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Kaledonischer Kanal

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Datei:Great Glen Way map-de.svg
Der Great Glen Way (rot) entlang des Kaledonischen Kanals im Great Glen

Der Kaledonische Kanal (englisch Caledonian Canal) verläuft durch den Great Glen und verbindet die Ost- und Westküste Schottlands.

Geschichte

Über einen Kanal durch das markante Tal wurde schon länger nachgedacht. 1773 wurde der nebenbei als Feldvermesser arbeitende James Watt von der Regierung beauftragt, die Machbarkeit eines Kanals zu prüfen. Sein positiver Abschlussbericht wurde jedoch aus finanziellen Gründen nicht weiter verfolgt. 1793 befürwortete John Rennie senior erneut einen Kanalbau. 1801 wurde der Kanalbau durch den Krieg mit Napoleons Frankreich plötzlich als dringend angesehen. Eine französische Flotte hätte Orkney umrunden und die eine oder die andere Seite Schottlands bedrohen können, an dessen Küsten es damals noch keine nennenswerten Häfen gab. Ein Kanal hätte dann mehrere hundert Seemeilen gefährliche Seefahrt erspart.<ref>Samuel Smiles: The Life of Thomas Telford; civil engineer with an introductory history of roads and travelling in Great Britain. John Murray, London 1867, S. 226 (Digitalisat auf archive.org [Project Gutenberg])</ref>

1801 wurde Thomas Telford von der Regierung mit einer Bestandsaufnahme der Verkehrsverbindungen in den schottischen Highlands beauftragt. In seinem Bericht beschrieb er auch die Trasse des zukünftigen Kanals. Sein im Parlament diskutierter Bericht führte neben der Gründung eines Komitees für den Straßenbau in den Highlands auch zur Gründung eines Komitees zum Bau des Kanals, das 1803 Telford mit der Planung und Bauoberleitung des Kanals beauftragte.<ref>John Rickman (Hrsg.): Life of Thomas Telford, S. 52</ref> Das Projekt diente zur Zeit der Highland Clearances auch zur Schaffung neuer Arbeitsplätze. Der östliche Teil des Kanals wurde 1822 und der gesamte Kanal 1825 fertiggestellt.<ref>John Rickman (Hrsg.): Life of Thomas Telford, S. 56</ref>

Nur etwa ein Drittel der Gesamtlänge des Kanals wurde künstlich geschaffen, ansonsten wurden natürliche Gewässer genutzt. Dies sind, beginnend im Nordosten bei Inverness: Moray Firth (Nordsee), River Ness, Loch Dochfour, Loch Ness, Loch Oich, Loch Lochy, Loch Linnhe und Firth of Lorne (Atlantischer Ozean).

Der Kanal ist 97 km lang und übersteigt eine Scheitelhöhe von 32 m ASL, die er am Loch Oich erreicht.<ref>American Society of Civil Engineers: <templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Caledonian Canal (Memento vom 29. Juni 2018 im Internet Archive): „… were required to reach the summit elevation of 106 feet at Loch Oich.“</ref> Die beiden Enden liegen auf Meeresniveau. Die Höhenunterschiede werden von insgesamt 29 Schleusen ausgeglichen, teils einzeln, teils in Schleusentreppen, deren längste, Neptune’s Staircase, aus 8 Einzelschleusen besteht und die längste Schleusentreppe in Großbritannien ist.

Der Kanal erlangte niemals die erhoffte wirtschaftliche Bedeutung als Wasserstraße. Heute dient er hauptsächlich der Erholung und dem Tourismus. Er wurde von 1963 bis 2012 von British Waterways bewirtschaftet. Seither ist Scottish Canals zuständig.<ref>Scottish Canals</ref>

2007 wurde der Caledonian Canal von der American Society of Civil Engineers in die Liste der Historic Civil Engineering Landmarks aufgenommen.

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Streckenverlauf

Datei:Fort Augustus.jpg
Die Schleusen in Fort Augustus
Datei:CaledonianCanal-pjt.jpg
Der Kanal oberhalb von Fort Augustus
Beauly Firth
Clachnaharry Schleuse
Far North Line Schwenkbrücke (Bahnstrecke Inverness–Wick)
Clachnaharry (Arbeits-)Schleuse
Muirtown Becken
A862 Muirtown Schwenkbrücke
Muirtown Schleusen (4)
A82 Tomnahurich Schwenkbrücke
Dochgarroch Schleuse
Wehr zur Ness
Loch Dochfour
Loch Ness
Oich
A82 Schwenkbrücke
Fort Augustus Schleusen (5)
Kytra Schleuse
Cullochy Schleuse
A82 Aberchalder Schwenkbrücke
Wehr zur Oich
Loch Oich
Laggan Schleusen (2)
Loch Lochy
Lochy
Obere Gairlochy Schleuse
Mucomir Wasserkraftwerk
B8004 Schwenkbrücke
Spean
Untere Gairlochy Schleuse (immer offen)
Wehr
Loy Aquädukt (Bahn und Fluss)
Muirshearlich Aquädukt
Sheangain Aquädukt (Straße und Fluss)
Mount Alexander Aquädukt
Lochy
Banavie Schleusentreppe (Neptune’s Staircase) (8)
A830 Banavie Schwenkbrücke
West Highland Line Schwenkbrücke (Bahnstrecke Fort William–Mallaig)
Corpach Doppelschleuse (2)
Corpach Schleuse
Loch Linnhe

Maximale Schiffsmaße

Maximale Länge 45,72 m<ref><templatestyles src="Webarchiv/styles.css" />Skippers Guide to the Caledonian Canal (Memento vom 5. August 2017 im Internet Archive)</ref>
Maximale Breite 10,67 m
Maximaler Tiefgang 4,1 m
Maximale Masthöhe 35 m (außer Zufahrt Inverness: 27,4 m)

Literatur

  • Jean Lindsay: The Canals of Scotland. David & Charles, Newton Abbot 1968.
  • Len Paterson: From Sea to Sea: A History of the Scottish Lowland and Highland Canals. Glasgow 2005, ISBN 1-903238-94-3.
  • John Rickman (Hrsg.): Life of Thomas Telford, Civil Engineer, written by himself, containing a Descriptive Narrative of his Professional Labour: with a Folio Atlas of Copper Plates. Payne and Foss, London 1838, S. 52–67 (Digitalisat auf archive.org)
    • Atlas to the Life of Thomas Telford, Civil Engineer, Containing Eighty-three Copper Plates, Illustrative of His Professional Labours. Payne and Foss, London 1838, Tafeln 12–17 (Digitalisat auf revolutionaryplayers.org.uk)

Weblinks

Commons: Caledonian Canal – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references /> Koordinaten: 57° 29′ 25″ N, 4° 15′ 46″ W

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