

Literatur

Einzelnachweise

<references> <ref name="IPCN"> Calotropis gigantea bei Tropicos.org. In: IPCN Chromosome Reports. Missouri Botanical Garden, St. LouisVorlage:Abrufdatum </ref> <ref name="POWO">Calotropis gigantea. In: POWO = Plants of the World Online von Board of Trustees of the Royal Botanic Gardens, Kew: Kew ScienceVorlage:Abrufdatum</ref> </references>

Weblinks

Commons: Kronenblume (Calotropis gigantea) – Album mit Bildern, Videos und Audiodateien