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Moriusaq

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Moriusaq
(Moriusaĸ)
Manuusaq
Kommune Avannaata Kommunia
Distrikt Qaanaaq
Einwohner verlassen (seit 2013)
Siedlungsstatus de facto Dorf
Demonym
(Plural; Singular mit -mioq/-miu)
Moriusarmiut
Zeitzone UTC-2
Koordinaten 76° 45′ 22″ N, 69° 53′ 11″ WKoordinaten: 76° 45′ 22″ N, 69° 53′ 11″ W
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Lage in Grönland

Moriusaq [<templatestyles src="IPA/styles.css" />mɔˈʁiusɑq] (auch Manuusaq; nach alter Rechtschreibung Moriusaĸ bzw. Manûssaĸ; Inuktun Moriuhaq [<templatestyles src="IPA/styles.css" />mɔˈʁiuhɑ(q)]) ist eine wüst gefallene grönländische Siedlung im Distrikt Qaanaaq in der Avannaata Kommunia.

Lage

Moriusaq liegt auf einem markanten Küstenstück an der Südwestküste einer großen Halbinsel am Uummannap Kangerlua (Wolstenholme Fjord) im Nordwesten Grönlands. Zehn Kilometer weiter schneidet der Iterlassuaq (Granville Fjord) tief in die Halbinsel ein und trennt damit den nördlichen Steensby Land genannten Teil ab. 38 km südöstlich von Moriusaq liegt Pituffik, während sich der Distrikthauptort Qaanaaq 81 km nördlich befindet.<ref>Nunat Aqqi. Karte über die vom Grönländischen Ortsnamenausschuss offiziell anerkannten Ortsnamen. Oqaasileriffik.</ref>

Geschichte

Moriusaq wurde 1963 gegründet, was den Ort zum jüngsten im Distrikt macht. 1970 lebten 57 Menschen am Ort. Es gab keine Schule, aber einen Depotladen.<ref>Jens Christian Madsen: Udsteder og bopladser i Grønland 1901–2000. Atuagkat, 2009, ISBN 978-87-90133-76-4, S. 204 ff.</ref><ref>Pie Barfod: Moriussaq. In: Niels Nielsen, Peter Skautrup, Christian Vibe (Hrsg.): Grønland (= Trap Danmark. Femte Udgave. Band XIV). G. E. C. Gads Forlag, 1970, ISBN 87-12-88316-6, S. 608.</ref> Ende der 1970er Jahre waren es bereits über 100 Einwohner. Obwohl die Gegend gute Möglichkeiten für die Jagd auf Vögel, Robben und Walrosse bietet, nahm die Einwohnerzahl danach stetig ab.<ref>Einar Lund Jensen, Rasmus Ole Rasmussen: Moriusaq. Den Store Danske.</ref>

2009 lebten nur noch vier Personen in Moriusaq. Einer von ihnen begann alkoholisiert auf die anderen zu schießen, woraufhin einer dieser den Schützen in Notwehr erschoss und vorübergehend in Untersuchungshaft kam, wodurch die Einwohnerzahl auf zwei Personen sank.<ref>Karsten Sommer: Skuddrab skete i nødværge. Kalaallit Nunaata Radioa (17. Juli 2009).</ref><ref>Moriusaqs fremtid usikker. Kalaallit Nunaata Radioa (30. Juli 2009).</ref> Das Dorf wurde kurz darauf aufgegeben.

Die leerstehenden Gebäude gehören größtenteils der Kommune. 2018 meldete die Bergbaugesellschaft Dundas Titanium Interesse an, die Gebäude zu kaufen, um sie zwecks Abbau von Ilmenit abzureißen.<ref>Thomas Munk Veirum: Moriusaq ligger i vejen for minedrift. Kalaallit Nunaata Radioa (24. Mai 2018).</ref> Am 11. Dezember 2020 wurde der Gesellschaft von Rohstoffminister Jens-Frederik Nielsen eine 30 Jahre gültige Genehmigung zum Abbau von Ilmenit und anderen titanhaltigen Mineralen in einem 64 km² messenden Gebiet um Moriusaq erteilt.<ref>Dundas Titanium får udnyttelsestilladelse ved Moriusaq. Sermitsiaq.AG (11. Dezember 2020).</ref>

Bevölkerungsentwicklung

Moriusaqs Einwohnerzahl war in den 1970er Jahren noch dreistellig und ist seitdem stetig gesunken. Seit 2012 ist Moriusaq verlassen.<ref>Tim Bespyatov: Einwohnerzahlen in Grönland. (Auf Basis der früheren Datenbank von Grønlands Statistik).</ref>

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Weblinks

Commons: Moriusaq – Sammlung von Bildern, Videos und Audiodateien

Einzelnachweise

<references />

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Folgende Orte gehörten der 1963 gebildeten Gemeinde Qaanaaq an:

Bewohnte Orte: Qaanaaq (Stadt) | Qeqertat | Savissivik | Siorapaluk

Verlassene Siedlungen: Kangerluarsuk († 1960er) | Moriusaq († 2011) | Neqi († 1960er) | Qeqertarsuaq († 2005)

Für vor 1963 aufgegebene Siedlungen, siehe Kategorie:Ort im Distrikt Qaanaaq.

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