Volkersgau
Volkersgau Gemeinde Kammerstein
| ||||||
|---|---|---|---|---|---|---|
| Koordinaten: | Vorlage:Deutsches Bundesland/Code_type:city(163)&title=Volkersgau 49° 19′ N, 10° 57′ O
{{#coordinates:49,312777777778|10,944166666667|primary
|
dim=10000 | globe= | name=Volkersgau | region=DE-Vorlage:Deutsches Bundesland/Code | type=city
}} |
| Höhe: | 374 (371–389) m ü. NHN | |||||
| Einwohner: | 163 (31. Dez. 2022)<ref>Nahverkehrsplan Landkreis Roth. (PDF; 9,8 MB) Verkehrsverbund Großraum Nürnberg GmbH, S. 66, abgerufen am 25. September 2024.</ref> | |||||
| Eingemeindung: | 1. Mai 1978 | |||||
| Postleitzahl: | 91126 | |||||
| Vorwahl: | 09122 | |||||
Volkersgau (fränkisch: Folgaschgau<ref>E. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 80. Dort nach den Regeln des HONB folgendermaßen transkribiert: „fólgɘschkhàu“.</ref>) ist ein Gemeindeteil der Gemeinde Kammerstein im Landkreis Roth (Mittelfranken, Bayern).<ref>Vorlage:BayernPortal Ortsteile</ref> Volkersgau liegt in der Gemarkung Unterreichenbach.<ref>Webkarte. ALKIS®-Verwaltungsgrenzen – Gemarkungen. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 9. Oktober 2024.</ref>
Geografische Lage
Durch das Dorf fließt die Volkach. 0,5 km südwestlich liegt das Waldgebiet „Baderslohe“, 0,3 km nordwestlich das Waldgebiet „Romlohe“. Im Nordwesten grenzt das Flurgebiet „Hut“ an. Gemeindeverbindungsstraßen führen nach Dechendorf (1,7 km westlich), nach Putzenreuth (0,8 km nördlich), nach Oberreichenbach (2,2 km nordöstlich) und nach Waikersreuth (1,4 km östlich).<ref>Ortskarte 1:10.000. Darstellung mit Schummerung. In: BayernAtlas. LDBV, abgerufen am 18. Juli 2023 (Entfernungsangaben entsprechen Luftlinie).</ref>
Geschichte
In karolingischer Zeit gehörten das Gebiet und die Höfe von Volkergau zur Königsmark um Schwabach.
1249 wurde der Ort in einer Bulle des Papstes Innozenz IV. als „Folkadisgehor“ erstmals schriftlich erwähnt, in der er dem Kloster Heilsbronn den Besitz in diesem und in anderen Orten bestätigte.<ref>G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 289.</ref><ref name="U600">W. Ulsamer (Hrsg.): 100 Jahre Landkreis Schwabach (1862–1962), S. 600.</ref> Der Ortsname lautete üblicherweise Volkersgau, die Form der Ersterwähnung scheint durch einen Hörfehler entstanden zu sein. Der Ortsname hat als Bestimmungswort den Personennamen des Gründers Volkhēr(t) und als Grundwort Gau, d. h. „Zur Gau des Volkhēr(t)“.<ref>E. Wagner: Land- und Stadtkreis Schwabach, S. 80f.</ref><ref name ="U600"/> Das Kloster erwarb dort insgesamt acht Höfe.<ref name="M291">G. Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit, Bd. 2, S. 291.</ref> 1434 hatte die Markgrafschaft Ansbach in „Folkerszgawee“ nur Ansprüche von 1 Sumer Korn als jährliche Abgabe für die zum Ort gehörigen Grundstücke. 1623 wurden auch diese Ansprüche nicht mehr verzeichnet. Der Ort hatte zu dieser Zeit 14 Hintersassen, die alle heilsbronnisch waren.<ref>F. Eigler: Schwabach, S. 243. Laut dem 16-Punkte-Bericht des Klosteramts Heilsbronn aus dem Jahr 1608 gab es nur 9 Heilsbronner Anwesen (7 Bauern, 2 Köbler). Staatsarchiv Nürnberg, 16-Punkte-Berichte 43/2, 17. Zitiert nach Manfred Jehle: Ansbach: die markgräflichen Oberämter Ansbach, Colmberg-Leutershausen, Windsbach, das Nürnberger Pflegamt Lichtenau und das Deutschordensamt (Wolframs-)Eschenbach (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 35). Band 2. Kommission für bayerische Landesgeschichte, München 2009, ISBN 978-3-7696-6856-8, S. 739. </ref> Während des Dreißigjährigen Kriegs verödete der Ort bis auf einen Hof.<ref name="M291"/> 1732 gab es laut den Oberamtsbeschreibungen von Johann Georg Vetter in Volkersgau 10 Anwesen, von denen 1 Anwesen dem Spital Schwabach, 7 Anwesen dem Klosterverwalteramt Heilsbronn und 2 Anwesen dem Eigenherrn von Mohr zu Sommerhausen unterstanden.<ref>F. Eigler: Schwabach, S. 243.</ref>
Gegen Ende des 18. Jahrhunderts gab es in Volkersgau 13 Anwesen. Das Hochgericht übte das brandenburg-ansbachische Oberamt Schwabach aus. Die Dorf- und Gemeindeherrschaft hatte das Klosterverwalteramt Heilsbronn. Grundherren waren das Fürstentum Ansbach (Spital Schwabach: 1 Halbhof mit Tafernwirtschaft; Klosterverwalteramt Heilsbronn: 4 Ganzhöfe, 2 Halbhöfe, 1 Zweidrittelhof, 1 Gütlein, 1 Gütlein mit Schmiede) und der Eigenherr von Mohr zu Sommerhausen (3 Halbhöfe). Neben den Anwesen gab es noch kommunale Gebäude (Hirtenhaus, Schäferhaus).<ref name="E428">F. Eigler: Schwabach, S. 428 f.</ref> Von 1797 bis 1808 unterstand der Ort dem Justiz- und Kammeramt Schwabach.<ref>F. Eigler: Schwabach, S. 486.</ref> 1804 gab es im Ort 10 Anwesen, von denen 8 dem Oberamt Schwabach und 2 Fremdherren unterstanden.<ref>J. K. Bundschuh: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken, Bd. 6, Sp. 39.</ref>
Im Rahmen des Gemeindeedikts wurde 1808 Volkersgau dem Steuerdistrikt Unterreichenbach und der 1818 gebildeten Ruralgemeinde Unterreichenbach zugeordnet.<ref>F. Eigler: Schwabach, S. 486.</ref> Am 20. Februar 1960 wurde Unterreichenbach auf eigenen Wunsch in die Stadt Schwabach eingegliedert. Die verbliebene Gemeinde, zu der die Orte Volkersgau, Oberreichenbach, Waikersreuth und Putzenreuth gehörten, behielt für einige Wochen den alten Gemeindenamen. Die Umbenennung in „Volkersgau“ erfolgte schließlich am 9. Juni 1960.<ref></ref> Da von der Gemeinde Prünst ein Gebiet von etwa 1 km² abgetreten wurde, hatte die Gemeinde eine Gebietsfläche von 13,373 km².<ref name="OV 1961"/> Am 1. Mai 1978 wurde Volkersgau im Zuge der Gebietsreform in Bayern in die Gemeinde Kammerstein eingegliedert.<ref> </ref><ref>Kammerstein > Politische Einteilung. In: wiki.genealogy.net. Verein für Computergenealogie, abgerufen am 22. April 2025.</ref>
Baudenkmäler
In Volkersgau gibt es sechs Baudenkmäler:<ref>Denkmalliste für Kammerstein (PDF) beim Bayerischen Landesamt für Denkmalpflege</ref>
- Flurstr. 3: dazugehörige Scheune
- Lindenstr. 1: Bauernhaus
- Lindenstr. 4: Bauernhaus mit dazugehöriger Fachwerk-Scheune
- Lindenstr. 5: Bauernhaus
- Lindenstr. 8: Bauernhaus mit dazugehöriger Scheune und Backhaus
- Kreuzstein
Skriptfehler: Ein solches Modul „Vorlage:Siehe auch“ ist nicht vorhanden.
Einwohnerentwicklung
Gemeinde Volkersgau
| Jahr | 1961 | 1970 |
|---|---|---|
| Einwohner | 296 | 349 |
| Häuser<ref name="Häuser">Es sind nur bewohnte Häuser angegeben. Im Jahre 1818 wurden diese als Feuerstellen bezeichnet, 1840 als Häuser und 1885 bis 1987 als Wohngebäude.</ref> | 59 | |
| Quelle | <ref name="OV 1961"/> | <ref name="OV 1970"/> |
Ort Volkersgau
Religion
Der Ort ist seit der Reformation evangelisch-lutherisch geprägt und bis heute nach St. Georg (Kammerstein) gepfarrt.<ref name="E428"/> Die Katholiken sind nach St. Sebald (Schwabach) gepfarrt.<ref name="OV 1961"/><ref>Katholische Pfarrei St. Sebald, Schwabach. In: bistum-eichstaett.de. Abgerufen am 28. Mai 2023.</ref>
Volkersgau hat einen Friedhof, der in Privatbesitz ist. Es werden nur Personen beerdigt, die zum Todeszeitpunkt in Volkersgau oder dem Nachbarort Putzenreuth gemeldet waren.
Ansässige Unternehmen
- Werbung, Druck und Stempel
- Haustechnik
- professionelle Ton- und Lichttechnik
- Bekleidung/Duftöl- und Räucherware
Bildung und Kultur
Vereine
- Freiwillige Feuerwehr Volkersgau
- Kerwaboum und Madli Volkersgau
- Soldaten- und Kriegerverein Volkersgau
- Obst- und Gartenbauverein Volkersgau
- Gesangsverein Volkersgau und Umgebung
Veranstaltungen
In der letzten Juniwoche feiert die Bevölkerung jährlich Kirchweih (Kerwa) mit vielerlei Traditionen und Bräuchen.
Söhne und Töchter des Ortes
- Ulrich Kötzler, 22. Abt des Heilsbronner Klosters (1433–1462)
Literatur
- Johann Kaspar Bundschuh: Volkersgau. In: Geographisches Statistisch-Topographisches Lexikon von Franken. Band 6: V–Z. Verlag der Stettinischen Buchhandlung, Ulm 1804, DNB 790364328, OCLC 833753116, Sp. 39 (Digitalisat).
- Friedrich Eigler: Schwabach (= Historischer Atlas von Bayern, Teil Franken. I, 28). Michael Laßleben, Kallmünz 1990, ISBN 3-7696-9941-6.
- Vorlage:Hönn Lexicon Topographicum
- Georg Muck: Geschichte von Kloster Heilsbronn von der Urzeit bis zur Neuzeit. Band 2. Verl. für Kunstreprod. Schmidt, Neustadt an der Aisch 1993, ISBN 3-923006-90-X, S. 289–291 (Volltext [Wikisource] – Erstausgabe: Beck, Nördlingen 1879).
- Willi Ulsamer (Hrsg.): 100 Jahre Landkreis Schwabach (1862–1962). Ein Heimatbuch. Schwabach 1964, DNB 984880232, OCLC 632541189, S. 600–606.
- Vorlage:Wagner Land- und Stadtkreis Schwabach
Weblinks
- Volkersgau. In: kammerstein.de. Abgerufen am 18. Juli 2023.
- Vorlage:Bavarikon Ort
- Volkersgau in der Topographia Franconiae der Uni WürzburgVorlage:Abrufdatum
- Volkersgau im Geschichtlichen Ortsverzeichnis des Vereins für ComputergenealogieVorlage:Abrufdatum
Fußnoten
<references responsive />
Albersreuth | Barthelmesaurach | Günzersreuth | Haag | Hasenmühle | Haubenhof | Kammerstein | Mildach | Neppersreuth | Oberreichenbach | Poppenreuth | Putzenreuth | Rudelsdorf | Schattenhof | Volkersgau | Waikersreuth
Wüstung: Chausseehaus bei Günzersreuth