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Gerwig Blarer

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Datei:Bildnis Gerwig Blarer.jpg
Abt Gerwig Blarer (Gemälde 18. Jh.)

Gerwig Blarer (von Giersberg) OSB, auch Gerwig Blaurer, „von Gyrsberg“ (* 25. Mai 1495 in Konstanz; † 30. August 1567 in Weingarten) war der 28. Abt der Reichsabtei Weingarten und der 10. Abt der Reichsabtei Ochsenhausen sowie kaiserlicher Rat und päpstlicher Legat.

Leben

Datei:Gerwig blarer.jpg
Blei-Medaille der Abtei mit Profilbild und Abtswappen von Gerwig Blarer (1529)

Blarer war der Sohn des Konstanzer Kaufmanns Hans Blarer († 1505) und dessen zweiter Frau Katharina Schilter. Die Kinder seines Stiefbruders Augustin Blarer († 1502) waren Ambrosius Blarer, der Reformator von Konstanz und einer der Reformatoren des Herzogtums Württemberg, Thomas Blarer und Margarete Blarer.<ref>Hermann Ehmer: Ambrosius Blarer und Gerwig Blarer. Zwei Benediktiner in den Entscheidungen der Reformationszeit. In: Blätter für württembergische Kirchengeschichte 86 (1986), S. 197f.</ref>

Blarer wurde 1511 Novize der Benediktiner im Kloster Weingarten. Er studierte Kirchenrecht in Freiburg im Breisgau, Wien und Ferrara. 1520 wurde er Abt von Weingarten und 1547 auch Abt der Reichsabtei Ochsenhausen in Oberschwaben. 1523 wurde Abt Gerwig Vorsitzender des Kollegiums der schwäbischen Prälaten; 1530 wurde er zum kaiserlicher Rat und Hofkaplan bestimmt. Sowohl Kaiser Karl V. als auch dess Bruder Ferdinand I. nahmen seinen Rat gerne entgegen; er wurde mit wichtigen Aufgaben und Missionen betraut. Papst Julius II. ernannte ihn zu seinem Legaten, Kaiser Karl V. 1556 zu seinem Kommissar beim Reichskammergericht. Bekannt wurde Blarer als Meinungsführer der Katholiken Oberschwabens in der Reformation.<ref>Friedrich Wilhelm Bautz: Blarer (Blaurer) von Giersberg, Gerwig. In: Biographisch-Bibliographisches Kirchenlexikon (BBKL). Band 1, Bautz, Hamm 1975. 2., unveränderte Auflage. Hamm 1990, ISBN 3-88309-013-1, Sp. 614.</ref><ref>Beschreibung des Oberamts Ravensburg / Gemeinde Altdorf auf Wikisource</ref>

1556 erwirkte er auch beim Kaiser Karl V. eine Verordnung für die Reichsabtei Ochsenhausen, die den Land- und Leut verderblichen Handelskunstgriffen der Juden Einhalt gebot.<ref>Georg Geisenhof: Kurze Geschichte des vormaligen Reichsstifts Ochsenhausen in Schwaben. Ganser, Ottobeuren 1829 (GoogleBooks, S. 84)</ref>

Er galt als der politischste Abt Weingartens und spielte mit dem aus Leutkirch stammenden Prälaten Johann Fabri eine wichtige Rolle in der Zeit der Reformation in Oberschwaben.<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Die Reichspfarrei Leutkirch. (Memento vom 29. September 2007 im Internet Archive) leutekirche.de</ref> Er erhielt 1537 das Recht des Gebrauchs der Pontifikalien.

Er starb am 30. August 1567, zwei Tage vor Eröffnung der Konstanzer Diözesansynode.<ref>Franz Xaver Bischof: Konstanzer Synoden. In: Historisches Lexikon der Schweiz.</ref><ref>Rudolf Reinhardt: Restauration, Visitation, Inspiration. Die Reformbestrebungen in der Benediktinerabtei Weingarten von 1567 bis 1627. W. Kohlhammer Verlag, Stuttgart 1960, S. 7.</ref>

Sein Nachfolger in Weingarten war Johann Hablitzel.

Literatur

Weblinks

Commons: Gerwig Blarer – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

VorgängerAmtNachfolger
Hartmann von Knorringen-BurgauAbt von Weingarten
1520–1567
Johann Hablitzel
Georg MüllerAbt von Ochsenhausen
1547–1567
Andreas II. Sonntag

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